Kategorie: Buchrezension

[Rezension] Porträt eines Starters von Lissa Price

Porträt eines Starters

“Nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant …”
(Quelle: Amazon)

 

Porträt eines Starters ist die Kurzgeschichte zum Roman “Starters” von Lissa Price und als kleines Appetithäppchen gedacht, um potentiellen Lesern einen kleinen Vorgeschmack zu geben.
Ich selber habe diese Kurzgeschichte erst nach dem Roman gelesen, was ich fast noch sinnvoller finde, als sie vorher zu lesen. Sie vorher zu lesen könnte etwas für Verwirrung sorgen, da u.a. einige Begriffe nicht erklärt werden und man sie zunächst einfach so hinnehmen muss.

Porträt eines Starters wird aus der Ich-Perspektive Michaels erzählt, also anders als im eigentlichen Roman, in der aus der Perspektive Callies, der Protagonistin, berichtet wird. Die Kurzgeschichte kann man als “externen” Prolog zum Buch verstehen, in dem einige Dinge erklärt werden, die später im Buch keine Erwähnung mehr finden.

Da ich diesen kleinen Bonus, wie gesagt, erst im Nachhinein gelesen habe, hatte ich während des Lesens einige “Aha-Erlebnisse”. So fiel mir beispielsweise die Parallele zum Cover der englischen Buchausgabe auf. In der Kurzgeschichte wird u.a. genau die Entstehung des Bildes beschrieben, wie wir es auf dem englischen Buchcover bewundern können.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es sich durchaus lohnt Porträt eines Starters zu lesen, egal ob vorher oder hinterher, aber ein wirkliches Muss ist es nicht. Auch ohne diesen Prolog lässt sich alles im Hauptroman gut verstehen und verfolgen.

Skala 4 Stern

Infos
Kindle Edition (337 KB)
ca. 17 Seiten

Piper ebooks (25. Februar 2012)
ASIN: B007CVWUF8
Preis: 0,00€

[Rezension] Himmelskinder von Marion Feldhausen

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“Ein fesselnder Psychothriller über die Abgründe der menschlichen Seele – und der Politik

Ein Mann liegt leblos in einem Hotelzimmer; ein unbekleidetes Mädchen wird in einem Gebüsch gefunden, sie ist halbtot. Akkordeonist und Kriminalpolizist Alvermann und seine Mannschaft kommen auf die Spur einer skrupellosen Menschenschlepperbande, die Mädchen aus Osteuropa nach Deutschland bringt und sie dort prostituiert. Im Laufe ihrer Ermittlungen stößt die Karlsbacher Kripo auf eine gut funktionierende Seilschaft in höchsten Politiker- und Justizkreisen, deren Mitglieder schon vor Jahren Stammgäste in einem Kinderbordell waren …”

Ich verrate mal nichts weiter über den Inhalt, da der Klappentext meiner Meinung nach bereits genug verrät.

Meine Meinung
Wenn ich in einem Restaurant einen Milchkaffee bestelle, dann erwarte ich auch genau diesen zu bekommen und nicht einen Kaffee mit einem Schluck Milch.
Diesen Vergleich kann man auch ganz gut auf Bücher anwenden. Wenn mir der Klappentext eines Buches verspricht, ich würde einen “fesselnden Psychothriller” zu lesen bekommen, dann erwarte ich keinen leichten Krimi.
Auch wenn Himmelskinder über die Abgründe der menschlichen Seele berichtet und mit einer brisanten Thematik aufwartet, war es für mich einfach kein typischer Psychothriller. So findet man beispielsweise keine Cliffhanger, die für einen Spannungsaufbau innerhalb der Geschichte hätten sorgen können.
Leider konnte ich mich bis zum Schluss des Buches nicht aus meiner Erwartungshaltung lösen und mich so nicht richtig auf das Buch einlassen.

Dies hatte zur Folge, dass ich häufiger nur über der Geschichte schwebte und nicht Teil dieser war. Die Autorin präsentiert dem Leser nicht alles auf dem Silbertablett, sondern arbeitet mit Andeutungen, bei denen aufmerksames Lesen gefragt ist. Leider hatte dieses Schweben bei mir den Effekt, dass ich viele Andeutungen zunächst gar nicht als solche verstand und damit wichtige Aspekte nicht mitbekam.
Wichtige Details werden wie beiläufig hereingestreut und teils nur in Nebensätzen erwähnt, so dass der Leser Teil der Geschichte sein muss, um nicht den roten Faden zu verlieren, der sich durch das Buch zieht.
Die vielen Charaktere, die alle namentlich genannt werden, haben bei mir leider für noch mehr Verwirrung gesorgt, so dass ich zu Beginn mehr geschwommen bin, als Anteil an den schrecklichen Ereignissen zu nehmen.
Durch die Fülle an Personen wirken viele zunächst blass und farblos, was sich allerdings bei einigen der Charaktere im Laufe der Geschichte ändert.

Einzig Kommissar Alvermann, Protagonist von Himmelskinder wird bereits zu Beginn als spleeniger, aber sympathischer Charakter vorgestellt, der für meinen Geschmack zu sehr auf seine Gesundheit und seine Unzulänglichkeiten fixiert ist.
Die humorvollen, aber doch derben Sprüche, die sich Alvermann und sein Team zuwerfen sind eine gelungene Abwechslung zu der doch sehr brisanten und bedrückenden Thematik, die dieses Buch aufgreift.

Mit einer eher distanzierten und realitätsnahen Schreibweise schafft Marion Feldhausen es der Kern dieser Thematik aufzufangen und zu transportieren, dabei lässt sie die Thematik für sich sprechen, ohne auf blutige Details zurückzugreifen.
Die emotionalen und doch sehr bedrückenden Rückblenden runden das Ganze ab und schaffen es beim Leser ein beklemmendes Gefühl zu hinterlassen, das der Materie gut tut und die richtige Stimmung vermittelt.

Das Ende hingegen hätte ich mir der Stimmung entsprechend länger und ausführlicher gewünscht. So kam es doch sehr rasant und durch offene Fragen nicht wirklich zufriedenstellend daher.
Der Epilog hingegen passte wieder zur bedrückenden Stimmung und entließ mich mit gemischten Gefühlen.

Fazit
Ich bin durch die Bezeichnung “Psychothriller” mit einer ganz anderen Erwartung an das Buch heran gegangen und habe es scheinbar bis zum Ende nicht geschafft mich aus dieser Erwartungshaltung zu lösen.
Wäre mir das Buch als leichter Krimi mit brisanter Thematik verkauft worden, dann hätte ich es anders betrachtet und vermutlich auch anders bewertet. So kann ich den “Psychoteil” natürlich in der Thematik um die menschlichen Abgründe wiederfinden, dennoch entsprach das Buch für mich nicht dem klassischen Genre “Psychothriller” wie ich ihn bis jetzt kennen gelernt habe.

Wer sich nicht von der Bezeichnung auf dem Buchrücken leiten lässt und mit der richtigen Erwartungshaltung an den Roman herangeht, dem könnte er durchaus gefallen. Bildet euch eure eigene Meinung, wenn ihr wollt.

Skala 2,5 Stern

Infos
“Himmelskinder” von Marion Feldhausen
Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. Januar 2012)
Taschenbuch (320 Seiten)
ISBN-13: 978-3442378364

zum Buch

Vielen Dank an Blanvalet für die Bereitstellung des Leseexemplars und Marion Feldhausen für die Begleitung der Leserunde.

[Rezension] Gottlose Küsse von Carola Kickers

Gottlose Küsse

“Bissig, blutig, dunkelromantisch. Eine kleine Sammlung von überarbeiteten Kurzgeschichten von Carola Kickers zum Thema Vampire, in denen Wahrheit und Fiktion dicht beinander liegen.
In „Hauptgewinn“ zum Beispiel hat eine junge Frau bei einem Preisausschreiben gewonnen.Allerdings muss sie sofort ihre Koffer packen, denn der Flug geht schon am selben Abend. Was sie nicht weiß, ist, dass sie zu einem Grafen nach Transsylvanien geflogen wird…”
(Quelle: Amazon)

 

Gottlose Küsse von Carola Kickers ist eine Reihe kurzer Vampirgeschichten, die alle aus der Ich-Perspektive erzählt werden, wobei die gewählte Zeitform der einzelnen Geschichten zwischen Präsens und Präteritum wechseln.
Die hier gewählte Perspektive hatte leider zur Folge, dass der jeweilige Protagonist stets gesichtslos und teilweise bis zur Mitte einer Geschichte auch geschlechtslos blieb, was mich doch ein wenig verwirrte.

Der Schreibstil der Autorin hat mir grundsätzlich gut gefallen, lediglich ein paar wenige Formulierungen haben mich ein bisschen holpern lassen. Ansonsten konnte ich die Texte flüssig runterlesen.
Was beim Lesen allerdings gestört hat, waren die doch recht häufig vorkommenden Fehler im Text. Leerzeichen mitten in einem Wort, ein paar wenige Rechtschreib- und Grammatikfehler und fehlende Worte ließen mich doch das ein oder andere Mal einen Satz ein zweites Mal lesen.
Auch die Formatierung des Textes schien, zumindest für den Kindle, nicht optimiert worden zu sein. So fanden sich Absätze inmitten eines Satzes und Überschriften, die eine neue Geschichte einleiten sollten, fanden sich am Ende einer Seite wieder.

Die Geschichten an sich sind ganz nett. Nichts Neues oder Überraschendes – für Zwischendurch allerdings ganz gut geeignet.

Skala 2,5 Stern

Infos
Kindle Edition (117 KB)
ca. 25 Seiten

MCK Verlag/Vampire Magic Edition (4. Juni 2012)
ASIN: B0088X08C6
Preis: 0,89€

[Rezension] Bombenstimmung: Ein Kurzkrimi von Kaspar Dornfeld

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“Als er eines Morgens vor seinem verhassten Computer in einem Café sitzt, erscheinen plötzlich wie von Geisterhand Befehle auf seinem Bildschirm. Befolgt er sie nicht, explodiert eine Bombe unter seinem Stuhl. Kaspar Dornfeld ist ein Meister des komischen Kriminalromans. Einmal mehr beweist er mit diesem schmalen Büchlein, dass er auch in kurzer Form furiose Geschichten über seinen ewig brummigen Hauptkommissar erzählen kann. “
(Quelle: Amazon)

 

Bombenstimmung, ein Kurzkrimi von Kaspar Dornfeld ist genau das, was er verspricht – ein kurzer Krimi. Mehr eine kurze krimiartige Geschichte von gerade einmal 13 Seiten, also genau richtig, um ein wenig Wartezeit zu überbrücken oder um in der Mittagspause etwas zu schmökern.

Der flüssige und leichte Schreibstil des Autors hat mich angenehm überrascht, so dass ich den Krimi schnell durchgelesen hatte.
Ein bisschen ironisch und mit einer Prise Humor kommt die kurze Geschichte um Hauptkommisar Ernest Reemund daher, der ein bisschen mehr Spannung nicht geschadet hätte.
Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass Dornfeld mit seinem Kurzkrimi einen guten Eindruck hinterlassen hat und ich mir durchaus vorstellen könnte ein längeres Buch von ihm zu lesen. Die am Schluss platzierte Werbung für zwei seiner anderen Bücher hat mich daher auch nicht gestört, vor allem, da Bombenstimmung kostenlos erhältlich ist.

Ich habe die Kurzgeschichte auf dem Kindle gelesen und muss sagen, dass die Darstellung einwandfrei war. Ich hatte keinerlei Probleme beim Lesen.

Wer kurz in den Schreibstil des Autors hereinschnuppern möchte, der kann dies prima mit diesem Kurzkrimi tun. Mir persönlich hat der Schreibstil zugesagt, so dass ich dieses eBook weiterempfehlen kann.

Skala 4 Stern

Infos
Kindle Edition (228 KB)
ca. 13 Seiten

RATTENREITER Verlag (6. Dezember 2011)
ASIN: B006NX776S
Preis: 0,00€

[Rezension] Starters von Lissa Price

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Inhalt
Das USA der Zukunft ist düster, trostlos und leer. Ein sogenannter Sporenkrieg hat alle Menschen mittleren Alters ausgelöscht und nur noch junge und alte Menschen zurückgelassen. Starters und Enders.
Auf Grund der sehr hohen Lebenserwartung von bis zu 200 Jahren regieren die Enders in den USA. Einige wenige Starters mit Angehörigen unter den Enders können die Privilegien eines angenehmen Lebens genießen. Der Rest kämpft auf der Straße ums Überleben, in der ständigen Angst gefasst und ins Heim zur Zwangsarbeit gebracht zu werden.
So auch Callie und ihr kleiner Bruder Tyler. Die Eltern an den Folgen des Sporenkriegs gestorben und ohne Groß- oder Urgroßeltern müssen die beiden ihr Leben auf der Straße meistern.

Um der Zwangsarbeit zu entkommen und ihrem kranken Bruder Medikamente kaufen zu können beschließt Callie ihren Körper zu vermieten. Eine neue und noch illegale Möglichkeit für Enders sich wieder jung zu fühlen. Sie mieten für Tage, Wochen oder sogar Monate den Körper eines Starters, ohne dass dieser etwas davon mitbekommt.

Während eines solchen Mietverhältnisses wacht Callie plötzlich auf und findet sich in ihrem Körper wieder, doch irgendetwas stimmt nicht…ihre Mieterin ist immer noch in ihrem Bewusstsein und plant einen Mord.

Meine Meinung
Starters ist ein Jugendbuch mit einer Altersempfehlung von 14 bis 17 Jahren und das darf man während des Lesens nicht vergessen.
Lissa Prices Schreibstil ist sehr einfach und flüssig, aber durchaus der Altersgruppe entsprechend. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive. Callie führt den Leser durch eine emotionsarme Welt und lässt diesem viel Raum für seine eigene Phantasie. Anders ausgedrückt: Price spart sehr an den Details. Kurz wird angerissen wie ein Schauplatz aussieht und die markantesten Details eines Charakters werden erläutert, der Rest ist dem Leser überlassen. So erfährt man beispielsweise eher wenig über Callies genaues Erscheinungsbild, was aber durchaus zum Bild der anonymen Spenderin passt.

Lissa Price beschränkt sich in Starters mehr auf die Thematik der Unterdrückung und des Identitätsdiebstahls, als auf die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen des Sporenkriegs. Mich als erwachsene Person hätten diese beiden Aspekte im Kontext einer dystopischen Welt natürlich sehr interessiert. Behält man allerdings im Kopf, dass dies ein Roman für Jugendliche sein soll, haben gesellschaftskritische Themen mehr Stellenwert bei den jungen Leuten als Politik und Wirtschaft.
Der Kampf der jungen Callie um ihren Bruder, die Auflehnung und die Spannung würden mich als Jugendliche ehrlich gesagt auch mehr fesseln.

Ich habe keine allzu hohen Ansprüche an Starters gestellt, wollte ich doch nur ein Buch lesen, das mich kurzweilig unterhält. Und genau das hat es auch getan. Ich hatte Spaß beim Lesen und wollte wissen wie es Callie ergeht. Price konnte geschickt die Spannung halten, so dass keine Längen entstanden. Zum Ende hin wurde es sogar noch spannender, auch wenn ich finde, dass sich alles viel zu einfach und schnell in Wohlgefallen aufgelöst hat. Nachdem Callie zu Beginn doch sehr zu kämpfen hatte, findet sie am Ende zu schnell zu viele Verbündete und all ihre Probleme sind mit einem Schlag gelöst. Das wirkt leider etwas unrealistisch, macht aber ein schönes Ende.
Liest man dann noch etwas weiter, kann man feststellen, dass Price einen Cliffhanger eingebaut hat, der Lust auf den zweiten Teil macht.

Fazit
Ein spannendes Buch von dem der erwachsene Leser nicht zu viel erwarten darf. Gesellschaftskritik, ein kleines bisschen Liebe und eine taffe Protagonistin machen Starters zu einem netten Roman für zwischendurch. Über fehlende Tiefe der Charaktere und einige Ungereimtheiten sollte man allerdings hinweg sehen können.
Für Jugendliche dennoch passend und interessant geschrieben, kann ich dieses Buch guten Gewissens weiter empfehlen.

Vor fünf Jahren hätte Starters von mir 4 von 5 Sternen bekommen, doch mit meinen erwachseneren Augen bekommt es gute 3,5 Sterne.

Skala 3,5 Stern

Infos
“Starters” von Lissa Price
ivi  (12. März 2012)
Gebundene Ausgabe (400 Seiten)
ISBN-13: 978-3492702638

[Rezension] Die letzte Wahrheit von Dawn Cook

Die letzte Wahrheit ist der vierte und letzte Band der Tetralogie um “Die Bücher der Wahrheiten” von Dawn Cook und bildet somit den Abschluss dieser wundervollen Reihe.
Da es sich, wie gesagt um den letzten Band handelt, setze ich die vorausgegangenen Bücher als bekannt voraus. Für alle, die Band 1-3 nicht kennen, könnten unerwünschte Spoiler enthalten sein.

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Titel: Die letzte Wahrheit (Bd. 4)
Autor: Dawn Cook
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 10. November 2008
Format: Taschenbuch (480 Seiten)
ISBN-13: 978-3442265794
Preis: 8,95€

zum Buch



Inhalt
Das Leben auf der Feste hat sich gewissermaßen eingependelt und alles geht seinen gewohnten Lauf – bis auf die Tatsache, dass die einzigen Bewohner weiterhin nur Alissa, Strell, Lodesh, Conen-Neute und Nutzlos sind. Lodesh und Strell kämpfen immer noch um die Gunst Alissas, Nutzlos hat es sich zur Aufgabe gemacht die Feste zu reparieren und Alissa scheint sich in eine Traumwelt geflüchtet zu haben.
Bereits seit Monaten träumt sie immer wieder von dem selben Mädchen, das auf der anderen Seite der Welt auf einer Insel gefangen ist. Die Träume kommen Alissa jedes Mal sehr real vor, bis sie eines Tages realisiert, dass sie gar nicht träumt, sondern Kontakt mit einem der verschollenen Meister aufgenommen hat.

Zu viert machen sie sich auf die lange und nicht ganz ungefährliche Reise, um die verschollenen Meister zu retten und geraten dabei in Lebensgefahr.

Meine Meinung
Auch im letzten Band der Tetralogie um die Bücher der Wahrheiten hat Dawn Cook es geschafft mich in die Welt der Rakus und Bewahrer zu entführen. Sehr eindrucks- und gefühlvoll beschreibt sie die Geschichte von Alissa, Strell und Lodesh.

Die wenigen Rückblenden zu Beginn des Buches erlauben einem sich an die vorangegangenen Bücher zu erinnern, stören aber keineswegs den Lesefluss oder gar den Einstieg in die neuen Abenteuer der Protagonisten. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl ich würde mich durch bereits bekannte Passagen quälen bis endlich die richtige Geschichte beginnt. Ein absoluter Pluspunkt, da ich es auch anders kenne.

Wie auch in den anderen drei Büchern arbeitet Cook mit wenigen, aber sehr eindrucksvollen Charakteren, die mit viel Liebe und Tiefe gezeichnet wurden. Sehr geschickt schafft es die Autorin bestimmte Sympathien bzw. Antipathien gegenüber den Charaktere aufzubauen – so hat sie beispielsweise einige Charaktere schleichend und aus sehr gutem Grund unsympathischer gezeichnet. Ich hatte das Gefühl, dass sie das auch getan hat, um dem Leser den Abschied ein wenig zu erleichtern.

Wenn ein Autor es schafft mich emotional so sehr zu berühren, dass ich abwechselnd Rotz und Wasser heule und vor Freude strahle, dann hat das schon etwas zu bedeuten. Dawn Cook hat dies definitiv geschafft. Ich habe so sehr mit den Charakteren mitgefiebert und mitgelitten – deren Handlungen und die Beschreibung ihres Lebens haben mich einfach voll und ganz in ihren Bann gezogen.

Beeindruckt hat mich ebenfalls, wie Cook es geschafft hat, scheinbar unwichtige Handlungen und Aussagen aus den Vorbänden hier im letzten Band zu verweben. Damit hat sie es geschafft, ein stimmiges Gesamtbild und somit ein rundes Ende zu finden, das auf der einen Seite irgendwie klischeehaft, aber doch überraschend daher kam.

Fazit
Mit “Die letzte Wahrheit” schafft es Dawn Cook die Tetralogie um die Bücher der Wahrheiten zu einem emotionalen, aber auch actionreichen Ende zu bringen, das in sich stimmig ist.
Auch im letzten Teil finden sich keine epischen Schlachten. Die Bücher der Wahrheiten sind typische Romane, die sich mehr auf das Erzählen an sich, als auf Spannungsaufbau und blutige Szenen beschränken.

Wer sich in eine Welt voller Magie, Rakus und Gefühle begeben möchte, dem sei diese Tetralogie wärmstens empfohlen.

5 von 5 Sternen und damit ein sehr empfehlenswertes Buch.

[Rezension] Blutsommer von Rainer Löffler

Blutsommer

Inhalt
Ein äußerst brutaler Serienmörder treibt in Köln sein Unwesen. Die Kölner Polizei kommt mit ihren altbewährten Methoden nicht weiter und fordert Martin Abel, eine Koryphäe im Bereich der Fallanalyse, an. Zu allem Überfluss muss Abel bei diesem besonders schwierigen Fall auch noch einen Neuling, Hannah Christ, mitschleppen und ihren Lehrer spielen. Eine Rolle, die dem rüpelhaften und verschlossenen Abel so gar nicht steht.

Während Abel den Fall analysiert und sich dabei mit jedem aus seinem Umfeld anlegt, mordet der “Herr der Puppen” ungeniert weiter. Grausam verstümmelte Leichen, denen die wichtigsten Organe, Körperteile und das gesamte Blut fehlen, geben den Ermittlern Rätsel auf. Wer ist der “Herr der Puppen”?

Meine Meinung
Blutsommer beginnt mit einem wirklich spannenden Prolog, bei dem ein Familienausflug in einer Katastrophe endet. Die jüngste Tochter der Familie Lerch stolpert ahnungslos in die bereits verwesen Überreste einer menschlichen Leiche. Der Prolog endet dramatisch, doch leider erfährt man als Leser nicht mehr wie es mit der Tochter weiter geht. Schade, da es mich persönlich schon interessiert hätte.

Nach dem Prolog treffen wir auch gleich schon auf unseren Protagonisten, Martin Abel. Eine kaputte Koryphäe, so wie ich ihn gerne bezeichne. Der beste in seinem Bereich, doch von seiner Arbeit aufgezehrt, tritt er seinen Mitmenschen arrogant, gefühlskalt und verschlossen gegenüber. Doch in ihm steckt mehr als es den Anschein hat.
Ihm zur Seite steht die noch unerfahrene, aber unglaublich ehrgeizige und taffe Hannah Christ.
Die beiden verbindet zunächst so etwas wie eine Hassliebe, die der ganzen Geschichte, meiner Meinung nach, einen gewissen Pepp verleiht. Ich musste nicht nur einmal schmunzeln beim Lesen der Dialoge und habe mich über diese Art von Beziehung gefreut, weil sie einfach mal anders war. Keine Protagonisten, die sich von Anfang an verstanden, als hätten sie schon seit Jahren zusammen gearbeitet und keine Liebesgeschichte…dachte ich. Leider, leider ist auch hier wieder eine Liebesgeschichte daraus entstanden, die eindeutig zu kitschig beschrieben worden ist. Dass sich eine so taffe junge Frau plötzlich in ein flauschiges Teeniehäschen verwandelt, fand ich nicht sehr authentisch und es hat mich ehrlich gesagt massiv gestört. Schade. Warum muss es nur in jedem Buch ein Liebespaar geben?

Die Handlung an sich empfand ich als spannend und interessant. Größere und kleinere Wendungen, der angenehm flüssige und leichte Schreibstil und die bildhafte Sprache machten es mir leicht in die Geschichte einzutauchen. An einigen Stellen beschreibt der Autor sehr bildhaft und detailliert, so dass ich mich schon etwas ekeln musste. Allzu schlimm habe ich es aber nicht empfunden, doch für zart besaitete Menschen könnte es etwas zu viel sein.

So sehr ich auch mit Abel und dem Rest mitgefiebert habe, konnten mich einige der Szenen nicht restlos überzeugen. Zu konstruiert und teilweise melodramatisch wirken beispielsweise Momente, in denen Leichenteile, wie durch Zufall, der rettenden Anker sind oder Abel bei den Verdächtigenbefragungen den richtigen Riecher hat, sich aber kurz vorm Ziel ablenken lässt.
Das war mir ein bisschen zu viel des Guten – ich denke auch ohne diese überzogen dramatischen Momente wäre der Leser vom Plot gefesselt gewesen.

Fazit
Blutsommer ist ein durchaus gelungenes Debüt mit Luft nach oben. Ein spannender Plot und interessante Charaktere lassen den Leser bis zum Ende mitfiebern.
Wer auf blutige Details steht, der kann ruhig einen Blick riskieren und seine Vorstellungskraft ankurbeln lassen. Ich bin gespannt wie Martin Abel und Rainer Löffler sich im zweiten Band dieser Serie schlagen.

Infos
“Blutsommer” von Rainer Löffler
rororo (1. Juni 2012)
Taschenbuch (496 Seiten)
ISBN-13: 978-3499257278

 

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und vorablesen.de für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

[Rezension] Schnitt von Marc Raabe

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Titel: Schnitt
Autor: Marc Raabe
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 11. Mai 2012
Format: Klappenbroschur (448 Seiten)
ISBN-13: 978-3548284354
Preis: 14,99€

zum Buch

 


Inhalt
Vor fast 30 Jahren ist ‘es’ passiert. Doch was genau ‘es’ ist, daran kann Gabriel sich nicht mehr erinnern. Aber er muss, um das Leben seiner schwangeren Freundin zu retten.

Gabriel Naumann erlebte als 11-Jähriger einen Albtraum, der ihm sein Leben zur Hölle gemacht hat. Aufenthalte in der Psychiatrie, zweifelhafte Behandlungsmethoden und Drogensucht gehörten zu seinem Alltag.
Trotzdem scheint es, dass er mittlerweile sein Leben wieder im Griff hat, bis der Albtraum von vorne beginnt. Seine schwangere Freundin Liz ist entführt worden und keiner glaubt ihm. Nach einem verzweifelten Hilferuf über Handy alarmiert Gabriel die Polizei, doch als diese am Ort des Geschehens eintrifft, findet sie nur die Leiche eines jungen Mannes, keine Spur von Liz. Die Polizei glaubt nicht, dass diese entführt wurde und macht Gabriel zum Hauptverdächtigen im Mordfall des jungen Mannes.
Zu allem Überfluss verlangt Liz’ Entführer, dass Gabriel sich an die Nacht vom 13. Oktober 1979 erinnert, um seine Freundin zu finden. Doch die Erinnerung will sich nicht einstellen…

Meine Meinung
Marc Raabes Erstlingswerk ist ein durchaus spannender Thriller. Nach einem aufwühlenden und packenden Prolog aus Gabriels Vergangenheit landet der Leser sofort mitten im Geschehen der Gegenwart. Der Prolog verrät aber keineswegs was vor 30 Jahren passiert ist, so dass wir als Leser auf dem gleichen Stand wie Gabriel sind. Zusammen mit ihm machen wir uns auf die Jagd nach seinen Erinnerungen und dem Entführer von Liz.

So rasant wie der Thriller beginnt, geht er leider nicht immer weiter. Einige Passagen waren mir zu stark mit Informationen ausgeschmückt, die eigentlich eher uninteressant für den Verlauf der Geschichte waren. Trotz dieser Passagen versteht Raabe es aber dennoch den Spannungsbogen zu halten und mit kurzen Kapiteln zu punkten.

Wir als Leser erleben die Geschichte aus der Perspektive Gabriels, Liz’ und teilweise auch aus der von Gabriels Bruder David. Der Wechsel zwischen den einzelnen Perspektiven lässt den Leser nie mehr wissen als die Protagonisten selber, was sehr zum Spannungsaufbau beiträgt.
Ich bin ein begeisterter Thriller-Leser und habe damit schon so einige Bücher aus diesem Genre gelesen. “Schnitt” hat es geschafft mich bis zum Schluss im Dunkeln tappen zu lassen. Die ein oder andere Ahnung keimte zwar auf, aber das große Ganze habe ich erst am Ende des Buches erfahren. Ein absoluter Pluspunkt, wobei ich sagen muss, dass das Ende etwas langgezogen war. Allerdings ist mir das lieber, als zu rasante und abrupt endende Bücher, bei denen ich das Gefühl bekomme, der Autor ist schon eine Woche über dem Abgabetermin.

Das “Psycho” in diesem Psychothriller kommt auch nicht zu kurz und der Leser kann sich auf skurrile Momente freuen, die teilweise aber auch sehr brutal und blutig sein können. Für Zartbesaitete könnten die sehr bildlich beschriebenen Szenen eventuell etwas zu viel sein. Mich haben sie nicht gestört.

Fazit
Marc Raabes Debütroman “Schnitt” ist ein insgesamt gelungenes Erstlingswerk, das ich gerne weiter empfehle. Die Geschichte ist spannend und die Charaktere interessant gezeichnet. Ein wenig Luft nach oben ist immer, aber ich bin mir sicher, dass ein zweites Werk durchaus noch mehr Thrill haben könnte.

4 von 5 Sternen von mir und damit eine Lese-Empfehlung.

[Rezension] Ein letzter Job von Adrian McKinty

 

Ein letzter Job

Inhalt
Der in die Jahre gekommene Killian möchte seinem alten Leben als Auftragsverbrecher den Rücken kehren. Doch Schulden und ein vermeintlich einfacher und sehr lukrativer Job lassen ihn ein letztes Mal umdenken. Er soll für eine halbe Million Pfund die Ex-Frau eines reichen Unternehmers und deren zwei Kinder finden und zurückbringen. Der Job verspricht einfach und unblutig zu werden.
Doch wie sehr man sich irren kann, erlebt Killian nun am eigenen Leib. Verfolgt und verprügelt von einem Auftragskiller versteht er nun, dass es nicht nur um die Kinder gehen kann. Doch was genau steckt dahinter und wie kommt er aus der Sache wieder raus?

Meine Meinung
Actionreich, schnell und mit Tiefgang – so wurde der Thriller von Adrian McKinty beschrieben. Die Leseprobe vermittelte auch genau dieses Gefühl. Recht zügig bin ich in der Story angekommen und lernte den etwas anderen Protagonisten kennen. Wie bestimmt viele von euch, hatte auch ich ein Bild von Auftragsverbrechern im Kopf. Skrupellos, brutal und egoistisch. Killian ist anders. Ruhig, intelligent und ein wenig philosophisch erledigt er seine Aufträge ohne Blutvergießen. Trotz seiner Tätigkeit irgendwie sympathisch.

Auch der Schreibstil ist irgendwie anders, zumindest habe ich ihn so empfunden. Intelligent und mit Ausdrucksweisen, die ich noch nicht häufig gelesen oder gehört habe. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich eingelesen hat, dann lässt es sich leicht und flüssig lesen.
Was mich persönlich allerdings gestört hat, waren die Rechtschreib- und Grammatikfehler, die mir leider zu häufig aufgefallen sind. Ich bin immer mal wieder darüber gestolpert, was den Lesefluss an diesen Stellen gestört hat. Sehr schade.
Auch bin ich leider immer wieder über die wirklich schwierigen irischen Städtenamen gefallen, die ich teilweise nicht einmal annähernd aussprechen konnte.

Einem Regionalkrimi ähnlich führt uns McKinty durch ganz Irland und lässt uns an der Landschaft und den Routen teilhaben. Für Irland-Kenner sicherlich eine Bereicherung und nett zu lesen. Doch mich, die sich überhaupt nicht in Irland auskennt, hat diese Beschreibung mehr verwirrt, als das sie mir geholfen hätte. Es nimmt außerdem eine Menge Raum im Buch ein, so dass diese Parts irgendwann langweilig wurden und ich sie mehr überflogen als gelesen habe.

So viel Zeit wie sich McKinty für die Beschreibung Irlands genommen hat, nimmt er sich auch für die Hintergründe der Charaktere, was ich sehr interessant fand. So habe ich auch etwas über die Pavee – ein irisches Travellervolk – erfahren, denen Killian als Kind und junger Erwachsener angehört hat.
Bei der äußerlichen Beschreibung der Charaktere spart er allerdings wieder erheblich, so dass ich mir keinen Charakter wirklich bildlich vorstellen konnte. Zwei Drittel des Buches hatte ich ein selbst geformtes Bild von Killian im Kopf, das ich dann kurz vor Ende komplett ändern musste, da in einem Nebensatz plötzlich seine Statur erwähnt wurde, die ganz anders war als in meiner Vorstellung.
Ich konnte auch ohne diese Beschreibung eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen, hätte mir aber etwas mehr Details gewünscht.

Bis zu dem Zeitpunkt an dem Killian Rachel und ihre beiden Töchter findet, bleibt das Buch einigermaßen schnell und actionreich. Doch ab diesem Punkt wird es leider voraussehbar und die Schnelligkeit geht verloren. Gegen Ende wurde es mir dann sogar langweilig, ich ahnte was noch folgen würde und genau so kam es dann auch. Das Ende an sich hat mich leider unbefriedigt zurückgelassen, was ich sehr schade fand.

Fazit
Ich bin etwas enttäuscht von dem Buch werde daher keine Kaufempfehlung aussprechen. Für einen Thriller einfach zu wenig Spannung und Action, auch die Vorhersehbarkeit fällt nicht gerade positiv auf.
Irland-Kenner könnten allerdings Gefallen an dem Buch finden, da wirklich viel auf das Land eingegangen wird.
Recht angenehm und einfach zu lesen, aber kein Buch, das ich ein zweites Mal lesen würde.

Infos
“Ein letzter Job” von Adrian McKinty
Suhrkamp Verlag (16. April 2012)
Taschenbuch (397 Seiten)
ISBN-13: 978-3518463727

Vielen Dank an vorablesen.de und den Suhrkamp Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

[Rezension] Fuck It!: Loslassen – Entspannen – Glücklich sein von John C. Parkin

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“Der ultimative spirituelle Weg

Ohne Guru oder jahrelanges Meditieren: John C. Parkin präsentiert die schnellste Entspannungsübung, die man sich vorstellen kann. Es braucht nur zwei Worte, die, laut und voller Überzeugung gesprochen, zu Gelassenheit und innerer Freiheit führen: “Fuck it!” ist der perfekte Ausdruck der westlichen Welt, der alle fernöstlichen Weisheitslehren in sich vereint. Loslassen, Abstand gewinnen, akzeptieren, was ist, und entspannen. Kurz: “Fuck it!” ist kein Fluch, sondern eine Lebenseinstellung.
Die archaische und anarchische Kraft von “Fuck it!” hilft dabei, Abstand von den Dingen zu gewinnen, die uns belasten oder die wir uns nicht zutrauen. In all seiner Einfachheit, Klarheit und Effizienz ist es ein spiritueller Weg, der ohne Dogma, meditative Gesänge oder Räucherstäbchen auskommt – und nichtsdestotrotz von unserem täglichen Stress und von Ängsten und Druck befreit. John C. Parkins unkonventionelles Konzept zeigt, wie wir eine neue innere Haltung voller Ruhe und Ausgeglichenheit gewinnen, wenn wir aufhören, alles kontrollieren zu wollen, und lernen, loszulassen. Eine inspirierende Mischung aus Buddhismus und Rebellion, die direkt zu wahrer Freiheit führt.
Fernöstliche Weisheit für unseren Alltag, inspirierend und humorvoll.”

Heute wage ich mich an die Rezension eines Ratgeberbuchs. Absolutes Neuland für mich, und ich bin gespannt, wie es mir gelingt.
Betrachten wir zunächst das Cover.

Schlicht, aber ansprechend gestaltet und mit der deutlichen Aufforderung “Fuck It” sticht es ins Auge. Betrachtet man dann noch die Schattenfigur auf dem Cover, könnte es einem bereits das erste Schmunzeln entlocken. Zumindest ich musste, auch anhand des Klappentextes, über die Symbolik schmunzeln.

Meine Meinung
Ich lese nicht gerne Ratgeberbücher, da sie mir meistens zu dogmatisch sind und mit einer, mir fast unbegreiflichen Ernsthaftigkeit, versuchen einem weis zu machen, dass es nur diesen einen Weg gibt.
Nun bekam ich aber genau so ein Ratgeberbuch zum Geburtstag geschenkt und da ich tatsächlich ein Mensch bin, der sich schwer entspannen und loslassen kann, dachte ich, ich gebe diesem Buch eine Chance. Viel erwartet habe ich, um ehrlich zu sein nicht.

Als ich zu lesen begann, fiel mir zunächst auf, dass der Autor aus Erfahrung zu sprechen schien. Ein Pluspunkt für mich. Wer selbst Probleme hat(te) bzw. eine Krise überwinden konnte, der weiß wovon er spricht und genau dieses Gefühl übermittelte das Buch.

Humorvoll, doch manchmal konstruiert “witzig” führt uns Parkin durch die Welt des Fuck It – Ways. Nach einer kurzen Einleitung wieso und vor allem wie man dieses Buch lesen sollte (einfach Querbeet), erklärt der Autor warum es wichtig ist einfach mal “Fuck It!” zu sagen.
Für kleinere, eher unbedeutende, für mich aber dennoch wichtige Dinge empfand ich seine Ratschläge als hilfreich. Es hat nicht mein Leben verändert, aber ich mache mir nun tatsächlich nicht mehr so häufig und ewig lange Gedanken um belanglose Dinge.
Bei den großen, doch sehr bedeutungsvollen Dingen hatte ich eher das Gefühl, der Leser bräuchte einen Totalzusammenbruch, um die Ratschläge umzusetzen. Da ich zum Glück keinen Totalzusammenbruch hatte, kann ich nicht beurteilen, ob dieser Teil hilfreich ist oder nicht. Ich fand ihn etwas übertrieben. Es kam mir manchmal so vor, als würde Parkin wollen, dass wir Egoisten werden und nur noch an uns und niemanden sonst denken. Nicht sehr sympathisch.

Die beschriebenen Fuck It – Techniken (Loslassen, Entspannen, Annehmen, Unbeteiligtes Betrachten und Bewusstes Atmen) empfand ich wieder als sehr hilfreich und gut umzusetzen.

Der Autor geht in seinem Buch noch auf die Wirkung des Fuck It – Sagens ein und beschreibt diesen Weg in speziellen Lebenslagen. Hier hatte ich das Gefühl, dass er begonnen hat sich zu wiederholen. Das Muster bleibt gleich und in diesem Teil versteht man auch die Erklärung –wie- man das Buch lesen sollte. Sucht euch einfach, die für euch wichtigen Lebensbereiche heraus.

Fazit
Ein etwas anderes, humorvoll geschriebenes Ratgeberbuch, das man als “gut durchwachsen” bezeichnen kann. Neben weniger hilfreichen und schwer umsetzbaren Ratschlägen tummeln sich einige, doch recht einfach umsetzbaren Tipps und Techniken, die man ruhig einmal ausprobieren kann. Nur das Productplacement in eigener Sache, zum Schluss des Buches, hat mich doch gestört – schade.

Macht euch selber ein Bild vom Buch, wenn ihr wollt.

Skala 3 Stern

Infos
“Fuck It!: Loslassen – Entspannen – Glücklich sein” von John C. Parkin
Ariston (12. April 2010)
Paperback (256 Seiten)
ISBN-13: 978-3424200300
Preis: 16,95€

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