Kategorie: Buchrezension

[Rezension] Tilla, Zwieback und die verzwickte Zoorettung von Patricia Schröder

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Titel: Tilla, Zwieback und die verzwickte Zoorettung
Autor: Patricia Schröder
Illustration: Edda Skibbe
Verlag: KeRLE in Herder
Erscheinungsdatum: 30.September 2015
ISBN: 978-3-451-71256-2
Format: gebundene Ausgabe (208 Seiten)
Preis: 9,99€

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Leseprobe

 

 

Worum geht es?

Eigentlich sollte es ein perfekter Tag werden. Tilla plant nach ihrem letzten großen Abenteuer mit ihrem knallroten Eisenbahnwaggon die Rückkehr zu ihren Eltern, als sie mit Schrecken feststellen muss, dass ihre Riesenfledermaus Zwieback spurlos verschwunden ist. Tilla setzt sofort alle Hebel in Bewegung, um ihren Freund schnellstmöglich wiederzufinden. Hat der unsympathische Nashorn-Mann etwas mit Zwiebacks Verschwinden zu tun? Er scheint ein ziemlich übler Schurke zu sein und führt nichts Gutes im Schilde, das ist Tilla schnell klar. Als einem Zoo in der Nähe das Aus droht, Tieren das Leben zur Hölle gemacht wird und eine kranke Giraffe eingeschläfert werden soll, erwacht Tillas Löwenherz. Entschlossen beschließt Tilla, den Tieren dort zu helfen und ist mittendrin in ihrem zweiten Abenteuer.

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe mich riesig auf ein Wiedersehen mit dem rothaarigen Wuschelkopf und seinen vielen Sommersprossen gefreut. Endlich ein neues Abenteuer von Tilla.

Wie bitte? Habe ich da richtig gehört, ihr kennt Tilla Pupilla noch noch nicht? Dann werde ich mal schnellstmöglich Eure Wissenslücke schließen und Euch von Tilla erzählen. Ähnlich wie Pippi Langstrumpf ist auch Tilla ein fast normales Mädchen. Mit einem zugegeben etwas ungewöhnlichen Haustier, ihrer Riesenfledermaus Zwieback. Tillas Vater ist ein Erfinder, meines Erachtens ein begnadeter Erfinder, seine Entdeckungen sind ziemlich lustig, skurril und ungewöhnlich. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, die ein oder andere Erfindung auszuprobieren und meinen Alltag damit zu bereichern. Da wäre zum Beispiel eine Geld druckende Münze oder die einzigartigen Wahrheitsdrops. Toll, oder? Ich denke, der ein oder andere von Euch hätte solche Erfindungen sicher auch gerne.

Seine Frau Edda sieht das ganz anders und so gibt es häufig Streitereien zwischen ihnen. Was Tilla natürlich überhaupt nicht gefällt. Tilla ist 10 Jahre alt. Sie ist mutig, intelligent, unternehmungslustig, witzig und hat ein riesengroßes Herz. Wenn ihr die Streitereien ihrer Eltern zu viel sind, sucht sie Zuflucht in ihrem knallroten Eisenbahnwaggon. Mit dem hat sie im ersten Band schon ein richtig tolles Abenteuer erlebt.

Wie ihr anhand dieser Zeilen vermuten könnt, hat Tilla mein Herz gleich im Sturm erobert. Dieses Buch ist voller liebenswerter Protagonisten. Die Autorin, Patricia Schröder, hat mit ihrem wunderschönen, flüssigen und lockeren Schreibstil eine unglaublich lebendige Tilla-Welt erschaffen. Durch ihre Sprache erwachen die Menschen und Tiere zum Leben und reißen den Leser unweigerlich mit. Wie schon im ersten Teil wendet sich die Autorin in ihrem ersten Kapitel an die Leser mit einer Warnung. Denn wer glaubt, diese Geschichte gibt es wirklich, der wird leider enttäuscht. Wird er wirklich enttäuscht? Nein, auf keinen Fall! Das Buch hat neben den vielen lustigen Aspekten auch ganz viele Ansätze, die zum Nachdenken anregen. Welche das sind? Tja, das müsst ihr schon selbst heraus finden.

Immer wieder spricht die Autorin den Leser direkt an, das gefällt mir richtig gut und vermittelt mir den Eindruck, selbst ein wichtiger Teil der Geschichte zu sein. Die Kapitel haben eine sehr angenehme Länge und sind daher auch für Kinder ab acht Jahren schon alleine zu lesen.

Mit diesem Buch startet eine neue Geschichte und Vorkenntnisse vom ersten Band sind nicht unbedingt nötig. Es gibt immer wieder kleine Rückblicke und sehr viele Anmerkungen und Erklärungen der Autorin. Bis zum Schluss wird alles erklärt – so bleiben keine Fragen offen. Die dreizehn Kapitel haben immer Unterthemen, die eine kleine Vorschau auf das Kapitel geben.

Die vielen tollen und witzigen Illustrationen von Edda Skibbe geben dem Buch noch das fehlende I-Tüpfelchen.

Das Cover ist optisch ansprechend und sticht ins Auge, durch die vielen bunten Farben nicht nur ein Buch für die Mädchen.

Ein wirklich tolles Kinderbuch, welches in keinem Bücherschrank fehlen sollte.

Fazit:

Daumen hoch! Das beste Kinderbuch, das ich in der letzten Zeit gelesen habe. Lasst Euch von dem Tilla-Zauber mitreißen! Ganz klare Leseempfehlung und dafür gibt es natürlich fünf von fünf Sternen.

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[Rezension] Im Schlaf komm ich zu dir von J.R. Johansson

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Titel: Im Schlaf komm ich zu dir
Autor: J.R. Johansson
Übersetzer: Beate Brammertz
Verlag: Heyne fliegt
Erscheinungsdatum: 24. August 2015
ISBN: 978-3-453-26813-5
Format: Klappenbroschur (400 Seiten)
Preis: 14,99€

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Leseprobe

 

Worum geht’s?

Parker schläft nicht. Naja, streng genommen schläft sein Körper, während sein Bewusstsein sich in den Träumen Desjenigen herumtreibt, dem er zuletzt in die Augen geschaut hat. Er durchlebt die Träume Anderer bei vollem Bewusstsein. Steht deren Ängste aus, fühlt ihren Schmerz und erfährt die dunkelsten Geheimnisse. Doch auch wenn sein Körper ruht, hat Parker seit vier Jahren nicht mehr richtig geschlafen und wozu Schlafmangel führt, wissen wir alle. Parker wird bald sterben, wenn sich nicht schleunigst etwas ändert.
Und dann trifft er auf Mia, fast im wahrsten Sinne des Wortes, denn er hätte sie beinahe mit seinem Auto gerammt. In ihren Träumen kann er das erste Mal richtig schlafen, das hat vorher bei niemand anderem funktioniert. Parker wird quasi süchtig nach dem richtigen Schlaf und beginnt sie zu verfolgen. Dass sein stalkerähnliches Verhalten Mias Misstrauen weckt, ist die unweigerliche Konsequenz dessen…

Meine Meinung zum Buch

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut, als ich den Klappentext gelesen habe. Ich wollte es unbedingt lesen und hoffte auf einen spannenden Pageturner. Doch leider wurde ich enttäuscht.

Durch den Klappentext habe ich eine gänzlich andere Geschichte erwartet, als ich letztendlich bekommen habe. Ich hatte erwartet, dass Parker in eine Traum auf ein Verbrechen stößt, dem er versucht nachzugehen und dass sein Problem zwar wichtig, aber eben doch mehr ein Seitenthema ist. Der Fokus liegt bei “Im Schlaf komm ich zu dir” allerdings wirklich fast nur auf Parker und Mia und die Schwierigkeiten, die sein Verhalten verursachen.

Das Buch ist zwar ein Jugendthriller und damit nicht richtig mit einem Thriller für Erwachsene vergleichbar, doch insgesamt war mir das Buch zu wenig spannend. Teilweise hat es sich regelrecht gezogen und ich musste mich von Seite zu Seite kämpfen. Die Geschichte dreht sich ab und an im Kreis, bevor sie wieder einen Sprung nach vorne macht und den Plot vorantreibt.
Ich hätte mir viel mehr Spannung und Komplexität gewünscht. Der Plot war mir auch für ein Jugendbuch zu simpel gestrickt.

Leider bleiben auch die Charaktere recht blass. Von den Nebencharakteren erfährt man nur ein wenig und auch zu den Protagonisten ist es mir sehr schwer gefallen eine Bindung aufzubauen. Und wenn ich keine Bindung aufbauen kann, dann fühle ich auch mit den Charakteren nicht mit, was sehr viel dazu beiträgt, ob ich ein Buch gut finde oder meine Schwierigkeiten mit ihm habe.

Auch wenn ich viel zu kritisieren habe, war das Buch kein Flopp für mich. Es war durchaus ok und zum Ende hin ist es sogar richtig spannend geworden, was es ein wenig gerettet hat.
Der Schreibstil der Autorin hat mir gefallen, auch wenn ich mir bei den Charakteren, wie gesagt, mehr Tiefe gewünscht hätte. Vielleicht hätte es mir viel besser gefallen, wäre ich ohne Erwartungen an das Buch gegangen. So hatte ich aber nun welche und diese wurden nicht erfühlt.

Fazit

“Im Schlaf komm ich zu dir” ist sicherlich ein Buch, das seine Fans finden wird und bereits gefunden hat. Für mich war es leider nicht ganz die richtige Lektüre. Zu wenig Spannung, leider zu vorhersehbar und zu flache Charaktere. Eine Mischung, die nicht ganz so gut funktioniert.
Da das Ende die Geschichte spannender gemacht und sie bereichert hat, vergebe ich noch 2,5 von 5 Sternen.

[Rezension] Brüste umständehalber abzugeben von Nicole Staudinger

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Titel: Brüste umständehalber abzugeben
Autor: Nicole Staudinger
Verlag: Eden Books
Erscheinungsdatum: 14. September 2015
ISBN: 978-3-959100-13-7
Format: Klappenbroschur (288 Seiten)
Preis: 14,95€

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Leseprobe

Worum geht es?

An ihrem 32. Geburtstag ertastet Nicole Staudinger einen Knoten in ihrer Brust. Von diesem Tag an ändert sich ihr Leben schlagartig. Statt sich um ihre Kinder zu kümmern und ihrer neuen Selbstständigkeit nachzugehen, bestimmen nun ständige Arztbesuche und eine Chemotherapie ihren Alltag. Aber eins ist für die junge Mutter sofort klar: Aufgeben ist keine Option – sie will leben! So nimmt sie den Kampf gegen “Karl Arsch”, den so von ihr getauften Tumor, auf und arbeitet nebenbei weiter an ihrer Selbstständigkeit, begleitet ihre Kinder zu Kindergartenfesten und treibt viel Sport. Es ist die ehrliche, authentische und bemerkenswerte Geschichte einer ganz großen Kämpferin.

Meine Meinung zum Buch:

Auch noch einen Tag nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich immer noch ziemlich aufgewühlt und kann meine Gedanken zu dem Gelesenen schwer ordnen. Ich habe sehr lange überlegt, ob ich mich für diese Leserunde bewerben soll und ob ich mich wirklich mit diesem Thema erneut befassen möchte. Ich bin nicht selber betroffen, habe aber meine Kollegin im letzten Jahr während ihrer Brustkrebserkrankung begleitet. Auch die Mutter einer sehr guten Freundin ist vor ein paar Jahren an Brustkrebs erkrankt und konnte leider nicht geheilt werden. Ein Blick ins Internet zeigt, dass Brustkrebs mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist. Längst sind nicht nur ältere Frauen betroffen, sondern es trifft auch die Jüngeren, in diesem Fall Nicole mit ihren gerade mal 32 Jahren.

Das Cover zeigt eine hübsche, glücklich aussehende Nicole, deren Gesicht zwar von der Cortison-Aufnahme gezeichnet ist, aber deren Augen strahlen. Es ist ein Strahlen, welches man in nur in besonderen Momenten zu sehen bekommt. Ein sehr schönes Foto, wie ich finde.

Der Titel des Buches “Brüste umständehalber abzugeben” finde ich ziemlich gut gewählt. Da erkennt man schon, dass die Autorin mit viel Humor an die Erzählung über ihre Krankheit herangegangen ist.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Nicole Staudinger schreibt es in einem leichten und flüssigen Schreibstil. Mit ihrer humorvollen Art nimmt sie dem Leser den Schrecken vor dieser Krankheit und schaffte es neben den vielen traurigen Momenten auch immer wieder, mich schmunzeln zu lassen. Neben ihrem fürsorglichen Ehemann und ihren beiden kleinen Kindern hat sie in ihrer Mutter eine weitere wertvolle Stütze. Sie stärkt ihr den Rücken und ist bei all ihren Terminen an ihrer Seite. Das finde ich toll, denn es gibt ganz viele Menschen, die durch diese Zeit alleine durchmüssen und die ihre Angehörigen selbst noch aufbauen müssen, obwohl es eigentlich anders herum sein sollte.

Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht und mir vor Augen geführt, wie wenig wir doch das größte Geschenk, das wir haben, zu schätzen wissen: unsere Gesundheit. Wie achtlos wir häufig damit umgehen und wie selbstverständlich wir es annehmen. Ohne Schmerzen, ständige Krankenhausbesuchen, Arzttermine und Chemotherapien. Ich war wirklich erstaunt, wie viele Arzttermine die Betroffenen durchstehen müssen, bevor die eigentliche Behandlung starten kann.

Für mich besonders emotional: die Kapitel, in denen die Autorin über ihre kleinen Kinder schreibt. Die haben mich wirklich zu Tränen gerührt und mich immer wieder staunend zurückgelassen. Dass sie so viel Kraft hat, sich nicht ins Schneckenhaus zu verkriechen, sondern “Karl Arsch” entschlossen entgegen zu treten und sich nicht klein kriegen zu lassen, finde ich bemerkenswert.

Dieses Buch macht sicher vielen Betroffenen sehr viel Mut und hilft vielleicht auch, wenn die Unterstützung der Familie oder der Freunde fehlt. Ich kann es Euch nur empfehlen. Lest es, auch wenn ihr nicht betroffen seid. Es zeigt Euch, was im Leben wirklich wichtig ist: die Gesundheit und die Zeit, die ihr mit Euren Kindern, Familie oder Freunden habt. Passt auf Euren Körper auf und geht zur Vorsorge!

Fazit:

Eine sehr emotionale und rührende Geschichte einer starken Frau mit ganz viel Herz. LESENSWERT, nicht nur für Betroffene. Danke, Nicole, dass Du Deine Geschichte für uns aufgeschrieben hast. Fünf von fünf Sternen.

 

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[Rezension] Der Fluch des Elfenkönigs von Vanessa Walder

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Titel: Der Fluch des Elfenkönigs
Autor: Vanessa Walder
Illustration: Almud Kunert
Verlag: Loewe Verlag
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2015
ISBN: 978-3-7855-7269-6
Format: Taschenbuch (240 Seiten)
Preis: 6,95€

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Worum geht es?

Mitten in einer heißen Sommernacht wird Ariane aus ihrem Bett entführt – von einem riesigen Ungetüm. Bei diesem Ungetüm handelt es sich um einen Drachen aus einem fernen, finsteren Zauberwald, in den er das Mädchen bringt. Hier leben viele magische Geschöpfe, die Ariane nicht wohlgesinnt zu sein scheinen. So hat beispielsweise der Elfenkönig Leandro einen mächtigen Fluch über sie verhängt, der eine Rückkehr nach Hause verhindert, weil sich dort nun niemand mehr an Ariane erinnern kann. Aber warum hat er das getan und warum will er sie zwingen, in seiner Welt zu bleiben? Glücklicherweise findet sie in dem Zauberwald bald Freunde, die ihr helfen wollen, zurück in ihre Menschenwelt zu gelangen und hinter das Geheimnis zu kommen.

Meine Meinung zum Buch?

Dieses Buch ist der Start der Elfenkönig-Trilogie von Vanessa Walder. Dank einer Buchverlosung bin ich darauf aufmerksam geworden.
Das Cover ist ganz zauberhaft, mit erhabener Goldschrift und Goldranken. Der Betrachter schaut durch ein Blätterloch und sieht den riesigen Drachen und Ariane in Nachthemd mit Kopfkissen. Auch ist jede Seite wunderschön von Almud Kunert illustriert. Es gibt viele kleine Elfen und Bewohner des Zauberwaldes zu bestaunen. Ich liebe Elfen und war ganz entzückt, als ich mich durch das Buch geblättert habe.
Der Einstieg ist mir leicht gefallen. Vanessa Walder verwendet einen flüssigen und lebhaften Schreibstil. Mit sehr viel Liebe zum Detail beschreibt sie jeden ihrer Protagonisten. Der ganze Zauberwald erwacht durch ihre Sprache und Erzählung zum Leben und wenn ich die Augen schließe, höre ich hier und da eine kleine Elfe sprechen oder einen Kobold kichern. Das ist so toll und hat mein immer noch kindliches Herzlein gleich in den Bann gezogen. Ich habe die 229 Seiten innerhalb eines Tages verschlungen und war ganz traurig, das Ende so schnell erreicht zu haben.
Es ist zwar ein Kinderbuch, aber auch junggebliebene Erwachsene können sich an dieser Geschichte erfreuen. Ich werde das Buch sicher mit den Jungs nochmal lesen, denn die Wesen aus dem Zauberwald gefallen sicher auch ihnen.
Dank unserer toll ausgestatteten Bücherei hatte ich auch die Möglichkeit, in das Hörbuch rein zuhören. Dieses wird von der Schauspielerin und Regisseurin Ulrike Grote gesprochen, die die Bewohner des Waldes mit ihrer Stimme zum Leben erweckt und dem Zuhörer damit ein phantastisches Hörerlebnis bereitet.
Die Geschichte wird in mehreren Strängen erzählt, die im Laufe der Geschichte perfekt miteinander versponnen werden. Das Buch hat ein abgeschlossenes Ende und lässt keine Fragen offen. Trotzdem möchte ich gleich wieder in den Zauberwald zurückkehren und erfahren, wie es mit Ariane, dem Drachen Obligo, Knaster und Leandro weitergeht.
Ein wirklich lesenswertes Buch für Groß und Klein.

Fazit:

Eine wunderschöne Geschichte, die mein Herz berührt hat, mir noch lange in Erinnerung bleiben wird und die mit fünf von fünf Sternen belohnt wird. Eine ganz klare Leseempfehlung von meiner Seite!

 

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[Kinderrezi] Ricky! Achtung, wütender Monsterkater! von Antje Szillat

Ricky Bd. 1

Titel: Ricky! Achtung, wütender Monsterkater
Autor: Antje Szillat
Illustrationen: Stefanie Wegner
Verlag: Coppenrath Verlag
Erscheinungsdatum: 01.Juni 2015
ISBN: 978-3-649-61601-6
Format: Hardcover (112 Seiten)
Preis: 7,95€

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Worum geht es?

Bombige Bommelmütze!

Die fauchende Teufelskralle, die wie aus dem Nichts in Rickys Leben aufgetaucht ist, entpuppt sich plötzlich als verschmuster Stubentiger. Doch kaum hat Ricky Freundschaft mit ihm geschlossen, verlangt Pa, dass der ständig pupsende kleine Kater wieder ausziehen soll aus ihrer coolen Männer-WG. Total gemein, findet Ricky- und heckt einen geheimen Plan zur Kater-Rettung aus… (Quelle)

 

Meine Meinung zum Buch:

Da ich immer wieder auf der Suche nach gutem Lesefutter bin, habe ich mich für dieses Buch beworben. Die Glücksfee hat meinen Namen gezogen, und so konnte ich dieses Buch bald in den Händen halten. Als ich angefangen habe, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen.

Ricky erzählt die Geschichte wie der Kater Gismo in seine Familie kam. Antje Szillat hat die Geschichte so lustig geschrieben, dass ich mich vor Lachen nicht halten konnte. Und Stefanie Wegner hat obercoole – und lustige Bilder illustriert.

Neben Ricky finde ich seinen Freund Chrissy cool. Außerdem spielen noch Rickys Pa, Oma Mary und sein Bruder Wutz mit, die ich alle sehr gerne mag. Gut finde ich auch die kurzen Kapitel.

Es werden Begriffe wie zum Beispiel Blutphobie oder Mierda benutzt, diese werden am Ende der Seite gut erklärt. Schade, dass das Buch schnell zu Ende war. Ich habe gesehen, dass es bereits einen zweiten Teil gibt, der wandert gleich auf meinen  Wunschzettel.

Fazit:

Antje Szillat hat ein super tolles Buch geschrieben, welches mir sehr viel Spaß beim Lesen bereitet hat. Ich kann das Buch jedem Jungen empfehlen, ab 9 Jahren zum Selberlesen und ab 6 Jahren zum Vorlesen. Ich werde das Buch nun nochmal meinem kleinen Bruder vorlesen, dem wird es sicher auch richtig gut gefallen. Klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.

 

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[Rezension] Changers: Oryon von T Cooper und Allison Glock-Cooper

9783440143636

Titel: Changers: Oryon
Autor: T Cooper und Allison Glock-Cooper
Übersetzer: Manuela Knetsch
Verlag: Franckh Kosmos Verlag
Erscheinungsdatum: 08. September 2015
ISBN: 978-3-440-14363-6
Format: laminierter Pappband (368 Seiten)
Preis: 16,99€

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Leseprobe

 

 

Worum geht’s?

Ein Jahr ist um und Drew weiß, dass wenn sie jetzt einschläft, sie als eine neue Person aufwachen wird. Ein Jahr lang war sie Drew, das aufgeweckte Mädchen, das alle so gerne mochten. Wer wird sie für die nächsten 365 Tage sein? Und was ist mit Audrey? Sie kann und will sie einfach nicht verlieren. Doch die Regeln der Changers sagen da etwas ganz anderes.
Am Morgen nach ihrer Verwandlung wacht Drew als afro-amerikanischer Junge auf. Sie ist jetzt Oryon. Oryon und Audrey würden “normalerweise” in der Highschool nie zueinander finden, doch er muss es versuchen, er darf Audrey nicht verlieren.

Meine Meinung zum Buch

Band 1 hat mich damals geflashed. Die Idee hinter den Büchern und die Umsetzung haben mir richtig gut gefallen. Identitätsfindung mal anders und doch so wertvoll für Jugendliche. Band 1 habe ich geliebt, genauso wie Drew. Mit Oryon bin ich auch sehr gut klar gekommen, doch ein paar kleine Schwächen hatte dieser Folgeband.

Das Buch beginnt noch aus der Sicht von Drew, die kurz vor der Umwandlung steht und diese am liebsten bei Bewusstsein miterleben möchte. Doch dies klappt natürlich nicht und am folgenden Morgen wacht sie völlig verändert auf. Natürlich kann sie auch als Oryon nicht sofort von Mädchen auf Junge umschwenken und als Leser konnte ich amüsiert verfolgen, wie Oryon zunächst sehr weiblich rüberkommt.

Auch wenn das Buch insgesamt sehr humorvoll und witzig ist, kommt der Aspekt der Identitätsfindung und hier in diesem Band besonders das Problemthema Rassismus nicht zu kurz. Als afro-amerikanischer Junge erlebt Oryon bei einigen seiner Mitmenschen eine Gradwanderung um 180° in deren Verhalten ihm und im Vergleich Drew gegenüber. Als hübsches, junges und hellhäutiges Teenagermädchen standen ihm so einige Türen offen, die ihm jetzt verschlossen bleiben.
Die beiden Autoren greifen das Thema Rassismus meiner Meinung nach sehr gut auf und transportieren es an den Leser weitern. Manch einer wird es zu klischeebehaftet finden, doch ich finde es gerade richtig, da ich glaube, dass die Realität eben genauso wahrgenommen wird von den Betroffenen.

Der locker, leichte sehr jugendhafte und umgangssprachliche Schreibstil stellt keine Herausforderung dar und lässt sich daher wunderbar flüssig und schnell lesen.
Die Charaktere sind in diesem Band leider etwas blasser als im Vorgängerbuch, was ich recht schade fand. Hier stand der Fokus mehr auf dem Duo Audrey-Oryon und wie dieser wieder zu seiner großen Liebe findet, egal, was die Changer-Regeln dazu sagen. Ich hätte mir hier einen stärkeren Fokus auf Oryons Innenleben gewünscht.

Leider wurde auch der Rat der Changers, die RaChas und die Getreuen eher vernachlässigt, was ich ebenfalls sehr schade finde. Sicherlich, es folgen noch zwei weitere Bände, aber ein wenig mehr hätte ich doch gerne über die Hintergründe erfahren.

Das Ende kam etwas abrupt und mündet in einem doch recht fiesen Cliffhanger. Wer mit so etwas nicht zurecht kommt, der sollte warten bis Band 3 erscheint, was allerdings erst im Herbst 2016 der Fall sein wird.

Fazit

Changers: Oryon ist ein guter zweiter Band, den ich wirklich gerne gelesen habe. Kleinere Schwachpunkte sorgen zwar dafür, dass er nicht ganz mit dem ersten Band mithalten kann, aber trotzdem gibt es eine Leseempfehlung von mir. Besonders, wenn ihr Band 1 schon mochtet.

[Rezension] Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion

978-3-8398-9247-3Titel: Das Rosie-Projekt
Autor: Graeme Simsion
Übersetzer: Annette Hahn
Sprecher: Robert Stadlober
Verlag: Argon Verlag
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2013
Format: Hörbuch (6 Std. 24 Min.)
ISBN: 978-3839813041
Preis: 19,94€

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Hörprobe

Worum geht’s?

Don Tillman ist eine Klasse für sich. Er ist hochintelligent, sportlich und als Professor erfolgreich. Allerdings sind zwischenmenschliche Beziehungen für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Er findet Beziehungen höchst irrational und irritierend, möchte aber heiraten – eine, für ihn, logische Entscheidung. Doch wie soll er eine Frau finden, wenn die meisten Frauen sowieso nicht passen werden und das Daten eben dieser Frauen höchst ineffizient ist und sich das mit seinem strikten Zeitplan schlecht vereinbaren lässt. Also was tun?
Um seinen Zeitplan nicht zu gefährden, entwickelt Don einen Fragebogen, mit dem er die perfekte Frau finden möchte. Eine Frau, die nicht raucht, nicht trinkt, pünktlich ist und am besten alles isst. Mit einer Frau, die seine Kriterien nicht erfüllt, muss er auch nicht seine kostbare Zeit bei einem persönlichen Treffen verschwenden – denkt er.
Doch als eines Tages Rosie in sein Leben tritt, weiß Don nicht recht wie ihm geschieht. Rosie gehört so gar nicht in die Kategorie “perfekte Ehefrau”; sie trinkt, raucht, ist sehr unpünktlich und arbeitet als Barkeeperin. Und trotzdem fasziniert Rosie Don. Mit Rosie an seiner Seite lernt er, dass Gefühle ihre eigene Logik haben.

Meine Meinung zum Hörbuch

Ich höre ja nicht so gerne Hörbücher, sondern bevorzuge das geschriebene Wort, da ich mich viel besser auf den Inhalt konzentrieren kann, wenn ich etwas sehe und nicht nur höre. Da mein Arbeitsweg durch den Umzug nun aber länger geworden ist und ich sie produktiv nutzen wollte, dachte ich mir, ich könnte es ja mal wieder mit einem Hörbuch versuchen.
Nachdem mir “Schau mir in die Augen, Audrey” so gut gefallen hat, wobei die Sprecherin stark dafür gesorgt hat, dass es mir so viel Spaß gemacht hat, dachte ich mir, ein weiterer Versuch im Hörbuchbereich kann nicht schaden.
“Das Rosie-Projekt” stand auf meiner “Möchte ich irgendwann mal lesen, aber keine Ahnung wann”-Liste, daher war es das perfekte Beutegut in der Bücherei. Ich hab’s gesehen und sofort mitgenommen.

Robert Stadlober liest wirklich toll und ich hatte von Anfang an keinerlei Schwierigkeiten dem Inhalt des Buches zu folgen. Don Tillmans sehr spezielle Art zu reden, hat er sehr gut hinbekommen, so dass gleich ein authentisches Gefühl beim Hören entstanden ist.
Die einzelnen Kapitel hatten eine angenehme Länge und ließen sich auch problemlos mittendrin pausieren, ohne dass ich beim Wiedereinstieg Schwierigkeiten hatte, wieder in die Geschichte zu finden.

Graeme Simsion ist mit “Das Rosie-Projekt” ein humorvolles, aber auch gefühlvolles Buch gelungen, das einen etwas anderen Blick auf das Thema Asperger wirft. Durch meine Ausbildung und meinen Beruf bin ich wage mit dem Thema in Kontakt gekommen und fand es schon immer äußert spannend. Das Rosie-Projekt lässt uns durch die Augen eines Aspergers blicken, was für die meisten Menschen eine neue Sichtweise der Welt bedeutet.
Es ist wunderschön zu erleben, wie aus dem nach strikten Regeln lebenden Don Tilman, ein Mann wird, der langsam akzeptiert, dass man im Leben nicht alles mit reiner Logik erklären kann.

Es gibt noch einen zweiten Teil zum Rosie-Projekt, den ich mir auch anhören werde, auch wenn ich finde, dass das Buch problemlos als Einzelband stehen kann.

Fazit

Mein erneuter Hörbuch-Versuch ist auf ganzer Linie geglückt. “Das Rosie-Projekt” ist ein wirklich schönes und auch witziges Buch, mit einem etwas merkwürdigen, aber sehr sympathischen Protagonisten. Robert Stadlober macht seinen Job als Sprecher wirklich hervorragend, so dass das gesamte Hörbuch für mich ein Genuss war.

[tthinkttwice-Rezi] Phänomenal – Über 150 Experimente für Neugierige


Titel
: Phänomenal – Über 150 Experimente für Neugierige
Kooperationspartner: Museum Exploratorium
Verlag: Franckh Kosmos Verlag
Erscheinungsdatum: 11. Juni 2015
Format: laminierter Pappband (112 Seiten)
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-440-14656-9
Preis: 19,99€

zum Buch

 

Worum geht’s?

Der Alltag kann ganz schön spannend sein, besonders wenn dieser durch Experimente erklärt wird. Warum haben wir morgens solchen Mundgeruch? Wie rum dreht sich das Wasser in der Toilette? Wie schwer ist Luft? Warum marschieren Ameisen? Woher kommt das Wasser? Und vieles mehr.
In 13 Kapiteln werden über 150 Experimente rund um Alltagsphänomene vorgestellt. Mit tollen Extras, wie beispielsweise Lupe, Spiegelfolie und Whiteboard-Folie wird das Buch zu einem kleinen Erlebnis für Kinder ab 8 Jahren.

Meine Meinung zum Buch

Als ich das Buch gesehen habe, wusste ich, ich muss es haben. Ich habe zwar keine eigenen Kinder, dafür 40 tolle Hortkinder, die ganz bestimmt Lust haben mit mir zu experimentieren.
Die Altersempfehlung des Buchs liegt bei 8 Jahren und für die meisten der Experimente trifft diese Empfehlung auch voll und ganz zu. Es gibt Aufgaben, die nur gelöst werden können, wenn das Kind schon lesen kann und andere, die sehr gut auch von jüngeren Kindern bewältigt werden können.

Da ich nicht mit einer Gruppe von 40 Kindern gleichzeitig mit dem Buch arbeiten konnte, habe ich mir hauptsächlich meine eigene Hortgruppe, bestehend aus 14 Kinder im Alter von 5-7 Jahren geschnappt. Für die Experimente, bei denen man lesen können muss, habe ich mir die älteren Hortkinder “ausgeliehen”.
Wir haben zusammen über Gänsehaut gesprochen, den Bodenbelag und viele andere Oberflächen mit Wachsmalstiften nachgezeichnet, mit unseren Füßen Entfernungen gemessen, Dinge groß und klein werden lassen, unser Gehirn ausgetrickst und exotische Früchte probiert.

Bei fast allen Experimenten waren die Kinder Feuer und Flamme und haben sehr gerne mitgemacht und es zu Hause sogar wiederholt bzw. weitergeführt. Es gab allerdings auch Aufgaben, die ihnen gar nicht zugesagt haben. Sie fanden sie eher langweilig und hatten keine große Lust zuzuhören, geschweige denn wirklich mitzumachen.

Die Kinder haben zusammen mit mir gerne durch das Buch geblättert und sich die Bilder angeschaut. Vieles musste ich vorlesen und einiges wollen wir noch ausprobieren. Einige Dinge haben den Kindern aber nicht so richtig gut gefallen, z.B. fanden sie, dass das Buch insgesamt etwas zu viel Text und zu wenig Bilder beinhaltet. Für die etwas älteren Kinder war das Verhältnis in Ordnung, doch für einige der Experimente fanden sie sich schon zu groß.

Fazit

Alles in allem hat das Buch mir und auch den Kindern sehr gut gefallen. Es gibt Vieles zu entdecken und es müssen nicht immer die völlig “abgefahrenen” Experimente gemacht werden, für die man meistens so oder so nicht di Zutaten im Haus hat. Das Buch erklärt Alltagsphänomene kindgerecht und ist sicherlich eine Bereicherung für den heimischen Bücherschrank.
Von mir gibt es gute 4 von 5 Sternen.

 

tthinkttwice-Rezi

Nina hat mit ihren beiden Söhnen das Buch auch auf Herz und Nieren getestet. Wenn ihr wissen wollt, was die drei von dem Buch halten, dann schaut doch mal hier vorbei.

[eBook Tipp] Kostenloses eBook mit sehr guten Rezensionen

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Kostenlos beim großen A

 

Natürlich kämpft Alelia, um ihren kleinen Bruder in der Wüste zu retten. Jeder hätte es getan. Doch dann trifft sie eine Entscheidung, die ihr Leben für immer verändert.
Warum sollte der fünzehnjährige Bakoo ein schlechtes Gewissen haben, Aelia und die anderen zu hintergehen? Seit dem Überfall vor vielen Jahren hasst er die Wüstennomaden. Und natürlich ist er bereit, für eine Karriere als Avoca-Jockey alles zu tun – auch zu lügen. Der mächtige Jurlan hat es schließlich angeordnet.
Doch das Leben von Alelia und Bakoo ist untrennbar miteinander verwoben. Findet Bakoo die ersehnte Anerkennung als Avoca-Jockey in der Arena von Gazmata? Gelingt es Alelia ihren kleinen Bruder zu retten?

[Rezension] Nachschlag von Siegfried Langer

 

Nachschlag- Cover 2500

Titel: Nachschlag
Autor: Siegfried Langer
Verlag: Ubooks-Verlag Dunkelkammer
Erscheinungsdatum: 25. November 2013
Format: Taschenbuch (252 Seiten)
ISBN: 978-3-9392339-55-0
Preis: 12,95 €

zum Buch

Leseprobe

 

Worum geht es?

Der Zahnarzt Björn Tänzer freut sich auf seinen wohlverdienten Angelurlaub in Norwegen, als ihn ein dringender Anruf seiner Mutter erreicht. Sie ist in heller Aufruhr, denn Björns Bruder Ole ist spurlos verschwunden. Von der Polizei ist bislang nicht viel unternommen worden, und seine an den Rollstuhl gefesselte Mutter kann die Suche nach ihrem Sohn nicht alleine bewältigen. Deshalb wirft Björn seine Urlaubsplanung über Bord und macht sich im entfernten Berlin auf die Suche nach seinem Bruder.

Was ihn dort erwartet, hätte er sich nie zu träumen gewagt. Denn er muss mit Schrecken feststellen, dass sein Bruder ein Doppelleben zu führen scheint. Nach getaner Arbeit verbringt dieser nicht nur seine Zeit im Fitnessstudio, sondern ist aktiv in der abgründigen SM-Szene Berlins unterwegs. Süchtig nach dem ultimativen Kick, spielt Ole gerne mit dem Feuer und scheint dabei ziemlich unvorsichtig geworden zu sein.

Mit der Hilfe von Oles bestem Freund Ulli macht sich Björn auf die Suche nach seinem Bruder und taucht dadurch immer tiefer in die Abgründe dessen Psyche ein. Es kommt zu einem Wettlauf mit der Zeit, in dem es nur einen Gewinner geben kann.

Meine Meinung zum Buch:

Da ich bereits zwei von Siegfried Langers Büchern kenne und seine Art zu schreiben mag, wollte ich auch unbedingt “Nachschlag” lesen. Nachdem ich bereits einige Bücher aus diesem Genre gelesen habe, war ich gespannt, wie sich dieser Autor mit dem Thema Sadomasochismus auseinandergesetzt hat. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern war positiv überrascht.

Das Cover des Buches ist ein Eyecatcher. Die dunkelrote, blutige Schrift und die schweren Eisenketten verheißen nichts Gutes, ebenso wenig der Untertitel “Ich bin Dein Herr und Mörder”.

Das Buch startet gleich mit einem extrem spannenden Prolog, bei dem es superschwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zulegen. Der am Anfang aufgebaute Spannungsbogen kann bis zum Ende gehalten werden. Der Autor schafft es schon auf den ersten Seiten, den Leser mit in eine andere Welt zu nehmen. Dies gelingt ihm aufgrund kurzer Kapitel und verschiedenen Erzählperspektiven. Die Anzahl seiner Protagonisten ist sehr überschaubar. Sehr sympathisch sind seine Protagonisten Björn und Ulli, dank ein paar kleinen charakterlichen Beschreibungen wuchsen sie mir als Leserin gleich ans Herz. Auch die Kommunikation mit der Polizei gefällt mir sehr gut, häufig werden die Beamten als schräge oder übellaunige Gesetzeshüter beschrieben.

Der Ausflug in die SM-Szene hat mich schon teilweise echt geschockt und erstaunt. Diese Passagen sind wirklich gut recherchiert und ausgearbeitet worden. So ein Doppelleben führen und sich vor Familie und Freunden verstecken zu müssen, stelle ich mir ziemlich anstrengend vor. Das mir vorliegende Rezensionsexemplar hat der Autor unter dem Pseudonym Ole Tänzer veröffentlicht, weil sein persönliches Umfeld ihm abgeraten hat, sich einem solchen Tabuthema zu widmen.  Warum? Nur weil diese sexuellen Neigungen nicht in das perfekte Menschenbild passen? Ich persönlich kann diese Neigungen zwar nicht teilen, aber ich verurteile deshalb niemanden. Nur wenn Autoren sich auch solchen Themen widmen, gibt es vielleicht zukünftig mehr Leute, die bei dem Thema nicht mehr die Nase rümpfen, sondern ihm vielleicht mit etwas mehr Toleranz solchen Themen gegenübertreten.

Mein einziger Kritikpunkt ist das Finale des Buches. Das hätte gerne noch ein wenig länger ausgearbeitet werden können. Für mich bleiben am Ende noch zu viele Fragen offen.

Alles in allem ein sehr lesenswerter Thriller mit ordentlich Tempo, viel Spannung und sehr sympathischen Protagonisten.

Fazit:

Auch das nun dritte gelesene Buch von Siegfried Langer bestätigt meine Meinung, dass egal, welchem Thema sich der Autor annimmt, er damit bisher immer genau meinen Geschmack trifft. Seine Themen sind stets gut recherchiert, wirklichkeitsnah und bildgewaltig erzählt. So auch in “Nachschlag”. Ich freue mich schon auf viele weitere Bücher aus seiner Feder und vergebe für dieses Buch 4,5 von 5 Sternen.

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