Kategorie: aer1th

[Rezension] Töchter des Mondes: Cate von Jessica Spotswood

Töchter des Mondes Regal

Normalerweise würde hier der Klappentext stehen, doch ich habe mich bewusst dazu entschieden ihn nicht zu zitieren.
Der Grund ist ganz einfach. Meiner Meinung nach enthält er eine Information, die zu viel verrät.
Ohne diese Information liest sich das Buch viel schöner, finde ich.
Ich empfehle euch also den Klappentext zunächst nicht zu lesen.
Wer dennoch nicht anders kann, der findet das Objekt der Begierde beispielsweise auf der Verlagsseite im Internet.

Inhalt
Neuengland –  Ende des 19. Jahrhunderts. Die drei Schwestern Cate, Maura und Tess leben zusammen mit ihrem Vater auf dessen Anwesen. Nach dem Tod ihrer Mutter hat Cate die Aufgabe übernommen ihre Schwestern aufzuziehen und vor allem auf sie aufzupassen. Die drei sind Hexen.
Niemand darf davon erfahren, nicht einmal ihr Vater, denn Hexen werden verfolgt und eingesperrt. Um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, leben die Schwestern sehr zurückgezogen. Dies hat jedoch den Effekt, dass sie bereits in der gesamten Gegend als Sonderlinge bekannt sind. Die Gefahr aufzufliegen ist sehr groß und lastet schwer auf Cates Schultern. So macht sie sich auf die Suche nach einer Nachricht von ihrer Mutter, die ebenfalls eine Hexe war.
Im Tagebuch ihrer Mutter stößt sie auf eine Prophezeiung, die besagt, dass drei Schwestern mit magischen Kräften die Herrschaft der Bruderschaft beenden und die Hexen erneut an die Macht führen werden. Sind Cate, Maura und Tess diese drei Schwestern?

Meine Meinung
Jessica Spotswood beschreibt in Töchter des Mondes: Cate eine Welt, in der Frauen nur wenig zu sagen haben. Ihre einzige Aufgabe ist die, entweder ihrem Mann oder der Schwesternschaft und somit Gott zu dienen.
Frauen, die anders sind und sich nicht dem Willen der Bruderschaft beugen, werden verfolgt und als Hexen angeklagt, egal ob sie wirklich welche sind oder nicht.

Cate lebt, im Gegensatz zu ihren Schwestern, in ständiger Angst entdeckt zu werden. Sie nimmt die Bürde der Verantwortung, die ihre Mutter ihr aufgetragen hat, sehr ernst. Sie möchte keine Hexe sein und hat keinen Spaß daran Magie zu wirken. Ganz anders ihre beiden Schwestern. Sie sind gerne Hexen und nutzen jeden unbeobachteten Moment zum zaubern.

Jessica Spotswood hat mit den Schwestern drei Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein können. In Töchter des Mondes: Cate lässt sie uns am Leben der ältesten Schwester teilnehmen und all ihre Freuden und Sorgen erleben.
Die Charaktere sind in ihrem Sein und Tun authentisch und der Leser kann die Beweggründe der jeweiligen Personen gut nachvollziehen.
Besonders Cate ist sehr detailliert und tiefgehend gezeichnet. Ich konnte richtig mit ihr mitfühlen, egal ob es um die Verantwortung ging, an der sie teilweise fast zerbrochen wäre, oder die schönen Momente, die sie erleben durfte.
Auch die Nebencharaktere sind authentisch, wenn auch nicht ganz so detailliert beschrieben.
Spotswood schafft es durch ihre Art zu erzählen Sympathien, aber auch Antipathien den Charakteren gegenüber zu wecken. Teilweise spielt sie auch damit, so dass der Leser seine Meinung über eine Person mehrmals abändern muss.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und einfach zu lesen. Die detailreiche Ausarbeitung der Umgebung und der Charaktere hat zusammen mit dem Schreibstil dafür gesorgt, dass ich mir Cates Welt gut vorstellen konnte. Viel Platz für die eigene Phantasie ist allerdings nicht geblieben. Auch sorgte die Detailverliebtheit dafür, dass der Anfang der Geschichte in meinen Augen doch recht zäh und langatmig erschien.
Das erste Drittel des Buches dient quasi nur dem Kennenlernen. Sehr viel Inhalt ist nicht zu finden. Das ändert sich jedoch, je weiter das Buch voranschreitet.
Die Geschehnisse werden spannender, schneller und inhaltsschwangerer. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse fast und münden in einem Cliffhanger, der dafür sorgt, dass man unbedingt weiter lesen möchte.

Einen weiteren, kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch. Mir persönlich ist die Magie im Buch ein bisschen zu kurz geraten. Da es sich um ein Buch über Hexen handelt, hatte ich einfach mehr erwartet. Natürlich wird gezaubert und gehext, aber für meinen Geschmack einfach zu wenig. Ich hoffe, dass sich das in den Folgebänden ändert.

Mein Fazit
Ein schöner, romantischer und sehr emotionsreicher Auftakt einer Trilogie mit authentischen und gut ausgearbeiteten Charakteren. Am Anfang etwas zäh und langatmig, steigert sich die Geschichte und gewinnt an Spannung und Intensität.
Wer Töchter des Mondes: Cate lesen möchte, muss mit einem offenen Ende rechnen, das den einen oder anderen doch ein wenig unbefriedigt zurücklassen könnte. Zumindest sorgt der Cliffhanger dafür, dass ich den zweiten Band unbedingt lesen möchte.
Ein wenig mehr Magie, ein bisschen weniger sorgenvolle Momente und eine Prise mehr Spannung und das Potenzial für einen gelungenen zweiten Teil ist gegeben.

Da 3,5 Sterne mir nicht ganz angemessen scheinen, gibt es von mir knappe 4 Sterne.

Infos
“Töchter des Mondes: Cate” von Jessica Spotswood
Ink; Auflage: 1 (9. August 2012)
Gebundene Ausgabe (363 Seiten)
ISBN-13: 978-3863960247
Empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre


Vielen Dank an den Egmont Ink Verlag für das Leseexemplar und Lovelybooks für die tolle Leserunde!

[Rezension] Pompeji von Robert Harris

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Titel: Pompeji
Autor: Robert Harris
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 01. Mai 2005
Format: Taschenbuch (384 Seiten)
ISBN-13: 978-3453470132
Preis: 8,95€

zum Buch

 

Inhalt
Der Wasserbaumeister “Aquarius” Attilius wird im Jahre 79 n. Chr. von Rom in die Stadt Misenum beordert, da der dortige Aquarius spurlos verschwunden ist. Kaum dort angekommen, stellt Attilius fest, dass eins der größten Aquädukte des römischen Reichs zu versiegen droht.
Attilius macht sich auf die Suche nach dem Grund des Versiegens und stößt dabei auf schreckliche Vorzeichen. Der Vesuv droht auszubrechen.


Meine Meinung
Ein Zitat des Sterns auf dem Klappentext von Pompeji beschreibt, meiner Meinung nach, den historischen Roman von Robert Harris sehr zutreffend. “Pompeji erweckt das römische Weltreich zum Leben.”
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, mich an den doch komplexen Schreibstil des Autors zu gewöhnen und alle römischen und griechischen Namen auch nur annähernd auseinander zu halten, schaffte Harris es mich in die Welt des 1. Jahrhunderts zu ziehen.

Die detaillierten Beschreibungen der Umgebung und des Lebens in dieser Zeit, vermittelten mir das Gefühl vor Ort zu sein und alles hautnah mitzuerleben. Ich war wirklich erstaunt darüber wie sehr mich diese Welt einzunehmen schien, da ich zu Beginn nicht so recht Lust hatte dieses Buch zu lesen.

Ich war noch nie ein großer Fan davon bereits zu Beginn eines Buches zu wissen, wie dieses enden wird, doch Harris hat es dennoch geschafft mein Interesse zu wecken.
Die gut gezeichneten Charaktere ließen mich alle Freuden und Abscheulichkeiten des damaligen römischen Reichs erleben; ich konnte mit ihnen mitfiebern oder aber sie absolut verabscheuen.
Trotz des bekannten Endes, schafft Harris es durchaus auch Spannung aufzubauen, die jedoch nicht mit der eines (historischen) Thrillers zu vergleichen ist. Dafür gibt es dann doch zu viele Längen und Durststrecken, in denen nicht sonderlich viel passiert.

Fazit
Ein gut recherchiertes Buch, das es schafft das römische Reich zum Leben zu erwecken. Der komplexe, etwas umfangreiche Schreibstil des Autors und die vielen Charaktere mit ihren “exotischen” Namen, haben es mir zu Anfang nicht wirklich leicht gemacht, doch ein Weiterlesen lohnt sich.
Für historisch interessierte Menschen auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch, aber auch alle anderen können ruhig einen Blick riskieren. Smiley

Knapp an den 4 Sternen vorbei geschrammt, erhält Pompeji von mir 3,5 von 5 Sternen.

Skala 3,5 Stern

[Rezension] Sterbenswort von Siegfried Langer

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Titel: Sterbenswort
Autor: Siegfried Langer
Verlag: List Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2012
Format: Taschenbuch (336 Seiten)
ISBN-13: 978-3548610917
Preis: 8,99€

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Inhalt
Die sehr rational denkende Ärztin Kathrin Voss glaubt nicht an Geister; wieso sollte sie auch? Als in ihrer Wohnung plötzlich Bilder schief hängen, Gegenstände versteckt und Äpfel angebissen werden, hat sie zunächst ihre Tochter Mia in Verdacht. Die Vierjährige beteuert jedoch ihre Unschuld und bald darauf stellt sich heraus, dass Mia gar nicht für die Geschehnisse verantwortlich sein kann. Doch wer erlaubt sich diesen gemeinen und unheimlichen Scherz mit ihr?
Als dann auch noch ihre ehemaligen Studienfreunde von ähnlichen Vorkommnissen berichten und Mia von einem Mann namens Erik angesprochen wird, wird es unangenehm. Kathrin kennt den Namen Erik nur zu gut. Doch dieser Mann kann nicht für all das verantwortlich sein … er ist tot. Sie war dabei als es passierte. Holt die Vergangenheit sie wieder ein?

Meine Meinung
Siegfried Langer hat mit Sterbenswort einen äußert rasanten und spannenden Thriller geschaffen, der mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Bereits nach drei Tagen hatte ich das Buch ausgelesen – hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich es innerhalb eines Tages geschafft, was für mich wahnsinnig schnell ist.

Stück für Stück wird, in einem Wechsel zwischen Vergangenheit, Gegenwart und “Neulich”, das Geheimnis um Erik aufgelöst. Wobei die angenehm kurzen Kapitel und der flüssige und einfache Schreibstil des Autors dafür sorgten, dass ich schnell voran kam.
In einem rasanten Tempo führt uns Langer durch eine Geschichte, deren Spannungsbogen auf einem konstant hohen Level gehalten wird. Während des Lesens hatte ich diverse Theorien, wer hinter Allem stecken könnte, habe diese aber immer wieder verworfen und neue gesponnen. Richtig festlegen konnte ich mich bis kurz vor der Auflösung jedoch nicht.

Die Hauptcharaktere sind gut gezeichnet und haben bei mir die verschiedensten Gefühle ausgelöst. Von Sympathie bis Antipathie war alles mit dabei. Die Nebencharaktere werden nicht so ausführlich beleuchtet, müssen sie aber auch nicht, um die Handlung voranzutreiben.

Sterbenswort ist ein Thriller der ohne viel Blut oder Gewalt auskommt und somit auch problemlos von Personen gelesen werden kann, deren Magen nicht ganz so robust ist.

Einzig das Ende war ein gaaanz kleines bisschen (wirklich nur ein bisschen) zu theatralisch für meinen Geschmack, dennoch gut und nachvollziehbar gelöst in meinen Augen.

Fazit
Wer nach einem kurzweiligen, wirklich spannenden und doch relativ unblutigen Thriller sucht, der wird seine Freude mit Sterbenswort haben.
Mir hat das Buch bis zu seinem Schluss keine Ruhe gelassen, so dass ich es erstaunlich schnell zu Ende gelesen habe. Schade eigentlich, denn es hätte ruhig länger sein können. Smiley
Eine absolute Kauf- und Leseempfehlung von mir an alle Thriller-Fans und diejenigen, die es noch werden wollen.

Skala 4,5 Stern


Vielen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars und Siegfried Langer für die Begleitung der Leserunde bei Lovelybooks.

[Rezension] Vollendet von Neal Shusterman

Vollendet

Inhalt
Die Zukunft Nordamerikas ist düster und beklemmend. Ein grausamer und blutiger Krieg zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern ist der Grund dafür. Um die Streitigkeiten zu beenden, wurde die “Charta des Lebens” erlassen. Abtreibungen vor der Geburt sind per Gesetz verboten. Allerdings können Eltern ihr Kind im Alter zwischen 13 und 18 “rückwirkend” abtreiben lassen, unter der Bedingung, dass das Leben des Kindes streng genommen nicht endet. Bei diesem Vorgang, der Umwandlung genannt wird, werden alle Teile des menschlichen Körpers “entnommen” und für die Allgemeinheit als Organspende bereitgestellt.

Vollendet beschreibt die Geschichte dreier Wandler, die sich auf der Flucht vor dem Gesetz befinden. Connor, dessen Eltern nicht mehr mit ihm klar kommen, Risa, ein Mündel des Staates, für das kein Geld mehr übrig ist und Lev, ein sogenanntes Zehntopfer. Als Zehntopfer wurde Lev von Geburt an auf seine Umwandlung vorbereitet, da sie in der Religion als etwas Besonderes und Heiliges gilt.
Drei Menschen, mit drei verschiedenen Geschichten aber ein und demselben Ziel.

Meine Meinung
Neal Shusterman schreibt in seiner Danksagung: “Fiktion ist oft nur einen Denkschritt von der Wirklichkeit entfernt”.
Mit Vollendet hat er eine dystopische Welt geschaffen, die dieser Aussage gar nicht mal so fern ist und daher umso beklemmender und düsterer daher kommt.
Lässt man sich auf diese Möglichkeit und damit auf diese fiktive Welt ein, erwartet einen ein spannendes Lesevergnügen, das zum Nachdenken anregt und einen noch einige Zeit lang begleitet.

Der Autor erzählt die Geschichte um Connor, Risa und Lev in wechselnden Perspektiven, dabei werden auch Nebenfiguren nicht außer Acht gelassen. Dies hat zur Folge, dass der Leser manchmal mehr weiß als die einzelnen Charaktere – die Spannung so aber nicht abreißt. Stück für Stück enthüllt Shusterman so eine Welt, in der Krankheiten nicht mehr behandelt, sondern die kranken Körperteile einfach ausgetauscht werden – auf Kosten ungewollter Kinder.
Leicht philosophisch angehaucht, provokativ und teilweise grausam wird die Geschichte der drei Wandler erzählt. Relativ neutral beschrieben überlässt Shusterman es dem Leser sich eine eigene Meinung zu der entstandenen Welt zu bilden.

Vollendet hat mich mitfiebern lassen, mich wütend gemacht und gleichzeitig schockiert. Es ist nicht unbedingt eine leichte Lektüre, auch wenn der Schreibstil flüssig und einfach, aber nicht anspruchslos ist. Für ein Jugendbuch fand ich die Sprache sehr angemessen, da sie, wie gesagt, auch nicht zu einfach gehalten ist.

Die Charaktere an sich finde ich gut ausgearbeitet. Über jeden erfährt man genau so viel wie man für die Geschichte wissen muss. Auch die Entwicklung der einzelnen Charaktere lässt sich gut nachvollziehen. Der Situation angemessen verändern sie sich und bleiben nicht auf der Stelle stehen, was ich persönlich sehr wichtig finde.

Fazit
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich zwar etwas beklommen zurückgelassen, aber für die Thematik gehört sich das auch so. 😉
Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und sehr viel nachgedacht. Ich bin froh, dass ich in einer Welt lebe, in der Umwandlung kein Thema ist und hoffe, dass auch nie jemand auf die Idee kommt es zum Thema zu machen.

Eine klare Kauf- und Leseempfehlung von mir, auch wenn ich die Altersempfehlung auf 16 hochsetzen würde. Einige Szenen sind doch recht schwer zu verdauen, gedanklich und auch vom “Schockfaktor” her. Daher denke ich, dass ältere Jugendliche mehr vom Buch haben könnten.

Skala 5 Stern

Infos
“Vollendet” von Neal Shusterman
Bibliographisches Institut, Mannheim; Auflage: 1 (1. August 2012)
Gebundene Ausgabe (432 Seiten)
ISBN-13: 978-3411809929


Vielen Dank an den Sauerländer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und die Leserunde bei Lovelybooks.

[Rezension] Das erste Gesetz der Magie von Terry Goodkind

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Titel: Das erste Gesetz der Magie
Autor: Terry Goodkind
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 01. März 1995
Format: Paperback (512 Seiten)
ISBN-13: 978-3442246144
Preis: 11,00€

zum Buch

Das Cover ist von der neuen zusammengefassten Auflage aus 2008. Die Rezension besitzt sich auf das Buch von 1995.

Inhalt
Traurig und wütend über den grausamen Tod seines Vaters, macht Richard sich auf, die Geheimnisse hinter dem Attentat zu ergründen. Auf seinem Weg trifft er auf Kahlan, eine wunderschöne junge Frau mit Geheimnissen, die von vier bedrohlich aussehenden Männern verfolgt wird. Ohne lange zu überlegen beschließt Richard ihr zu helfen und rettet sie aus ihrer misslichen Lage. Kahlan ist auf gefährlicher Mission. Sie sucht den Zauberer, der das Schwert der Wahrheit besitzt, denn dies ist der einzige Weg den tyrannischen Magier Darken Rahl zu besiegen, der ohne Skrupel die Macht über das ganze Land an sich reißen möchte.
Richard beschließt Kahlan auf ihrer gefährlichen Reise zu begleiten und wird zu einem wichtigeren Part, als er sich jemals hätte vorstellen können.

Meine Meinung
Dieses Buch wurde mir bereits vor ein paar Monaten mit dem Kommentar: “Musst du unbedingt lesen!” ausgeliehen. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich es zwar begonnen, aber nach ein paar Seiten wieder aufgehört. Ich kam mit dem Schreibstil des Autors nicht zurecht. Also zur Seite gelegt und eine Reihe anderer Bücher gelesen.

Da ich aber ungerne Bücher ungelesen zurück gebe, besonders dann nicht, wenn die ausleihende Person so begeistert davon war, habe ich das Buch erneut zur Hand genommen. Und siehe da, plötzlich passte es. Ich war in Stimmung dieses Buch zu lesen und die Seiten flogen nur so dahin.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und weitestgehend flüssig zu lesen. Die alte Rechtschreibung und einige Rechtschreibfehler ließen mich jedoch ein bisschen holpern. Sieht man allerdings darüber hinweg, so erhält man eine rasanten und humorvollen Schreibweise, die durch Einstreuung umgangssprachlicher Redewendungen durchaus erfrischend daher kommt.

Ich konnte mich gut und schnell in die Geschichte einfinden und habe voller Spannung den Weg Kahlans und Richards begleitet. Das erste Gesetz der Magie hat mir einfach gefallen und mich in seinen Bann gezogen.
Einige Kritikpunkte habe ich allerdings auch, auch wenn die mein Gesamtbild nicht stark verändern.

So sind beispielsweise unsere beiden Protagonisten sehr schnell und etwas oberflächlich eingeführt worden. Bei der Länge dieses Zyklus möchte man meinen, dass genügend Zeit und Raum zur Verfügung stehen müsste, um die Charaktere etwas detaillierter auszufeilen. Außerdem entsprechen die beiden so unglaublich vielen Klischees, dass ich darüber schmunzeln musste. Beide sehr gut aussehend, unerschrocken, intelligent und scheinbar in der Lage alle Probleme fast ohne Schwierigkeiten zu lösen. Ach ja und verliebt sind sie auch in einander, dürfen dies aber nicht zulassen.
Darken Rahl hingegen empfand ich detaillierter herausgearbeitet. Seine Grausamkeit lies mich teilweise erschaudern und ich habe mich regelrecht vor ihm geekelt. Solche Gefühle, nur im positiven Sinne hätte ich mir auch für Richard und Kahlan gewünscht.

Auch möchte ich die Zitate auf dem Klappentext kritisieren. Einen Vergleich zu J.R.R. Tolkien zu ziehen, mag vielleicht werbewirksam sein, kann aber auch ganz schön nach hinten losgehen. Das erste Gesetz der Magie lässt sich nicht mit Tolkien vergleichen und der Leser sollte dies auch vermeiden, da er sonst nur enttäuscht wird.

Und dann kommt auch schon mein letzter Kritikpunkt. Ich habe die deutsche Ausgabe von 1995 gelesen und war ziemlich enttäuscht darüber, dass das Buch an einer so unpassenden Stelle unterbrochen wurde. Es kommt einem vor, als hätte der Verantwortliche die englische Originalausgabe genau in der Mitte geteilt und übersetzen lassen. Wirklich schade. Das hätte man besser lösen können.

Trotz der Kritikpunkte hatte ich Spaß mit dem Buch und habe es gerne gelesen, obwohl ich zwei Anläufe gebraucht habe.

Fazit
Wer sich unvoreingenommen auf ein wenig klischeehafte Charaktere einlassen kann und keine Angst vor alter Rechtschreibung und teilweise grausamen Szenen hat, der sollte einen Versuch wagen.
Ich bin nicht enttäuscht worden, hoffe aber in den Folgebänden auf etwas mehr Tiefe in den Charakteren.

Skala 4 Stern

[Rezension] Mondscheintarif von Ildikó von Kürthy

Mondscheintarif
“Sie findet sich nicht schwierig, sondern interessant. Ihre beste Freundin hat die größeren Brüste – und ist trotzdem ihre beste Freundin. Cora Hübsch ist 33. Alt genug, um zu wissen, dass man einen Mann NIEMALS nach dem ersten Sex anrufen darf. Also tut sie das, was eine Frau tun muss: Sie wartet. Auf seinen Anruf. Stundenlang. Bis sich ihr Leben verändert. Zum Mondscheintarif.”
(Quelle: Klappentext)


Meine Meinung

Mondscheintarif erschien bereits vor einigen Jahren, nämlich 1999. Das es schon so lange her ist, hat mich dann doch erstaunt.
Bereits seit einigen Jahren steht es auch bei mir im Bücherregal und hat darauf gewartet gelesen zu werden. Mit seiner Länge von 140 Seiten ist es kein wirklich umfangreiches Buch und so habe ich es innerhalb von zwei Stunden beendet.

Eine leichte und durchaus witzig geschriebene Lektüre für Zwischendurch. Der auf dem Klappentext beschriebene Lachflash ist bei mir allerdings ausgeblieben. Geschmunzelt habe ich schon, auch mal kurz aufgelacht, denn einige der Dialoge waren wirklich witzig. Um wirklich Spaß mit dem Buch zu haben, darf der Leser allerdings nicht alles ernst nehmen, was dort geschrieben steht und auf jeden Fall geschriebene Ironie verstehen, auch wenn diese meist mit dem Holzhammer daher kommt.
Nimmt man das Geschriebene zu ernst, wird das Lesen des Buches einem keinen Spaß machen.

Es ist häufig überzogen, von Kürthy spielt mit Klischees, und auf die Realität können es wohl die wenigsten Leser(innen) anwenden. Aber ich vermute, das war auch nicht das Ziel der Autorin.

Ich habe mich auf jeden Fall kurzweilig unterhalten gefühlt, auch wenn ich mich doch ab und an gefragt habe, ob es wirklich Frauen gibt, die so sind wie Cora. Ich habe mich nicht in ihr wiederentdecken können. Smiley

Skala 4 Stern

Infos
“Mondscheintarif” von Ildikó von Kürthy
Rowohlt; Auflage: 52 (1. September 1999)
Taschenbuch (144 Seiten)
ISBN-13: 978-3499226373

[Rezension] Porträt eines Starters von Lissa Price

Porträt eines Starters

“Nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant …”
(Quelle: Amazon)

 

Porträt eines Starters ist die Kurzgeschichte zum Roman “Starters” von Lissa Price und als kleines Appetithäppchen gedacht, um potentiellen Lesern einen kleinen Vorgeschmack zu geben.
Ich selber habe diese Kurzgeschichte erst nach dem Roman gelesen, was ich fast noch sinnvoller finde, als sie vorher zu lesen. Sie vorher zu lesen könnte etwas für Verwirrung sorgen, da u.a. einige Begriffe nicht erklärt werden und man sie zunächst einfach so hinnehmen muss.

Porträt eines Starters wird aus der Ich-Perspektive Michaels erzählt, also anders als im eigentlichen Roman, in der aus der Perspektive Callies, der Protagonistin, berichtet wird. Die Kurzgeschichte kann man als “externen” Prolog zum Buch verstehen, in dem einige Dinge erklärt werden, die später im Buch keine Erwähnung mehr finden.

Da ich diesen kleinen Bonus, wie gesagt, erst im Nachhinein gelesen habe, hatte ich während des Lesens einige “Aha-Erlebnisse”. So fiel mir beispielsweise die Parallele zum Cover der englischen Buchausgabe auf. In der Kurzgeschichte wird u.a. genau die Entstehung des Bildes beschrieben, wie wir es auf dem englischen Buchcover bewundern können.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es sich durchaus lohnt Porträt eines Starters zu lesen, egal ob vorher oder hinterher, aber ein wirkliches Muss ist es nicht. Auch ohne diesen Prolog lässt sich alles im Hauptroman gut verstehen und verfolgen.

Skala 4 Stern

Infos
Kindle Edition (337 KB)
ca. 17 Seiten

Piper ebooks (25. Februar 2012)
ASIN: B007CVWUF8
Preis: 0,00€

[Rezension] Himmelskinder von Marion Feldhausen

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“Ein fesselnder Psychothriller über die Abgründe der menschlichen Seele – und der Politik

Ein Mann liegt leblos in einem Hotelzimmer; ein unbekleidetes Mädchen wird in einem Gebüsch gefunden, sie ist halbtot. Akkordeonist und Kriminalpolizist Alvermann und seine Mannschaft kommen auf die Spur einer skrupellosen Menschenschlepperbande, die Mädchen aus Osteuropa nach Deutschland bringt und sie dort prostituiert. Im Laufe ihrer Ermittlungen stößt die Karlsbacher Kripo auf eine gut funktionierende Seilschaft in höchsten Politiker- und Justizkreisen, deren Mitglieder schon vor Jahren Stammgäste in einem Kinderbordell waren …”

Ich verrate mal nichts weiter über den Inhalt, da der Klappentext meiner Meinung nach bereits genug verrät.

Meine Meinung
Wenn ich in einem Restaurant einen Milchkaffee bestelle, dann erwarte ich auch genau diesen zu bekommen und nicht einen Kaffee mit einem Schluck Milch.
Diesen Vergleich kann man auch ganz gut auf Bücher anwenden. Wenn mir der Klappentext eines Buches verspricht, ich würde einen “fesselnden Psychothriller” zu lesen bekommen, dann erwarte ich keinen leichten Krimi.
Auch wenn Himmelskinder über die Abgründe der menschlichen Seele berichtet und mit einer brisanten Thematik aufwartet, war es für mich einfach kein typischer Psychothriller. So findet man beispielsweise keine Cliffhanger, die für einen Spannungsaufbau innerhalb der Geschichte hätten sorgen können.
Leider konnte ich mich bis zum Schluss des Buches nicht aus meiner Erwartungshaltung lösen und mich so nicht richtig auf das Buch einlassen.

Dies hatte zur Folge, dass ich häufiger nur über der Geschichte schwebte und nicht Teil dieser war. Die Autorin präsentiert dem Leser nicht alles auf dem Silbertablett, sondern arbeitet mit Andeutungen, bei denen aufmerksames Lesen gefragt ist. Leider hatte dieses Schweben bei mir den Effekt, dass ich viele Andeutungen zunächst gar nicht als solche verstand und damit wichtige Aspekte nicht mitbekam.
Wichtige Details werden wie beiläufig hereingestreut und teils nur in Nebensätzen erwähnt, so dass der Leser Teil der Geschichte sein muss, um nicht den roten Faden zu verlieren, der sich durch das Buch zieht.
Die vielen Charaktere, die alle namentlich genannt werden, haben bei mir leider für noch mehr Verwirrung gesorgt, so dass ich zu Beginn mehr geschwommen bin, als Anteil an den schrecklichen Ereignissen zu nehmen.
Durch die Fülle an Personen wirken viele zunächst blass und farblos, was sich allerdings bei einigen der Charaktere im Laufe der Geschichte ändert.

Einzig Kommissar Alvermann, Protagonist von Himmelskinder wird bereits zu Beginn als spleeniger, aber sympathischer Charakter vorgestellt, der für meinen Geschmack zu sehr auf seine Gesundheit und seine Unzulänglichkeiten fixiert ist.
Die humorvollen, aber doch derben Sprüche, die sich Alvermann und sein Team zuwerfen sind eine gelungene Abwechslung zu der doch sehr brisanten und bedrückenden Thematik, die dieses Buch aufgreift.

Mit einer eher distanzierten und realitätsnahen Schreibweise schafft Marion Feldhausen es der Kern dieser Thematik aufzufangen und zu transportieren, dabei lässt sie die Thematik für sich sprechen, ohne auf blutige Details zurückzugreifen.
Die emotionalen und doch sehr bedrückenden Rückblenden runden das Ganze ab und schaffen es beim Leser ein beklemmendes Gefühl zu hinterlassen, das der Materie gut tut und die richtige Stimmung vermittelt.

Das Ende hingegen hätte ich mir der Stimmung entsprechend länger und ausführlicher gewünscht. So kam es doch sehr rasant und durch offene Fragen nicht wirklich zufriedenstellend daher.
Der Epilog hingegen passte wieder zur bedrückenden Stimmung und entließ mich mit gemischten Gefühlen.

Fazit
Ich bin durch die Bezeichnung “Psychothriller” mit einer ganz anderen Erwartung an das Buch heran gegangen und habe es scheinbar bis zum Ende nicht geschafft mich aus dieser Erwartungshaltung zu lösen.
Wäre mir das Buch als leichter Krimi mit brisanter Thematik verkauft worden, dann hätte ich es anders betrachtet und vermutlich auch anders bewertet. So kann ich den “Psychoteil” natürlich in der Thematik um die menschlichen Abgründe wiederfinden, dennoch entsprach das Buch für mich nicht dem klassischen Genre “Psychothriller” wie ich ihn bis jetzt kennen gelernt habe.

Wer sich nicht von der Bezeichnung auf dem Buchrücken leiten lässt und mit der richtigen Erwartungshaltung an den Roman herangeht, dem könnte er durchaus gefallen. Bildet euch eure eigene Meinung, wenn ihr wollt.

Skala 2,5 Stern

Infos
“Himmelskinder” von Marion Feldhausen
Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. Januar 2012)
Taschenbuch (320 Seiten)
ISBN-13: 978-3442378364

zum Buch

Vielen Dank an Blanvalet für die Bereitstellung des Leseexemplars und Marion Feldhausen für die Begleitung der Leserunde.

[Rezension] Gottlose Küsse von Carola Kickers

Gottlose Küsse

“Bissig, blutig, dunkelromantisch. Eine kleine Sammlung von überarbeiteten Kurzgeschichten von Carola Kickers zum Thema Vampire, in denen Wahrheit und Fiktion dicht beinander liegen.
In „Hauptgewinn“ zum Beispiel hat eine junge Frau bei einem Preisausschreiben gewonnen.Allerdings muss sie sofort ihre Koffer packen, denn der Flug geht schon am selben Abend. Was sie nicht weiß, ist, dass sie zu einem Grafen nach Transsylvanien geflogen wird…”
(Quelle: Amazon)

 

Gottlose Küsse von Carola Kickers ist eine Reihe kurzer Vampirgeschichten, die alle aus der Ich-Perspektive erzählt werden, wobei die gewählte Zeitform der einzelnen Geschichten zwischen Präsens und Präteritum wechseln.
Die hier gewählte Perspektive hatte leider zur Folge, dass der jeweilige Protagonist stets gesichtslos und teilweise bis zur Mitte einer Geschichte auch geschlechtslos blieb, was mich doch ein wenig verwirrte.

Der Schreibstil der Autorin hat mir grundsätzlich gut gefallen, lediglich ein paar wenige Formulierungen haben mich ein bisschen holpern lassen. Ansonsten konnte ich die Texte flüssig runterlesen.
Was beim Lesen allerdings gestört hat, waren die doch recht häufig vorkommenden Fehler im Text. Leerzeichen mitten in einem Wort, ein paar wenige Rechtschreib- und Grammatikfehler und fehlende Worte ließen mich doch das ein oder andere Mal einen Satz ein zweites Mal lesen.
Auch die Formatierung des Textes schien, zumindest für den Kindle, nicht optimiert worden zu sein. So fanden sich Absätze inmitten eines Satzes und Überschriften, die eine neue Geschichte einleiten sollten, fanden sich am Ende einer Seite wieder.

Die Geschichten an sich sind ganz nett. Nichts Neues oder Überraschendes – für Zwischendurch allerdings ganz gut geeignet.

Skala 2,5 Stern

Infos
Kindle Edition (117 KB)
ca. 25 Seiten

MCK Verlag/Vampire Magic Edition (4. Juni 2012)
ASIN: B0088X08C6
Preis: 0,89€

[Blogger-Aktion] Querbeet Challenge von Skys Buchrezensionen

Heute, pünktlich zum Start der Querbeet Challenge von Sky bin ich auf seinen Eintrag gestoßen und habe mir gedacht, ich mache diese Challenge zu meiner ersten überhaupt.

Querbeet Challenge

Aber worum geht es überhaupt?

Die Mehrzahl der Blogger, die Rezensionen über Bücher veröffentlichen, tun dies aus Bereichen, in denen sie sich heimisch fühlen. Die Querbeet Challenge soll uns Leseratten dazu bringen aus unseren/m Lieblingsgenre/s auszubrechen und auch mal Bücher aus unbekannten, vielleicht auch ungeliebten Genres zu lesen und danach zu rezensieren.

Das Ziel ist neue Bücher außerhalb seines eigentlichen Lieblingsgenres zu entdecken und sich auch für unbekannte Bereiche zu sensibilisieren.

Die Challenge startet heute am 01.07. und endet am 31.12.2012. In diesem Zeitraum haben wir Zeit sechs Bücher aus sechs verschiedenen Genres zu lesen und zu rezensieren.

Folgende Literaturgattungen müssen gelesen werden
1 x Fantasy
1 x Science Fiction/Dystopie
1 x Thriller/Horror
1 x Krimi
1 x Historischer Roman
1 x Gegenwartsliteratur

Wer auch noch teilnehmen möchte, der kann sich hier bei Sky die Regeln zur Challenge nochmal genau durchlesen und auch anmelden.

Aer1th