Freundschaft und Liebe – zwei zentrale Themen meines Lebens. Daher ist es vermutlich nicht sonderlich verwunderlich, dass ich mich schon recht lange mit diesen beiden Themen auch in der Bücherwelt beschäftige.
Ich liebe Bücher, in denen es um Freundschaft und deren Wichtigkeit geht und seit ein paar Jahren bin ich auch großer Fan von romantischen Büchern. Zwar bin ich immer noch die Unromantik in Person, das heißt aber schon lange nicht mehr, dass ich mich nicht auch darüber freue, wenn mein Mann etwas Romantisches macht oder ich eben etwas darüber lese.

Ich selber habe eine bestimmte Vorstellung davon, was für mich echte Freundschaft bedeutet, was alles dazu gehört und was eben auch nicht. Das Gleiche auch beim Thema “Liebe”.

Einige von euch werden die Geschichte, wie ich meinen Mann kennengelernt habe, vielleicht schon kennen, ich erzähle sie euch dennoch ganz kurz, damit ihr alle auf dem gleichen Wissenstand seid.

Es war einmal….

Vor mittlerweile fast 17 Jahren habe ich meinen Mann zum allerersten Mal in einem riesigen Raum, mit bestimmt über 100 Menschen, wahrgenommen. Er ist mir sofort aufgefallen, wie als hätte er mich magnetisch angezogen. Er, mit Cordjacke, Fliegerbrille, Oberlippenschnurrbart und Akne im Gesicht, gehörte damals so absolut nicht zu meinem “Beuteschema”, außerdem hatte ich zu dem Zeitpunkt einen Freund, der ebenfalls mit in diesem Raum war.
Dennoch konnte ich meinen Blick und meine Aufmerksamkeit nicht von diesem, doch etwas seltsam aussehenden, Mann abwenden. Ich spürte sofort, dass uns etwas Besonderes verbindet und er scheinbar auch.
Bis wir dann schließlich zusammengefunden haben und ein Paar wurden, hat es noch zweieinhalb Jahre gedauert, in denen wir eigentlich beide das selbe wollten, uns aber nicht getraut haben. Wir sind umeinander herumgeschlichen, sind extra früher zur Schule gefahren, nur um 30 Minuten mit dem anderen verbringen zu können und haben sogar ein halbes Jahr gar keinen Kontakt gehabt.
Mittlerweile sind wir 15 Jahre zusammen und neun Jahre verheiratet und ich wusste tatsächlich schon damals, dass ich irgendwann einmal seinen Nachnamen tragen werde.

Das klingt als wäre es aus einem Buch? Als hätte ich es mir nur ausgedacht? Vielleicht ein wenig kitschig? Mag alles sein – es ist jedoch die reine Wahrheit und genauso vorgefallen.

Seltener Zufall oder ist da doch mehr dran?

Ja, ich muss zugeben, dass in unserem Umfeld niemand noch so eine hollywoodreife Kennenlerngeschichte hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass Liebe, wie sie in Büchern und/oder Filmen dargestellt wird, unrealistisch und überzogen ist. Es mag zwar nicht unbedingt der Standard sein, doch wir sind das beste Beispiel dafür, dass es so etwas auch in der Realität geben kann.
Außerdem finde ich, dass Liebe in Büchern auch dafür da ist, dass man träumt, sich wohlfühlt und von einem warmen Gefühl einlullen lassen kann.
Natürlich sollen solche Lovestorys nicht zu Frust über das eigene Liebesleben führen, doch als unwahr und unrealistisch sollte man sie auch nicht abtun.
Freut euch lieber über eine schöne Liebesgeschichte, genießt den Kitsch und lasst es euch für ein paar Stunden so richtig warm ums Herz werden.

Und was ist mit der Freundschaft?

Das Thema Freundschaften, wie ich sie mir vorstelle und inwiefern meine Vorstellung der Realität entspricht, beschäftigt mich schon einen Großteil meines Lebens.
Ich gehöre zu den Menschen, die nie viele Freunde hatten und von den wenigen Freunden leider häufig auch enttäuscht wurde.
Ich musste erst lernen, was echte Freunde sind und welche Menschen in meinem (früheren) Umfeld eben nicht dazu gehören. Das war hart und hat echt wehgetan.
Ich war nie an oberflächlichen Freundschaften interessiert und bin es heute immer noch nicht. Das macht mich für Viele zu anstrengend. Das macht mir mittlerweile aber nicht mehr so viel aus. Ich brauche und möchte Menschen in meinem Leben haben, die nicht nur in den Sonnenstunden da sind, sondern auch dann, wenn es so richtig gewittert und die Kacke am dampfen ist.
Wieso ich das möchte und wieso ich so sicher bin, dass es solche Menschen und Freundschaften gibt? – Weil ich selber so ein Mensch bin. Ich gehe nicht, wenn es schwierig wird, ich kämpfe und ich bin für meine Freunde da. Ich selber bin für mich also der Beweis, dass es Freundschaft, so wie ich sie mir vorstelle tatsächlich gibt und sie nicht so unrealistisch sein kann, wie manchmal behauptet wird.
Mittlerweile habe ich auch Menschen in meinem Leben, die ebenfalls der Beweis dafür sind, dass meine Vorstellung von Freundschaft nicht utopisch ist oder eben nur in Büchern existiert.
Ich lese immer noch unfassbar gerne Bücher über richtig echte Freundschaft. Ich liebe sie einfach. Zwar werde ich beim lesen manchmal noch ziemlich wehmütig, doch das Gefühl, das in mir drin entsteht, wenn ich über solche wunderbaren Freundschaften lese, ist einfach nur unfassbar schön.

Liebe und Freundschaft in Büchern – ist es wirklich alles so überzogen und unrealistisch? Mein Fazit!

Ja, manchmal mag es tatsächlich so sein, dass die Liebesgeschichten und die Freundschaften in Büchern wirklich ein wenig over the top sind, doch insgesamt finde ich, dass sie sehr wohl realistisch sind. Auch wenn wir selber noch keine solche Liebe oder Freundschaft erfahren haben.
Außerdem sind Bücher, meiner Meinung nach, auch dazu da, dass man sich als Leser einfach nur wohlfühlt und vielleicht kurz in einer Traumwelt lebt, in der all das Realität ist, was man selber (noch) nicht gefunden hat.
Anstatt sich also darüber aufzuregen, dass Liebesgeschichten zu kitschig sind und Freundschaften in der Realität so niemals passieren könnten/würden – einfach mal inne halten, durchatmen und den schönen Moment genießen.

Es gab übrigens keinen besonderen Anlass weswegen ich diesen Post hier geschrieben habe und mit euch teilen möchte. Mir sind zwar immer wieder zwischendurch Stimmen zu “kitschigen” und “unrealistischen” Liebesgeschichten und Freundschaften in Büchern aufgefallen, doch es gibt keinen speziellen “Aufreger”, der mich jetzt dazu gebracht hat meine Gedanken dazu zu teilen.
Mir ist das Thema einfach irgendwie wichtig und ich wollte euch an meinen Gedanken teilhaben lassen.

Wie seht ihr das denn? Glaubt ihr an Liebe auf den ersten Blick? Habt ihr Freunde, die bedingungslos für euch da sind oder seid ihr selber so ein Freund? Oder ist das alles für euch tatsächlich überzogen und unrealistisch?
Diskutiert mit mir – natürlich sind alle Meinungen zu dem Thema willkommen.

2 comments on “[tthink about] Freundschaft und Liebe in Büchern–Illusion oder doch Realität?”

  1. Hallo, liebe Miri!
    Ein toller Beitrag. 😀 Ich habe gerade viele Gedanken dazu und überlege, wie ich das in einem Kommentar festhalten kann. 🤔
    Kennst du diesen Satz aus “Email für dich”? “Vieles von dem was ich sehe, erinnert mich an etwas was ich in einem Buch gelesen habe, dabei sollte es nicht umgekehrt sein?”
    Die Wahrheit ist, in letzter Zeit fallen mir viele Dinge in meinem Leben auf, die, wenn ich genauer darüber nachdenke, wirklich aus einem Buch stammen könnten. Man liest ein Buch und denkt, im Wahren Leben würde sowas doch niemals passieren. Und doch…hey, ich habe den Freund™ auf einem Maskenball kennengelernt. Sowas passiert doch nur in Büchern, oder? 😉
    Ach, dieses Kommentar ist konfus. Meine Gedanken sind konfus. Also, im Grunde will ich wahrscheinlich sagen, dass die Buchwelt und die Realität gar nicht so weit auseinanderliegen. Manches ist vielleicht unwahrscheinlicher als anderes, aber hey, nichts ist unmöglich. 😉
    LG, m

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