Kategorie: gelesen

[Rezension] New York zu verschenken von Anna Pfeffer

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Titel: New York zu verschenken
Autoren: Anna Pfeffer
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 28. August 2017
Format: Klappenbroschur (336 Seiten)
ISBN: 978-3-570-17397-8
Preis: 14,99€

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Leseprobe



Worum geht’s?

Ein Chat-Roman über die wahre Liebe

Anton hat alles, was sich ein 17-Jähriger wünscht: vermögende Familie, liebende Eltern und keine Geschwister. Was Anton seit Kurzem auch noch hat: eine Ex-Freundin. Olivia hat ihn grundlos nach ein paar Monaten abserviert, und das, obwohl er sie doch mit einer Reise nach New York überraschen wollte. Das Ticket ist auch schon auf ihren Namen gebucht. Kurzerhand startet der selbstsichere Sonnyboy via Instagram die Suche nach einer neuen Olivia Lindmann. Der Andrang ist mäßig, aber es meldet sich eine 16-jährige Liv, die ganz anders ist, als die Mädchen, die Anton sonst trifft … (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Fangen wir mit dem Wichtigsten an. Bei diesem Buch handelt es sich um einen Chat-Roman, was bedeutet, der Inhalt besteht einzig und allein aus Chats. Wem das nicht gefällt, der sollte das Buch schlicht und einfach nicht lesen. Wem das gefällt, der sollte es unbedingt lesen, denn mir hat es wirklich sehr gut gefallen. Und weil das kein wirklich valides Argument ist (warum eigentlich nicht?), schreibe ich nun noch ein bisschen mehr dazu.

Die beiden Protagonisten könnten fast nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite haben wir Anton – reich, gutaussehend und ziemlich von sich selber überzeugt. Auf der anderen Seite wäre dort Liv – intelligent, verantwortungsbewusst und muss für ihr Taschengeld arbeiten gehen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mir Anton, obwohl er durchaus witzig ist und auch nett sein kann, zeitweise ziemlich auf die Nerven gegangen ist. Anton ist so weit weg von der Kategorie Mensch, mit der ich meine Zeit verbringen möchte, dass ich zunächst ein paar Schwierigkeiten hatte mich auf ihn einzulassen. Aber ich habe es geschafft und kann euch sagen, dass Anton einige Überraschungen parat hat und wir definitiv aufhören sollten Menschen in Schubladen zu stecken, nur weil wir einen Teil ihres Lebens mitbekommen. Dass, was andere Menschen bereit sind von sich aus preis zu geben, ist nur ein kleiner Teil dessen, was diese Menschen ausmacht, also urteilt nicht, nur weil ihr meint diesen einen Teil, der euch gezeigt wird, zu kennen.
Das ist u.a. die Message, die ich aus diesem Buch mitgenommen habe und mir gefällt diese Message sehr. Menschen sind so viel mehr, als das was sie nach außen hin transportieren.
Aber ich kann mich, wie gesagt, auch nicht ausnehmen, denn auch ich habe Anton ziemlich schnell in eine Schublade gesteckt, in der er auch eine ganze Weile drin geblieben sind. Reich, verwöhnt, selbstverliebt und oberflächlich. Das alles mag vermutlich auch zutreffen, aber in ihm steckt noch viel mehr und das zeigt er im Laufe des Buches auch gut.

Anton ist es nicht gewohnt verlassen zu werden, normalerweise verlässt er seine Freundinnen, wenn er genug hat. Doch Olivia, seine Ex-Freundin, hat ihn einfach so sitzen gelassen. Mit zwei Flugtickets nach New York, die bereits fest auf ihre Namen gebucht sind. Auf seinen Aufruf bei Instagram meldet sich Liv. Liv wollte schon immer unbedingt nach New York, aber das Geld hat nie gereicht und dieser Traum blieb für sie ein unerreichbares Ziel.

Auf den ersten, zweiten und auch dritten Blick scheinen Anton und Liv so überhaupt nicht zueinander zu passen. Anton versteht Partystreifzüge mit viel Alkohol als Spaß, wohingegen Liv lieber zu Hause in ihrem grauen Jogger sitzt und liest oder mit ihrer kleinen Schwester bastelt.

Die beiden lernen sich durch die viele Zeit, die sie miteinander chatten aber immer besser kennen, wobei Liv sich vehement weigert Anton ein Foto von sich zu schicken, was diesen ziemlich fuchst.
Beide lernen allerdings auch irgendwie voneinander und schon scheint es gar nicht mehr so abwegig, dass der Trip nach New York doch Spaß machen könnte.

Das Buch lässt sich unheimlich schnell lesen, da es sich halt um einzelne Chats handelt und auch, weil es sich schlicht und einfach gut lesen lässt. Es ist interessant, es ist kurzweilig und ich wollte unbedingt wissen wie es mit den beiden weiter- und ausgeht.
Das Buch macht einfach Spaß, wenn man es liest. Es hat mich aber auch in Teilen zum Nachdenken angeregt und einmal hatte ich sogar Tränen in den Augen. Die Emotionen bleiben trotz der reinen Chats alles andere als auf der Strecke.

Ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt.

Fazit

“New York zu verschenken” ist kurzweilig, witzig und gut geschrieben. Es regt in Teilen aber auch zum Nachdenken an und transportiert ganz wunderbar die Emotionen der beiden Protagonisten.
Wer noch keinen Chat-Roman gelesen hat, der sollte es mit diesem Buch probieren. Ich hatte sehr viel Spaß bei Lesen und habe das Buch innerhalb eines Tages beendet.

Von mir gibt es mit 5 von 5 Sternen eine klare Leseempfehlung.

Vielen Dank cbj und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

[Rezension] Traumschrott von Christian Krumm

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Titel:
Traumschrott
Autor: Christian Krumm
Verlag: Edition Roter Drache
Erscheinungsdatum: 19. März 2016
Format: Taschenbuch (180 Seiten)
ISBN: 978-3-946425-02-1
Preis: 9,95€

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Leseprobe

der Autor

Worum geht’s?

Ein Gremium in einer Kleinstadt berät über den Sieger eines Kurzgeschichtenwettbewerbs und du findest dich mittendrin. Du sollst mitentscheiden, welche der Geschichten zum Thema „Traumschrott“ zum Sieger gekürt wird. Während du dich zunächst in der Gesellschaft von korrupten Geschäftsleuten, träumenden Künstlern, eifrigen Journalisten und weinenden Prostituierten noch sicher in deiner Wirklichkeit wähnst, umschließt dich der Traumnebel immer mehr. Schizophrene, Heilige, Teufel, Wächter, Dämonen und zauberhafte Fabelwesen dringen in deine Welt ein, bis du schließlich zurück im Gremium Zeuge eines aberwitzigen Showdowns wirst. Dein Verstand wird herausgefordert, deine Phantasie auf die Probe gestellt und doch wirst du am Ende feststellen: Träume sind niemals Schrott. (Quelle: Amazon)

Meine Meinung zum Buch

Ich lese eigentlich so gut wie nie Kurzgeschichten. Ich bin eher ein Freund der umfangreicheren Bücher, da ich es liebe in der vom AutorIn erschaffenen Welt zu versinken und eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Das gelingt mir bei Kurzgeschichten leider nicht, da sie mir dafür – naja – einfach zu kurz sind.
Als mich die Anfrage von Christian Krumm erreichte, war ich allerdings zunächst erstmal schockverliebt in das Cover. Ich liebe es. Eigentlich ist es recht schlicht gehalten, aber wenn man genauer hinguckt, kann man unglaublich viel darauf erkennen.
Der Klappentext und die kleine Leseprobe haben mich dann davon überzeugt, dass ich diesem Buch sehr gerne eine Chance geben möchte mich zu überzeugen.

Als ich mit dem Lesen begonnen habe, war ich zunächst einmal etwas verwirrt, denn ich wurde direkt angesprochen. Ich habe bisher vielleicht ein, zwei Bücher gelesen, in denen ich als Leser direkt angesprochen wurde und muss sagen, dass ich das etwas befremdlich finde. Hier war es aber absolut ok und auch notwendig, denn ich werde tatsächlich als Leser dieser Kurzgeschichten angesprochen.
Die Erzählperspektive ändert sich jedoch auch wieder als die erste “offizielle” Kurzgeschichte beginnt.

Christian Krumm schreibt wirklich anspruchsvoll und obwohl das Büchlein “nur” 180 Seiten hatte, habe ich recht lange dafür gebraucht. Es “mal eben weglesen” ist bei diesem Buch definitiv nicht drin. Ich brauchte schon ordentlich viel Konzentration zum Lesen und hatte natürlich auch den Anspruch die Message – die tiefere Botschaft – der einzelnen Geschichten herauszufiltern und zu erkennen.
Das Gute, am Ende nimmt der Autor noch einmal Bezug auf die einzelnen Geschichten und bringt etwas Licht ins Dunkle, denn ich muss gestehen, dass ich tatsächlich nicht sofort die Bedeutung aller Geschichten begriffen hatte.

Nichts desto trotz mochte ich alle Geschichte in diesem Buch. Die eine mehr, die andere weniger. Jede liefert einem Stoff zum Nachdenken und das gefällt mir. Es lässt sich unglaublich viel interpretieren und auch diskutieren. Die Geschichten an sich sind teilweise sehr skurril und auch bizarr, aber gut. Ich konnte die Pointen der einzelnen Geschichten nicht im Vorhinein erkennen und so manches Mal hat der Autor mich ordentlich überrascht. 

“Traumschrott” ist allerdings ein Buch auf das man sich einlassen muss. Tut man das nicht, versteht man vermutlich auch nicht den Sinn hinter den Geschichten und sie könnten für Viele zu verrückt und bizarr sein. Es lohnt sich aber sich darauf einzulassen.

Fazit

Anspruchsvoll, skurril und manchmal bizarr sind die Geschichten von Christian Krumm in “Traumschrott”. Es lohnt sich aber sich darauf einzulassen, denn sie regen definitiv zum Nachdenken und teilweise auch zum Reflektieren an.
Wer keine Scheu von anspruchsvollerer Lektüre und Kurzgeschichten hat, der sollte definitiv einen Blick auf dieses Buch mit dem genialen Cover werfen.

Von mir gibt es gute 4 von 5 Sternen.

[Lese-Rückblick] September 2017

Ich lese und höre im Moment an so vielen Büchern gleichzeitig und komme aber nicht richtig voran. Daher habe ich überlegt meine Strategie zu ändern und einfach die Bücher, die mich im Moment nicht so richtig überzeugen können nur sekundär zu lesen und Bücher zur Hand zu nehmen, auf die ich gerade richtig Lust habe. Mal schauen wie erfolgreich ich damit sein werde.
Mit dem letzten Buch aus dem September hat das zumindest schon mal geklappt. Das hatte ich in zwei Tagen durch und sogar noch am 30.09. beendet (na gut, es war 0:14 Uhr, aber das zählt trotzdem!).

Bücher September 2017

Insgesamt gelesene Seiten: 1131
      Ø 38 Seiten pro Tag
Insgesamt gehörte Minuten: 0
      Ø 0 Minuten pro Tag

Also ich höre schon einige Minuten am Tag ein Hörbuch, aber da ich keins beendet habe, zähle ich es nicht zur Statistik mit.

Der September war insgesamt ganz schön voll und ich habe es genossen. Puschel und ich waren viel unterwegs oder hatten Besuch und haben einfach eine schöne Zeit gehabt.

Um genau diese schönen (und häufig auch kleinen Momente) bewusster zu erleben und sie mehr genießen zu können, habe ich beschlossen eine neue Aktion ins Leben zu rufen – tthink beautiful. Ich erfinde dasmit das Rad nicht neu, aber das ist auch gar nicht mein Ziel. In erster Linie dient diese Aktion mir dabei mich damit zu beschäftigen und mir ein positiveres Lebensgefühl zu verschaffen. Ihr seid aber alle herzlich eingeladen mitzumachen. Ob nun für euch selber zu Hause hinter dem Monitor oder ihr haut in die Tasten und schreibt selber etwas dazu. Alles ist klasse und ich verspreche euch, ihr werdet euch besser fühlen, wenn ihr euch die Zeit nehmt und ganz bewusst darüber nachdenkt, was euch Tolles in der Woche widerfahren ist.

Blogtechnisch habe ich ziemlich viel geschrieben und recht viele Beiträge online gebracht. Buchtechnisch lief es zwar ach ganz ok, aber definitiv verbesserungswürdig. Ich hatte nur ein richtiges Knallerbuch im September und ich brauche im Moment eindeutig mehr davon.
Serientechnisch gibt es rein gar nichts neues, denn ich habe absolut nichts geguckt im September. Fernsehen haben wir ja eh nicht, aber auch Netflix und Co. sind ausgeblieben.

Zur Zeit ist es auch nicht meine Tochter, die mich vom Schlafen abhält, sondern ich selber. Ich versuche abends/nachts noch so viel zu schaffen wie möglich und bleibe teilweise bis nach Mitternacht wach. Das rächt sich natürlich und ,ein Immunsystem ist dadurch gerade ein wenig am kämpfen.

Im Oktober und auch im November erwarten euch und mich noch ein paar interessante Sachen. Zum Einen wird es wieder ein tthinkttwice-Reading geben (yay!) und zum anderen nehmen wir an einer Blogtour teil. Ich freue mich schon.


Wie war euer September? Hattet ihr vielleicht ein richtiges Lesehighlight?



[Rezension] Dungeons & Workouts: Vom Lauch mit Bauch zum Held von Welt

9783840375620_1
Titel:
Dungeons & Workouts: Vom Lauch mit Bauch zum Held von Welt
Autoren: Gino Singh, Kai Kistenmacher, Hauke Gerdes, Matthias Ralf
Verlag: Meyer & Meyer
Erscheinungsdatum: 14. August 2017
Format: illustriertes Paperback (256 Seiten)
ISBN: 978-3-8403-7562-0
Preis: 22,95€

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Leseprobe


Worum geht’s?

Eine Welt der Abenteuer und Helden. Eine Welt, in der deine eigene Kraft und Fitness den Ausschlag dafür gibt, ob du deine Gegner bezwingen kannst. Deine Reise führt dich durch mittelalterliche Städte, in einen düsteren Wald und aufs offene Meer. Nicht Schwert oder Axt sind die Waffen deiner Wahl, sondern schweißtreibende Workouts. Damit besiegst du nicht nur finstere Gesellen in der Welt von Dungeons & Workouts, sondern wirst auch in der wirklichen Welt fitter. Dieses Buch nimmt das, was ein Gamer an seinen Spielen so liebt und packt es in ein Trainingsbuch: XP, Levelaufstieg, Sidequests und Endgegner. Rocket Beans-Fitness-Master Gino Singh bringt Rollenspiel und Fitness endlich zusammen. Wer gedacht hat, dass ein mitreißendes Storytelling und Sport nicht zusammengeht, wird hier eines Besseren belehrt. Der Schwierigkeitsgrad richtet sich nach dem Fitnesslevel des Spielers. So kann jeder zum Held von Welt werden!  (Quelle: Meyer & Meyer)

Meine Meinung zum Buch

Ich muss ganz dringend mehr Sport machen. Meine kleine Tochter hält mich zwar ganz schön auf trab, aber so als lesende und früher MMORPG-Spielerin Couchkartoffel, komme ich langsam nicht mehr mit, mit meinem kleinen Energiebündel und das muss sich unbedingt ändern.
Die Fitteste war ich noch nie und so richtig ins Schwitzen komme ich auch nicht gerne. Alle Jubeljahre wieder packt mich mal ein Motivationsschub und ich fange an Sport zu machen. Das klappt dann i.d.R. auch ziemlich gut, aber dann kommt immer irgendetwas dazwischen – schlechtes Wetter, zu müde, eine Verletzung, ein gutes Buch, und, und, und. Wichtige Dinge halt… *hust*

Als ich nun dieses Buch bei bloggdeinbuch entdeckt hatte, habe ich meine Chance gewittert und mich auf ein Exemplar beworben und auch eins bekommen. Danke dafür!

So als verkappte Ex-Gamerin und Sportmuffel hat mich das Buch sofort angesprochen. Allein der Titel ist schon so witzig. Außerdem preist sich das Buch selber als das ultimative Trainingsbuch für jeden Gamer an. Und dem Klischeedenken sei Dank, hatte ich sofort unsportliche Menschen vor Augen, deren Feinmotorik um einiges besser ausgeprägt ist als die Grobmotorik. Steinigt mich bitte nicht, denn ja, ich weiß, dass es durchaus auch sehr sportliche und fitte Gamer gibt.

Kommen wir nun aber zum Buch. Nach einer kurzen Einführung, wie das Buch zu handhaben ist, geht es auch schon gleich los mit einem Probetraining, mit dem man das eigene Fitnesslevel herausfinden kann. Je nachdem wie fit man ist (Amateur, Profi oder Legende), startet man das Training auf seinem Fitness-Level. Alle im Buch angegebenen Wiederholungen sind im Profi-Level. Für den Amateur zieht man 50% ab und für die Legende macht man 50% mehr Wiederholungen. Das finde ich ziemlich gut gelöst.

Das ganze Buch ist echt klasse illustriert und erinnert vom Aussehen in Teilen an die alten Textadventures. Ansonsten ist es wie ein Pen&Paper Rollenspiel aufgebaut – natürlich liegt dem Buch auch ein Charakterbogen bei, den man leicht heraustrennen und kopieren kann.
Als noch ziemlich mickriger und schwächlicher Held des Spiels beginnt man mit recht leichten Übungen, die kontinuierlich immer schwieriger und intensiver werden. Für jede erfolgreich absolvierte Übung steigt man zwei Level auf. Die Level sind später noch wichtig. Zwischendrin gibt es immer wieder Wahlmöglichkeiten und Itemoptionen. Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt und am Ende jeden Kapitel gilt es einen Boss zu erledigen. Je nach erreichtem Level hat man bestimmt viel Zeit dafür. Das Gute ist, bevor man sich an den Boss wagt, hat man in einem Dojo so viel Zeit wie man braucht, um sich auf diesen “Kampf” vorzubereiten.
Ganz am Ende des Buches trifft man dann natürlich auf den Endgegner und der hat es mächtig in sich. Passenderweise entpuppt er sich als der Schweinehund, den es nun zu besiegen gilt.

Ich persönlich fand das Buch sehr gut gestaltet und aufgebaut. Die einzelnen Trainings bauen aufeinander auf und fordern einen immer ein Stückchen mehr. Das Konzept und die Idee finde ich genial.
Leider hatte ich einige Schwierigkeiten beim Lesen, denn dadurch, dass es eben wie ein P&P Rollenspiel aufgebaut ist, ist der Text so verfasst, wie auch der Gamemaster sprechen würde. Witzig, aber es liest sich mühsam.
Auch habe ich leider nirgends etwas darüber gefunden, was mir beschreibt welche Muskelgruppen mit welcher Übung genau angesprochen werden. Außerdem wird auch nicht erwähnt wie häufig ich trainieren soll – jeden Tag, drei Mal die Woche, ein Mal im Monat? Das wäre noch hilfreich gewesen.

Fazit

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es meiner Meinung nach noch an einigen Stellen etwas Verbesserungspotential gibt.
Die Idee des Buches ist witzig, die Geschichte stimmig und die Übungen gut gewählt. Ich werde mich sicherlich mal an einer Trainingsrunde versuchen.

Von mir gibt es vier von vier Sternen.

Vielen Dank an den Meyer & Meyer Verlag und

für das Rezensionsexemplar.

[Rezension] Choices–Die Mächtigen von Nils Nöske

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Titel:
Choices – Die Mächtigen
Autor: Nils Nöske
Verlag: Latos Verlag
Erscheinungsdatum: 18. Dezember 2014
Format: Taschenbuch (359 Seiten)
ISBN: 978-3-943308-57-0
Preis: 10,99€

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Worum geht’s?

„Dunkle Magie? Hör zu, mein Junge! Die Welt ist ein schlechterer Ort, als man sich wünschen würde, doch ein weit besserer, als die meisten Menschen stets annehmen. Ebenso verhält es sich mit allen Dingen auf der Welt … auch mit der Magie.“

Zorin versinkt im Chaos. An keinem anderen Ort paaren sich so viel Reichtum und rasanter Fortschritt mit derartigen Grausamkeiten und erdrückender Armut wie in der gewaltigen Hauptstadt. Hier regieren Egoismus und Ignoranz, Korruption und Rücksichtslosigkeit. Vor vielen Jahrtausenden jedoch regierten hier Magie und jene, die sie beherrschen konnten. Und obwohl das Wissen um diese Mächte längst von der Oberfläche verschwunden ist, trägt die Welt auch heute noch ihre Spuren. Ein wohlhabender Reporter, ein armer Traumtänzer und ein uraltes Zauberbuch. Mehr braucht es nicht, um den Funken der Zauberei erneut zu entfachen und die vertraute Welt mit einer Woge der Zerstörung in ihren Grundfesten zu erschüttern … (Quelle: Latos Verlag)

Meine Meinung zum Buch

Als ich den Klappentext zu “Choices – Die Mächtigen” las, habe ich Gesellschaftskritik, Fantasy und einen Fünkchen Zukunft daraus herausgelesen. Das alles habe ich auch tatsächlich bekommen; aber vielleicht sollte ich für den Moment lieber die Finger von Fantasy Büchern lassen.

Log, einer der Protagonisten, ist Kanalarbeiter. Er stammt aus einem armen Dorf, an dem der technische Fortschritt vollkommen vorbeigezogen ist. Nach einem Schicksalsschlag entscheidet sich Log in die Großstadt zu ziehen und für Gerechtigkeit zu sorgen.
Parett hingegen lebt in der sogenannten Oberschicht. Er ist Journalist, erfolgreich, hat Geld und lebt in einem der obersten Stockwerke der höchsten Wolkenkratzer Zorins, dort wo der Sauerstoff nicht aus der natürlich en Umgebung stammt, sondern aus großen Tanks. Er hat alles, was er sich wünscht und steckt gerade mitten in der größten Story seines Lebens.

Zwei Protagonisten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Log hasst die reichen Bonzen von oben und Parett verabscheut Log aus anderen Gründen. Was die beiden zusammenbringt und wieso Parett kein gutes Bild von Log hat? Das kann ich euch leider nicht verraten ohne zu spoilern.

Zunächst möchte ich erstmal sagen, dass mir der Schreibstil des Autors wirklich gut gefallen hat. Ich brauchte zwar etwas mehr Konzentration, um zu lesen, aber schreiben kann Nils Nöske.
Auch die Geschichte an sich und die darin untergebrachte Gesellschaftskritik haben mir gefallen.
Was ich besonders gut gelungen fand, war die Idee, wie Magie in dieser Welt wirkt. Sie wird nicht einfach so von den Magiern oder in diesem Fall Elementarii gewirkt, sondern jeder Zauber hat seinen Preis und die Elementare entscheiden über diesen Preis.
Ein erschaffenes Feuer hat beispielsweise Kälte als zu zahlenden Preis. Die Umgebungsluft und auch die Hand des Elementarius selber erkalten, wenn dieser eine Flamme erschafft. So müssen die Magier sich immer dem Preis ihrer Zauber bewusst sein und sich entscheiden, ob sie ihn zahlen wollen oder eben nicht.

Wie ihr seht, grundsätzlich fand ich das Buch also gar nicht schlecht. Doch leider habe ich sehr lange gebraucht, um es zu lesen und ich habe es leider auch nicht gerne zur Hand genommen. Ich habe mich sogar dabei ertappt, wie ich mir andere Dinge zu tun gesucht habe, damit ich nicht lesen “muss”. Kein wirklich gutes Zeichen. Es heißt leider, dass mich das Buch nicht wirklich mitnehmen und fesseln konnte.

So sehr mir der Schreibstil und auch die Idee gefallen haben, so sehr war ich aber leider vom Inhalt auch verwirrt.
Begonnen hat das damit, dass ich Log zunächst so gar nicht einschätzen konnte. Ich habe zwei Gesichter an ihm entdecken können, die aber so meilenweit voneinander entfernt waren, dass ich sie in meinem Kopf einfach nicht zu einer Person einen konnte. Auf der einen Seite ist Log nett, hilfsbereit und loyal und im nächsten Kapitel muss ich plötzlich davon lesen wie er kaltblütig und egoistisch handelt. Das passte für mich einfach nicht zusammen.
Die Erklärung dazu kommt zwar im Laufe des Buches, aber am Anfang hat mich das alles einfach nur verwirrt und ich konnte mich gar nicht richtig auf die Geschichte konzentrieren.

Ebenfalls empfand ich die Handlungsstränge häufig als etwas wirr. Die ganze Story an sich ist ziemlich komplex und man muss schon konzentriert sein beim Lesen, daher schließe ich nicht aus, dass durch fehlende Konzentration ich einiges einfach überlesen oder nicht in den richtigen Zusammenhang gebracht habe. Ich habe alles verstanden, was passiert ist, aber beim Lesen selber musste ich schon einige Male mit der Stirn runzeln und fand auch einige der Wendungen eher etwas unpassend zum Gesamtbild.

Das Buch fängt recht unscheinbar an – ohne das negativ zu meinen – wird dann aber ab einem Punkt zu einer Art “The Walking Dead”. Zumindest ist mir diese Assoziation beim Lesen gekommen.

Die anderen Rezensionen zu dem Buch sind alle durchweg positiv. Also wird Nils Nöskes zweiter Roman wohl einfach nichts für mich gewesen sein. Vielleicht muss ich auch eine Weile mit dem Fantasy Genre pausieren.

Fazit

Tolle Grundidee, guter Schreibstil, doch leider war die Geschichte dann wohl doch nichts für mich. Zu verwirrend und mit Charakteren, die ich nicht richtig einordnen konnte und mit genau solchen “Schwebezuständen” – gerade bei Personen – komme ich einfach nicht zurecht.

Von mir gibt es leider nur 2,5 von 5 Sternen. Dennoch bedanke ich mich sehr für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

[Rezension] Der kleine Laden der einsamen Herzen von Annie Darling

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Titel: Der kleine Laden der einsamen Herzen
Autor: Annie Darling
Übersetzerin: Andrea Brandl
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 09. Mai 2017
Format: Klappenbroschur (400 Seiten)
ISBN: 978-3-328-10098-0
Preis: 10,00€

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Leseprobe

Worum geht’s?

Posy Morland hatte es immer schwer im Leben. Als sie einen kleinen, heruntergekommenen Buchladen in Bloomsbury erbt, scheint sich ihr Glück endlich zu wenden. Sie plant, den Laden neu zu eröffnen und dort nur Liebesromane mit Happy Ends zu verkaufen. Denn traurige Geschichten gibt es im wahren Leben ja genug. Doch Sebastian, der Enkel der verstorbenen Besitzerin, hat andere Pläne für den Laden und legt Posy Steine in den Weg, wo er nur kann. Dummerweise ist Sebastian auch schrecklich attraktiv – und der unverschämteste Kerl in ganz London. Findet zumindest Posy. Und rächt sich auf ihre Weise: Sie schreibt selbst einen Roman namens Der Wüstling, der mein Herz stahl – mit Sebastian als Held zum Verlieben … (Quelle:Random House)

Meine Meinung zum Buch

Der Klappentext von “Der kleine Laden der einsamen Herzen” klingt nach einem Wohlfühlbuch und genau so ein Buch brauchte ich vor einiger Zeit ganz dringend.
Ein Buch, das man zur Hand nimmt, aufschlägt und sich gleich wie zu Hause fühlt. Wo sich das Zuklappen der Seiten jedes Mal wie ein kleiner Abschnitt anfühlt und man das Zurückkehren kaum erwarten kann.

So schön diese Vorstellung eines Wohlfühlbuches auch klingt, leider konnte sie dieses Buch nicht ganz erfüllen. “Der kleine Laden der einsamen Herzen” und ich hatten einen etwas holprigen Start, aber nach und nach sind wir miteinander warm geworden. Und weil der Start etwas schwieriger war, konnte das Buch auch meine oben genannten Erwartungen leider nicht ganz erfüllen.

Posy Morland ist 28 Jahre alt und bereits seit vielen Jahren alleine für ihren jüngeren Bruder verantwortlich. Ihre Eltern sind bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen und dieser Umstand belastet die junge Frau noch immer sehr.
Als ihre engste Vertraute und Chefin –die für Posy immer wie eine Großmutter war- stirbt, bricht für sie erneut eine kleine Welt zusammen. Doch lange kann sie gar nicht traurig sein, denn ihre Chefin hat ihr ihren geliebten alten Buchladen vererbt. Posy, die noch nie Führungsqualitäten besessen hat, steht nun vor einer ganz neuen Herausforderung, in die sie ihr ganzes Herzblut steckt und sie zu einem ganz neuen Abschnitt in ihrem Leben geleitet.

Die Geschichte um Posy und ihren Buchladen fängt tatsächlich erst einmal etwas traurig an, aber diese Traurigkeit wärt nicht lange. Annie Darling hat eine ganz besondere Art von Humor, die meinem absolut entspricht und mich sehr häufig zum Schmunzeln gebracht hat.
Sie schafft es ernsten Szenen ihre Schwere zu nehmen, ohne ihnen dabei die Ernsthaftigkeit zu stehlen. Das hat mir besonders gut gefallen. Die Autorin hat all ihren Charakteren und besonders Posy, eine gute Portion Humor verpasst. Besonders gut gefallen haben mir die Dialoge zwischen Posy und Sebastian, die sich beide nicht mehr leiden können, seitdem Sebastian Posy als Kind in den Kohlekeller gesperrt und nicht mehr rausgelassen hat. Die beiden verbindet eine Art Hassliebe, die die Autorin wirklich köstlich umschrieben hat.

Wie bereits erwähnt, brauchte ich eine kleine Weile um in der Geschichte anzukommen. Ich weiß gar nicht warum ich solche Schwierigkeiten hatte, aber ich bin nicht wirklich vorangekommen und hatte auch erst keine große Lust zu lesen. Aber dann irgendwann wendete sich das Blatt und ich habe das Buch sehr gerne zur Hand genommen und habe mich beim Lesen rundum wohl gefühlt. Es war tatsächlich ein wenig wie nach Hause kommen.

Die Geschichte ist für mich keine Liebesgeschichte im klassischen Sinne. Es wird recht schnell deutlich worauf das Ganze hinausläuft, aber ich fand es sehr angenehm den Prozess zu verfolgen.
Sehr interessant fand ich auch die Entwicklung der Hauptprotagonistin Posy, die im Laufe des Buches ziemlich gewachsen ist.

Ab einem Punkt im Buch schreibt Posy ihre eigene kleine Liebesgeschichte, die der Leser an den Kapitelenden in voller Länge zu lesen bekommt. Ich fand dieses Stilmittel wirklich gelungen und habe mich sehr über die Geschichte in der Geschichte amüsiert.

Fazit

“Der kleine Laden der einsamen Herzen” ist ein humorvolles Wohlfühlbuch, das auch einen kleinen Blick auf ernstere Themen wirft, ohne dabei seinen Unterhaltungswert zu verlieren. Allerdings hatte ich ein paar Startschwierigkeiten und musste mich erst einmal einlesen.
Annie Darlings Buch ist für mich kein klassischer Liebesroman, wobei eine große Portion Liebe definitiv nicht fehlt.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen für dieses Buch.

[Lese-Rückblick] August 2017

Ich habe mir gerade den Rückblick vom Juli angeschaut, bei dem ich geschrieben habe, dass ich hoffe, der August wird lesetechnisch “erfolgreicher” als es der Juli war.
Nun ja…ich habe im August weniger gelesen als im Juli und das obwohl wir mit dem Blog offiziell in die Sommerpause gegangen sind und ich daher die Zeit, die ich sonst zum Bloggen gebraucht hätte auf’s Lesen hätte verwenden können. Hab ich aber nicht. Seht und lest selbst.

Gelesen August 2017

Insgesamt gelesene Seiten: 1222
      Ø 39 Seiten pro Tag
Insgesamt gehörte Minuten: 0
      Ø 0 Minuten pro Tag

Ok, gut. Wenn man nur die Anzahl der gelesenen Seiten betrachtet, habe ich strenggenommen doch mehr gelesen als im Juli. Aber ich ich hatte im August eigentlich auch mehr Zeit zu Lesen, habe sie aber nicht dafür genutzt.

Der August war ja ganz offiziell unser Auszeit-/Sommerpausen-Monat. Das lag zum Einen daran, dass sehr viele im Urlaub waren, inklusive uns. Zum anderen lag es auch daran, dass ich einfach eine Pause vom Bloggen brauchte. Ich habe enorm viel Zeit und Energie in den Blog gesteckt und irgendwie doch nicht das erreicht was ich wollte.
In meinem Kopf schwirren viele neue Ideen, die aber Zeit und vor allem Konzentration brauchen, um zu reifen und dann “zu Papier” gebracht zu werden. Die Konzentration dazu fehlt mir leider im Moment etwas.
Ich komme nur abends zum Bloggen und lesen, wenn das Tochterkind im Bett ist. Bevor ich also dazu komme meinen Kopf noch etwas anzustrengen, habe ich meist einen ziemlich fordernden Tag hinter mir, der mich müde, erschöpft und mit wenig verfügbarer Konzentration hinterlässt. Meistens möchte ich mich einfach nur noch von Netflix oder dergleichen berieseln lassen, weil mein Kopf Matsch ist. Gleichzeitig ärgere ich mich aber darüber, dass ich meine Ideen nicht in die Tat umsetze. Ein Dilemma. Aber ich arbeite dran.

U.a. war das der Grund warum ich Ende Juli so ausgepowert war und eine Pause machen musste. Aber nun sind wir wieder da und ihr dürft jetzt wieder mit mehr Beiträgen rechnen.

Im August habe ich Wimmelbildspiele neu für mich entdeckt und mich ewig lang damit beschäftigt, während die Kleine geschlafen hat. Ein Zeitfresser, ganz definitv, aber es hat mir Spaß gemacht.

Serientechnisch habe ich leider wieder nichts Neues zu bieten, denn ich gucke immer noch PLL. Allerdings bin ich bei der allerletzen Folge angekommen und habe nur noch etwa 20 Minuten vor mir. Danach werde ich mich einer neuen Serie widmen. Welcher, weiß ich noch nicht.

Im August habe ich außerdem noch viele liebe Menschen (wieder-)getroffen. Eine davon ist die liebe Yvonne von Buchbahnhof, die uns wieder besuchen war. Wir hatten einen super schönen Tag zusammen und das nächste Mal fahren wir zur ihr und besuchen sie bei sich zu Hause. <3

Ansonsten lernt das Tochterkind fleißig reden (das klingt so unfassbar süß <3) und läuft nun durch das ganze Haus, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.
Ich kann euch eins sagen… Wir wurden immer davor “gewarnt”, wie furchtbar anstrengend es sein wird, wenn sie erstmal laufen kann, weil wir dann immer hinter ihr her sein müssen. Tja, was soll ich sagen? Es ist jetzt deutlich entspannter als vorher. Hier ist alles kindersicher, sie darf überall hin, lässt das Katzenklo in Ruhe und klammert sich nun nicht mehr permanent heulend an Mamas Beine. Das macht sie nur noch, wenn ich für sie kochen muss. Winking smile

Wie war euer August? Wart ihr im Urlaub? Habt ihr was Tolles erlebt?

[Rezension] Marthas Widerstand von Kerry Drewery

978-3-8466-0043-6-Drewery-Marthas-Widerstand-org

Titel: Marthas Widerstand
Autor: Kerry Drewery
Verlag: one by Lübbe
Erscheinungsdatum: 16. März 2017
Format: Hardcover (447 Seiten)
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0043-6
Preis: 16,00€

zum Buch

Leseprobe

Worum geht’s?

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?

Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht … (Quelle: Bastei Lübbe)

Meine Meinung zum Buch

Ich liebe Jugendbücher und bin großer Fan davon, wenn diese sich auch noch mit gesellschaftskritischen Themen befassen. “Marthas Widerstand” tut genau dieses und nachdem mich der Klappentext des Buches restlos überzeugt hatte, war klar, dass ich mich auch dem Inhalt des Buches widmen muss.

Stellt euch ein Rechtssystem vor, in dem es weder unparteiische Richter noch eine faire Beweisführung gibt. Sondern einzig und allein die Bevölkerung per Telefon- oder Internetvoting – mit einem Anruf oder Klick – darüber entscheidet, ob ihr sterben oder leben werdet. Grausam? Gruselig? Unmenschlich? Ja! Und noch viel Schlimmeres!

Martha wird von der Polizei mit einer Waffe in der Hand neben dem toten Jackson Paige gefunden. Nachdem Martha auch noch klar und deutlich artikuliert, dass sie schuldig ist, scheint die Sache ja klar zu sein. Die 16-Jährige hat den allseits beliebten Millionär und Wohltäter erschossen und soll in sieben Tagen hingerichtet werden.
Ein Präzedenzfall, denn noch nie befand sich eine weibliche Minderjährige im Todestrakt. Doch wieso gibt Martha bereitwillig zu, dass sie den Publikumsliebling erschossen hat und unterschreibt damit ihr definitives Todesurteil? Was steckt dahinter und ist diese Art der Rechtsprechung wirklich die wahre Art Demokratie zu leben – so wie die Bevölkerung es von den Medien immer gesagt bekommt?

Wie bereits gesagt, bin ich großer Fan von gesellschaftskritischen (Jugend-)Büchern. Ich setze mich sehr gerne gedanklich damit auseinander. Bei “Marthas Widerstand” fand ich von Anfang an die Idee der Autorin einfach nur genial. Auch bei uns in der Realität kann man leider immer häufiger beobachten, wie die Medien uns im Griff haben und einen wirklich sehr großen Teil der Bevölkerung zu manipulieren wissen. Wie kleine dumme Schafe folgen so Einige den Aufrufen ein paar berühmter und vermeintlich guter Menschen.
Was ist nun, wenn der breiten Bevölkerung suggeriert wird, dass sie mitbestimmen dürfen und zwar mit Ergebnissen, die viel greifbarer sind, als sie es in unserer Demokratie heute sind. Macht haben, mitbestimmen dürfen und gleichzeitig Voyeur sein. Irgendwie fühle ich mich ins Mittelalter zurückversetzt, wo Menschenmassen sich bei Hinrichtungen getummelt haben und in lautem Jubel ausgebrochen sind, als der Kopf gerollt ist.

Kerry Drewery hat sich an einer wirklich guten Idee versucht und in Teilen auch sehr gut umgesetzt. Doch leider konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen. Idee super, Umsetzung ausbaufähig.
Ihr Schreibstil ist schön locker, leicht und flüssig. Der Zielgruppe definitiv angemessen. Die Kapitel sind kurz und dadurch und den schönen Schreibstil, lässt das Buch sich wirklich leicht und schnell lesen. Ein großer Pluspunkt. Außerdem ist die Geschichte spannend, besonders am Ende konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen.
Allerdings fand ich es auch in einigen Teilen ziemlich vorhersehbar und leider auch konstruiert. Große Überraschungen gab es für mich nicht und wenn, dann wirkten sie nicht authentisch.

Was die Autorin aber wirklich gut beherrscht sind ihre Charaktere. Sie hat allesamt richtig gut gezeichnet und es geschafft, dass ich – besonders bei zwei Charakteren – starke Gefühle empfunden habe. Der eine Charakter hat mich vollständig überzeugt. Eve – Marthas psychologische Betreuung während ihrer Zeit in im Todestrakt – ist ein durch und durch authentischer und sympathischer Charakter. Ich würde fast sagen, sie ist mein Lieblingscharakter.
Und auf der anderen Seite hätten wir Kristina – die Moderatorin von “Death is Justice”, der Sendung, die über alle Todeskandidaten informiert und zur Abstimmung aufruft. Auf Kristina habe ich eine richtige Hasskappe bekommen. Am liebsten hätte ich sie aus dem Buch gezerrt und ihr den Hals umgedreht ihr mal richtig die Meinung gesagt!
Mich so starke Emotionen fiktiven Charakteren gegenüber empfinden zu lassen, zeigt meiner Meinung nach das Können des Autors.

Fazit

Kerry Drewery hat mit “Marthas Widerstand” ein Buch geschrieben, dessen Grundidee grandios ist, doch leider hat es etwas an der Umsetzung gehapert. Der ein oder andere Logikfehler, an einigen Stellen eine zu konstruierte Story und eine zu simple Erklärung am Ende haben leider dafür gesorgt, dass ich dem Buch nicht die volle Sternenzahl geben kann.
Dennoch bin ich jetzt schon sehr gespannt auf den zweiten Teil dieser Trilogie und hoffe, dass mich der zweite Band mehr überzeugen kann.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

[Rezension] Fliedersommer von Cathy Bramley

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Titel: Fliedersommer
Autor: Cathy Bramley
Übersetzerinnen: Franziska Heel
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 13.Juni 2017
Format: Klappenbroschur (448 Seiten)
ISBN: 978-3453422070
Preis: 9,99€
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Worum geht es?

Holly Swifts größter Traum wird wahr, als ihr eine Stelle auf Wickham Hall angeboten wird. Gemeinsam mit Ben, der Hollys Herz auf Anhieb höherschlagen lässt, organisiert sie die schillernden Sommerfeste und Hochzeiten auf dem prächtigen Anwesen, das Zeit ihres Lebens ein besonderer Ort für sie war. Bereits als Kind ist sie durch die Gärten und Gänge des Schlosses gewandert. Doch welche Geheimnisse das Gemäuer wirklich für sie bereithält, muss Holly erst noch erfahren …Quelle

Meine Meinung zum Buch:

Fliedersommer – ein Buchtitel, der bei mir sofort wunderschöne Kindheitserinnerungen hervorruft. Ich liebe den Geruch dieser Blumen und ich mag es in meinem nun doch schon nicht mehr ganz so jungen Alter, an diese Zeit und unsere großen, duftenden Fliederbäume im Garten erinnert zu werden. Aber nicht nur der Buchtitel hat mich sofort neugierig gemacht, sondern auch der Blick auf das wunderschöne Cover. Der locker gebundene Fliederstrauß und die dazu passende Schriftfarbe machen das Buch zu einem richtigen Eyecatcher. Aber natürlich ist nicht nur die Optik für mich interessant gewesen. Auch der Klappentext hat Lust auf eine locker-leichte Liebesgeschichte gemacht. Von der Autorin Cathy Bramley hatte ich bisher noch nichts gelesen und ich war ziemlich gespannt auf ihren Schreibstil und die Umsetzung ihres Fliedersommers und die Geschichte um Holly und Ben.
Der Einstieg in die Geschichte war nicht ganz so leicht wie erwartet. Die Erzählungen und Beschreibungen wirkten auf mich leicht gehetzt und haben nicht sofort eine Wohlfühlstimmung bei mir aufkommen lassen. Mit dem Schreibstil der Autorin bin ich aber gut zurecht gekommen. Er ist durchweg flüssig und leicht geschrieben und hat mich durch die ersten Kapitel förmlich fliegen lassen.
Für die Protagonistin Holly habe ich auch gleich Sympathien entwickelt, denn ihr Charakter ist besonders liebevoll beschrieben und ich denke es wird wenig Leser geben, die dies nach den ersten gelesenen Kapiteln anders sehen.
Die Beschreibungen des Herrenhauses und deren Ländereien haben mir super gefallen. Die Beschreibungen sind sehr bildgewaltig und detailgetreu, dadurch habe ich ein tolles Bild von “Wickham Hill” bekommen. Ich glaube, an so einem Ort würde ich mich auch sehr wohl fühlen. Leider fehlt mir im ganzen Buch der Bezug zum Flieder und ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, warum gerade dieser Titel gewählt wurde?
Ein weiterer großer Wermutstropfen ist für mich die Entwicklung der Geschichte, denn mir fehlen bei der Begleitung von Hollys Geschichte die Ecken und Kanten. Ein junges Mädchen bewirbt sich auf eine Traumstelle, die sie dann auch sofort ohne Konkurrenzkampf durch andere Bewerber bekommt. An ihrem ersten Arbeitstag steht sie allein vor ihrer neuen Aufgabe, ihre Chefin fällt für unbestimmte Zeit aus und diese eigentlich unlösbare Aufgabe löst sie mit Bravour und ohne große Hilfe von außen. Das wirkt auf mich total unrealistisch, deshalb ist es mir dann auch mit Fortlauf der Geschichte immer schwerer gefallen, mit dieser Erzählung richtig warm zu werden. Auch die Geschichte zu Ben zieht sich so in die Länge, dass ich teilweise keine große Lust mehr hatte, die Geschichte weiterzulesen. Und obwohl sie so viel Potenzial gehabt hätte und die Idee des Buches auch toll ist, konnte es mich bis zum Ende nicht richtig fesseln und in die Welt von Holly und Ben abtauchen lassen.
Schade, meine durch den Titel und das Cover in das Buch gesetzten Erwartungen konnten nicht im geringsten erfüllt werden. Am Ende war ich von der liebenswerten Holly und ihrem fehlerfreien Verhalten ziemlich genervt und fast froh, das Buch aus der Hand legen zu können.

Fazit:

Leider hat mich dieses Buch nicht richtig fesseln und begeistern können. Meine Erwartungen an das Buch wurden nicht erfüllt und deshalb gibt es knappe 2,5 von 5 Sternen.

[Rezension] Don’t you cry–Falsche Tränen von Mary Kubica

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Titel: Don’t you cry – Falsche Tränen
Autor: Mary Kubica
Verlag: HarperCollins Germany
Erscheinungsdatum: 12. Juni 2017
Format: Klappenbroschur (384 Seiten)
ISBN: 978-3959671057
Preis: 14,99€

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Leseprobe


Worum geht’s?

Mitbewohnerin.
Freundin.
Mörderin?

Eines Nachts verschwindet die junge Studentin Esther Vaughan spurlos aus ihrem Appartement in Chicago. Ihre Mitbewohnerin Quinn findet nur einen mysteriösen Brief, der vor die Frage stellt, wie gut sie die vermeintlich brave Frau wirklich kennt. Als sie dann noch erfährt, dass schon längst per Anzeige nach einer Nachmieterin für ihr Zimmer gesucht wird, bekommt sie langsam Angst. Quinn beginnt zu recherchieren: Was ist eigentlich aus dem Mädchen geworden, das vorher mit Esther zusammengewohnt hat? Je mehr sie erfährt, desto mehr bringt Quinn sich in tödliche Gefahr. (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Der spannender Klappentext, ein sehr ansprechendes Cover und die Versprechung auf einen “fesselnden psychologischen Thriller” haben mich sofort neugierig auf das Buch gemacht.
Doch leider gibt es ein kleines Problem, wenn durch Marketing eine entsprechende Erwartung geschürt wird und das Produkt diese leider nicht so ganz einhalten kann. Der Kunde ist meistens enttäuscht oder ärgert sich, nicht das bekommen zu haben, was er eben – naja – erwartet hat.

Nicht falsch verstehen. Das Buch ist durchaus interessant, aber in meinen Augen eben kein Thriller. Mehr ein Drama mit Spannungsmomenten.
Doch wenn mir ein Thriller versprochen wird, dann möchte ich gerne einen haben. Ungefähr Dreiviertel des Buches habe ich den Thrill gesucht und im letzten Viertel dann endlich gefunden.
Das Ende des Buches hat so einiges an Langatmigkeit der vorherigen Kapitel wettmachen können, das ändert aber leider nicht so viel daran, dass ich mich die meiste Zeit beim Lesen etwas gelangweilt habe.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht zu lesen. Doch sie neigt zu ausschweifenden und teilweise sich wiederholenden Erklärungen bzw. Beschreibungen. Das bin ich von Thrillern einfach nicht gewohnt. Meine Erwartung war, dass es rasant zugeht und ich mich nicht mit irrelevanten Erzählungen beschäftigen muss. Dies hat leider dafür gesorgt, dass der Spannungsbogen immer wieder abgeflaut ist, bis er an einigen Punkten sogar komplett inexistent war.

Die Autorin lässt sich viel Zeit für ihre Charaktere und führt sie recht langsam ein. Zum Teil ist das so für die Dramaturgie gewollt, zum Teil ist es aber leider auch einfach langatmig. Dies hatte bei mir zur Folge, dass ich Schwierigkeiten hatte die Charaktere einzuordnen oder auch mich mit ihnen zu identifizieren und so nur halbherzig mitgefiebert habe.

Beim Ende zeigt die Autorin allerdings was sie alles kann. Sie hat die Geschichte über mehrere hundert Seiten so aufgebaut, dass ich bis zum Schluss bestimmte Zusammenhänge nicht einmal im Ansatz erahnt habe, sie aber eigentlich zu erahnen gewesen wäre, hätte man als Leser die richtigen Schlüsse gezogen.
Wirklich geschickt gemacht. Wäre das ganze Buch so geschrieben wie das Ende, man hätte mich nicht mehr von diesem Buch loseisen können.
Doch leider war der Großteil des Buches zu langatmig und wenig spannend für einen Thriller. Sehr schade, denn konzipieren kann die Frau wirklich sehr gut.

Fazit

Klappentext, Cover und Marketing versprechen hier einen Thriller. Gefunden habe ich ihn leider erst im letzten Viertel des Buchs.
Wer hier nicht mit der Erwartung rangeht, einen Thriller in der Hand zu haben, sondern ein Drama mit Spannungsmomenten, der könnte wirklich große Freude an dem Buch haben. Denn die Autorin versteht sich sehr gut darin, eigentlich ganz offensichtliche Dinge bis zum Ende zu verschleiern und den Leser so ziemlich zu überraschen.
Von mir gibt es daher gute 3 von 5 Sternen. Hier gibt es ganz eindeutig Potenzial nach oben für ihr nächstes Buch.