Kategorie: Rezeptzension

[Rezeptzension] Flammkuchen “italiano” mit Lauch

DSCI1820Diese Woche haben wir richtig Glück! Wir gingen auf volles Risiko und hatten uns drei Rezepte aus der Greenbox von Tim Mälzer ausgesucht und nachdem das Schnelle Sauerkraut und auch die Knöpfle bereits richtig gut gelungen waren, versuchten wir uns heute am Flammkuchen “italiano” mit Schmand und Lauch.

Und ich muss gleich vorwegnehmen, dass das der beste Flammkuchen war, den ich je selbst gemacht habe! Zugegeben: Es war auch der erste. Smiley Traditionalisten (und vor allem: Nicht-Vegetarier aus dem Elsass) würden ihn vermutlich mit Zwiebeln und Speck belegen. Allerdings ist auch die Lauch-Variante als aromatische Alternative zum Klassiker immer mehr auf dem Vormarsch.

Zusätzlich herzhaft wird dieses Gericht durch den Parmesankäse, der feingerieben zusammen mit getrockneten Tomaten, Olivenöl, Zucker und Oregano eine herzhafte Tomatenpaste im Stil eines Pesto Rosso ergibt. Natürlich darf auf dem dünn ausgerollten Teig neben der Tomatenpaste Schmand nicht fehlen, bevor die Flammkuchen mit in Ringe geschnittenem Lauch bestreut und in den Ofen gegeben werden.

Zubereitung

Die Zubereitung war wirklich sehr einfach. Hier wird sich kaum jemand vermessen können, oder irgendetwas falsch machen. Der Text dazu ist eindeutig, das Bild dazu schaut ansprechend aus und lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Einzig die Gehzeit des Teiges ist mit zweieinhalb Stunden sehr hoch. Auch dieses Rezept der Greenbox ist nichts für Kurzentschlossene, wie wir am eigenen Leib diese Woche erleben mussten (Abends gegen 19 Uhr: “Wie wäre es mit dem Flammkuchen?”, “Gute Idee! Moment… vergiss es, der Teig allein braucht zweieinhalb Stunden…”).

Tipps

Wer nicht so gerne Lauch isst, der kann sich auch anders behelfen. Mit Schnittlauch z.B. funktioniert das Rezept auch sehr gut. Auf den Ofen sollte man allerdings sehr genau achten; im Rezept werden 5-8 Minuten angegeben. Da der Ofen aber bei höchster Temperatur laufen und der Flammkuchen auf der untersten Schiene gebacken werden soll, kann das schnell “in Flammen aufgehen”, wenn man nicht aufpasst. Smiley

Fazit

Zumeist gibt es bei den Gerichten aus der Greenbox zusätzliche Hinweise, was sich damit noch anstellen ließe. Ich habe das Gefühl, dass es auch bei diesem Rezept weitere Möglichkeiten gäbe es aufzupeppen. Auch ist mir nicht ganz klar, warum der Teig zweieinhalb Stunden gehen muss und in wie fern sich das auf das Endergebnis auswirkt. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Daher fällt mir auch nicht ein, wo ich hier Punkte abziehen könnte. Daher gibt es von mir mit fünf Tofutieren eine uneingeschränkte Empfehlung, es nachzukochen.

[Rezeptzension] Knöpfle mit getrockneten Tomaten in Knoblauch-Sahne

DSCI1816Hier ein weiteres Rezept aus der Greenbox von Tim Mälzer. Dieses Mal handelt es sich dabei um ein rustikales, aber nichts desto weniger raffiniertes Gericht, das seines Gleichen sucht.

Die Basis bilden dabei geröstete Toastbrot-Würfel, die in einen Teig aus Eiern, Mehl und Mineralwasser gegeben und zusammen mit fein gehackten, getrockneten Tomaten und Schnittlauchröllchen untergemischt werden. Abgerundet mit Muskatnuss wird diese Teigmasse dann teelöffelweise in siedendem Salzwasser gegart; fertig sind die Knöpfle.

Als nächstes werden die Knöpfle in Butter angebraten, klein gehackter Knoblauch untergemischt und abschließend mit aufgeschlagener Sahne verrührt. Salz, Pfeffer und ein Spritzer Zitronensaft geben dem Gericht noch einen finalen Kick.

Zur Zubereitung

Wer bei Formulierungen wie z.B. “Vom Teig mithilfe eines Teelöffels kleine Nocken abstechen und mit dem Daumen über den Löffelrand direkt ins kochende Wasser geben.” denkt, dass die Zubereitung nichts für Anfänger sei, der irrt. Tatsächlich gehört dieses Rezept zu einem der einfacheren in der Greenbox und ist in ca. einer halben Stunde auch schnell zubereitet.

Nicht unüblich für die Greenbox wartet auch dieses Rezept mit möglichen Varianten auf, die wir definitiv noch ausprobieren werden. So wird beispielsweise statt einer Knoblauch-Sahne Sauce eine Variante mit Mascarpone und Gorgonzola beschrieben, oder der Tipp gegeben, die Knöpfle mit Käse zu überbacken und zu Endiviensalat zu servieren. Klingt das nicht lecker?

Tipps

Das Gericht lässt sich zügig zubereiten, wenn der Topf mit dem Wasser bereits während der Herstellung des Teigs die Chance bekommt, sich auf dem Herd zu erhitzen. Wichtig ist es auch, den Knoblauch tatsächlich erst etwas später in die Pfanne zu geben, da sonst die Gefahr besteht, dass er verbrennt und dadurch eher bitter schmeckt. Im Rezept steht darüber hinaus, dass nach dem Abschmecken zügig serviert werden sollte. Da ansonsten die Sahne sehr schnell eindickt und so weder optisch noch geschmacklich viel davon übrig bleibt, sollte man das beherzigen. Smiley

Fazit

Nachdem wir das Rezept schon ein paar Mal nachgekocht haben, zeigt die Erfahrung, dass es passieren kann, dass die Knöpfle mitunter etwas – mir fällt kein besseres Wort ein – glibschig sind bei den ersten Versuchen. Ordentliches Abtropfen, gewissenhaftes Anbraten und zügiges Servieren helfen dabei, eine wundervolle Konsistenz sicherzustellen und aus diesem Rezept ein herrlich aromatisches Gericht zu zaubern. Das Rezept arbeitet in den Zubereitungshinweisen mit Referenzen zu verschiedenen Bildern, um die Verarbeitungsschritte einfacher zu beschreiben. Klasse! Leider fällt aber auch auf, dass beispielsweise der Hinweis, die Toastbrotwürfel in den Teig zu geben, vollkommen fehlt. Ein unbedarfter Hobbykoch könnte darüber stolpern. Das ist definitiv etwas für die zweite Auflage.

Aus diesem Grund gibt es ein halbes Tofutier Abzug in der B-Note und damit in Summe eine uneingeschränkte Empfehlung, dieses Rezept nachzukochen!

[Rezeptzension] Schnelles Sauerkraut mit Trauben und Walnüssen

DSCI1814Bezeichnend, dass das erste Buch, das ich jemals vorbestellt habe, ein Kochbuch war. Aber als Tim Mälzer ankündigte, ein Kochbuch mit ausschließlich vegetarischen Rezepten zu veröffentlichen, war ich sofort Feuer und Flamme. Mittlerweile haben wir aus Mälzers Greenbox schon mehrere Rezepte ausprobiert. Und damit dieser Post nicht zu einer Rezension der Greenbox wird, geht es ab jetzt nur noch um dieses eine Rezept. Smiley

Die Basics

Das Foto dieses Rezeptes schaut herrlich lecker aus. Sauerkraut, rote und weiße Trauben, Walnüsse und einige Kräuter. Toll auch der Tipp, das Rezept als Hauptgericht einzusetzen – z.B. mit Spätzle. Für die Wochenplanung reichte das aus, um es auf den Plan zu setzen. Erst beim Studium der Zutaten und der Zubereitungshinweise wurde klar: “Schnell” ist ein Adjektiv, dessen Bedeutung eindeutig im Auge des Betrachters liegt. Gleichzeitig macht die Bedeutung, die Tim Mälzer dem Wort “schnell” beimisst, dieses Gericht auch zu etwas Besonderem. Das Sauerkraut wird nämlich selbst gemacht!

Außergewöhnliche Zutaten

Dazu kommt natürlich ein Weißkohl zum Einsatz. Und dann – das fand ich außergewöhnlich – Quittensaft und ein Weißweinessig. Während ich beim Einkaufen zunächst noch froh war, dass Mälzer als Alternative auch geklärten Apfelsaft vorschlägt, war ich umso glücklicher, als mein örtlicher Discounter sogar (ziemlich hochpreisigenwertigen) Quittensaft im Angebot hatte.

DSCI1813Ansonsten war die Zubereitung ein Klacks. Doch bevor es dazu kam, stellte ich mit Bedauern fest, dass ich die Spätzle einzukaufen vergessen hatte. Aber unter uns: Wer macht denn auch Sauerkraut selbst und erhitzt dann Spätzle aus der Tüte? Also habe ich schnell improvisiert und konnte gefühlte drei Stunden später mein Abendbrot GENIESSEN. Und ja, das kann groß geschrieben werden!

Sehr gut fand ich an dem Rezept die Hinweise, welche Alternativen zum Einsatz kommen können. Beispielsweise – wie schon geschrieben – Apfel- statt Quittensaft, oder auch Weißweinessig statt Reisessig. Verwirrend war es aber auch, dass in der Liste der Zutaten heißt: “200 g blaue und weiße kernlose Weintrauben”. Sind nun jeweils 200 g gemeint, oder zusammen? Auch gefiel mir der Hinweis darauf, das Gericht sowohl als Beilage passt, wie auch als Hauptgericht.

Fazit

Die Zutaten sind perfekt aufeinander abgestimmt, die Säure des selbstgemachten Sauerkrauts und die fruchtige Süße der Trauben harmonieren ganz wundervoll mit den Nüssen und passen hervorragend zu den Spätzle. Ein durch und durch leckeres Gericht. Dafür gibt es von mir eine uneingeschränkte Empfehlung, aber auch ein halbes Tofutier Abzug, nachdem allein die Zubereitung des Sauerkrauts über zwei Stunden dauert. Das ist nichts für Kurzentschlossene.

P.S.: Ich habe mir sagen lassen, dass die Zubereitung von Sauerkraut normalerweise deutlich länger dauert. Daher ist hier an “schnell” vermutlich etwas Wahres dran. Smiley

[Rezept] Goji-Cheese?-Cake

Vor ein paar Wochen erhielten wir die Möglichkeit Goji-Beeren auszuprobieren. Nun… Gojis kannten wir bis dato nur aus einer Handcreme, die bei uns im Badezimmer herumliegt. Also machten wir uns erst einmal schlau (denn mal unter uns: wer schaut denn bitte nicht dem geschenkten Gaul erst einmal ins Maul?) und fanden dabei heraus, dass die Beeren eigentlich der Knaller sind!

Sie stecken voller wichtiger Vitamine (u.a. A, B1, B2 und C) und Mineralien (Eisen, Kupfer, Nickel, Chrom, Kalzium und Magnesium) und gehören “zu den wohl nährstoffreichsten Früchten der Erde”.

Lustig fanden wir hingegen, dass die Goji-Beere auch bekannt ist unter dem Namen “Chinesische Wolfsbeere” und (festhalten): “Gemeiner Bocksdorn”. Zumindest letzteres würde nicht unbedingt auf eine Powerbeere schließen lassen… daher haben sich wohl auch z.B. die Nährstoffexperten von nu3 dazu entschieden, sie als Goji-Beeren anzubieten. Klingt auch viel orientalischer.

Wir haben gleich nach Erhalt einige der Beeren pur probiert. Optisch gleichen sie ein wenig getrockneten Cranberries. Allerdings sind sie etwas länglicher und eher blass rot. Geschmacklich sind sie sehr ungewöhnlich und schwer zu beschreiben. Allerdings hinterlassen sie zumindest bei mir einen metallischen Nachgeschmack und sind zudem leicht bitter. Ich vermute daher, dass sie nicht jedermanns Geschmack sind.

Auf der Suche nach Rezepten, die mit Goji-Beeren arbeiten haben wir einige interessante Kreationen entdeckt, die zumeist aber einfach nur ein paar Beeren mit in eine ansonsten übersichtliche Liste weiterer Zutaten schmuggeln. Wir wollten aber etwas Außergewöhnliches ausprobieren.

Nach viel Recherche sind wir dann bei einer Idee gelandet, die wir für unsere Zwecke sowohl in Form als auch Zubereitung (inkl. der jetzt mit Gojis angereicherten Zutaten) abgewandelt haben:

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Schaut das nicht ultrakrass aus? Und ich verspreche nicht zu viel, wenn ich behaupte: So etwas habt ihr noch nicht gegessen. Lasst euch überraschen und probiert das Rezept auf jeden Fall aus!

Zutaten für den Boden

  • 1/2 Tasse rohe, abgezogene Mandeln
  • 1/2 Tasse entkernte und gehackte Datteln
  • 1/8 Tasse Bio-Kakaopulver

Zutaten für die Füllung

  • 2/3 Tasse rohe Cashew-Kerne (ca. 2 Stunden in Wasser eingelegt)
  • 1/2 Tasse Goji-Beeren
  • 1/4 Tasse Kokosnussöl
  • 1/2 Tasse Agavendicksaft
  • 1/8 Tasse frisch ausgepressten Zitronensaft
  • 1/8 Tasse Wasser
  • Die abgeriebene Schale einer unbehandelten Bio-Zitrone
  • Das Mark einer Vanilleschote
  • 1 Prise Meersalz

Optional: Servierringe mit Auslöser

Zubereitung

Für den Boden alle Zutaten in einen Mixer gegeben und solange bearbeiten, bis daraus eine leicht formbare Masse geworden ist. Eventuell müssen noch einige Datteln zusätzlich dazugegeben werden. Auf einem Teller zwei Servierringe legen und die Masse für den Boden darin so verteilen, dass er jeweils knapp 1cm hoch wird. Mit dem Auslöser den Boden gut festdrücken.

Für die Füllung ebenfalls alle Zutaten in einen Mixer geben und solange bearbeiten, bis sich eine gleichmäßige und cremige Masse ergibt. Nach Geschmack mit Agavendicksaft nachsüßen und/oder noch etwas Zitronenschale untermischen.

Die Cremefüllung in die Servierringe füllen und dann abgedeckt für mind. 5-10 Stunden in die Gefriertruhe stellen und etwa 1 Stunde vor dem Servieren wieder herausholen. Nach kurzer Zeit sollten sich die Goji-Cheese?-Cakes mit dem Auslöser vorsichtig aus den Servierringen befreien lassen.

Fazit

Ich muss zugeben, dass die Goji-Beeren (pur) nicht unbedingt meinen Geschmack treffen. Während ich mit bitteren Aromen kein Problem habe, bin ich allerdings kein Freund von Dingen, die einen metallischen Nachgeschmack bilden. Diese Note ist auch prominent genug, um in Rezepten, die mit Goji-Beeren arbeiten, deutlich herausgeschmeckt werden zu können.

Nichts desto trotz hat mir dieses Rezept sehr gefallen! Es hat gezeigt, dass auch zunächst fremdartige Zutaten einem Gesamtwerk den letzten Schliff verpassen können. Das ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass ich so etwas weder geschmacklich noch von der Art der Zubereitung jemals gegessen habe. Ich bin auf jeden Fall sicher, dass es Rohköstler begeistern würde! Und falls ich mal einen kennenlernen sollte, werde ich ihm das Rezept auf jeden Fall zum Ausprobieren geben.

Daher: Nachahmung empfohlen!

Und falls ihr selbst Rezepte ausprobiert? Was habt ihr aus den Goji-Beeren gemacht? Habt ihr einen Vorschlag, was wir vielleicht einmal ausprobieren sollten? Wir sind offen für (fast) alles…

[Rezeptzension] Silchschnitte

268794_266224733479687_1647960814_nAls ich vor einiger Zeit auf der immer wieder aufregenden Suche nach interessanten Rezepten im Internet über einen Blog stolperte, dessen Leitartikel mit dem schlichten Titel “Silchschnitte (vegane Milchschnitte)” Hoffnung auf ein leckeres Dessert versprach, wusste ich noch nicht, dass erst Monate später ein Zitat in der vierten Staffel von Big Bang Theory mich dazu veranlassen würde, endlich darüber zu schreiben:

“A moment on your lips, forever on your hips.”

Das Rezept, das hier nachgelesen werden kann, besteht aus einem biskuit-ähnlichen Teig sowie einer cremigen Füllung. Während ersteres seine intensive dunkle Farbe aus dem Kakaopulver bezieht und die tolle Fluffigkeit aus der richtigen Mischung aus Mehl, Zucker und Öl, strotzt letzteres nur so vor Fett. Das mag in der Zeit von Low-Fat, No-Fat und Zero Calories jetzt erst einmal befremdlich klingen, aber wir sprechen immerhin über eine Süßspeise, oder?

No-Muh

Da die Silchschnitte den Anspruch an sich stellt, ohne tierische Zutaten auszukommen, braucht es Alternativen, um eine cremige, an Milchschnitte erinnernde Füllung herzustellen. Natürlich bildet Sojamilch hier das Kernelement! Den Knackpunkt stellen dabei der Zitronensaft und das Sahnesteif dar. Ersteres lässt die Sojamilch gerinnen (im übrigen ein Prozess, der in ähnlicher Weise auch bei der Herstellung von Tofu eingesetzt wird), letzteres sorgt für eine gewisse… nun ja, Steifigkeit?

Tipp: Aufgrund der großen Auswahl verschiedener Sojamilch-Hersteller und -Sorten sei hiermit empfohlen, eine ungesüßte Variante zu wählen (z.B. von Alpro). Ansonsten läuft man Gefahr, bereits vom Anschauen Diabetes zu bekommen…

An dieser Stelle muss übrigens ein wenig Abstand von der Vorstellung genommen werden, mit diesem Rezept tatsächlich zum Schluss eine vegane Milchschnitte in der Hand halten zu können. Weder geschmacklich noch von der vom Originalprodukt beworbenen Leichtigkeit, ist das Ergebnis vergleichbar. Das Problem haben aber die meisten veganen Alternativen.

482117_266224726813021_1873895028_nDas klingt jetzt negativer, als es in Wirklichkeit ist. Denn dafür enthält dieses Rezept keine chemischen Keulen, um die Konsistenz und Haltbarkeit sicherzustellen. Muss es auch nicht; die Silchschnitten sind mindestens genauso schnell aufgefuttert, wie es dauert, sie herzustellen. Denn sie schmecken enorm lecker!

Im übrigen zeigt sich hier, wie stark das Branding einer Marke uns Konsumenten konditioniert. Alle Freunde und Kollegen, die meinen ersten Versuch probieren durften, haben gleich reagiert: “Ah… selbstgemachte Milchschnitten!”. Die meisten von ihnen waren sogar überzeugt davon, sie würden sehr ähnlich schmecken…

Ein folgenschwerer Irrtum

Dabei scheine ich im Nachhinein betrachtet einen ziemlichen Fehler begangen zu haben. Laut Rezept benötigt man u.a. Kokosfett. Auf die Idee, das Zeug in meinem Supermarkt des Vertrauens bei den anderen Fetten, die z.B. zum Frittieren verwendet werden, zu suchen, bin ich leider nicht gekommen. Hätte ich das getan, wäre ich vermutlich bei dem eher geschmacksneutralen Produkt “Palmin” gelandet. Stattdessen hielt ich zum Schluss ein Glas mit Kokosöl von Lien Ying in der Hand, das nicht nur doppelt so teuer ist, sondern auch doppelt so intensiv nach Kokosnuss schmeckt (die Konsistenz ist aber fast die gleiche…). Aer1th z.B. konnte mit dem karibischen Flavour eher wenig anfangen.

In Summe hätten mir bei diesem Rezept daher ein paar Hinweise gefallen, die das Gelingen besser garantieren würden. Was genau mit Kokosfett gemeint ist, macht z.B. einen großen Unterschied aus.

Außerdem halte ich es für sinnvoller, den Biskuitboden zunächst zu teilen, eine Hälfte direkt mit der Cremefüllung zu bestreichen, die zweite Hälfte des Bodens darüber zu legen und dann erst die Rechtecke mit einem scharfen Messer herauszuschneiden. Dabei sollten die Seiten des Bodens, die zuvor auf dem Backblech lagen, entsprechend nun die Außenseiten der Silchschnitten darstellen (zu kompliziert… probieren wir es mal visuell).

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Die Unterseite des Bisqkuitbodens hat keine glatte und feste Oberfläche, sondern eine eher “poröse” und luftige Struktur. Sprich: Wenn sie außen sind, lässt sich viel besser abbeißen und die Cremefüllung tritt dabei nicht so sehr die Flucht in alle vier Himmelsrichtungen an.

Fazit

Die Silchschnitten stellen in mehrerlei Hinsicht eine Alternative zu anderen bekannten Zuckerbomben dar und wer (natürlich nur aus Versehen) zu viel von der Cremefüllung gemacht hat, der kann sie auch für andere Projekte gegen den Magerwahn einsetzen (habe ich zumindest’ in den Kommentaren des o.g. Blogartikels gelesen…).

Auf jeden Fall kommen die Silchschnitten sehr gut an, schmecken wirklich lecker und sind in Summe nicht allzu schwer zuzubereiten. Dennoch gibt es Abzüge in der B-Note. Sprich: Die Dauer der Zubereitung und die etwas widerstrebende Konsistenz der Cremefüllung auf der einen Seite sowie fehlende Hinweise hinsichtlich der Zubereitung auf der anderen führen schlussletztlich zu sehr guten 3,5 Tofutieren.

[Rezeptzension] Möhrenpüree an Nuss-Tofu-Würfeln mit frischem Bohnensalat

Ist es euch aufgefallen? Das Wort Rezeptzension ist ein Neologismus. Weder Bing noch Google wissen dazu etwas zu sagen. Natürlich habt ihr es schon gemerkt… es setzt sich zusammen aus Rezept und Rezension. Ich dachte mir: “Was Aer1th kann, kann ich auch”. Nur halt mit Rezepten. Nicht mit Büchern. Smiley

Den Anfang macht ein Rezept, auf das ich durch die Zeitschrift Vegetarisch Fit gestoßen bin. Durch einen Artikel darin wurde ich auf Katharina Hink aufmerksam, die mit ihrem Rezept vom Hersteller Provamel zum Veggie-Star 2011 gekürt wurde.

Hier könnt ihr es nachlesen:

https://vebu.de/lifestyle/essen-a-trinken/rezepte/1016-moehrenpueree-an-nuss-tofu-wuerfeln-mit-frischem-bohnensalat

Das Foto machte einen viel versprechenden Eindruck. Ganz klar haben hier Food-Fotographen das Beste aus dem Gericht herausgeholt, wenn ich auch der Meinung bin, dass bei der Mischung von Kartoffeln und Karotten das Püree auf dem Bild ziemlich blass wirkt. Ansonsten ist es sehr hübsch angerichtet und mit dem Bohnenkraut auch sehr stilvoll dekoriert. Natürlich wurde für das Bild frisches Bohnenkraut benutzt und nicht das, was laut Rezept mit den Bohnen zusammen gekocht wurde.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die einzelnen Komponenten dieses Gerichts, Möhrenpüree, Nuss-Tofu-Würfel und Bohnensalat, einzeln beschrieben wurden. Sowohl was die Zutaten als auch die Zubereitungshinweise betrifft. Dadurch fehlt zwar das typische “[…] das Gemüse ca. 10min gar kochen. Währenddessen den Tofu […]” und der Hobbykoch muss das Timing selbst in den  Griff bekommen, aber wer das Rezept einmal ganz durchliest stellt fest: Es ist so einfach, dass es offensichtlich ist, was man wann machen muss. Was zu Beginn allerdings hilfreich gewesen wäre, wäre eine Angabe, für wie viele Personen die Zutaten bemessen sind. Ich vermute, es sind vier (ich habe die Zutaten in etwa auf die Hälfte reduziert und wir sind zu zwei gut satt geworden). Ebenfalls fehlen Nährwertangaben.

Tipps zum Panieren?

Im Rezept heißt es:

Die Tofu-Würfel zuerst in dem Mehlteig und dann in der Nusspanade wenden. In einer Pfanne das Pflanzenöl erhitzen und die Tofu-Würfel darin ausbacken.

Bei der Menge an Würfeln, die ich geschnitten hatte, stellte sich die Frage: Wie ist das gemeint? Bei einem Schnitzel z.B. ist es einfach. Aber hier? Ich habe dann den Maismehlteig mit den Tofu-Würfeln in eine Schüssel gegeben und beides mit einem Löffel vorsichtig vermengt. Ähnlich bin ich mit der Nusspanade verfahren. Dabei stellte sich allerdings heraus, dass der Mehlteig kaum an den Tofuwürfeln haften blieb. Das Problem setzte sich mit der Panade fort und endete in der Pfanne mit einem lustigen Tohuwabohu aus freien Radikalen Nusspanade und Tofuwürfeln. Letzten Endes haben dann aber doch genug Würfel Panade abbekommen.

Update: Auf der VeBu Website gibt es eine bebilderte Anleitung für die Zubereitung dieses Gerichts. Auf den Fotos läßt sich dann auch ersehen, dass der Tofu eher in größere Würfel geschnitten werden sollte und dann tatsächlich einer nach dem anderen paniert wird.

Besser müsste es dennoch funktionieren, wenn die Tofuwürfel zuvor eingemehlt würden. Da sie feucht sind, bliebe das Mehl an ihnen haften, und durch die rauhe Struktur der dann folgenden Mehloberfläche würde auch der Maismehlteig kleben bleiben. Damit gäbe es dann auch keine Probleme mehr mit der Panade und alle wären glücklich.

Gehaltvolle Zutaten und günstigere Alternativen

Während der Bohnensalat für mich ein geschmackliches Highlight war und überraschend gut zu dem Püree und dem Tofu passte, muss auf der anderen Seite wiederum fairerweise darauf hingewiesen werden, dass dieses Gericht nicht gerade günstig ist. Macadamianüsse, Pekannüsse und Cashewkerne gehören nicht unbedingt zu den Standardzutaten, die jeder im Haus hat und strapazieren zugleich doch sehr das Portemonnaie. Während sie zwar auf der einen Seite sehr lecker sind und unglaublich gehaltvoll an Proteinen, Vitaminen und anderen Nährstoffen, wäre ein Hinweis angemessen, wie sie sich auch durch günstigere Alternativen ersetzen ließen (beispielsweise durch Mandeln, Haselnüsse und Walnüsse).

Insgesamt hat dennoch alles sehr gut funktioniert, wenn ich auch glaube, dass das Rezept nichts für Anfänger ist. Durch die fehlenden Tipps, die erhöhten Anforderungen an das eigene Zeitmanagement und die eher kostspieligen Zutaten gibt es für das Rezept zwar einen Abzug in der B-Note und es bekommt in Summe daher von mir 3,5 von 5 Tofutieren, dennoch kann ich es allein schon aufgrund der leckeren und kreativen Zusammenstellung uneingeschränkt weiterempfehlen!