© Christian Pfeiler

Normalerweise beginnt praktisch jede Rezension an dieser Stelle mit einem “Worum geht’s”. Aber hey… wenn Du Christian Pfeiler kennst und Dich für “Schwarzlicht” interessierst, bedeutet das, dass Du Band 1 bis 3 der Selene-Reihe bereits kennst und hungrig bist auf mehr. Und falls nicht… dann liest Du direkt meine Rezension zu Band 1, dann schaust Du, dass Du Dir Band 1 bis 4 holst und legst los. Denn ich meine mal ehrlich: Wer liest denn bitte sehr die Rezension zu einem vierten Band, ohne die ersten drei zu kennen… und wer braucht eine Rezension zu einem vierten Band, nachdem man drei Bände gelesen hat? Natürlich liest Du dann weiter!

Nein? Du möchtest trotzdem erst einmal wissen, worum es geht? Na schön. Du hast es so gewollt.

Worum geht’s?

Der kleine Junge hatte ein echtes Problem. Gerade eben noch hatte er in der Einfahrt seines Elternhauses
gesessen und mit einem Plastikbagger gespielt. Dann war ein schwarzweißes Kätzchen aus dem Blumenbeet geraschelt, hatte ihn herausfordernd angemaunzt und war dann mit flinken Beinen raus auf den Bürgersteig gelaufen.

Quelle: Prolog

Obacht: Dieses Intro mündet nicht in einer düsteren, grauen Straße mit einem kleinen Jungen in gelber Regenjacke, einem Gulli und einem Clown. Dennoch zieht der Prolog einen direkt in seinen Bann. Und das nicht zuletzt, weil er Dich während des gesamten Buches begleiten wird und Du immer und immer wieder dazu eingeladen wirst, darüber nachzudenken. Kurzum: “Schwarzlicht”, der nunmehr vierte und letzte (?) Band der Selene-Reihe von Christian Pfeiler, beschreitet neue Wege und bietet einen – das sei schon einmal vorweggenommen – großartigen Abschluss.

Doch bevor es dazu kommt, ist Rick nach den wilden Ereignissen aus Band 3 zunächst einmal solo unterwegs. Und das auch noch in einem Setting, das ungewöhnlicher nicht sein könnte. Auf jeden Fall nicht auf der Erde – und “solo” trifft auch nicht ganz zu. Doch ob die Stimme in seinem Kopf wirklich in seinem Interesse handelt – insbesondere hinsichtlich der Frage danach, wie schlau es wäre, von einem Turm zu springen – oder nicht, findest Du selbst heraus.

Zur gleichen Zeit (auch wenn “Zeit” in den Büchern von Christian Pfeiler ein wirklich sehr relativer Begriff ist) an einem anderen Ort (und selbst Orte erscheinen dann und wann relativer als sie es sein sollten), begibt sich auch Seli auf eine interessante Reise. Nicht nur quer durchs Universum, sondern auch noch zusammen mit Inni, die wir nicht gerade als Wunschpartnerin für gemeinsame Unternehmungen kennengelernt haben. Doch beide treibt ein gemeinsames Interesse an und so wie es ausschaut, ist auch Rick irgendwie involviert.

Meine Meinung zum Buch

Dir wird auffallen, dass in dieser Rezension bis dato kaum harte Fakten zu finden sind. Bis auf: Die Namen der Charaktere sind bekannt – sie haben es also lebendig in einen vierten Band geschafft. Und es gibt einen Turm (übrigens gibt es später noch einen weiteren Turm, und der ist schwarz. Wollte es nur einmal erwähnt haben). Und Rick und Seli sind zunächst einmal getrennt. Ohne zu spoilern ist es allerdings auch nicht leicht, viel auf die Geschichte einzugehen, doch hiermit ist klar, dass Christian Pfeiler dieses Mal gleich zwei Handlungsstränge aufmacht, die sich abwechseln und dabei logischerweise hin- und herspringen muss zwischen den beiden Protagonisten Rick – weiterhin ein Mensch – und Seli – weiterhin eine Göttin in einem menschlichen “Gefäß”.

Du hast übrigens nach wie vor keine Lust auf romantische Rahmenhandlungen, ohne die der Plot nicht funktioniert? Dann bist Du hier wie immer richtig. Christian Pfeiler schafft es erneut, eine wunderbare Geschichte zu entwerfen, in der die Protagonisten keine (solche) Beziehung eingehen. Ich selbst war beim Lesen für einen kurzen Moment nicht ganz sicher, ob mich das frustriert, oder ich es erfrischend finde. Ich habe mich für letzteres entschieden.

Charakterentwicklung ist Dir wichtig? Dann wird Dich der Bogen, der sich hier von Seite 1 an spannt, wie ein Hammer treffen. Im positiven Sinne. Das Buch enthält einige Twists und Eröffnungen, die ich als zum Teil extrem überraschend empfand und zugleich mich sehr darüber gefreut habe, die Entwicklung insbesondere eines Charakters miterleben zu können.

Und das Finale ist eines Finales mehr als würdig. Die Ereignisse verdichten sich auf eine Art, dass der entstehende Druck das Buch spätestens jetzt in einen Pageturner verwandelt. Und erinnerst Du Dich an die Mathe-Arbeit aus Band 1? Möglicherweise wäre es weiterhin wichtig, diese nicht verpassen zu wollen.

Ach. Genug der Andeutungen.

Lad’ Dir einfach Band 4 runter und fang an. Jetzt.

Stopp.

Herunterladen?

Für alle die, die Selene Wiedenbrink noch nicht kennen und für die die Reihe noch unbekannt ist, hier noch ein wenig Hintergrund dazu: Christian Pfeiler veröffentlicht die Bücher in Eigenregie. Du findest sie daher nicht bei Amazon oder auf ähnlichen Plattformen, sondern sprichst ihn der Einfachheit halber direkt darauf an. Eine Möglichkeit wäre z.B. per Email und die Adresse findest Du auf Christians Blog. Falls Du allerdings sofort loslegen möchtest, findest Du bei ihm alle vier Bände kostenlos als Download.

Hier die Links:

Fazit

Es kommt nicht oft vor, dass ich eine Buchreihe lese und nach dem letzten Band das Gefühl habe, wirklich zufrieden zu sein. Normalerweise will ich, dass die Geschichte weitergeht. Ich mag mich nicht von den Charakteren verabschieden. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, woran das u.a. liegt. Oft sind einige Handlungsstränge noch nicht zu Ende erzählt worden. Geheimnisse nicht gelüftet. Die Charaktere haben ihre Heldenreise noch nicht wirklich beendet. Und möglicherweise steckt seitens der Autor*innen dahinter auch ein gewisses monetäres Kalkül, denn es bietet die Möglichkeit, weitere Bände zu veröffentlichen.

Bei Selene ist das anders. Obwohl ich Christian Pfeiler beim Schaffensprozess in Teilen begleiten konnte und daher weiß, dass große Teile der Geschichten ganz und gar nicht von Anfang an feststanden, ist es ihm nichts desto trotz gelungen, ein vollendetes Werk zu erschaffen, das in sich stringent ist, sich selbst über vier Bände treu bleibt, jede Menge Charakterentwicklung enthält und so einen perfekten Bogen schlägt, dass sich die Reihe nach Band vier auf eine wohlige Art abgeschlossen anfühlt. Dabei ist es mitnichten so, dass ich die Charaktere nicht vermissen würde. Es ist viel mehr so, als wären sie nach diesem Wahnsinns-Ritt durchs Universum einfach ein Teil von einem selbst.

Und wenn falls Du es tatsächlich bis hierhin geschafft haben solltest zu lesen und IMMER noch mehr greifbaren Content brauchst, dann empfehle ich Dir die Rezension von der wunderbaren Aleshanee auf ihrem Weltenwanderer Blog.

Ich schließe mich ihr hiermit an und gebe “Schwarzlicht”, dem vierten Band von Christian Pfeilers Selene-Reihe, fünf von fünf Sternen!

Titel: Schwarzlicht, Selene Bd. 4
Autor*in: Christian Pfeiler
Verlag: Self Publishing
Erscheinungsdatum: Dezember 2023 (erste Auflage)
Format: Hardcover (376Seiten)

1 comment on “[Rezension] Schwarzlicht von Christian Pfeiler”

  1. Huhu!

    Ach wie toll! Was für eine Funken sprühende Rezension von dir!!! 😀 Da wird sich Christian freuen und ich bin von deiner Beschreibung auch sehr begeistert!
    Ebenso wie von der Reihe und – wie du schon gesehen hast – vom vierten Band! Ein wahrhaft gelungener Abschluss und DENNOCH würde ich sehr gerne mehr von ihm lesen. Von dem Autor – und von Rick und Selene!

    Vielen Dank auch fürs verlinken! Dann kommt deine Rezension natürlich auch gerne auf meine Seite 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

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