Kategorie: Mittendrin Mittwoch

[Mittendrin Mittwoch] #16–ich lese weniger als ich möchte…

“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke.


Magdalena 24h: Mein abenteuerliches Leben als Escort Girl. Eine wahre Geschichte von Magdalena Nirva

Oft sitzen die Männer, wenn sie alleine sind, gelangweilt in der Hotelbar herum. Sie hängen ihren Gedanken nach und gucken Löcher in die Luft. Eagle hatte mir erklärt, dass ich, wenn ein Mann ohne Begleitung an einem Tisch sitzt, aber erst einmal abwarten soll, ob er auch wirklich allein ist. (31%)

Ich lese immer noch Magdalena 24h und obwohl es sich sehr leicht lesen lässt, komme ich nicht gut voran. Leider empfinde ich das Buch teilweise als ziemlich wirr geschrieben. Es ist wie, als würde jemand erzählen und in seinen Gedanken springen. Erst befinden wir uns in der einen Situation und zwei Sätze weiter sind wir plötzlich woanders.
Leider sind mir auch Fehler im Text aufgefallen und die Autorin nutzt manchmal Redewendungen, die mir so nicht bekannt sind bzw. auf mich den Eindruck einer sehr einfachen Sprache erwecken.

Interessant finde ich das Buch dennoch, auch wenn ich mir eigentlich etwas anderes darunter vorgestellt habe. Das Buch hat autobiographischen Charakter und die Autorin berichtet viel on ihrer Vergangenheit. Ich hatte mir vorgestellt, dass es mehr um ihre Arbeit in der Gegenwart geht, aber vielleicht kommt das ja noch.


Was lest ihr gerade und wie findet ihr es?

[Mittendrin Mittwoch] #15–unterschiedlicher geht’s gar nicht

“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke.


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Traumschrott von Christian Krumm

Sonntagskuchen

“Stellt euch vor, ich habe etwas ganz Irres gehört”, sagte Ralf Menschkowski, als er an einem Sonntag durch die Schwingtür in die Redaktion kam. In dem Großraumbüro, das während der Woche von Mitarbeitern überfüllt war, saßen nur drei Personen um einen Tisch herum, auf dem eine Tupperdose mit kleinen Stücken Kuchen stand. (S. 39)

Bei “Traumschrott” handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung, die den Leser – laut Klappentext – dazu animieren sollen, Inne zu halten und nachzudenken.
Ich habe das Buch gerade erst begonnen und kann schon sagen, dass ich definitiv etwas mehr Konzentration beim Lesen brauche. Der Schreibstil ist recht anspruchsvoll, aber das gefällt mir sehr gut. Die Sätze sind, ähnlich wie bei mir, manchmal ziemlich verschachtelt und mit vielen Einschüben. Mir gefällt das, allerdings muss man dafür auch genauer lesen.
Ich habe erst zwei der 12 Kurzgeschichten gelesen, fand sie aber ziemlich interessant. Ich musste mich nach den Geschichten zunächst gedanklich damit befassen, um die Botschaft darin zu entschlüsseln. Es regt wirklich zum Nachdenken an.


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Magdalene 24h: Mein abenteuerliches Leben als Escort Girl. Eine wahre Geschichte von Magdalena Nirva

Normalerweise werde ich spontan bestellt. Die Agentur ruft dich an, und fünfzehn oder zwanzig Minuten später steht der Fahrer unten vor der Tür.
Dieses Mal meldete sich die Telefonistin schon am frühen Nachmittag: “Um 18 Uhr wirst du abgeholt. Es geht in einen teuren Bezirk, vielleicht bleibst du länger als eine Stunde. Mach dich schick, Antonia.” (5%)

Auch dieses Buch habe ich gerade erst begonnen, aber es unterscheidet sich wirklich sehr von meinem anderen CR.
Der Schreibstil ist einfach und dadurch auch leicht zu lesen, daher komme ich hier auch schneller voran. Beim Lesen merke ich auch, dass die Autorin aus Österreich stammt, das liest sich manchmal sehr witzig.
Auch von der Thematik ist es wirklich anders als Traumschrott. Mich hat der Blick hinter die Kulissen dieser Branche echt interessiert, daher habe ich die Rezensionsanfrage der Autorin angenommen und bin sehr gespannt darauf, wie das Buch sich weiterentwickeln wird.

Und welches Buch lest ihr so zur Zeit?



[Mittendrin Mittwoch] #14 – zwei Bücher parallel

“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke.


Choices – Die Mächtigen von Nils Nöske

Den Deckel zum Einstieg zu öffnen kostete ihn einige Mühe. Die Frage, was ihn wohl erwarten würde, kreiste unablässig in seinem Kopf herum. Eigentlich hatte er keine große Lust, heute noch einen Spaziergang durch die Kanalisation zu unternehmen, doch Parett wusste, wenn er es jetzt nicht täte, müsste er später noch einmal hierher zurückkommen. (S. 108)

Ich stecke in einer Leseflaute und komme nicht wirklich voran mit meinen Büchern. Leider ist dieses Buch nicht ganz unschuldig daran. Noch stehe ich dem Ganzen etwas zwiegespalten entgegen.
Auf der einen Seite finde ich das Buch schon ziemlich interessant und die Idee, wie Magie in dieser Welt wirkt, finde ich grandios. Auch am Schreibstil habe ich nicht viel auszusetzen, aber ich komme dennoch einfach nicht wirklich voran. Auf der anderen Seite kämpfe ich mit dem Protagonisten. Ich kann ihn so überhaupt nicht einschätzen und im Moment wirkt es auf mich als hätte er zwei Gesichter. Zwei Gesichter, die sich aber meilenweit voneinander unterscheiden und das passt in meinem Kopf nicht so richtig zusammen.
Außerdem tappe ich noch ziemlich im Dunkeln und habe noch keine richtige Ahnung worauf das Buch hinauslaufen wird. Das macht mir das Dranbleiben auch nicht so leicht.

Mittendrin Mittwoch 14

Dungeons & Workouts – Vom Lauch mit Bauch zum Held von Welt von Gino Singh und anderen

Obwohl du dich nicht erinnern kannst, auch nur einen einzigen Schlag gelandet zu haben, liegt Bo letztlich besinnungslos am Boden, der Alkohol scheint sein Übriges getan zu haben. Da sie dir all ihre Antworten bereits gegeben hat und dich nun nicht mehr aufhält, setzt du deine Reise fort. Raus aus der Schnenke und auf in Richtung Sumpf. (S. 74)

Das Buch ist echt witzig und total klasse gestaltet. Es wirbt mit “Das ultimative Training für jeden Gamer” und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das so ist.
Es ist eine Art Pen&Paper Rollenspiel bei dem man durch verschiedene sportliche Übungen hochleveln kann. Jede Übung lässt einen zwei Level aufsteigen. Am Ende eines Abschnitts trifft man sogar auf einen Endgegner und muss diesen besiegen. Das Tolle dabei ist, man kann so lange dafür üben, wie man möchte – entscheidet man sich aber dazu wirklich gegen diesen Endgegner anzutreten, dann muss man das Workout in einer vorgegebenen Zeit absolvieren.
Das Trainieren macht so Spaß und fordert einen gleichzeitig auch ziemlich.

Was lest ihr so zur Zeit und habt ihr Tipps gegen eine Leseflaute?

[Mittendrin Mittwoch] #13–Travail Online (Seelenbewahrer 1)

“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke. Heute schreibt – trotz Sommerpause – Mephisztoe.

[Ihre Eltern] hatten sie schon vor einigen Monaten hier gelassen und suchten in Ländern nach Arbeit, wo die Roboter sich noch nicht durchgesetzt hatten. Zum Glück hatten sie das Haus abbezahlt, als sie noch jeden Monat ein Gehalt bekamen. Solange Coral die Grundsteuer bezahlte, hatte sie ein Heim, wo sie leben konnte. Es sei denn, dass sie sich seltsame Mini-Maschinen injizierte, die sie umbrachten. Dann hatte sie nur ein Heim, wo sie sterben konnte. (2%)

LitRPG. Habt ihr diesen Begriff schon mal gehört? Ich gebe zu, dass ich in Sachen Literatur-Genres nicht so firm bin wie in Subgenres elektronischer Musik. Aber ich lerne gerne dazu. LitRPG beschreibt Geschichten, in denen die Protagonisten den größten Teil der Zeit in virtuellen Realitäten verbringen und dort – ganz typisch eben wie in einem Rollenspiel – ihre Charakterwerte hochleveln können. Dank Brian Simons, dessen Rezensionsanfrage uns vor kurzem erreichte, weiß ich nun, dass ich bereits Bücher aus diesem Genre gelesen habe (und nicht sicher bin, ob die Autoren selbst sicher der Tatsache bewusst sind, dass es diese Bezeichnung gibt…).

Worum geht es also In Band 1 von Travail Online, Seelenbewahrer? Vereinfacht gesagt wird der Leser mit einer Welt konfrontiert, die ich wagemutig als post-industriell bezeichnen würde: Viele “normale” Jobs wurden bereits von Robotern übernommen und dadurch sind nicht wenige Menschen dazu gezwungen, zum Teil weit wegzuziehen, um irgendwo anders noch als Kellner o.ä. angestellt zu werden, wenn sie überleben wollen (in so einer Welt auf etwas umzulernen, was noch Bestand hat, scheint nicht so leicht zu sein). Im Fall von Travail Online gibt es aber auch eine Alternative: Du spielst eben Travail Online, “erwirtschaftest” darin virtuelles Geld und lässt es Dir in Deiner Landeswährung auf Dein Konto auszahlen. Also im Prinzip wie bei Second Life oder Entropia Universe.

Auf diese Art halten sich viele Menschen über Wasser und nachdem Corals Eltern aus o.g. Gründen wegziehen mussten und auch ihr eigener Job von einem Roboter besetzt wurde, steigt sie in das Spiel ein und findet sich kurzerhand in einer Gruppe anderer Spieler wieder, die mit einer mehr als seltsamen Quest beauftragt wird. Streng genommen geht es um nichts weniger als die Rettung des Spiels.

Als ich mit dem Buch anfing, fühlte ich mich an Ready Player One erinnert, da auch hier Aktivitäten im Spiel immense Auswirkungen auf das echte Leben hatten. Allerdings ist der sprachliche Stil nicht vergleichbar. In dieser Hinsicht würde ich Travail Online auf eine Stufe mit Karl Olsbergs Minecraft Büchern stellen. Und wenn auch die Handlung nicht an z.T. sehr expliziter Darstellung von zuweilen echt ekligen Details spart und dabei gleichzeitig die zwischenmenschlichen Beziehungen immer weiterentwickelt werden, kommt für mich die Charakterentwicklung in Summe doch zu kurz. Das Buch kann sich auf jeden Fall nicht mit Werken wie Erebos messen.

Trotzdem ist es ein Heidenspaß zu lesen!

Leider gibt es auch viele Rechtschreibfehler. Die trüben das Gesamtpaket aber nicht. Dafür bekommt der Leser eine gelungene Mischung aus Sarkasmus, originellen Ideen und einer – ich sag mal – Transgender Hexe, die optimaler nicht hätte auftauchen können. Smile

Ich bin gespannt auf den Rest der Geschichte und vor allem auch darauf, ob ich im Anschluss Lust darauf habe, die Fortsetzung zu lesen. Im Moment habe ich etwas über die Hälfte durch und alles weitere berichte ich dann in der Rezension!

[Mittendrin Mittwoch] #12–Falsche Tränen

“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke.

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Ich laufe durch die Straßen auf der Suche nach Pearl. Der Weg führt mich durch die Gegend, in der die Supervillen der Superreichen stehen, bis zu den kleineren, spießigeren Häusern, von denen manche kaum mehr als eine Bruchbude sind. (S. 125)

Hach ja, dieses Buch… Nachdem ich es bei den Neuerscheinungen im Juni entdeckt hatte, wollte ich es unbedingt lesen. Dann habe ich eine Leserunde auf Lovelybooks dazu entdeckt, mich beworben und tatsächlich Glück gehabt! Ja und dann kam und kam das Buch hier nicht an. Ich schon leicht genervt und traurig, weil einer nach dem Anderen die Leserunde abschloss und das Buch fertig gelesen hatte und meins war noch nicht mal da.
Verlag per Mail angeschrieben – keine Reaktion. Verlag auf LB angeschrieben – verzögerte Reaktion und dann kam endlich das Buch! Es wurde an die falsche Adresse geschickt…tja und dann kam es nochmal. Da hat sich wohl was überschnitten und jetzt besitze ich das Buch zwei Mal.
Ich habe beim Verlag nachgefragt und darf eins der Exemplare an euch verlosen. Yay!

Der Klappentext des Buches klingt mega spannend und interessant und auf dem Cover steht auch eindeutig Thriller drauf. Nur leider habe ich noch keinen Thriller beim Lesen gefunden.
Das Buch ist bisher schon interessant und auch mysteriös, aber von einem Thriller, meiner Meinung nach, weit entfernt.
Ich muss in meinem Kopf nun umstellen und keinen Thriller mehr erwarten, ansonsten könnte sich meine Erwartungshaltung negativ auf die Bewertung auswirken. Ich hoffe, ich schaffe diesen Sprung, denn noch sperrt sich mein Kopf leicht dagegen. Kennt ihr sowas auch?
Ich bin auf jeden Fall sehr auf die Auflösung gespannt, denn noch habe ich keinerlei Ahnung auf was das Ganze hinauslaufen wird.

Was lest ihr zur Zeit?

[Mittendrin Mittwoch] #10


“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke. Heute schreibt mal wieder Mephisztoe. Smile

Lieber Cornelius, ich bin erfreut, dir mitteilen zu können, dass wir ihn gefunden haben! Die Spione, die wir ausgesendet hatten, kamen gestern mit der Kunde zurück, dass ein gewisser Karl Frisch die Angriffe auf unser Eigentum befiehlt. Er besitzt Minen in Europa, Afrika, Südamerika, Australien und auch in Asien. Die Golems, die die Spione sehen konnten, gehorchten allerdings nicht seinen Befehlen. Meine Leute hörten seine Arbeiter darüber sprechen, dass diese Ungeheuer etwas besitzen, dass sie ›künstliche Intelligenz‹ nannten. Ich denke, uns steht einiges bevor und hoffe, wir können uns so bald wie möglich treffen.
Viele Grüße, dein Maximilian. (8%)

Vor kurzem hat uns die Anfrage einer jungen Autorin erreicht, die über eine Crowd-Funding Aktion den Druck ihrer Romane finanzieren möchte. Ganz genau geht es um eine Reihe, die voraussichtlich aus vier Bänden bestehen wird: Stadt der Tiefe. Der erste Band mit dem Titel “Der Hüter” hat bereits ein professionell gestaltetes Cover und darüber hinaus das Lektorat passiert. Ich lese zurzeit die Ebook Version, die mir die Autorin – Jasmin Jülicher – zur Verfügung gestellt hat.
Das Genre beschreibt sie selbst als Steampunk (Fantasy) – Krimi. Von daher hat sie bei mir natürlich offene Türen eingerannt. Wie ihr wisst, bin ich seit neuestem ein Fan dieses Subgenres. Smile
Und in der Tat: Genau wie bei “Drudír” beginnt “Der Hüter” direkt mit einem Mord. Was daraufhin allerdings folgt, ist ein Stakkato an Zeitsprüngen, die dem Leser zügig eine recht umfangreiche Vorgeschichte in sehr kurzer Zeit vermitteln soll. Mir war das zu hektisch. Der Steampunk-Aspekt dieses Romans entsteht zum einen durch die Zeitlinie, die sich über die erste industrielle Revolution erstreckt und die Tatsache, dass Maschinenwesen erschaffen werden, die – Golems genannt – den Menschen bei harter Arbeit als Unterstützung dienen sollen, deren Einsatzszenarien sich aber schnell wandeln. Es kommt wie es kommen muss und schon ist die Vorgeschichte um und ein harter Kern der Menschheit hat sich in eine künstlich erschaffene Welt unter Wasser zurückgezogen – um zu überleben.
Ich habe bisher etwas über die Hälfte des Buches gelesen und bin hin- und hergerissen. Oft wirken einzelne Passagen auf mich uninspiriert und teilweise schon fast naiv. Auch kommt es zuweilen vor, dass die Handlung entweder stark gerafft ist oder sich fast schon wie “Abkürzungen” anfühlen. Das lässt sich am ehesten mit Thumbwars vergleichen, der Parodie auf Starwars, in der eine Filmsequenz, bei der Rettung von Prinzessin Leia aus dem Todesstern und die anschließende Flucht über eine halbe Stunde dauert und in Thumbwars gekürzt ist auf einen Satz von Prinzessin Leia: “I escaped somehow. Let’s go.”. In einer Parodie ist das witzig. In “Der Hüter” stört es mich oft.
Während die Handlung somit oft plump auf mich wirkt, gestaltet sich der Krimi-Anteil indes sehr blumig. Und wenn ich blumig sage, meine ich die verbalisierte, sehr explizite Darstellung von Gewaltakten, die es für den Hüter aufzuklären gilt. Was auf der einen Seite ganz interessant ist: Die Handlung spielt im späten 19. Jahrhundert und erlaubt es somit, bekannte Charaktere, die just in dieser Zeit gelebt haben, zusammenzuführen. Ich will an dieser Stelle nicht spoilern, aber ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob die Menschen, um die es zuweilen geht, wirklich zur gleichen Zeit gelebt haben – und ja: Haben sie. Das finde ich cool! Gleichzeitig erscheint der rote Faden, der die Geschichte zusammenhält aber auch oft etwas konstruiert.
Kurzum: Das Steampunk Element kommt nicht so authentisch zur Wirkung, wie ich es in Drudír erlebt habe und die Geschichte – trotz dass sie im Kern kaum vorhersehbar ist – wirkt weit weniger komplex. Allerdings fällt es mir auch schwer, nach einem Roman wie “Drudír” nicht automatisch permanent Vergleiche zu ziehen, was dem Buch “Der Hüter” gegenüber sicherlich unfair ist. Von daher ist mir bewusst, dass ich sehr viel kritisiere – dennoch bin ich auf die Auflösung gespannt und habe zugleich das Gefühl, dass der Schreibstil ab circa der Hälfte des Buches sich langsam verändert. Nicht lachen: Es macht den Anschein, als hätte die Autorin ein wenig gebraucht, um sich einzugrooven. Smile
In diesem Sinne: Macht euch doch selbst ein Bild davon. Auf der Crowd-Funding Seite findet ihr dafür eine Leseprobe.
Wie geht euch das mit Romanen, die aus einem ähnlichen (Sub-) Genre stammen und die ihr kurz hintereinander lest? Fällt es euch auch schwer, sie voneinander zu trennen? Ich habe – nachdem ich mit Begeisterung “Der Dunkle Turm” von Stephen King Band 1 – 7 gelesen habe, ein oder zwei Bücher von Frank Schätzing und Romane von u.a. Marc Elsberg gelesen… und dann Band 4.1 aus der Dunklen-Turm-Saga, die im Nachhinein veröffentlicht wurde. Eine Katastrophe. Sprachlich ist King im Vergleich zu den anderen genannten Autoren wie die Titelseite der Bild-Zeitung im Vergleich zum Feuilleton der Zeit… das versaut einem alles. Smile

[Mittendrin Mittwoch] #8

“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke.

“Tachchen auch”, quäckelte Punkt-um, als Lea am nächsten Morgen das Tuch von seinem Käfig herunterzog.
”Guten Morgen, Süße”, erwiderte sie gähnend, obwohl es ja eigentlich Süßer hätte heißem müssen.

Die Doppelkekse sind wieder da! Smile Band 1 habe ich vor einiger Zeit regelrecht verschlungen und nun ist auch endlich Band 2 der süßen Reihe von Patricia Schröder um die beiden Zwillinge Lea und Lucie erschienen.
Leider kann ich euch zu diesem Buch kein Cover zeigen, da ich so schnell die Erlaubnis des Verlages nicht einholen kann, aber es ähnelt sehr dem vom ersten Band. Wer also neugierig ist, der kann sich das Cover hier angucken: KLICK!

Ich habe heute erst mit dem Lesen begonnen und bin daher noch nicht so weit. Aber es fängt genau wie in Band 1 wieder sehr witzig und ohne große Umschweife an und ich freue mich schon sehr auf’s Weiterlesen.
Patricia Schröder hat einfach einen ganz tollen Humor und schreibt tolle Kinderbücher. Wer also Lust auf eine süße und witzige Zwillingsgeschichte hat, der sollte sich die Doppelkekse unbedingt mal anschauen.

[Mittendrin Mittwoch] #7

“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke.

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Plötzlich begann Franck Muselier zu frösteln, also ließ er seine Bierdosen auf den Fliesen stehen und ging ins Haus.
Das Wohnzimmer entsprach dem Bild seines Besitzers – verschlissen, altersschwach, erbärmlich. (S. 235)

Dies ist mein erstes Buch von Musso. Ich habe bereits viele von ihm bzw. seinen Büchern schwärmen hören und war schon immer mal neugierig auf ein Buch von ihm.
Bei “Das Mädchen aus Brooklyn” hatte ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks Glück.

Bisher gefällt mir das Buch recht gut und ich habe noch keinerlei Ahnung wie die ganze Geschichte aufgelöst wird. Was wirklich gut ist, denn häufig bekomme ich schon ziemlich früh eine Ahnung und oft wird das Buch dann langweilig.
Ich weiß gar nicht genau wieso, aber ich komme nicht so richtig gut voran mit dem Buch. Obwohl es sich echt gut liest, schaffe ich nicht viel am Stück zu lesen. Es ist auch nicht so, als müsste ich mich zu sehr konzentrieren. Ich habe keinen Schimmer, warum ich nicht wirklich vorankomme.

An diejenigen, die schon mehrere Bücher von Musso gelesen haben – wirft er in jedem Buch so großzügig mit Straßen- und Ortsnamen um sich? Ich überlese die französischen Straßennamen gerne mal, da sie mir eh nichts sagen und ich sie auch nicht aussprechen kann. *lach*

Welches Buch lest ihr zur Zeit?

[Mittendrin Mittwoch] #6

“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke.

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Es war der 26. Mai, als ich den Brief bekam. Es war einer dieser Tage, die sich nicht entscheiden können, ob sie der Sonne eine Chance geben wollen. Es war der Tag, der mein Leben auf den Kopf stellte. (S. 7)

Da ich das Buch gestern Abend beendet habe, gibt es für euch die ersten Zeilen aus dem Buch, was auch ganz gut ist, denn was dieses Buch angeht kann man relativ schnell spoilern. Das wird noch interessant werden, wenn ich versuche dazu meine Rezension zu schreiben.

Das Buch lässt sich unheimlich schnell lesen und ist ein wahrer Pageturner. Allerdings hat es mich auch ordentlich verwirrt. Ich verrate euch aber noch nicht wieso, das folgt dann in meiner Rezi.
Insgesamt hat das Buch mir eigentlich sehr gut gefallen, ich hätte mir nur mehr Tiefe für dieses doch recht komplexe Thema gewünscht. Mir ist es irgendwie zu sehr an der Oberfläche geblieben.
Ich bin echt zwiegespalten und weiß noch nicht so recht wie viele Sterne ich dem Buch geben soll. Ich muss noch eine Weile darüber nachdenken und mich dann an die Rezension zu dem Buch machen.

Kennt ihr auch solche Bücher, die euch so zwiegespalten zurückgelassen haben?

[Mittendrin Mittwoch] #5


“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke. Ach und obacht: Es wird wild. Heute schreibt Mephisztoe und es geht um nichts weniger als intelligente, digitale Hummer im Cyberspace (echt, ich könnt mich wegschmeißen, während ich das hier schreibe,… aber lest selbst).
Accelerando

In der Ferne vernimmt die Katze die kollektive Intelligenz der Hummer, ein Singen im leeren Raum, ein Lebenszeichen über große Distanzen hinweg, das von der Heimstätte der Hummer, einem Kometen, quer durchs All dringt. Unterwegs zu einer Begegnung in der Eiseskälte jenseits des Neptun, treibt der Komet still durch den Asteroidengürtel. Die Hummer singen von Entwurzelung und Alterungsprozess, von einer Intelligenz, die zu langsam arbeitet und zu schwach ist, um mit dem schrecklich schnellen Wandel mitzuhalten, der wie ein Sandstrahlgebläse über die Welt der Menschen hinweggefegt ist. (Pos. 2.428, 26%)

Na, wie klingt das für euch? Fremdartig? Seltsam? Nach Science Fiction? Wisst ihr, an diesem Buch sind gleich mehrere Dinge besonders. Fangen wir damit an, dass ich es zunächst nicht kapiert hatte und – um der Fairness genüge zu tun – ich den oben stehenden Text aus dem Grund dafür auf englisch hätte zitieren sollen. Ich habe Accelerando bereits vor Jahren auf einen Tipp hin begonnen. Allerdings im Original. Und als auf einmal von “Lobstern” die Rede war, die ins Internet hochgeladen wurden und versuchen dem Protagonisten Manfred Macx zu erklären, sie seien nun auf der Flucht, dachte ich, ich müsste irgendetwas überlesen haben. Hummer? Echt jetzt? Gleichzeitig strotzt das Buch nur so vor Neologismen. Und das auch noch auf englisch. Das war’s. So etwas passiert selten, aber ich habe aufgegeben.
Solange, bis ich vor kurzem einen zweiten Anlauf wagte. Diesmal auf deutsch. Und soll ich euch mal was sagen? Es werden wirklich Hummer “digitalisiert” – Neuron für Neuron – und ins Internet hochgeladen. Und Macx ist ein Anhänger der Singularitäts-Theorie. Allein diese hier zu erklären, würde sich in etwa so skurril anhören, wie die Story in Accelerando. Nur so viel: Die Idee hinter der technischen Singularität ist das Ereignis, das den Moment beschreibt, in dem eine Maschine konstruiert wird, die nicht nur schlauer ist als der Mensch sondern dazu noch in der Lage, die nächste Version zu entwickeln, die noch schlauer ist als sie selbst. Man sagt, dabei würde es sich um die letzte Erfindung der Menschheit handeln und dass sich die (technische) Evolution von da an exponentiell beschleunigen wird. Schätze, daher kommt auch der Titel des Romans von Charles Stross.
Wer sich dafür interessiert, oder einfach mal reinschnuppern möchte in ein Thema, das oberflächlich betrachtet verrückt oder nach sektentauglichem Stoff klingt, schaut sich bei Wikipedia mal nach Begriffen um wie Singularität, Posthumanismus und Transhumanismus.
Was das Buch betrifft: Es gibt nicht viele Bücher, die sich diesem Thema romanseitig nähern. Das war es, was mich an Accelerando gereizt hat. Damals wie heute. Nebenbei: Es ist bereits 2005 erschienen. Und das führt mich zu einem weiteren besonderen Punkt: In Anbetracht der Tatsache, das Wissenschaftler und Neuro-Informatiker weltweit an Technologien arbeiten, die bereits jetzt in der Lage sind, die Gehirne von Kakerlaken und Mäuse zu simulieren, und an künstlichen Intelligenzen, die in über 98% aller Fälle die Abschlusstests von Viertklässlern bestehen und somit von ihrer intellektuellen Kompetenz her gleichauf sind mit Zehnjährigen, ist das Anfangsszenario aus Accelerando gar nicht mehr so weit entfernt. Allerdings existierte 2005 das dazu passende Vokabular noch nicht – also finden sich in dem Buch allerlei skurrile Wortneuschöpfungen, die es dann und wann anstrengend zu lesen machen. Selbst auf deutsch.
Inzwischen habe ich mehr als ein Viertel gelesen und dabei festgestellt, dass es nicht nur um den neuro-informatischen Aspekt geht, sondern auch um eine Reformation der Marktwirtschaft. In Accelerando stecken wirklich extreme und in Teilen spannende Ideen. Das beginnt bei Fragen nach der Identität (rechtlich gesehen), geht über die Behandlung von Urheberrechten bis hin zur Frage, ob den digitalen Hummern Persönlichkeitsrechte zugesprochen werden sollten und sie damit den Status regulärer Bürger verpasst bekämen. Und wozu der Stunt? Nun, soweit wie ich es verstanden habe, scheint sich das Buch sogar in eine Richtung zu entwickeln, in der das Treffen auf außerirdisches Leben nicht allzu weit hergeholt zu sein scheint. Und was, wenn diese nicht als Personen anerkannt würden, nur weil sie beispielsweise bereits den Punkt einer Singularität in ihrer Entwicklung hinter sich haben und damit nicht unbedingt im klassischen Sinne biologisch leben? Dann hätten wir hier wohl ein Problem…. und das nicht nur, weil sich Schwierigkeiten bei der Frage nach Rechteinhabern hinsichtlich der Vermarktung außerirdischer Musik ergäben.
Und so kämpfe ich mich weiter durch das Buch und bemerke dabei immer wieder, dass ich einige Dinge selbst neu überdenken muss, wenn ich mit den Ideen von Charles Stross mithalten will. Oh, und habe ich erwähnt, dass Charles das Buch als Ebook in verschiedenen Formaten in Abstimmung mit seinem Publisher auf seinem Blog kostenlos als (englischen) Download anbietet?
Aber natürlich interessiert mich auch, was ihr zurzeit lest und wie es euch gefällt. Ich freue mich über eure Kommentare!

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