Kategorie: gelesen

[Rezension] How to be a girl: stark, frei und ganz du selbst von Julia Korbik

Unbenannt-1© Gabriel Verlag


Worum geht’s?

Hast du dich schon mal gewundert, warum es Regeln gibt, die scheinbar nur für Mädchen gelten? Willst du gerne mehr über Bodyshaming, Selfcare und Gleichberechtigung erfahren? Findest du Mädchen und Frauen, die ihr eigenes Ding durchziehen, spannend? Dann bist du hier genau richtig!

Mit Kurzporträts von historischen und aktuellen Vorbildern, Checklisten und Anleitungen (Wie erkenne ich alltäglichen Sexismus? Wie kann ich dem Konsum-Wahnsinn entkommen?) und Einblicke in die Welt der Jungen. (Quelle) [Anzeige]


Meine Meinung zum Buch

Der Begriff “Feminismus” ist seit einiger Zeit ja wieder in aller Munde. Doch was genau bedeutet Feminismus eigentlich? Leider herrscht immer noch das Vorurteil vor, dass Feministen Frauen mit Haaren auf den Zähnen und Büschen unter den Achseln sind, die alle Männer scheiße finden.
Nicht ganz so krass, aber mit ähnlichen Gedanken im Kopf bin ich an dieses Buch hier rangegangen. – Ja, tatsächlich, obwohl ich selber eine emanzipierte Frau bin, die auf ihre Rechte besteht und das, immer noch, herrschende Ungleichgewicht der Geschlechter unfair findet. Ich fordere meine Rechte nur nicht lautstark ein und das macht hier den kleinen Unterschied aus.
Diejenigen, die laut sind, fallen auf. Und die, die auffallen, sind nicht selten recht radikal eingestellt und durch die Präsenz dieser Frauen entsteht bzw. entstand leider auch das Vorurteil über Feminismus.

Hier mal eine kleine Definition:

Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt (Quelle: Google)

Klingt in meinen Ohren gut und gar nicht so radikal wie es vorher in meinem Kopf war.
Warum ich euch das alles erzähle? Weil ich finde, dass “How to be a girl: stark, frei und ganz du selbst” meinen Blickwinkel auf das Thema verändert hat und mein Interesse dafür geweckt hat. Und das obwohl ich nicht mehr der Zielgruppe entspreche, denn dieses Buch richtet sich an Mädchen ab 13 Jahren.
Die Autorin, Julia Korbik, spricht in ihrem Buch die jungen Mädchen direkt an, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Das Buch ist altersentsprechend geschrieben und wird sicherlich Gehör und Gefallen bei Mädchen finden, die sich für das Thema interessieren.

Besonders gut gefallen haben mir die Kurzporträts wichtiger Frauen aus den letzten Jahrhundert und was sie für die Rechte der Frau getan haben. Dass wir Frauen wählen dürfen, studieren oder arbeiten, dass wir auch im Gesetz gleichberechtigt sind, ist gar nicht so lange her und sich das mal zu vergewissern, empfinde ich als sehr wichtig. Daher gefällt es mir auch, dass sich das Buch an Mädchen im Teenageralter richtet.
Julia Korbik zeigt auf, dass wir Frauen und Mädchen uns nicht alles gefallen lassen dürfen, auch wenn es sich um eine vermeintlich humorvolle Bemerkung des Mathelehrers handelt.

Das Buch beinhaltet zusätzlich noch weitere Themen, die das alltägliche Leben betreffen. Wieso ich mir für meine Rezension vorrangig den feministischen Hintergrund ausgewählt habe?
Zum Einen, weil das Buch auch etwas mit mir gemacht hat und mein Interesse am Feminismus neu entfacht hat und zum Anderen, weil ich hier auch meinen größten Kritikpunkt am Buch sehe.

Grundsätzlich mag ich das Buch, was ich aber kritisch sehe, ist die – mehr oder weniger – subtile Botschaft, die das gesamte Buch über mitschwingt und zum Ende hin immer konkreter wird: “Lehne dich auf und ändere etwas an deiner gesellschaftlichen Rolle!”
Das mag oberflächlich betrachtet nicht die schlechteste Botschaft sein, doch leider erzeugt sie auch Druck. Junge Mädchen im Alter von 13+ Jahren sind vollauf mit sich selbst beschäftigt. Da ist es wichtig herauszufinden, was sie wollen und was nicht. Ihnen allerdings implizit die Verantwortung zu übertragen, sich für ihr Geschlecht einzusetzen, kann auch nach hinten losgehen.
Mädchen, die bereits stark sind und dieses Buch lesen, denen wird die Botschaft vermutlich den richtigen Auftrieb geben. Mädchen, die noch eher unsicher sind, die könnten eventuell noch mehr verunsichert werden, weil sie sich vielleicht bestimmte Dinge nicht trauen, die im Buch vorgeschlagen werden.

Mädchen an das Thema Feminismus heranzuführen, ohne ihnen gleich die eigene Überzeugung überstülpen bzw. aufdrücken zu wollen, ist hier wohl der Knackpunkt.


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Titel: How to be a girl: stark, frei und ganz du selbst
Reihe: /
Autorin: Julia Korbik
Verlag: Gabriel Verlag
Erscheinungsdatum: 13. September 2018
Format: Broschur (160 Seiten)
Empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-522-30509-9
Preis: 14,99€

[Rezension] Save Us (Bd. 3) von Mona Kasten

Kasten_Save_FIN.indd©Lyx Verlag


Band 3 – es sind Spoiler zu Band 1 und 2 vorhanden!


Worum geht’s?

Können sie sich retten? Oder werden sie sich gegenseitig zerstören?


Ruby steht unter Schock: Sie wurde vom Maxton-Hall-College suspendiert. Und das Schlimmste: Alles deutet darauf hin, dass niemand anders als James dafür verantwortlich ist. Ruby kann es nicht glauben – nicht nach allem, was sie gemeinsam durchgestanden haben. Sie dachte, dass sie den wahren James kennengelernt hat: den, der Träume hat, den, der sie zum Lachen bringt und ihr Herz mit einem einzigen Blick schneller schlagen lässt. Doch während Ruby dafür kämpft, trotz allem ihren Abschluss machen zu können, droht James einmal mehr unter den Verpflichtungen gegenüber seiner Familie zu zerbrechen. Und die beiden müssen sich fragen, ob die Welten, in denen sie leben, nicht vielleicht doch zu verschieden sind … (Quelle) [Anzeige]


Meine Meinung zum Buch

Mit diesem Band habe ich Abschied genommen von Maxton Hall und von Ruby und James. Auch wenn mir alle drei Bücher ganz gut gefallen haben, muss ich sagen, dass ich froh bin, dass die Reihe nun zu Ende ist. Wieso genau, erläutere ich euch gleich in meiner Rezension.

Der erste Band “Save Me” war rasant und sehr spannend – das Buch hat mir sehr gut gefallen. Band 2 (“Save You”) war tiefgründiger, dafür aber wesentlich langsamer und mit viiiiel Drama.
Ich hatte etwas Sorge, dass sich das Drama aus dem zweiten Band in “Save Us” fortsetzen wird, war dann beim Lesen aber beruhigt, dass es sich auf ein, für mich, sehr erträgliches Maß reduziert hat.
Interessant fand ich auch, dass im ersten Band nur aus Sicht der beiden Protagonisten Ruby und James geschrieben wurde, in Band 2 kamen dann auch die Geschwister Ember und Lydia zu Wort und jetzt hier im letzten Band durften wir Leser noch aus den Perspektiven anderer Charaktere lesen. Das hat mir sehr gut gefallen und hat die Geschichte etwas aufgelockert.

Warum ich froh bin, dass die Reihe ein Ende gefunden hat? Weil ich einfach finde, dass Ruby und James’ Geschichte zu Ende erzählt wurde. Es gibt nichts mehr, was mich noch reizen würde, nichts mehr, weswegen ich noch einen weiteren Band lesen müsste bzw. wollen würde.
Während ich den ersten Band er Maxton Hall Trilogie noch inhaliert hatte, brauchte ich für den zweiten Band schon signifikant länger und jetzt für den Abschlussband sogar noch länger als für Band 2. Obwohl durchaus Neues und auch Interessantes passiert ist, konnte mich das Buch nicht mehr wirklich mitreißen.
Ich bin froh, dass die Trilogie einen schönen Abschluss gefunden hat und bereue es definitiv nicht die Bücher alle drei gelesen zu haben, aber, wie gesagt, ich bin jetzt durch damit.

Wie in den ersten beiden Bänden ist Mona Kastens Schreibstil gewohnt gut, locker und leicht. Mir gefällt es immer noch sehr wie überlegt Ruby ist und welche Wendung James und auch Lydia mitgemacht haben. Mir ist es wichtig, dass Charaktere sich in Büchern weiterentwickeln und das haben die Charaktere in der Maxton Hall Trilogie allesamt getan.

Einige, ganz wenige Punkte sind zwar noch offen geblieben, aber insgesamt hat die Trilogie, mit ihrem Happy End, einen guten Abschluss gefunden. Das hätte nach Band 2 auch anders enden können. Glücklicherweise hat sich die Autorin dafür entschieden.

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[Lese-Rückblick] September 2018

Und schon wieder ist ein Monat um. Ich möchte ja keine Panik verursachen, aber in nicht mal drei (!!1!!11) Monaten ist Weihnachten – uah! Ich liebe Weihnachten und kann es kaum glauben, dass ich bisher noch keine Lebkuchen oder anderes weihnachtliches Gebäck gegessen habe – folgt alles noch (tihihi).
Lesetechnisch scheine ich mich diesen Monat wieder etwas eingegroovt zu haben, denn ich habe es immerhin auf stolze fünf Bücher gebracht.

Save Us


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[Rezension] Pheromon 2: Sie sehen dich von Rainer Wekwerth und Thariot

Wekwerth_Pheromon_Band2.indd©Thienemann-Esslinger Verlag GmbH

Band 2 einer Reihe – es sind Spoiler zu Band 1 enthalten!


Worum geht’s?

Der Kampf um die Zukunft hat gerade erst begonnen!
Stell dir vor, du hast etwas Schreckliches herausgefunden: Die Menschheit steht vor dem Abgrund – in Gegenwart und Zukunft. Und niemand hat es bemerkt!
Du gehörst zu einer kleinen Gruppe von Auserwählten, die die fremden Invasoren aufhalten können. Weil jeder von euch besondere Fähigkeiten besitzt.
Allein bist du aufgeschmissen, aber zusammen seid ihr stark: Ihr seid „Hunter“, geschaffen in der Zukunft, um das Schicksal der Welt zu verändern! (Quelle) [Anzeige]


Meine Meinung zum Buch

Band 2 beginnt dort, wo der erste Band geendet hat. Es geht nahtlos und ohne Umschweife weiter. Der zweite Band ist daher ohne Kenntnis des ersten Bandes gar nicht lesbar bzw. man würde beim Lesen weniger als die Hälfte verstehen.

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[Rezension] Kalle Körnchen–Ein kleiner Sandmann kommt groß raus von Lucy Astner

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Worum geht’s?

10 abgeschlossene Geschichten für die schönsten Träume – zum gemeinsamen Vorlesen ab 3 Jahren.

Als Urlaubsvertretung des Sandmanns erleben Traumwichtel Kalle Körnchen und sein Freund Flick die tollsten Abenteuer! Sie zähmen übermütige Schäfchen, bringen einem Sternschnuppen-Mädchen das Fliegen bei und finden verschwundene Traumblasen wieder. Mit jeder Menge funkelndem Schlafsand im Gepäck nehmen es die Freunde selbst mit der größten Schnarchnase auf … (Quelle) [Anzeige]


 

Meine Meinung zum Buch

Ist das Cover des Buches nicht zuckersüß?! Mich hat es sofort angesprochen. Als ich das Buch dann in Händen hielt, hat es mich noch ein ganzes Stück mehr bezaubern können, da der Traumsand und andere Kleinigkeiten golden glitzern. Ich liebe ja solche kleinen Spielereien auf Covern und meiner 26 Monate alten Tochter hat das Geglitzere auch gefallen. (mehr …)

[Rezension] Cat & Cole–Die letzte Generation von Emily Suvada

SK_Suvada_Cat&Cole_RZ.indd© Planet! / Thienemann-Esslinger Verlag


Worum geht’s?

1 Milliarde Leben am Abgrund. 2 Menschen, die sie retten können. 1 Geheimnis, versteckt in ihrer DNA.

Krankheiten, Schönheitsmakel, körperliche Einschränkungen: von der Erde gelöscht! Mensch und Technik sind verschmolzen, jeder trägt ein Panel in sich, das den eigenen Körper perfektioniert. Fast! Eine mörderische Seuche ist ausgebrochen, und nur eine einzige Person auf der Welt ist fähig, den Impfstoff zu entschlüsseln – Catarina Agatta.
Gemeinsam mit Cole, dessen Körper gentechnisch verändert wurde, kommt die geniale Hackerin Cat einer Wahrheit näher, die grausamer ist als jedes tödliche Virus! (Quelle) [Anzeige]


Meine Meinung zum Buch

Ich kann mich noch daran erinnern wie hübsch ich das Cover fand, als ich das Buch das erste Mal gesehen habe. Nun…was soll ich sagen? Jetzt, da ich weiß, was dort auf dem Cover dargestellt wird, würde ich behaupten, ist “hübsch” definitiv nicht das passende Wort dafür. (mehr …)

[Rezension] artgerecht–Das andere Kleinkinderbuch von Nicola Schmidt

Schmidt_Nartgerecht_Kleinkinderbuch_190147© Kösel-Verlag


Worum geht’s?

Im Alter zwischen 2 und 6 Jahren sind Kinder zum Fressen süß und entdecken mit großen Augen die Welt. Aber warum essen sie kein Gemüse, finden abends nicht in den Schlaf und schreien im Supermarkt?
Nicola Schmidt zeigt mit vielen praktischen Tipps, wie Eltern auch heute der Biologie ihrer Kleinkinder gerecht werden können, obwohl die sich seit der Steinzeit kaum verändert hat.
Wenn Eltern verstehen, was in Körper und Gehirn ihrer Kinder passiert, sehen sie ihren Alltag plötzlich mit anderen Augen – und wissen, was zu tun ist.
Erziehungswissen in Bestform: klug recherchiert, wissenschaftlich handfest, humorvoll und erfrischend undogmatisch. (Quelle) [Anzeige]


Meine Meinung zum Buch

Ich bin Mutter einer ziemlich anspruchsvollen Zweijährigen, die wir bedürfnisorientiert erziehen und zusätzlich bin ich auch noch Erzieherin. Als mir dieses Buch über den Weg lief, rief es so laut meinen Namen, dass ich es definitiv nicht ignorieren konnte.

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[Rezension] VOX von Christina Dalcher

u1_978-3-10-397407-2© S. Fischer Verlag


Worum geht’s?

Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr.
Das ist der Anfang.
Schon bald kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmuts, ihrer Träume beraubt.
Aber das ist nicht das Ende.
Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurück erkämpfen. (Quelle) [Anzeige]


Meine Meinung zum Buch

Neueren Studien zur Folge reden Frauen im Durchschnitt etwa 16.000 Wörter am Tag. Was passiert nun, wenn die Regierung dafür sorgt, dass Frauen nicht mehr als 100 Wörter am Tag sprechen dürfen? Jetzt, im 21. Jahrhundert.
Eine schreckliche Vorstellung, oder? Christina Dalcher nimmt sich in ihrem Debütroman “VOX” genau dieser Thematik an und zeichnet eine dystopische Welt, die furchterregend und gleichzeitig erschreckend realistisch ist.

Zuerst möchte ich gerne etwas zum Cover sagen, obwohl ich das in meinen Rezensionen eher selten erwähne. In diesem Fall finde ich das Cover sehr schlicht, aber äußerst aussagekräftig und das gefällt mir sehr gut. Das riesige rote X von “VOX”, das genau über dem Mund der abgebildeten Frau liegt, passt einfach perfekt zur Thematik.

Als ich begonnen hatte das Buch zu lesen, stellten sich mir drei Fragen:
1. Was genau passiert, wenn eine Frau die 100 Wörter am Tag überschreitet?
2. Wie kann die Regierung sicherstellen, dass Frauen auch wirklich nur 100 Wörter und nicht mehr sprechen?
3. Wieso “unterhalten” sich die Frauen nicht anders als verbal? Immerhin gibt es beispielsweise noch die Schriftsprache oder die Gebärdensprache.

Alle drei Fragen beantwortet die Autorin recht zügig. Und auch wenn sich dabei der ein oder andere Logikfehler eingeschlichen hat, wirkt die dystopische Welt dennoch in sich stimmig. Der Leser sollte nur nicht alles haarklein hinterfragen, sondern sich auf die Idee solch einer Welt einlassen.

Beim Lesen wurden mir recht schnell die Parallelen zum einstigen Nazi-Deutschland bewusst, was in US-Literatur allerdings nichts Ungewöhnliches zu sein scheint. Beispielsweise kommen homo- und transsexuelle Paare in Lager, um wieder “auf den rechten Weg zu finden” und “zur Besinnung zu kommen”.
Mir haben sich beim Lesen nicht nur ein Mal die Nackenhaare aufgestellt. In so einer Welt möchte ich ganz definitiv nicht leben. Jeder, der nicht männlich, gesund und heterosexuell ist, ist praktisch nichts wert und wird entweder beseitigt, zu unwürdigen Arbeiten gezwungen oder muss ein Dasein als stummes Heimchen am Herd führen.

Der ganze Roman ist aus Sicht der Protagonistin geschrieben, so dass sich ihre Gedanken und ihre Gefühlswelt vor dem Leser ausbreitet. Mich hat das Ganze ganz besonders emotional gepackt, da die Protagonistin Mutter ist und die Auswirkungen des Schweigens auf die Familie und besonders auf die kleine Tochter beschrieben wurden. Ich bin fast automatisch in die ihre Rolle geschlüpft und musste mir vorstellen, wie es mir mit meiner kleinen Tochter in so einer Welt gehen würde.

Was den Schreibstil angeht, bin ich mir nicht sicher, ob ich ihn mochte oder nicht. Grundsätzlich hatte ich keine Schwierigkeiten damit und bin auch zügig durch die Geschichte gekommen, ich hatte nur manchmal das Gefühl, dass beim Schreiben etwas ausgelassen wurde oder ich etwas überlesen habe. Es gab zwei, drei Stellen im Buch, bei denen ich plötzlich den Zusammenhang zum vorherigen Geschriebenen nicht verstanden hatte und es dann einfach so abgetan habe, ohne wirklich zu verstehen, was gerade wieso passiert ist. Irritiert hat es mich leider trotzdem, so dass ich an diesen Stellen aus dem Lesefluss gekommen bin.

Leider muss ich auch sagen, dass ich etwas enttäuscht war vom Ende. Nicht weil es schlecht aufgelöst wurde, nein, eher weil es so plötzlich und im Verhältnis zu reibungslos kam. Irgendwie fiel alles an den richtigen Platz und das wirkte mitunter etwas zu konstruiert. Beginnt die Geschichte noch gemächlich und lässt sich relativ viel Zeit, hatte ich zum Ende hin den Eindruck, dass es der Autorin nicht schnell genug gehen konnte. Im Verhältnis war der Anfang zu langsam und das Ende zu schnell.

Mir persönlich hat die Message hinter dem Ganzen allerdings sehr gut gefallen. Die Autorin zeigt nicht nur ein Mal auf, was passieren kann, wenn (in diesem Fall) Frauen zu still sind und Dinge lieber hinnehmen als sie ändern zu wollen.

Fazit

Hinter “VOX” steckt eine intelligente, sehr wichtige und auch sehr interessante Thematik, dessen Umsetzung allerdings noch etwas Luft nach oben lässt. Für einen Debütroman muss ich allerdings sagen, dass Christina Dalcher das wirklich sehr gut gemacht hat. Wenn man kleine Logikfehler hinnimmt und akzeptiert, dass es sein kann, dass man beim Lesen ab und an stolpert, dann erwartet einen ein sehr lesenswerter Roman, der nicht nur für feministische Leser geeignet ist, sondern für jeden, den eine intelligente dystopische Welt mit viel Gesellschaftskritik interessiert.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.


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Titel: VOX
Reihe: /
Autor*in: Christina Dalcher
Übersetzerinnen: Marion Balkenhol, Susanne Aeckerle
Verlag: S. Fischer Verlag
Erscheinungsdatum: 15. August 2018
Format: Gebunden mit Schutzumschlag (400 Seiten)
ISBN: 978-3-10-397407-2
Preis: 20,00€

[Rezension] Der Wille zur Macht von Lieke van der Linden

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Worum geht’s?

Wie weit bist du bereit zu gehen?
Im Biotechnik-Konzern Jean&Parsley will der Nachwuchsforscher Jonas ganz nach oben. Doch er ist nicht der einzige. Ausgerechnet zusammen mit seiner Konkurrentin Akemi soll er unter großem Druck eine neue Weizensorte und ein dazu passendes Pflanzenschutzmittel entwickeln. Doch der Feldversuch in Äthiopien läuft aus dem Ruder, und Jonas erkennt, wozu Akemi fähig ist.
Derweil versucht die Biologin Ellen, den Tod ihres Verlobten aufzuklären, der bei einem ähnlichen Projekt auf unerklärliche Weise ums Leben kam. Schnell gerät sie dabei selbst in die Schusslinie … (Quelle) [Anzeige]


Meine Meinung zum Buch

Ich habe bereits “Labskaus ist Liebe” von der Autorin gelesen und fand das Buch richtig gut. Besonders vom Schreibstil war ich begeistert. Mit “Der Wille zur Macht” hat sie sich an ihren ersten Thriller gewagt – genau genommen: ein Science Thriller.

Dr. Jonas Durham ist jung und ambitioniert. Er möchte schnell nach ganz oben und hofft dies bei seiner neuen Firma “Jean & Parsley” zu schaffen. Das Führungskräfte Programm der Unternehmensgruppe scheint vielversprechend. Doch als einer seiner Konkurrenten unter mysteriösen Umständen in Äthiopien stirbt, hört für Jonas der Spaß auf.
Um eine neue Weizensorte und das dazu passende Pflanzenschutzmittel zu entwickeln, scheinen einige Leute über Leichen zu gehen und schnell wird klar, dass es bei Jean & Parsley nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

Ich muss hier ehrlich zugeben, dass mich weder das Cover noch der Klappentext so richtig angesprochen haben. Als die Rezensionsanfrage der Autorin kam, habe ich vielmehr zugesagt, weil mir ihr letztes Buch so gut gefallen hat und ich ihren Schreibstil wirklich sehr gerne mag.
Beim Schreibstil gibt es auch in diesem Fall rein gar nichts zu meckern. Er ist flüssig und schön leicht, ohne dabei anspruchslos zu sein. Beim Lesen sorgte er dafür, dass sich mein Kopfkino aktivierte und das finde ich immer besonders gut.

Leider muss ich aber sagen, dass mir das Buch für einen Thriller insgesamt zu wenig spannend war. Ja, natürlich gab es spannende Passagen, wo ich das Buch nicht weglegen wollte, doch die waren, meiner Meinung nach, recht rar gesät. Für mich muss ein Thriller ein richtiger Pageturner sein. Ich muss Nägel kauend vor dem Buch sitzen und es nicht mehr aus der Hand legen wollen. Das war bei “Der Wille zur Macht” leider nicht so.
Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich keinen richtigen Zugang zu den Charakteren bekommen habe. Alle haben ihre Ecken und Kanten und sind daher sehr authentisch gezeichnet, doch sie waren mir einfach unsympathisch. Und wer meine Rezensionen regelmäßig verfolgt, weiß, dass es ein Buch schwer hat, wenn ich mit den Charakteren nicht warm werde.

Außerdem bin ich kein großer Freund davon, wenn ein Thriller am Ende noch so viele Fragen offen lässt und es dadurch nach einem zweiten Band schreit. Für mich sind und bleiben Thriller Einzelbände oder zumindest in sich abgeschlossene Fälle, die in Folgebänden einfach “nur” auf das selbe Ermittlerteam bzw. die selben Protagnisten zurückgreifen.
So habe ich jetzt das Gefühl ein ganzes Buch gelesen zu haben, ohne wirklich etwas signifikantes herausgefunden zu haben. Irgendwie ist das nicht sehr befriedigend für mein Leserherz.

Doch auch wenn sich die Rezension bisher recht negativ anhört, ist “Der Wille zur Macht” kein schlechtes Buch. Es ist, wie gesagt, sehr gut geschrieben und auch die Idee dahinter finde ich gut. Ich bin vermutlich einfach nur nicht die richtige Zielgruppenperson für diese Art von Buch gewesen. Für mich muss ein Thriller einfach viel schneller und spannender sein und insgesamt mehr Pfeffer haben.

Fazit

Leider konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen, auch wenn mir der Schreibstil von Lieke van der Linden wieder sehr gut gefallen hat. Ich vermute, ich gehöre nicht so richtig zur anvisierten Zielgruppe, doch da es sich hier um eine subjektive Rezension/Meinung zum Buch handelt, kann ich wegen der oben genannten Kritikpunkte leider nicht mehr als 3 von 5 Sternen vergeben.


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Titel: Der Wille zur Macht
Reihe: Band 1
Autor*in: Lieke van der Linden
Übersetzer*in: /
Verlag: /
Erscheinungsdatum: 04. Juli 2018
Format: eBook (254 Seiten)
ASIN: B07BZ3Y3NS
Preis: 1,99€

Vielen Dank an die Autorin, die mir das Buch als Rezensionsexemplar, im Gegenzug für meine ehrliche und subjektive Meinung, zur Verfügung gestellt hat.