Kategorie: gewonnen

[Rezension] Sterbenswort von Siegfried Langer

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Titel: Sterbenswort
Autor: Siegfried Langer
Verlag: List Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2012
Format: Taschenbuch (336 Seiten)
ISBN-13: 978-3548610917
Preis: 8,99€

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Inhalt
Die sehr rational denkende Ärztin Kathrin Voss glaubt nicht an Geister; wieso sollte sie auch? Als in ihrer Wohnung plötzlich Bilder schief hängen, Gegenstände versteckt und Äpfel angebissen werden, hat sie zunächst ihre Tochter Mia in Verdacht. Die Vierjährige beteuert jedoch ihre Unschuld und bald darauf stellt sich heraus, dass Mia gar nicht für die Geschehnisse verantwortlich sein kann. Doch wer erlaubt sich diesen gemeinen und unheimlichen Scherz mit ihr?
Als dann auch noch ihre ehemaligen Studienfreunde von ähnlichen Vorkommnissen berichten und Mia von einem Mann namens Erik angesprochen wird, wird es unangenehm. Kathrin kennt den Namen Erik nur zu gut. Doch dieser Mann kann nicht für all das verantwortlich sein … er ist tot. Sie war dabei als es passierte. Holt die Vergangenheit sie wieder ein?

Meine Meinung
Siegfried Langer hat mit Sterbenswort einen äußert rasanten und spannenden Thriller geschaffen, der mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Bereits nach drei Tagen hatte ich das Buch ausgelesen – hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich es innerhalb eines Tages geschafft, was für mich wahnsinnig schnell ist.

Stück für Stück wird, in einem Wechsel zwischen Vergangenheit, Gegenwart und “Neulich”, das Geheimnis um Erik aufgelöst. Wobei die angenehm kurzen Kapitel und der flüssige und einfache Schreibstil des Autors dafür sorgten, dass ich schnell voran kam.
In einem rasanten Tempo führt uns Langer durch eine Geschichte, deren Spannungsbogen auf einem konstant hohen Level gehalten wird. Während des Lesens hatte ich diverse Theorien, wer hinter Allem stecken könnte, habe diese aber immer wieder verworfen und neue gesponnen. Richtig festlegen konnte ich mich bis kurz vor der Auflösung jedoch nicht.

Die Hauptcharaktere sind gut gezeichnet und haben bei mir die verschiedensten Gefühle ausgelöst. Von Sympathie bis Antipathie war alles mit dabei. Die Nebencharaktere werden nicht so ausführlich beleuchtet, müssen sie aber auch nicht, um die Handlung voranzutreiben.

Sterbenswort ist ein Thriller der ohne viel Blut oder Gewalt auskommt und somit auch problemlos von Personen gelesen werden kann, deren Magen nicht ganz so robust ist.

Einzig das Ende war ein gaaanz kleines bisschen (wirklich nur ein bisschen) zu theatralisch für meinen Geschmack, dennoch gut und nachvollziehbar gelöst in meinen Augen.

Fazit
Wer nach einem kurzweiligen, wirklich spannenden und doch relativ unblutigen Thriller sucht, der wird seine Freude mit Sterbenswort haben.
Mir hat das Buch bis zu seinem Schluss keine Ruhe gelassen, so dass ich es erstaunlich schnell zu Ende gelesen habe. Schade eigentlich, denn es hätte ruhig länger sein können. Smiley
Eine absolute Kauf- und Leseempfehlung von mir an alle Thriller-Fans und diejenigen, die es noch werden wollen.

Skala 4,5 Stern


Vielen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars und Siegfried Langer für die Begleitung der Leserunde bei Lovelybooks.

[Rezension] Vollendet von Neal Shusterman

Vollendet

Inhalt
Die Zukunft Nordamerikas ist düster und beklemmend. Ein grausamer und blutiger Krieg zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern ist der Grund dafür. Um die Streitigkeiten zu beenden, wurde die “Charta des Lebens” erlassen. Abtreibungen vor der Geburt sind per Gesetz verboten. Allerdings können Eltern ihr Kind im Alter zwischen 13 und 18 “rückwirkend” abtreiben lassen, unter der Bedingung, dass das Leben des Kindes streng genommen nicht endet. Bei diesem Vorgang, der Umwandlung genannt wird, werden alle Teile des menschlichen Körpers “entnommen” und für die Allgemeinheit als Organspende bereitgestellt.

Vollendet beschreibt die Geschichte dreier Wandler, die sich auf der Flucht vor dem Gesetz befinden. Connor, dessen Eltern nicht mehr mit ihm klar kommen, Risa, ein Mündel des Staates, für das kein Geld mehr übrig ist und Lev, ein sogenanntes Zehntopfer. Als Zehntopfer wurde Lev von Geburt an auf seine Umwandlung vorbereitet, da sie in der Religion als etwas Besonderes und Heiliges gilt.
Drei Menschen, mit drei verschiedenen Geschichten aber ein und demselben Ziel.

Meine Meinung
Neal Shusterman schreibt in seiner Danksagung: “Fiktion ist oft nur einen Denkschritt von der Wirklichkeit entfernt”.
Mit Vollendet hat er eine dystopische Welt geschaffen, die dieser Aussage gar nicht mal so fern ist und daher umso beklemmender und düsterer daher kommt.
Lässt man sich auf diese Möglichkeit und damit auf diese fiktive Welt ein, erwartet einen ein spannendes Lesevergnügen, das zum Nachdenken anregt und einen noch einige Zeit lang begleitet.

Der Autor erzählt die Geschichte um Connor, Risa und Lev in wechselnden Perspektiven, dabei werden auch Nebenfiguren nicht außer Acht gelassen. Dies hat zur Folge, dass der Leser manchmal mehr weiß als die einzelnen Charaktere – die Spannung so aber nicht abreißt. Stück für Stück enthüllt Shusterman so eine Welt, in der Krankheiten nicht mehr behandelt, sondern die kranken Körperteile einfach ausgetauscht werden – auf Kosten ungewollter Kinder.
Leicht philosophisch angehaucht, provokativ und teilweise grausam wird die Geschichte der drei Wandler erzählt. Relativ neutral beschrieben überlässt Shusterman es dem Leser sich eine eigene Meinung zu der entstandenen Welt zu bilden.

Vollendet hat mich mitfiebern lassen, mich wütend gemacht und gleichzeitig schockiert. Es ist nicht unbedingt eine leichte Lektüre, auch wenn der Schreibstil flüssig und einfach, aber nicht anspruchslos ist. Für ein Jugendbuch fand ich die Sprache sehr angemessen, da sie, wie gesagt, auch nicht zu einfach gehalten ist.

Die Charaktere an sich finde ich gut ausgearbeitet. Über jeden erfährt man genau so viel wie man für die Geschichte wissen muss. Auch die Entwicklung der einzelnen Charaktere lässt sich gut nachvollziehen. Der Situation angemessen verändern sie sich und bleiben nicht auf der Stelle stehen, was ich persönlich sehr wichtig finde.

Fazit
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich zwar etwas beklommen zurückgelassen, aber für die Thematik gehört sich das auch so. 😉
Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und sehr viel nachgedacht. Ich bin froh, dass ich in einer Welt lebe, in der Umwandlung kein Thema ist und hoffe, dass auch nie jemand auf die Idee kommt es zum Thema zu machen.

Eine klare Kauf- und Leseempfehlung von mir, auch wenn ich die Altersempfehlung auf 16 hochsetzen würde. Einige Szenen sind doch recht schwer zu verdauen, gedanklich und auch vom “Schockfaktor” her. Daher denke ich, dass ältere Jugendliche mehr vom Buch haben könnten.

Skala 5 Stern

Infos
“Vollendet” von Neal Shusterman
Bibliographisches Institut, Mannheim; Auflage: 1 (1. August 2012)
Gebundene Ausgabe (432 Seiten)
ISBN-13: 978-3411809929


Vielen Dank an den Sauerländer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und die Leserunde bei Lovelybooks.

[Rezension] Himmelskinder von Marion Feldhausen

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“Ein fesselnder Psychothriller über die Abgründe der menschlichen Seele – und der Politik

Ein Mann liegt leblos in einem Hotelzimmer; ein unbekleidetes Mädchen wird in einem Gebüsch gefunden, sie ist halbtot. Akkordeonist und Kriminalpolizist Alvermann und seine Mannschaft kommen auf die Spur einer skrupellosen Menschenschlepperbande, die Mädchen aus Osteuropa nach Deutschland bringt und sie dort prostituiert. Im Laufe ihrer Ermittlungen stößt die Karlsbacher Kripo auf eine gut funktionierende Seilschaft in höchsten Politiker- und Justizkreisen, deren Mitglieder schon vor Jahren Stammgäste in einem Kinderbordell waren …”

Ich verrate mal nichts weiter über den Inhalt, da der Klappentext meiner Meinung nach bereits genug verrät.

Meine Meinung
Wenn ich in einem Restaurant einen Milchkaffee bestelle, dann erwarte ich auch genau diesen zu bekommen und nicht einen Kaffee mit einem Schluck Milch.
Diesen Vergleich kann man auch ganz gut auf Bücher anwenden. Wenn mir der Klappentext eines Buches verspricht, ich würde einen “fesselnden Psychothriller” zu lesen bekommen, dann erwarte ich keinen leichten Krimi.
Auch wenn Himmelskinder über die Abgründe der menschlichen Seele berichtet und mit einer brisanten Thematik aufwartet, war es für mich einfach kein typischer Psychothriller. So findet man beispielsweise keine Cliffhanger, die für einen Spannungsaufbau innerhalb der Geschichte hätten sorgen können.
Leider konnte ich mich bis zum Schluss des Buches nicht aus meiner Erwartungshaltung lösen und mich so nicht richtig auf das Buch einlassen.

Dies hatte zur Folge, dass ich häufiger nur über der Geschichte schwebte und nicht Teil dieser war. Die Autorin präsentiert dem Leser nicht alles auf dem Silbertablett, sondern arbeitet mit Andeutungen, bei denen aufmerksames Lesen gefragt ist. Leider hatte dieses Schweben bei mir den Effekt, dass ich viele Andeutungen zunächst gar nicht als solche verstand und damit wichtige Aspekte nicht mitbekam.
Wichtige Details werden wie beiläufig hereingestreut und teils nur in Nebensätzen erwähnt, so dass der Leser Teil der Geschichte sein muss, um nicht den roten Faden zu verlieren, der sich durch das Buch zieht.
Die vielen Charaktere, die alle namentlich genannt werden, haben bei mir leider für noch mehr Verwirrung gesorgt, so dass ich zu Beginn mehr geschwommen bin, als Anteil an den schrecklichen Ereignissen zu nehmen.
Durch die Fülle an Personen wirken viele zunächst blass und farblos, was sich allerdings bei einigen der Charaktere im Laufe der Geschichte ändert.

Einzig Kommissar Alvermann, Protagonist von Himmelskinder wird bereits zu Beginn als spleeniger, aber sympathischer Charakter vorgestellt, der für meinen Geschmack zu sehr auf seine Gesundheit und seine Unzulänglichkeiten fixiert ist.
Die humorvollen, aber doch derben Sprüche, die sich Alvermann und sein Team zuwerfen sind eine gelungene Abwechslung zu der doch sehr brisanten und bedrückenden Thematik, die dieses Buch aufgreift.

Mit einer eher distanzierten und realitätsnahen Schreibweise schafft Marion Feldhausen es der Kern dieser Thematik aufzufangen und zu transportieren, dabei lässt sie die Thematik für sich sprechen, ohne auf blutige Details zurückzugreifen.
Die emotionalen und doch sehr bedrückenden Rückblenden runden das Ganze ab und schaffen es beim Leser ein beklemmendes Gefühl zu hinterlassen, das der Materie gut tut und die richtige Stimmung vermittelt.

Das Ende hingegen hätte ich mir der Stimmung entsprechend länger und ausführlicher gewünscht. So kam es doch sehr rasant und durch offene Fragen nicht wirklich zufriedenstellend daher.
Der Epilog hingegen passte wieder zur bedrückenden Stimmung und entließ mich mit gemischten Gefühlen.

Fazit
Ich bin durch die Bezeichnung “Psychothriller” mit einer ganz anderen Erwartung an das Buch heran gegangen und habe es scheinbar bis zum Ende nicht geschafft mich aus dieser Erwartungshaltung zu lösen.
Wäre mir das Buch als leichter Krimi mit brisanter Thematik verkauft worden, dann hätte ich es anders betrachtet und vermutlich auch anders bewertet. So kann ich den “Psychoteil” natürlich in der Thematik um die menschlichen Abgründe wiederfinden, dennoch entsprach das Buch für mich nicht dem klassischen Genre “Psychothriller” wie ich ihn bis jetzt kennen gelernt habe.

Wer sich nicht von der Bezeichnung auf dem Buchrücken leiten lässt und mit der richtigen Erwartungshaltung an den Roman herangeht, dem könnte er durchaus gefallen. Bildet euch eure eigene Meinung, wenn ihr wollt.

Skala 2,5 Stern

Infos
“Himmelskinder” von Marion Feldhausen
Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. Januar 2012)
Taschenbuch (320 Seiten)
ISBN-13: 978-3442378364

zum Buch

Vielen Dank an Blanvalet für die Bereitstellung des Leseexemplars und Marion Feldhausen für die Begleitung der Leserunde.

[Rezension] Blutsommer von Rainer Löffler

Blutsommer

Inhalt
Ein äußerst brutaler Serienmörder treibt in Köln sein Unwesen. Die Kölner Polizei kommt mit ihren altbewährten Methoden nicht weiter und fordert Martin Abel, eine Koryphäe im Bereich der Fallanalyse, an. Zu allem Überfluss muss Abel bei diesem besonders schwierigen Fall auch noch einen Neuling, Hannah Christ, mitschleppen und ihren Lehrer spielen. Eine Rolle, die dem rüpelhaften und verschlossenen Abel so gar nicht steht.

Während Abel den Fall analysiert und sich dabei mit jedem aus seinem Umfeld anlegt, mordet der “Herr der Puppen” ungeniert weiter. Grausam verstümmelte Leichen, denen die wichtigsten Organe, Körperteile und das gesamte Blut fehlen, geben den Ermittlern Rätsel auf. Wer ist der “Herr der Puppen”?

Meine Meinung
Blutsommer beginnt mit einem wirklich spannenden Prolog, bei dem ein Familienausflug in einer Katastrophe endet. Die jüngste Tochter der Familie Lerch stolpert ahnungslos in die bereits verwesen Überreste einer menschlichen Leiche. Der Prolog endet dramatisch, doch leider erfährt man als Leser nicht mehr wie es mit der Tochter weiter geht. Schade, da es mich persönlich schon interessiert hätte.

Nach dem Prolog treffen wir auch gleich schon auf unseren Protagonisten, Martin Abel. Eine kaputte Koryphäe, so wie ich ihn gerne bezeichne. Der beste in seinem Bereich, doch von seiner Arbeit aufgezehrt, tritt er seinen Mitmenschen arrogant, gefühlskalt und verschlossen gegenüber. Doch in ihm steckt mehr als es den Anschein hat.
Ihm zur Seite steht die noch unerfahrene, aber unglaublich ehrgeizige und taffe Hannah Christ.
Die beiden verbindet zunächst so etwas wie eine Hassliebe, die der ganzen Geschichte, meiner Meinung nach, einen gewissen Pepp verleiht. Ich musste nicht nur einmal schmunzeln beim Lesen der Dialoge und habe mich über diese Art von Beziehung gefreut, weil sie einfach mal anders war. Keine Protagonisten, die sich von Anfang an verstanden, als hätten sie schon seit Jahren zusammen gearbeitet und keine Liebesgeschichte…dachte ich. Leider, leider ist auch hier wieder eine Liebesgeschichte daraus entstanden, die eindeutig zu kitschig beschrieben worden ist. Dass sich eine so taffe junge Frau plötzlich in ein flauschiges Teeniehäschen verwandelt, fand ich nicht sehr authentisch und es hat mich ehrlich gesagt massiv gestört. Schade. Warum muss es nur in jedem Buch ein Liebespaar geben?

Die Handlung an sich empfand ich als spannend und interessant. Größere und kleinere Wendungen, der angenehm flüssige und leichte Schreibstil und die bildhafte Sprache machten es mir leicht in die Geschichte einzutauchen. An einigen Stellen beschreibt der Autor sehr bildhaft und detailliert, so dass ich mich schon etwas ekeln musste. Allzu schlimm habe ich es aber nicht empfunden, doch für zart besaitete Menschen könnte es etwas zu viel sein.

So sehr ich auch mit Abel und dem Rest mitgefiebert habe, konnten mich einige der Szenen nicht restlos überzeugen. Zu konstruiert und teilweise melodramatisch wirken beispielsweise Momente, in denen Leichenteile, wie durch Zufall, der rettenden Anker sind oder Abel bei den Verdächtigenbefragungen den richtigen Riecher hat, sich aber kurz vorm Ziel ablenken lässt.
Das war mir ein bisschen zu viel des Guten – ich denke auch ohne diese überzogen dramatischen Momente wäre der Leser vom Plot gefesselt gewesen.

Fazit
Blutsommer ist ein durchaus gelungenes Debüt mit Luft nach oben. Ein spannender Plot und interessante Charaktere lassen den Leser bis zum Ende mitfiebern.
Wer auf blutige Details steht, der kann ruhig einen Blick riskieren und seine Vorstellungskraft ankurbeln lassen. Ich bin gespannt wie Martin Abel und Rainer Löffler sich im zweiten Band dieser Serie schlagen.

Infos
“Blutsommer” von Rainer Löffler
rororo (1. Juni 2012)
Taschenbuch (496 Seiten)
ISBN-13: 978-3499257278

 

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und vorablesen.de für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

[Rezension] Ein letzter Job von Adrian McKinty

 

Ein letzter Job

Inhalt
Der in die Jahre gekommene Killian möchte seinem alten Leben als Auftragsverbrecher den Rücken kehren. Doch Schulden und ein vermeintlich einfacher und sehr lukrativer Job lassen ihn ein letztes Mal umdenken. Er soll für eine halbe Million Pfund die Ex-Frau eines reichen Unternehmers und deren zwei Kinder finden und zurückbringen. Der Job verspricht einfach und unblutig zu werden.
Doch wie sehr man sich irren kann, erlebt Killian nun am eigenen Leib. Verfolgt und verprügelt von einem Auftragskiller versteht er nun, dass es nicht nur um die Kinder gehen kann. Doch was genau steckt dahinter und wie kommt er aus der Sache wieder raus?

Meine Meinung
Actionreich, schnell und mit Tiefgang – so wurde der Thriller von Adrian McKinty beschrieben. Die Leseprobe vermittelte auch genau dieses Gefühl. Recht zügig bin ich in der Story angekommen und lernte den etwas anderen Protagonisten kennen. Wie bestimmt viele von euch, hatte auch ich ein Bild von Auftragsverbrechern im Kopf. Skrupellos, brutal und egoistisch. Killian ist anders. Ruhig, intelligent und ein wenig philosophisch erledigt er seine Aufträge ohne Blutvergießen. Trotz seiner Tätigkeit irgendwie sympathisch.

Auch der Schreibstil ist irgendwie anders, zumindest habe ich ihn so empfunden. Intelligent und mit Ausdrucksweisen, die ich noch nicht häufig gelesen oder gehört habe. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich eingelesen hat, dann lässt es sich leicht und flüssig lesen.
Was mich persönlich allerdings gestört hat, waren die Rechtschreib- und Grammatikfehler, die mir leider zu häufig aufgefallen sind. Ich bin immer mal wieder darüber gestolpert, was den Lesefluss an diesen Stellen gestört hat. Sehr schade.
Auch bin ich leider immer wieder über die wirklich schwierigen irischen Städtenamen gefallen, die ich teilweise nicht einmal annähernd aussprechen konnte.

Einem Regionalkrimi ähnlich führt uns McKinty durch ganz Irland und lässt uns an der Landschaft und den Routen teilhaben. Für Irland-Kenner sicherlich eine Bereicherung und nett zu lesen. Doch mich, die sich überhaupt nicht in Irland auskennt, hat diese Beschreibung mehr verwirrt, als das sie mir geholfen hätte. Es nimmt außerdem eine Menge Raum im Buch ein, so dass diese Parts irgendwann langweilig wurden und ich sie mehr überflogen als gelesen habe.

So viel Zeit wie sich McKinty für die Beschreibung Irlands genommen hat, nimmt er sich auch für die Hintergründe der Charaktere, was ich sehr interessant fand. So habe ich auch etwas über die Pavee – ein irisches Travellervolk – erfahren, denen Killian als Kind und junger Erwachsener angehört hat.
Bei der äußerlichen Beschreibung der Charaktere spart er allerdings wieder erheblich, so dass ich mir keinen Charakter wirklich bildlich vorstellen konnte. Zwei Drittel des Buches hatte ich ein selbst geformtes Bild von Killian im Kopf, das ich dann kurz vor Ende komplett ändern musste, da in einem Nebensatz plötzlich seine Statur erwähnt wurde, die ganz anders war als in meiner Vorstellung.
Ich konnte auch ohne diese Beschreibung eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen, hätte mir aber etwas mehr Details gewünscht.

Bis zu dem Zeitpunkt an dem Killian Rachel und ihre beiden Töchter findet, bleibt das Buch einigermaßen schnell und actionreich. Doch ab diesem Punkt wird es leider voraussehbar und die Schnelligkeit geht verloren. Gegen Ende wurde es mir dann sogar langweilig, ich ahnte was noch folgen würde und genau so kam es dann auch. Das Ende an sich hat mich leider unbefriedigt zurückgelassen, was ich sehr schade fand.

Fazit
Ich bin etwas enttäuscht von dem Buch werde daher keine Kaufempfehlung aussprechen. Für einen Thriller einfach zu wenig Spannung und Action, auch die Vorhersehbarkeit fällt nicht gerade positiv auf.
Irland-Kenner könnten allerdings Gefallen an dem Buch finden, da wirklich viel auf das Land eingegangen wird.
Recht angenehm und einfach zu lesen, aber kein Buch, das ich ein zweites Mal lesen würde.

Infos
“Ein letzter Job” von Adrian McKinty
Suhrkamp Verlag (16. April 2012)
Taschenbuch (397 Seiten)
ISBN-13: 978-3518463727

Vielen Dank an vorablesen.de und den Suhrkamp Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

[Rezension] MÉTO Das Haus von Yves Grevet

Cover/Aussehen

Méto Das Haus

Bei diesem Buch fallen ganz klar das Cover und vor allem der Buchschnitt auf. Im Comicstil gestaltet und mit dem prominenten Buchtitel sticht es natürlich hervor.
Der schwarze Buchschnitt passt meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt des Buches. 64 Jungen verstecken sich im Inneren und können nicht heraus schauen.


Inhalt

64 Jungen eingesperrt in einem Haus voller Geheimnisse. Ein durch und durch geplanter Tagesablauf bestimmt ihren Alltag. Kampftraining, skurrile Essensrituale, Gehorsam und Wettkämpfe bestimmen ihr Leben. Doch woher sie kommen, warum sie im Haus sind und was passiert, wenn sie zu alt werden, das weiß keiner von den Jungen.
Beinahe emotionslos folgen sie den Anweisungen der Cäsaren, den sogenannten Hausherren. Geben sich ohne eine eigene Meinung zu haben dem Geschehen hin, hinterfragen nichts und akzeptieren die völlig überzogenen Strafen ohne zu Murren.
Bis einer der Jungen anfängt Fragen zu stellen, die er nicht stellen darf, sich für Dinge zu interessieren, die ihn nicht interessieren dürfen.

Meine Meinung

Für einen Jugendroman sehr passend, beginnt die Geschichte ohne jegliches Vorgeplänkel. Der Leser ist mitten im Geschehen und wird in das Leben innerhalb des HAUSES eingeführt.
Bereits auf den ersten Seiten wird klar: Ein normales Leben führen diese 64 Jungen ganz bestimmt nicht. Aus der Sicht des Protagonisten Méto lernen wir schnell die skurrilen Gepflogenheiten und Rituale des Hauses kennen. Diejenigen mit schlechtem Namengedächtnis werden die vielen gleichklingenden Namen vermutlich verwirren. Aber lasst euch davon nicht stören. Die Namen wurden meiner Meinung nach bewusst so gewählt, um eine Gleichartigkeit der Charaktere zu schaffen.

Trotz oder vielleicht gerade wegen der leicht abgehackten und emotionsarmen Sprache, die der Autor gewählt hat, hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Sie transportiert sehr gut die Stimmung, die im Haus herrscht. Irgendwie beklemmend und düster. Ständig habe ich mich gefragt wie man so nur leben kann und wieso keiner sich traut etwas dagegen zu unternehmen, bis doch endlich jemand den Mut dazu hatte zu rebellieren.

Mit seinen knapp 220 Seiten ist das Buch nicht gerade lang, bleibt dafür aber bis zur letzten Seite spannend. Wer sich Tiefe bei den Charaktere wünscht, der bekommt diese hier nicht. Da keiner der Jungen seine Vergangenheit kennt und die meisten ihre Emotionen sehr gut im Griff haben, kommt es selten zu emotional bewegenden Szenen. Mich hat es ehrlich gesagt nicht gestört, da ich die Zeichnung der Charaktere so passend zur Geschichte empfunden habe.

Kleines Manko und deswegen auch einen Stern weniger gibt es für das extrem offene Ende, das eigentlich mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet und die ewig lange Wartezeit bis zum zweiten Teil der Trilogie, der im Oktober 2012 erscheint.

Fazit

Méto Das Haus ist ein Buch, das definitiv zum Nachdenken anregt und einen vor Augen führt wie gut wir es eigentlich in unserer, von uns selbst bestimmten Welt haben.
Von der Sprache etwas gewöhnungsbedürftig, aber durch und durch spannend kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der keine Probleme mit einem offenen Ende hat.

4 von 5 Sternen und damit eine Leseempfehlung von mir.

Infos
“MÉTO Das Haus” von Yves Grevet
Deutscher Taschenbuch Verlag (01. April 2012)
Gebundene Ausgabe (224 Seiten)
ISBN-13: 978-3423625142
Empfohlenes Alter: 12-14 Jahre

Vielen Dank an den Deutschen Taschenbuch Verlag und lovelybooks für das Rezensionsexemplar und die Leserunde zum Buch, die echt interessant war.

[Rezension] Blackout – Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg

Stellt euch vor von einem Moment auf den anderen fällt der Strom aus. Es kommt kein Wasser mehr aus den Leitungen, der Kühlschrank gibt den Geist auf, die Heizung fällt aus. Wie lange würdet ihr es aushalten?

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Titel: BLACKOUT. Morgen ist es zu spät
Autor: Marc Elsberg
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 19. März 2012
Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag (800 Seiten)
ISBN-13: 978-3764504458
Preis: 19,99€

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Inhalt
Mitten in der kalten Jahreszeit bricht die gesamte Stromversorgung Europas zusammen und noch ahnt niemand warum. Heizungen fallen aus, Wasser fließt keines mehr, kein Benzin, Lebensmittel verderben und neue bekommt man nur noch schwer, die Kommunikation fällt weitestgehend aus.

Die meisten Menschen trifft es unvorbereitet, so auch Piero Manzano, einen italienischen Informatiker und ehemaligen Hacker. Mehr durch Zufall entdeckt er, dass der Blackout bewusst herbeigeführt wurde. Vom größten Stromproduzenten Italiens wird er wegen seiner Vermutung nur belächelt, doch Manzano denkt nicht ans Aufgeben.
Als er endlich Gehör findet, haben die Terroristen bereits dafür gesorgt, dass der Verdacht auf ihn fällt.

Während die Kraftwerke vergeblich versuchen das Stromnetz Europas wieder in Gang zu bekommen, kämpft die Bevölkerung ums Überleben und sieht sich mit Problemen konfrontiert, die keiner vorhergesehen hat.

Meine Meinung
Bestimmt hat jeder von uns den ein oder anderen kurzen Stromausfall miterlebt und sich darüber geärgert. Wenn der Stromausfall dann auch noch mehrere Stunden andauerte, war der Versuch groß zum Telefon zu greifen und seinen lokalen Stromanbieter mit Drohanrufen zu belästigen.
Aber was, wenn der Strom nicht nur ein paar Stunden, sondern ein paar Tage ausfällt und das in ganz Europa?

Marc Elsberg beschreibt dieses Szenario erschreckend realistisch. Die Thematik hat mich während des Lesens beschäftigt und tut es immer noch. Mir war gar nicht bewusst, wie sehr wir eigentlich von einem funktionierenden Stromnetzwerk abhängig sind und was alles beeinträchtigt wird bzw. ausfällt, wenn eben dieses nicht mehr vorhanden ist.

Mit einer Mischung aus Spannung, Dramatik und einer sehr gut recherchierten sowie brisanten Thematik überzeugt Marc Elsberg. Das Buch liest sich flüssig und leicht, ohne dabei anspruchslos zu sein.

Die vielen, aber meiner Meinung nach gut dosierten Hintergrundinformationen finden sich im gesamten Buch wieder und waren für mich persönlich sehr lehrreich. Technikinteressierte wird es freuen, aber auch die Laien unter euch werden keineswegs überfordert, und die Informationen dienen dem besseren Verständnis.

Was mir besonders gut gefallen gefallen hat, waren die verschiedenen Perspektiven aus denen der Blackout wahrgenommen wird. Wie gehen die Kraftwerke damit um, wie die Stromanbieter, die Politiker und wie der Normalbürger?
Dies hatte zur Folge, dass zu Beginn des Buches die Zahl Charaktere zunächst explodiert ist und ich ein paar Seiten brauchte, um mich im Namenwirrwarr zurecht zu finden. Verzweifelt also nicht, die vielen Charaktere sind notwendig und man gewöhnt sich schnell daran. Sie begleiten uns durch das ganze Buch und wir nehmen Anteil an ihren Schicksalen.

Fazit
Mit seinen 800 Seiten wirkt Blackout zunächst wie ein richtiger Brummer, doch lasst euch bloß nicht davon abschrecken. Das Buch bleibt spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Gut recherchierte und wohl dosierte Hintergrundinformationen, Spannung und Zwischenmenschliches heißt das Erfolgsrezept bei Marc Elsberg. Ein wirklich gut gelungenes Erstlingswerk.

Und wundert euch nicht, wenn ihr nach Abschluss des Buches plötzlich mehr Dosen im Schrank, mehr Wasser im Keller und eine Taschenlampe zum Kurbeln im Haus habt.

5 von 5 Sternen von mir und damit ein sehr empfehlenswertes Buch.

Ich möchte mich herzlich bei Lovelybooks und Blanvalet bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben und natürlich auch bei Marc Elsberg, der die tolle Leserunde bei Lovelybooks persönlich begleitet hat.

[Rezension] Mörderisches Wiedersehen von Olivia Meltz

Mörderisches Wiedersehen

“Leah und Louis, die inzwischen gemeinsam in Heidelberg eine Detektei aufgemacht haben, ermitteln wieder in einem neuen Fall. Karin Rütter, die kein Vertrauen zur Polizei hat, beauftragt Leah und Louis mit der Suche nach ihrem Ehemann Maik, der plötzlich spurlos verschwunden ist. Maik Rütter ist erfolgreicher Architekt. Hat einer seiner Kunden etwas mit dem Verschwinden des Familienvaters zu tun? Oder hängt alles mit einer alten Geschichte, die vor 25 Jahren passiert ist, zusammen?

Die Ermittlungen führen Leah und Louis von Heidelberg nach Wien. Ihr Freund und ehemaliger Kollege Jens Schröder ermittelt im Heidelberger Polizeikommissariat in einem Mord- und einem Selbstmordfall, und beide Todesfälle scheinen eng mit dem Verschwinden von Maik Rütter zusammenzuhängen. Nebenbei quält sich Jens täglich aufs Neue mit seinem neuen Partner Thorsten ab. Währenddessen müssen Leah und Louis in einer Wiener Stadtvilla um ihr Leben fürchten. Eine Verfolgung auf Leben und Tod führt die beiden Ermittler zu einem mörderischen Wiedersehen.” (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung

Von meinem üblichen Muster abweichend, berichte ich euch mal nichts über den Inhalt, denn der Klappentext ist lang genug und verrät meiner Meinung nach alles, was man wissen muss über diesen Krimi.

Mörderisches Wiedersehen ist der zweite Band der Leah & Louis Krimireihe und ich würde euch empfehlen, den ersten Band auch zu lesen. Ich habe ihn nicht gelesen und denke, ich hätte mehr Spaß an den Charakteren gehabt, da diese im ersten Band scheinbar näher beleuchtet wurden.
Aber auch ohne den ersten Band hat “Mörderisches Wiedersehen” Spaß gemacht, was an dem locker leichten und flüssigen Schreibstil und überwiegend an den Protagonisten lag.
Der neckische und schnodderige Umgangston der Beiden hat mich das gesamte Buch über zum Schmunzeln, manchmal sogar zum Lachen gebracht. Aber auch andere Charaktere konnten mit ihrer Art und Weise überzeugen und haben die Geschichte belebt.

Neben den interessanten und spaßigen Charakteren kann das Buch aber auch Spannung. Allein der Prolog hinterließ ein “Aha-Krass-Erlebnis” bei mir und lud zum weiterlesen ein.
Die relativ schnellen Orts- und Personenwechsel durch die kurzen Kapitel ließen keine Langeweile aufkommen. Ein schnelles Vorankommen war für mich dadurch garantiert.

Trotz des Lesespaßes den ich hatte, konnte ich bereits recht früh sagen, wer hinter allem steckte. Das mag eventuell an meiner Krimi- und Thriller Erfahrung liegen oder es war reiner Zufall, dass ich darauf gekommen bin. Den meisten anderen Testlesern ist zumindest nicht so schnell aufgefallen, wer der Täter ist. Daher gibt es dafür auch nur einen Stern Abzug.

Fazit

Ein kurzweiliger Krimi mit viel Spannung und sehr spaßigen, unverwechselbaren Charakteren, macht dieses Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre für zwischendurch.
Allerdings empfehle ich auch weiterhin beim ersten Teil “Die verkaufte Schwester” zu beginnen.

Infos
“Mörderisches Wiedersehen” von Olivia Meltz
hansanord Verlag
Gebundene Ausgabe (270 Seiten)
1. Auflage 01. März 2012
ISBN-13: 978-3940873316

Ich bedanke mich ganz herzlich beim hansanord Verlag und lovelybooks, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

[Rezension] Himmelstal von Marie Hermanson

Dank vorablesen.de konnte ich erneut ein Buch noch vor seinem Erscheinungstermin lesen. Dieses Mal habe ich Himmelstal, einen Psychothriller der schwedischen Autorin Marie Hermanson.
Mein Dank gilt auch dem Insel Verlag, der mir das Buch kostenfrei zur Verfügung gestellt hat.

Himmelstal

Inhalt

Völlig unerwartet erhält Daniel einen Brief von seinem Zwillingsbruder Max, von dem er seit gefühlten Ewigkeiten nichts mehr gehört hat. Dieser bittet Daniel um einen Besuch in Himmelstal, dem Ort an dem sich Max zur Zeit befindet.
Mit Aussicht auf einen kostenlosen Urlaub macht Daniel sich auf den Weg in die Schweiz, um zu hören, was sein Bruder von ihm möchte.
Dort angekommen bittet Max ihn um einen Rollentausch. Daniel soll für ein paar Tage die Rolle seines Bruders übernehmen, damit Max einigen Geschäften außerhalb Himmeltals nachgehen kann. Widerwillig und mit einem unguten Gefühl im Bauch stimmt Daniel dem Plan zu.
Erst zu spät fragt er sich, wieso Max die angebliche Kurklinik nicht einfach so verlassen konnte, wieso er keine Erinnerung mehr an seine Ankunft in Himmelstal hatte und wieso ihm niemand glaubt, er habe einen Zwillingsbruder.

Meine Meinung

Bevor ich das Buch in Händen gehalten habe, habe ich eine Leseprobe dieses Thrillers gelesen. Die Leseprobe hatte mich sofort voll und ganz. Sie war spannend und warf so manche Frage auf, nichts schien vorhersehbar. Ein richtig schöner Thriller also.

Als ich dann das Buch bekam und zu lesen anfing, stellte ich recht schnell fest, dass es mir für einen Psychothriller zu langsam voran ging. Von der fesselnden Spannung aus der Leseprobe war noch nicht viel zu spüren. Subtile Kleinigkeiten wiesen darauf hin, dass hier irgendetwas nicht ganz stimmt. Bei jeder Stelle hoffte ich, die Geschichte würde nun richtig Fahrt aufnehmen und zum Spannungsniveau der Leseprobe finden. Doch dem war ca. ein Drittel des Buches nicht so.
Ich fieberte zwar mit unserem Protagonisten Daniel mit, wollte wissen wie es weiter geht und was hinter allem steckte, doch für einen Psychothriller hatte es mir zu wenig Fahrt und Thrill. Das war aber nicht ganz so schlimm, denn die Geschichte an sich fand ich interessant und der Schreibstil war leicht zu lesen. Ich kam also recht zügig vorwärts.

Nach etwa der Hälfte des Buches brachte die Autorin, meiner Meinung nach, einen Knaller, so dass ich ernsthaft überlegen musste, mit was Frau Hermanson ihre Leser jetzt noch fesseln wollte, es schien alles aufgeklärt. Doch dem war ganz und gar nicht so.
Ich fieberte mit dem Protagonisten mit und wurde doch das ein oder andere Mal überrascht von einer Wende, die ich so nicht erwartet hatte.
Aber um ganz ehrlich zu sein, habe ich aber auch einige Handlungsstränge vorhersehen können, zumindest teilweise.

Fazit

Als Unterhaltungslektüre und für ein paar Lesestunden nebenher eignet sich das Buch hervorragend. Es ist spannend und kurzweilig genug, so dass der Spaß am Lesen nicht verloren geht. Außerdem ist die Thematik des Romans interessant und regt zum Nachdenken an. Ein Thriller, der einem die Nackenhaare zu Berge stehen lässt, ist es allerdings nicht.

Mit 3,5 von 5 Sternen für mich ein empfehlenswertes Buch.

Infos
“Himmelstal von Marie Hermanson
Insel Verlag
Taschenbuch (427 Seiten)
1. Auflage 12. März 2012
ISBN-13: 978-3458175308

[Rezension] Was uns bleibt von Katie Arnold-Ratliff

Heute möchte ich euch mal ein Buch präsentieren, das für mich völliges Neuland war. Ein Buch aus dem Genre der Gegenwartsliteratur. Darauf gestoßen bin ich über Lovleybooks und zwar wurde das Buch für eine Leserunde vorgestellt. Ich habe mich für diese Leserunde beworben und das Glück gehabt zu gewinnen. Aber jetzt erst mal zum Buch.

Cover/Aussehen

Was uns bleibt

Das Cover und der Schutzumschlag haben mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht und auch gar nicht angesprochen. Der Schutzumschlag wirkt wie Packpapier und das helle Cover mit den Menschen am Strand transportiert ein völlig gegensätzliches Bild vom Inhalt. Der Inhalt ist eher melancholisch und düster und nicht heiter. Außerdem beginnt das Buch zwar am Strand, aber vom sonnigen, heiteren Leben, wie die Bilder es zeigen, ist nichts zu sehen. Es regnet sogar.

Was uns bleibt Einband

Der Einband ist in einem schönen grün gehalten
und gibt für mich persönlich, obwohl keine Bilder
drauf sind, mehr her als der Schutzumschlag.

Inhalt
Francis, frisch gebackener Lehrer einer 2. Klasse, ist mit seinen Grundschülern am Strand von San Francisco unterwegs. Bei diesem Strandausflug machen einige der Kinder einen grausamen Fund. Eine völlig entstellte Frauenleiche schwimmt im Wasser, scheinbar hat sie sich von der Golden Gate Bridge gestürzt.
Eigentlich sollte Francis seine Aufmerksamkeit den traumatisierten Kindern und seiner schwangeren Frau Greta widmen, doch stattdessen verstrickt er sich in eine schreckliche Vorstellung. Er glaubt in der toten Frau am Strand seine damalige und vielleicht einzige Liebe Nora erkannt zu haben, die vor einigen Jahren einfach aus seinem Leben verschwand.
Francis’ Vergangenheit holt ihn ein und treibt ihn zu unerklärlichen Taten.

Meine Meinung
Die Geschichte wird uns aus der Perspektive des Protagonisten Francis (Frank) Mason erzählt. In der Ich-Form springen wir von Francis Gegenwart in seine Vergangenheit, noch weiter in die Vergangenheit und wieder zurück. Und genau das ist ab und an sehr verwirrend. Ich musste teilweise sehr konzentriert lesen und genau aufpassen welcher Teil von Francis’ Leben gerade beleuchtet wird. Einmal nicht richtig aufgepasst, habe ich seitenlang gedacht ich wäre in der Vergangenheit, war aber doch in der Gegenwart.
Der Wechsel zwischen den verschiedenen Lebensabschnitten wird durch die Zeitform, in der geschrieben wurde, gekennzeichnet. Die Gegenwart ist im Präsens geschrieben, die Vergangenheit im Imperfekt, was auch gewöhnungsbedürftig, aber nicht schwer zu lesen war.

Fast das gesamte Buch über hatte ich das Gefühl über der Geschichte zu schweben, anstatt daran teilzuhaben und mitten im Geschehen zu sein. Ich führe das u.a. darauf zurück, dass die wörtliche Rede kursiv gedruckt und nicht in Anführungszeichen gesetzt wurde. Ich kenne das als Gedanken und hatte so häufig das Gefühl zu lesen, was die Leute denken und nicht was sie sprechen.

Erstaunt war ich auch darüber, wie man einen Protagonisten so unsympathisch zeichnen kann. Ein mutiger Schritt, der aber bei mir dazu geführt hat, dass ich mich überhaupt nicht in ihn einfüllen, geschweige denn mit ihm identifizieren konnte. Auch die anderen Charaktere blieben verschwommen und keiner war ein wirklicher Sympathieträger.

Das Buch hat tatsächlich viele verschiedene Gefühle in mir ausgelöst, was meiner Meinung nach vom Können der Autorin spricht, aber es waren überwiegend schlechte Gefühle, so dass der Unterhaltungswert des Buches ziemlich gering war.
Ich wollte zwar wissen wie es weitergeht und vor allem wie es ausgeht, doch ich hatte Mühe mich zum Lesen zu überreden. Das Buch ist kein wirklicher Pageturner und ganz anders als jedes andere Buch, dass ich bis jetzt gelesen habe.

Fazit
Wer ein Buch über Zweifel am eigenen Ich und Selbstbetrug lesen möchte, nicht davor zurück schreckt auch mal angewidert vom Protagonisten zu sein und die “menschliche Zerrissenheit und Zerbrechlichkeit in all ihren Facetten” kennenzulernen, der sollte sich dieses Buch mal anschauen.
Wer aber nach leichter Unterhaltungsliteratur sucht, dem kann ich das Buch nicht empfehlen. Es ist kein Buch für Zwischendurch und von Anfang bis Ende melancholisch..

Infos
“Was uns bleibt” von Katie Arnold-Ratliff
mare Verlag
Gebundene Ausgabe (336 Seiten)
1. Auflage 14. Februar 2012
ISBN-13: 978-3866481589

Vielen Dank an Lovelybooks und den mare Verlag, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben.