Genuine_Madness
©Tobias Miller


Worum geht’s?

Smart oder Lame? Wie weit würdest du gehen …
Ein einziger IQ-Test in der Schule entscheidet über Wohlstand, Gesundheit und Erfolg im Leben: Als der neunjährige John Raymond nur einen Tag danach das Ergebnis erfährt, weiß er, dass er nie dazugehören wird. Er ist ein Lame, kein Smart, und er wird wie seine Eltern immer nur Farmer bleiben.
Zehn Jahre später erhält John einen Anruf von seinem ehemaligen Schuldirektor. Die Regierung sucht Probanden für ein geheimes Programm: Ehrgeizige Lames können zu Smarts aufsteigen. Der Schlüssel ist die kontrollierte Einnahme von Genuine, einem mysteriösen Medikament, dass leistungsfähiger, intelligenter, aber auch skrupelloser macht. Voller Hoffnung auf ein anderes Leben willigt John Raymond in das Experiment ein.
Tatsächlich wirkt Genuine sofort: Johns mentale Fähigkeiten explodieren und bisher verschlossene Türen öffnen sich. Aber der Wirkstoff und das Medizinstudium in Atlanta haben ihren Preis. Und im Gegensatz zur smarten Elaine, die er an der Uni kennenlernt, muss er sein Geld durch zweifelhafte Jobs für den zwielichtigen Makler Caine verdienen.
Doch John ist mit seinen Scharaden nicht allein. Denn niemand in seiner Umgebung ist, was er vorgibt zu sein, auch Elaine nicht. Und plötzlich ist der Traum vom Aufstieg zum Smart nicht das Einzige, was zu platzen droht …

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Meine Meinung zum Buch

Was macht man mit Büchern in denen einem kein einziger Charakter sympathisch ist? – Zur Seite legen oder hoffen, dass der Funke doch noch überspringt?
Tja, diese Frage musste ich mir bei “Genuine Madness” leider etwas häufiger stellen.
Als ich den Klappentext des Buches gelesen habe, hat mich die Geschichte sofort interessiert. Ich wollte das Buch lesen und unbedingt wissen, was der Autor aus seiner Idee gemacht hat. Kurz nach meiner Entscheidung das Buch lesen zu wollen, durfte es auch schon bei mir einziehen. Lange hatte ich keinen Thriller – oder soll ich lieber Dystopie sagen? – gelesen. Dem Thriller-Genre kann man “Genuine Madness” meiner Meinung nach nämlich nicht wirklich zuordnen. Dafür die die gesamte Geschichte zu wenig spannend und zu vorhersehbar.

Ich wollte das Buch wirklich mögen, besonders, weil es sich um ein Buch eines Selfpublishing-Autors handelt. Ich lese und unterstütze sehr gerne Autor*innen ohne großen Verlag im Rücken.
Die Charaktere in “Genuine Madness” haben es mir allerdings sehr schwer gemacht, mich überhaupt auf die Geschichte einzulassen.

Das Buch beginnt mit einem kurzen Blick in die Vergangenheit. Wir treffen auf John und seinen damaligen besten Freund. Der IQ-Test, der den zukünftigen Weg aller Kinder für immer ebnen wird, steht an. Mit 9 Jahren werden alle Kinder diesem IQ-Test unterzogen. Liegt das Ergebnis über einem IQ von 130 wird man ein Smart und ein Leben voller Erfolg, Wohlstand und Gesundheit liegt vor einem. Ein Ergebnis unter 125 bedeutet ein Leben als Lame. Wenig Geld, schlechte Gesundheitsversorgung und die üblen Jobs warten dann auf einen.
Als ich nur den Klappentext kannte, war mir nicht bewusst, wie sehr sich der Autor an den realen Werten orientiert, die in unserer Gesellschaft Hochbegabung definiert. Da ich mich mit dem Thema Hochbegabung auskenne, mochte ich den Beigeschmack nicht, der unweigerlich bei dem Smart/Lame-Thema hier mitschwingt. Menschen, die sich mit dem Thema nicht beschäftigen, haben leider häufig Vorurteile (hoch-)begabten Menschen gegenüber und dieses Buch – auch wenn es Fiktion ist – bekräftigt diese Vorurteile unbewusst. Ein Aspekt, der mich gar nicht gefallen hat.

Der neunjährige John und seine Eltern stammen aus sehr einfachen Verhältnissen. Um das noch deutlicher herauszustellen, benutzt der Autor einen fiesen Südstaaten-Slang in der wörtlichen Rede. Damit konnte ich gar nicht umgehen. Seitenlang wörtliche Rede in dieser Art und Weise zu lesen hat mir fast den letzten Nerv geraubt. Es tut mir ehrlich leid, aber meiner Meinung nach ist das ein großer Störfaktor in einem Buch. Zu erwähnen wie jemand spricht ist toll, da man sich das beim Lesen dann selber vorstellen kann, als lesende Person jedoch gezwungen zu sein einen Dialekt, Slang oder Akzent über viiiiele Seiten ausgeschrieben zu lesen, kann wirklich sehr nervig werden.

Wie nicht anders zu erwarten war, wird John als Lame eingestuft und sein Freund als Smart. Die beiden verlieren sich aus den Augen. Jahre später wird John ein Angebot gemacht, das er mit leichten Bedenken annimmt. Nur eine Tablette am Tag und die Gehirnfunktion steigt so, dass er vom Lame zum Smart wird. Jedoch ohne die ganzen Benefits. Er hat kein Geld, darf lediglich studieren – was er als Lame nicht gedurft hätte. Um das Studium zu finanzieren prostituiert er sich – Vergewaltigung ist im Übrigen auch ein Thema, wozu es allerdings keine Triggerwarnung gibt.

Die gesamte Geschichte lag mir wirklich schwer im Magen. Keine der Figuren war mir auch nur im Ansatz sympathisch. Das ganze Setting war düster, voller Leid und Ausbeutung. Und selbst das Ende hat nur einen schwachen Hoffnungsschimmer durch den düsteren Neben scheinen lassen.
Ich brauche nicht immer ein Happy End. Allerdings lese ich Bücher zur Unterhaltung, um in neue Welten abzutauchen oder auch mal um mich zu gruseln. Doch Genuine Madness fand ich einfach nur bedrückend. Selbst die Gesellschaftskritik ist leider nicht wirklich bei mir angekommen.

Leider gab es innerhalb des Buches auch diverse Rechtschreibfehler, die meinen Lesefluss gestört haben. Ich bin nicht ganz so pingelig was dieses Thema angeht, doch hier waren es mir eindeutig zu viele Fehler.

Nichtsdestotrotz fand ich die Idee, die hinter Genuine Madness stand sehr interessant. An der Umsetzung ist es für mich gescheitert. Dass ich das Buch dennoch zu Ende gelesen habe, liegt zum einen daran, dass ich Bücher wirklich nur äußerst selten abbreche und zum anderen, weil ich sehr gespannt darauf war, was der Autor noch in petto hat.

Genuine Madness war leider nicht mein Buch, was jedoch nicht bedeutet, dass es einer anderen Person nicht doch gefallen kann. Wie immer gilt, macht euch selbst ein Bild, wenn ihr die Idee interessant findet.
Von mir gibt es leider nur 2 von 5 Sternen.


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Titel: Genuine Madness
Originaltitel: /
Reihe: /
Autor*in: Tobias Miller
Übersetzer*in: /
Illustrator*in: /
Verlag: selfpublished / BoD
Erscheinungsdatum: 29. März 2022
Format: Taschenbuch / eBook (308 Seiten)
Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
ISBN: ‎ 978-3-754384473
Preis: € (D) 10,99
eBook: € (D) 2,99
Hörbuch: /


Weitere Meinungen zum Buch

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