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Titel: Alle sieben Wellen
Autor: Daniel Glattauer
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 08. März 2011
Format: Broschur (224 Seiten)
ISBN-13: 978-3442472444
Preis: 8,99€

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Für diese Rezension setze ich den ersten Band als bekannt voraus. Also bitte nicht weiterlesen, wenn ihr “Gut gegen Nordwind” noch nicht kennt und noch lesen wollt.

Worum geht’s?
Es schien endgültig zu sein. Alle Versuche Emmis wieder mit Leo in Kontakt zu treten, scheiterten an einer automatisch generierten E-Mail, die verkündet der E-Mail Empfänger sei nicht mehr erreichbar.
Monate nach dem Leo wortlos nach Boston verschwunden ist und Emmi mit dem Systemadministrator vorlieb nehmen musste, versucht sie es mit einer letzten E-Mail – und hat Erfolg. Leo ist wieder im Lande und antwortet tatsächlich auch.

Bemüht ihre E-Mail Beziehung zu beenden (oder doch lieber zu retten) und gleichzeitig das Leben außerhalb der E-Mails in den Griff zu bekommen, stürzen sich die beiden auf neue Herausforderungen.

Meine Meinung
Muss es denn unbedingt immer eine Fortsetzung geben? Ich kenne genügend Beispiele, bei denen eine Fortsetzung dem Werk mehr geschadet hat, als alles andere.

Bei Alle sieben Wellen ist das zum Glück nicht so. Dieser zweite Band hat mir tatsächlich sogar ein bisschen besser gefallen als der erste.
Sicherlich hätte man Gut gegen Nordwind mit seinem Ende so stehen lassen können. Es wäre kein Happy End gewesen, aber garantiert ein Erlebnis und zwar eins mit dem ich mich zufriedengeben hätte – ich hätte es vielleicht sogar gut gefunden.
Aber es gibt ein Fortsetzung und das ist irgendwie auch gut so.

Im zweiten Teil der Geschichte um Emmi und Leo konnte ich mich wieder mit den beiden versöhnen. Fand ich Emmi im ersten Band noch nervig, anstrengend und unmoralisch – konnte sie es hier in diesem Buch wieder wett machen. Erwachsener, ein wenig gelassener und durchaus mit einer Moralvorstellung gesegnet, konnte sie mich wieder für sich einnehmen.

In Alle sieben Wellen ist der fade Beigeschmack, den ich im ersten Teil noch stark wahrgenommen habe, fast verschwunden. Ich konnte mich mehr auf andere Dinge konzentrieren, so z.B. den wirklich tollen Schreibstil Daniel Glattauers. Intelligent, witzig und schlagfertig, mit einer Wortwahl, die mich wirklich begeistern konnte.
Ich bin in der Tat kein Romantik-Fan und stehe eher auf Action und/oder Fantasie, aber für Glattauer würde ich mal wieder eine Ausnahme machen und mich erneut in ein Genre wagen, das nicht zu meinen bevorzugten gehört. Ich liebäugele tatsächlich bereits mit dem nächsten Buch von ihm.

Durch Alle sieben Wellen bin ich im wahrsten Sinne des Wortes durchgerauscht. Innerhalb weniger Stunden hatte ich es ausgelesen und das ist wahrlich eine Seltenheit für mich. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen – wollte unbedingt wissen wie es endet. Jetzt weiß ich es und ich bin zufrieden.

Fazit
Der zweite Band um Emmi und Leo konnte mich weitaus mehr begeistern als der erste. Empfand ich die Charaktere im ersten Teil noch als nervig und anstrengend, sind sie hier erwachsener, reifer und ein wenig bedachter geworden.
Durch diese Reifung konnte ich mich mehr auf den Schreibstil Glattauers konzentrieren und endlich die Begeisterung der vielen Rezensenten zu Band 1 teilen.
Eine außergewöhnliche und auf ihre Art auch schöne Geschichte, die nun ihren Abschluss findet und auch finden sollte.

Verdiente 4,5 von 5 Sternen.

Skala 4,5 Stern

2 comments on “[Rezension] Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer”

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