Worum geht es?

Wie spricht Dich der folgende Klappentext an:

Manchmal wirken Menschen um uns herum irrational, kompliziert und unberechenbar, sind es oft jedoch gar nicht. Sie sind einfach anders “programmiert”! Erziehung, Erfahrung und Umfeld prägen uns von Kindesbeinen an und bilden unseren individuellen Persönlichkeits-Code, den Kern unseres Charakters. Diese unbewussten Programme steuern, wie wir denken, reden und uns verhalten. Wer diese kennt, sieht nicht nur sich selbst in neuem Licht, sondern versteht auch besser, wie andere ticken und wie man am besten zu ihnen durchdringt.

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Ganz ehrlich? Zunächst einmal klingt das nach einem Modell, das alltägliche Beobachtungen erklärbar macht und insofern für jeden interessant sein dürfte. Also steigen wir direkt einmal ein in dieses spannende Fachbuch!

Vorwort

Mit dem Untertitel “Besser überzeugen, motivieren und führen” spricht das Buch eine bestimmte Zielgruppe an, obwohl ich selbst der Meinung bin, dass auch außerhalb des Vertriebs oder jeglicher Leitungs-Positionen in dem Buch eine Menge alltagstaugliche Informationen stecken, die für alle Leser*innen spannend sein dürften. Und dann steht da noch: “Die 10 Programme, die jeden Menschen steuern”. Mein Gehirn wird durch so eine Formulierung direkt getriggert und reagiert mit Fragen. Warum 10 Programme? Sind es wirklich genau 10? Warum nicht mehr? Warum nicht weniger? Sind es wirklich “Programme”, die Menschen steuern? Und wirklich jeden? Gibt es Menschen auf der Welt, bei denen das nicht so ist? Und falls auch nur eine dieser Überlegungen auch bei Dir stattfindet: Streich diese. Fürs erste.

Und bevor ich in den Inhalt des Fachbuches einsteige, gibt es noch einen Disclaimer vorweg: Ich kenne sowohl Ulrich, wie auch Youri persönlich. Deren Lebensläufe kannst Du im Internet recherchieren, aber soviel sei gesagt: Ulrich gibt in seinem Unternehmen Mindvisory regelmäßig NLP-Seminare. Vor einigen Jahren habe ich selbst sowohl das NLP Practitioner Seminar, wie auch im Anschluss das Master Seminar bei ihm besucht und in diesen Seminaren auch Youri als einen weiteren Teilnehmer kennengelernt. Heute ist Youri auch als Trainer bei Mindvisory tätig und mit diesem Buch haben sie ein Werk veröffentlicht, dessen Inhalt (in anderer Form) auch Bestandteil der Seminare ist. Das Buch habe ich auf Anfrage von Ulrich kostenfrei bekommen.

Meine Gedanken zum Buch

Es geht natürlich um sog. Metaprogramme. Diese haben Einfluss auf unser Verhalten in unterschiedlichen Situationen. Sie zu verstehen ist also nicht nur essentiell, um unser eigenes Verhalten besser steuern zu können, sondern auch, um andere Menschen besser zu verstehen. Ulrich und Youri konzentrieren sich dabei auf genau die 10 Metaprogramme, die nachgewiesenermaßen mit den stärksten Einfluss auf alltägliche und berufliche Situationen haben.

Falls Du noch nie etwas von Metaprogrammen gehört hast, klingt das für Dich vielleicht noch etwas befremdlich. Und obwohl ich hier über das Buch sprechen möchte und weniger das Buch wiedergeben, nehme ich ein Beispiel heraus, um es für Dich greifbarer zu machen.

Beispiel: Detail vs. Global

Es gibt Menschen, die denken und reden in vielen Details. Sie schmücken aus, verwenden blumige Adjektive und lassen nicht nur keine Winzigkeiten aus, sie pusten sie sogar auf eine Weise auf, dass sie mindestens genauso wichtig erscheinen wie der Rest – um den es eigentlich geht. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die beschränken ihren Fokus auf das Wesentliche. Ihnen fällt es leicht, für komplexe Themen von ganz allein die geringste Anzahl notwendiger Wörter zu finden, mit denen sich der Sachverhalt noch immer glasklar umreißen lässt. Vielleicht findest Du Dich auf der einen oder anderen Seite grundsätzlich wieder; in jedem Fall wirst Du allein schon durch diese Beschreibungen eine Idee davon haben, auf welcher Seite ich angesiedelt bin.

An dieser Stelle ist es bereits wichtig zu verstehen, dass diese Aufteilung in zwei Seiten (und alle Abstufungen dazwischen) keine Aufteilung in gut und schlecht ist, positiv und negativ. Genau genommen steckt da überhaupt keine Bewertung drin. Denn Metaprogramme sind nur genau das: Erklärungsmodelle für Verhaltensmuster. Und diese können in unterschiedlichen Kontexten mal sinnvoll, mal weniger sinnvoll sein. Der Mehrwert, darüber Bescheid zu wissen, liegt darin, sich selbst und andere besser zu erkennen und dadurch sein Verhalten flexibel anpassen zu können.

Jemand der primär “Global” denkt, wäre vermutlich kein sehr lesenswerter Romanautor. Und jemand der primär in “Details” denkt könnte sich möglicherweise als Führungskraft in einem DAX-Konzern verzetteln.

Aufbau des Buches

Um diese Erkenntnisse möglichst entspannt an die Leser*innen weiterzugeben, Gibt es auf den ersten etwa 40 Seiten des Buches eine Einführung in einige Begrifflichkeiten, ethische Fragen und Kommunikationsstrategien. Danach aber steigt es direkt mit dem ersten Programm ein. Die Struktur ist dabei für jedes der 10 Metaprogramme identisch:

  • Das Programm auf den Punkt gebracht
  • So erkennen Sie das Programm
  • Praxistipps
  • Zusammenfassung

Was mir sehr gefallen hat: Nachdem Dir das erste Programm vorgestellt wurde und Du somit eine gute Vorstellung davon gewonnen hast, was Dich im weiteren Verlauf des Buches erwartet, gibt es im Anschluss noch einen kleinen Disclaimer: “Fünf Spielregeln im Umgang mit Programmen”.

Denn das reine Wissen über den Aufbau der Programme ist noch nicht allein entscheidend. Entscheidend ist, dass Du ein übergeordnetes Verständnis zum Umgang mit ihnen erwirbst – und Ulrich und Youri nutzen diese Gelegenheit, um darauf einzugehen.

Im Anschluss an die 10 Metaprogramme zeigt sich zusätzlich die Besonderheit dieses Buches im Vergleich zu einigen Quellen im Internet, die sich auch mit diesen und ähnlichen Themen beschäftigen: Ulrich und Youri gehen auf besondere Kombinationen von Metaprogrammen ein, die im Zusammenspiel interessante Auswirkungen haben können.

Den Abschluss bieten noch einige Seiten, auf denen über idealtypische Kombinationen für den Verkauf, die Führung, Selbstständigkeit oder Lehrtätigkeit gesprochen wird, sowie Möglichkeiten, den verschiedenen Metaprogrammen sprachlich begegnen zu können. Was das bedeutet? Nun, beispielsweise könntest Du nach Lesen des Buches eine sehr gute Idee davon entwickelt haben, welche Metaprogramm-Ausprägungen besonders passend für einen Arbeitsplatz in Deiner Firma sein könnten. Auf diesen Seiten findest Du u.a. ein Beispiele für Stellenausschreibungen, von denen sich Menschen angesprochen fühlen, die darauf passen.

Apropos Sprache

Was mir beim Lesen des Buches immer wieder aufgefallen ist, ist der oft sehr ungewöhnliche Umgang mit der Sprache. Grundsätzlich sehr gehoben, kommen doch immer wieder Ausdrücke und Redewendungen zum Einsatz, die ich in einem Fachbuch nicht unbedingt erwarten würde. Ich war mir beim Lesen oft nicht sicher, ob ich mich daran stoßen soll, oder einfach nur schmunzeln.

Das beginnt gleich in der Einleitung zu Beginn des Buches mit Formulierungen wie “Jeder Mensch kommt mit einer wunderbar formbaren Zellmasse zwischen seinen Ohren zur Welt.”. Oder es wird von Grüblern und Zauderern gesprochen. Und von Dampfplauderern und Korinthenkackern. Ich habe eine sehr genaue Vorstellung davon, welchem der beiden Autoren diese Formulierungen zugeordnet werden können…

Die Beispiele in den einzelnen Kapiteln sind sehr ausführlich und die Autoren haben sie dergestalt konstruiert, dass die entsprechenden Metaprogramme deutlich hervortreten. Für mich wirken sie deshalb nicht selten etwas “steril”, obwohl Ulrich und Youri sich viel Mühe gegeben haben, sie besonders plastisch und mit Wiedererkennungswert zu gestalten. Insgesamt bin ich der Meinung, dass Ihnen das aber gelungen ist und den meisten Leser*innen helfen wird, einen leichten Zugang zu den Metaprogrammen zu finden.

Fazit

Falls Du Dich bereits mit dem Thema NLP beschäftigt hast und Dir Metaprogramme etwas sagen, könnte es sein, dass Du die ganze Zeit schon überlegst, ob Dir das Buch irgendwie bekannt vorkommt. Mir ging es auf jeden Fall so und ich hatte sehr schnell ein anderes Werk vor Augen, das ich schon seit ein paar Jahren besitze: “Wort sei Dank” von Shelle Rose Charvet. Das Buch ist vom Umfang her vergleichbar und geht auf praktisch die gleichen Metaprogramme ein, betrachtet diese aber ausführlicher mit mehr integrierten Anwendungshinweisen. Während Shelle ihr Buch zudem aus der Ich-Perspektive schreibt, konzentriert sie sich darüber hinaus auch sehr auf das sog. LAB Profil (Language and Behavior), das den Leser*innen ein geeignetes Werkzeug an die Hand gibt, um bspw. in Bewerbungsgesprächen einfacher die Programme in Kandidat*innen erkennen, und noch bessere Profile für zu besetzende Positionen zusammenstellen zu können. Damit ist der Fokus von “Wort sei Dank” insgesamt ein leicht anderer als der vom “Persönlichkeits-Code”. Sehr gefallen hat es mir daher auch, dass Ulrich und Youri in ihrem Buch auch auf das Werk von Shelle verweisen. Mein Tipp wäre daher: Kauf Dir beide Bücher, denn sie ergänzen sich hervorragend. Das kommt auch nicht von ungefähr, dann Youri gilt als einer der wenigen LAB-Profile Trainer in Deutschland, und wurde persönlich von Shelle Rose Sharvet ausgebildet.

Und ganz klare Sache: Falls es Dir gefallen würde, durchgeknallte Diven, gefühlskalte Profis, selbstsichere Besserwisser und gut informierte Fähnchen im Wind besser zu verstehen, mehr Feuer unterm Hintern brauchst oder wissen möchtest, wie andere ihre Ziele fast schon magnetisch anziehen, dann ist Der Persönlichkeits-Code von Ulrich Oldehaver und Youri Keifens definitiv eine klare Kaufempfehlung von mir!


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Titel: Der Persönlichkeits-Code – Besser überzeugen, motivieren und führen
AutorIn: Ulrich Oldehaver und Youri Keifens
Verlag: Redline Verlag
Erscheinungsdatum: 22.08.2023
Format: Taschenbuch (272 Seiten) (Affiliate-Link)
ISBN: 978-3868819441
Preis: 20,00 Euro bei Amazon

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