Kategorie: Mephisztoe

[Rezension] Hörbuch: Leading Simple von Boris Grundl und Bodo Schäfer

Leading Simple


Titel: Leading Simple – Führen kann so einfach sein
AutorIn: Boris Grundl und Bodo Schäfer
Verlag: Gabal
Erscheinungsdatum: 12.05.2010
Format: Hörbuch mit Praxishandbuch (PDF, 176 Seiten)
Preis: 55,95€ bei Audible (digital), 79€ im Grundl-Shop (Print/Audio-CD)
zum Hörbuch (Audible)
zum Hörbuch (Grundl-Shop)

Worum geht es?

Stellen Sie sich einmal vor, Sie und die Führungskräfte in Ihrer Organisation hätten eine einheitliche Vorstellung von Führung! Das heißt: Jeder weiß, was seine Aufgaben sind, welche Hilfen er dazu hat und jeder sieht auch noch einen Sinn in seiner Arbeit?
Leading Simple erzählt die spannende Geschichte von Louis Berg, der nach einem einschneidenden Schicksalsschlag zu einem mitreißenden Vortragsredner avanciert. Leading Simple ist das erste System, welches alle entscheidenden Punkte wirkungsvoller Führung in sich vereint. (Quelle: Audible)

Meine Meinung

Bodo Schäfer ist ein bekannter Redner und Bestseller Autor. Er kennt sich mit Geld aus und bietet Seminare, Coachings und mehr an, um dieses Wissen zu teilen. Boris Grundl ist ebenfalls ein bekannter Vortragsredner und vermarktet Inhalte u.a. rund um das System “Leading Simple” über seine Grundl Leadership Akademie.
Ich selbst bin auf das Hörbuch “Leading Simple” aufmerksam geworden durch einen Tipp in einer Whatsapp-Gruppe, die sich maßgeblich mit Vertriebsthemen auseinandersetzt. Neugierig geworden sah ich mir die Rezensionen auf audible.de an und las dort neben himmel-hoch-jauchzenden 5-Sterne Rezensionen auch einige, die Kritik für angebracht hielten:

  • Es dauert über eine Stunde, bis überhaupt die ersten interessanten Tipps kommen
  • Der ständige Sprecherwechsel sei nervig
  • Die musikalischen Einblendungen sind unpassend
  • Die Charaktere seien blass gezeichnet und wenig authentisch
  • Alter Wein in neuen Schläuchen
  • Schlechte Kopie von Maliks Werk “Führen, Leisten, Leben”

Für ein Fachbuch mutet es zunächst irritierend an, dass hier von Musik, Charakteren und Sprecherwechseln die Rede ist und in der Tat: “Leading Simple” setzt als Fachbuch auf das allseits bekannte Story-Telling. Das bedeutet, dass das System, um das es hier geht, in Form einer emotionalen Geschichte transportiert wird, um den Zuhörer so besser abzuholen und auch die Ideen besser im Kopf zu verankern.
Dieses Prinzip kenne ich bereits von Stefan Merath, der ebenfalls über den Gabal-Verlag u.a. zwei Hörbücher veröffentlicht hat, die dem gleichen Prinzip folgen. Interessanterweise kommen die gleichen Sprecher zum Einsatz, die ich persönlich sehr professionell finde und ihnen immer wieder gerne zuhöre. In der Tat gibt es dabei auch definitiv Überschneidungen, was Inhalte betrifft. Bestes Beispiel: Genau wie in Meraths Büchern wird in “Leading Simple” das Problem der Rückdelegation anhand der Affen-Analogie beschrieben: Ein Mitarbeiter, der eine Aufgabe erfüllen soll, hat einen Affen auf der Schulter sitzen. Mit diesem geht er zum Chef und der Affe springt auf dessen Schulter. Was “Leading Simple” leider niemals tut: Es werden keine Quellen genannt. Die Affen-Analogie bspw. wurde im Harvard Business Review unter dem Titel “Management Time: Who’s got the Monkey” von William Oncken und Donald L. Wass veröffentlicht (vgl. Artikel von business-wissen.de, von wo ich auch die Beschreibung oben habe). Ohne diese Quellenangaben wirkt “Leading Simple” oft wie wahllos zusammenkopiert. Erklärende Worte erfolgen erst im letzten Teil.
Das Hörbuch macht aus meiner Sicht aber auch vieles gut. Positiv ist z.B. dass Diagramme oder Flipcharts, die im Buch vorkommen, im Hörbuch z.T. visuell beschrieben werden. Dabei wechseln die Sprecher immer nur dann, wenn in der Geschichte z.B. jemand etwas aufschreibt, oder vorbereitete Kärtchen verteilt werden. In dem Fall übernimmt eine weibliche Sprecherin, während der Rest des Buches von einem männlichen Sprecher vorgelesen wird.
Das führt aber auch zu einem weiteren Kritikpunkt: Es gibt vom Herausgeber ein Kartenset, das die Tipps und Ideen des Systems “Leading Simple” ähnlich der Form von Lernkarten bereithält. Das Hörbuch ist so voller Anspielungen auf diese Karten (sowohl direkt wie auch indirekt) und mit versteckten Kaufaufforderungen versehen, dass es wirkt, als wäre das Buch/Hörbuch lediglich eine Werbung, um in Wahrheit diese Sets zu verkaufen. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass das Hörbuch keine fünfeinhalb Stunden dauert, aber man selbst nach vier Stunden nicht wirklich das Gefühl hat, verstanden zu haben, wie “Leading Simple” denn nun funktioniert.
Dahinter steckt natürlich ebenfalls System. Was die Autoren hier erreichen wollen, ist, mit der Geschichte um einen ehemaligen Sportler, der zunächst durch einen Unfall im Rollstuhl landete und sich dann wieder hochgearbeitet hat, Emotionen beim Hörer auszulösen, die letzten Endes darin münden, hoffentlich auch das Buch, die Kartensets, die DVDs zu kaufen und letzten Endes die Begleitseminare zu buchen. Das Konzept selbst ist nicht neu, doch wird im Klappentext leider suggeriert, dieses Hörbuch allein bringe einen bereits massiv voran – und von dieser Idee sollte sich der Hörer verabschieden.
Vielleicht nicht ganz uninteressant zu wissen ist, dass Boris Grundl offensichtlich die Vorlage für Louis Berg, den Trainer in dem Hörbuch ist. Wie auf Wikipedia nachzulesen ist, gleichen sich die Geschichten wie ein Ei dem anderen. In welcher Art und Weise Bode Schäfer hier mit Anteil an den Inhalten hatte, konnte ich allerdings nicht herausfinden. Er wird zwar auf den Produkten selbst als Autor genannt, aber auf den Seiten der Grundl Leadership Akademie komplett ausgelassen. Ich vermute, dass Grundl sich seine Fähigkeiten im Bereich Online-Marketing als Multiplikator beim Vertrieb zu Nutze gemacht hat. Das ist aber nur meine persönliche Meinung.
Was hervorzuheben ist, ist, dass es zu dem Hörbuch – bei Audible zumindest – ein Begleit PDF zum Download gibt, welches ein Praxishandbuch beinhaltet. Dieses 176 Seiten starke Dokument enthält Erläuterungen, Aufgaben und viel Platz für Notizen. Leider wird im Hörbuch nicht darauf hingewiesen und auch das PDF selbst macht nicht unbedingt den Eindruck, als verstünde es sich als eine Einheit mit dem Hörbuch. Dennoch handelt es sich dabei um ein bemerkenswertes Goodie, das im Shop bei Boris Grundl immerhin inkl. Hörbuch nicht weniger als 79 Euro kostet. Im Audible Abonnement habe ich für das Paket gerade einmal 9,95 Euro bezahlt (ein Monatsguthaben).

Fazit

Mit weniger als fünfeinhalb Stunden ist das Hörbuch zu kurz. Die Idee, das System “Leading Simple” in Form einer Geschichte zu transportieren ist gut, aber aufgrund der Kürze funktioniert sie nicht: In der Tat sind die Charakter blass und rangieren im Verhalten zwischen teilweise naiv und manchmal sogar peinlich. Die Hintergrundgeschichte von Louis Berg nimmt extrem viel Raum ein und auch während der Geschichte wird laufend vom “Mann im Rollstuhl” gesprochen. Auch wenn diese Hintergrundgeschichte autobiografisch ist, gehört sie meiner Meinung nach in eine Autobiografie und nicht so stark in den Vordergrund eines Fachbuches. Und letzten Endes ist meine Erwartungshaltung an ein solches, die Idee, die damit transportiert werden soll, zu verstehen und grundsätzlich einsetzen zu können. Während das bei “Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer” von Stefan Merath durchaus funktioniert (über 14 Stunden Audiomaterial), wirkt “Leading Simple” unterm Strich auf mich wie eine hochgezüchtete Werbung für weitere Produkte; erst ca. anderthalb Stunden vor Ende des Hörbuches beginnen Erläuterungen und Anleitungen.
Normalerweise würde ich bei einem Hörbuch die Produktionsqualität in die Bewertung überdurchschnittlich hoch einfließen lassen und die ist bei “Leading Simple” wirklich gut (es gibt übrigens gar keine Musik…). Aber aufgrund vieler inhaltlicher Fehler und der Tatsache, dass bei einem Fachbuch der Inhalt im Vordergrund stehen sollte, kann ich hier nicht mehr als gut gemeinte 3,5 Sterne vergeben – und die eher für das gut gestaltete Praxishandbuch und die Impulse, die das Hörbuch trotz allem birgt.

Last but not Least

Ist das Produkt 79 Euro Wert, wenn man es direkt vom Herausgeber kauft? Die Frage muss sich jeder selbst beantworten. Im Zweifelsfall empfehle ich aber, entweder über den bestehenden Audible Account das Hörbuch zu erwerben oder – sollte man keinen haben – dafür einen anzulegen und den Testmonat dazu zu nutzen. Wenn es nicht gefällt, kann man das Hörbuch ganz einfach wieder “zurückgeben” (das geht zwar auch mit dem Produkt beim Grundl Shop, aber a) ist es aufwendiger und b) ist man bis dahin erst einmal 79 Euro los…)

[Rezension] Der Hüter – Stadt der Tiefe von Jasmin Jülicher

Stadt_der_Tiefe
Titel: Der Hüter – Stadt der Tiefe
AutorIn: Jasmin Jülicher
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: 6. August 2017
ISBN: 978-3-7448-4094-1
Format: ePUB (247 Seiten)
Preis: 3,99€
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Worum geht es?

Biota – Die Stadt, die nach dem Großen Krieg auf dem Meeresboden gebaut worden ist. Für die Bewohner ist sie eine sichere Heimat, denn die Oberen haben dafür gesorgt, dass jede gewalttätige Tendenz in den Menschen zusammen mit ihren Erinnerungen ausgelöscht wurde. Doch dann taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf,  die es nie hätte geben dürfen. Alexander, oberster Hüter der Stadt, und die Biologin Nic ermitteln und stellen bald fest, dass dieser Mord erst der Anfang war. Denn Biota ist längst nicht die sichere Zuflucht, die sie zu sein scheint…  Sie müssen sich entscheiden: Ist die Wahrheit es wert, dass sie dafür ihr eigenes Leben und die Existenz der gesamten Stadt aufs Spiel setzen? (Quelle: Crowdfunding)

Meine Meinung

“Der Hüter” ist der Auftakt zu einer Reihe mit dem Namen “Stadt der Tiefe” aus dem Genre Steampunk und spielt im späten 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit lebten spannende Charaktere und es wurden fundamentale Erfindungen gemacht, die die erste industrielle Revolution einleiteten und die Welt für immer verändern sollten. Nur ist die Sache die: In “Der Hüter” weist Jasmin Jülicher ausdrücklich darauf hin, dass sie zwar bekannte Persönlichkeiten zu einem Teil der Geschichte hat werden lassen, diese aber in ihrem Verhalten völlig unabhängig von der Realität gezeichnet hat. Auch die Erfindungen orientieren sich wenig an Bekanntem und gründen sich dabei zumeist auf ein Element, das die Autorin im Sinne der Geschichte frei erfunden und das mich kurzzeitig an Transformers erinnert hat: Mechanium. Ein Material mit tollen (mechanischen) Eigenschaften!
Dies vorweg geschickt ist es daher wichtig zu verstehen, dass es sich bei “Der Hüter” eher um einen Fantasy-Kriminalroman mit Steampunk-Elementen handelt. Zu Beginn wird der Leser sogleich in eine rasante Entwicklung gezogen, die mit vielen Zeitsprüngen aufwartet. Eben noch wird Kohle aus den Gruben von menschlichen Arbeitern geholt, und im nächsten Moment sind einige Jahrzehnte vergangen und der Leser findet sich in einer Welt wieder, die sich aufgrund der Erfindungen nicht nur massiv verändert, sondern darüber hinaus auch noch eine große Gruppe von Menschen zu einer existentiellen Flucht in eine Stadt gezwungen hat, die unter dem Meer gebaut wurde. Die Zeitsprünge waren mir dabei zu hektisch und einige Abschnitte klangen zu dem leider auch eher uninspiriert. Verschiedene Entscheidungen, die für die Entwicklung der Geschichte wichtig waren, wirken zudem recht naiv. Wobei man allerdings sagen muss, dass in unserer Zeit bspw. Debatten darüber geführt werden, ob autonomen Drohnen die Macht gegeben werden soll, sog. “Kill Decisions” selbständig ohne das Eingreifen durch Menschen durchführen zu können. Vor dem Hintergrund wirken die Ideen von Jasmin Jülicher weniger naiv, sondern vielmehr in hohem Maße gesellschaftskritisch.
Das ist mir an vielen Stellen aufgefallen und ich schreibe es der Tatsache zu, dass es sich bei “Der Hüter” um ihr Erstlingswerk handelt, dass entsprechend ihr Schreibstil eher einfach ist und oft den Eindruck erweckt, als wäre die Autorin “Abkürzungen” gegangen, um die Geschichte schneller voranzutreiben. Zudem wechselt sie oft die Erzählperspektive. Mal aus der Ich-Form geschrieben, wechselt der Text von einem Satz zum anderen auch zurück in die übergeordnete Erzählperspektive. Auch kommt es zuweilen vor, dass sich der Kontext von einem Absatz zum nächsten ändert, ohne dass es eine Zwischenüberschrift gegeben hätte. Diese und andere stilistische Fehler haben mich manches Mal verwirrt.
Gleichzeitig sollte man von dem Buch nicht erwarten, eine seicht dahinplätschernde Geschichte auf dem Tablett serviert zu bekommen. Es geht zuweilen hart her und mitunter sind Gewaltszenen sehr explizit und blutig beschrieben. Im Gesamtkontext des Buches – für mich – sogar zu explizit. Dabei dauert es sehr lange, bis sich offenbart, durch wen und wodurch diese Gewalt verursacht wird. Obwohl Jasmin Jülicher sich auch hier eines nicht ganz unbekannten Täterprofils der Geschichte bedient, ist es so einfach nicht und man muss das Buch schon bis zum Ende lesen, um alles überblicken zu können. Natürlich fehlt auch hier nicht eine kleine Prise Romantik und Sex, wobei mir dieser Part genauso unbeholfen wie unnötig erschien. Da das Werk sowieso auf mehrere Bände ausgelegt ist, hätte es der Spannung – auch zwischen den Charakteren – gut getan, dieses Thema auf einen Folgeband zu verschieben.

Fazit

Auch wenn ich mit Kritik nicht spare, bin ich dennoch gespannt, wie die Geschichte im zweiten Band weitergeht. Zumindest ab der Hälfte des ersten Bandes habe ich zunehmend den Eindruck gewonnen, dass Jasmin Jülicher immer sicherer im Schreiben wurde. Dennoch hat sie es bis zum Ende nicht geschafft, einen konstant guten Stil zu etablieren. Zu oft wirkten einzelne Passagen auf mich uninspiriert, abkürzend und das Verhalten des Protagonisten kindisch. Von daher hoffe ich darauf, dass sich das im nächsten Band bessert und ich dann auch mehr Sterne für die ansonsten interessante Geschichte vergeben kann. “Der Hüter” kommt für mich auf dreieinhalb Sterne, für die spannende Idee, aktuelles Zeitgeschehen und Gesellschaftskritik in einem interessanten, geschichtlichen Kontext darzustellen.

P.S.

Jasmin verlegt ihr Buch selbst und finanziert den Druck über eine Crowdfunding-Aktion. Das finde ich wirklich großartig und ich freue mich für sie, dass das Finanzierungsziel erreicht wurde. Aufmerksam darauf wurde ich, da sie das tthinkttwice-Team darauf angesprochen hat, ob wir Lust hätten, “Der Hüter” zu rezensieren (auch hier noch einmal vielen Dank dafür!). Und wenn ihr mehr über Jasmin und ihr Buchprojekt erfahren wollt, dann besucht unbedingt den Blog von Tilly Jones! Tilly hat ein ganz besonderes Interview mit Jasmin geführt, das zu lesen viel Spaß macht!

[Mittendrin Mittwoch] #10


“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke. Heute schreibt mal wieder Mephisztoe. Smile

Lieber Cornelius, ich bin erfreut, dir mitteilen zu können, dass wir ihn gefunden haben! Die Spione, die wir ausgesendet hatten, kamen gestern mit der Kunde zurück, dass ein gewisser Karl Frisch die Angriffe auf unser Eigentum befiehlt. Er besitzt Minen in Europa, Afrika, Südamerika, Australien und auch in Asien. Die Golems, die die Spione sehen konnten, gehorchten allerdings nicht seinen Befehlen. Meine Leute hörten seine Arbeiter darüber sprechen, dass diese Ungeheuer etwas besitzen, dass sie ›künstliche Intelligenz‹ nannten. Ich denke, uns steht einiges bevor und hoffe, wir können uns so bald wie möglich treffen.
Viele Grüße, dein Maximilian. (8%)

Vor kurzem hat uns die Anfrage einer jungen Autorin erreicht, die über eine Crowd-Funding Aktion den Druck ihrer Romane finanzieren möchte. Ganz genau geht es um eine Reihe, die voraussichtlich aus vier Bänden bestehen wird: Stadt der Tiefe. Der erste Band mit dem Titel “Der Hüter” hat bereits ein professionell gestaltetes Cover und darüber hinaus das Lektorat passiert. Ich lese zurzeit die Ebook Version, die mir die Autorin – Jasmin Jülicher – zur Verfügung gestellt hat.
Das Genre beschreibt sie selbst als Steampunk (Fantasy) – Krimi. Von daher hat sie bei mir natürlich offene Türen eingerannt. Wie ihr wisst, bin ich seit neuestem ein Fan dieses Subgenres. Smile
Und in der Tat: Genau wie bei “Drudír” beginnt “Der Hüter” direkt mit einem Mord. Was daraufhin allerdings folgt, ist ein Stakkato an Zeitsprüngen, die dem Leser zügig eine recht umfangreiche Vorgeschichte in sehr kurzer Zeit vermitteln soll. Mir war das zu hektisch. Der Steampunk-Aspekt dieses Romans entsteht zum einen durch die Zeitlinie, die sich über die erste industrielle Revolution erstreckt und die Tatsache, dass Maschinenwesen erschaffen werden, die – Golems genannt – den Menschen bei harter Arbeit als Unterstützung dienen sollen, deren Einsatzszenarien sich aber schnell wandeln. Es kommt wie es kommen muss und schon ist die Vorgeschichte um und ein harter Kern der Menschheit hat sich in eine künstlich erschaffene Welt unter Wasser zurückgezogen – um zu überleben.
Ich habe bisher etwas über die Hälfte des Buches gelesen und bin hin- und hergerissen. Oft wirken einzelne Passagen auf mich uninspiriert und teilweise schon fast naiv. Auch kommt es zuweilen vor, dass die Handlung entweder stark gerafft ist oder sich fast schon wie “Abkürzungen” anfühlen. Das lässt sich am ehesten mit Thumbwars vergleichen, der Parodie auf Starwars, in der eine Filmsequenz, bei der Rettung von Prinzessin Leia aus dem Todesstern und die anschließende Flucht über eine halbe Stunde dauert und in Thumbwars gekürzt ist auf einen Satz von Prinzessin Leia: “I escaped somehow. Let’s go.”. In einer Parodie ist das witzig. In “Der Hüter” stört es mich oft.
Während die Handlung somit oft plump auf mich wirkt, gestaltet sich der Krimi-Anteil indes sehr blumig. Und wenn ich blumig sage, meine ich die verbalisierte, sehr explizite Darstellung von Gewaltakten, die es für den Hüter aufzuklären gilt. Was auf der einen Seite ganz interessant ist: Die Handlung spielt im späten 19. Jahrhundert und erlaubt es somit, bekannte Charaktere, die just in dieser Zeit gelebt haben, zusammenzuführen. Ich will an dieser Stelle nicht spoilern, aber ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob die Menschen, um die es zuweilen geht, wirklich zur gleichen Zeit gelebt haben – und ja: Haben sie. Das finde ich cool! Gleichzeitig erscheint der rote Faden, der die Geschichte zusammenhält aber auch oft etwas konstruiert.
Kurzum: Das Steampunk Element kommt nicht so authentisch zur Wirkung, wie ich es in Drudír erlebt habe und die Geschichte – trotz dass sie im Kern kaum vorhersehbar ist – wirkt weit weniger komplex. Allerdings fällt es mir auch schwer, nach einem Roman wie “Drudír” nicht automatisch permanent Vergleiche zu ziehen, was dem Buch “Der Hüter” gegenüber sicherlich unfair ist. Von daher ist mir bewusst, dass ich sehr viel kritisiere – dennoch bin ich auf die Auflösung gespannt und habe zugleich das Gefühl, dass der Schreibstil ab circa der Hälfte des Buches sich langsam verändert. Nicht lachen: Es macht den Anschein, als hätte die Autorin ein wenig gebraucht, um sich einzugrooven. Smile
In diesem Sinne: Macht euch doch selbst ein Bild davon. Auf der Crowd-Funding Seite findet ihr dafür eine Leseprobe.
Wie geht euch das mit Romanen, die aus einem ähnlichen (Sub-) Genre stammen und die ihr kurz hintereinander lest? Fällt es euch auch schwer, sie voneinander zu trennen? Ich habe – nachdem ich mit Begeisterung “Der Dunkle Turm” von Stephen King Band 1 – 7 gelesen habe, ein oder zwei Bücher von Frank Schätzing und Romane von u.a. Marc Elsberg gelesen… und dann Band 4.1 aus der Dunklen-Turm-Saga, die im Nachhinein veröffentlicht wurde. Eine Katastrophe. Sprachlich ist King im Vergleich zu den anderen genannten Autoren wie die Titelseite der Bild-Zeitung im Vergleich zum Feuilleton der Zeit… das versaut einem alles. Smile

[IMHO] Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal! Wissen, Spaß und günstig soll es sein. Meine Meinung zu Audible

Auf tthinkttwice.de finden sich überwiegend Rezensionen zu Büchern. Nur wenige davon stammen von mir. Das hat einen einfachen Grund: Ich komme nicht so viel zum Lesen, wie ich es gerne hätte. Zwar lese ich zur Zeit drei Fachbücher und zwei Romane gleichzeitig, allerdings dauert es entsprechend recht lange, bis ich sie durch habe. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es mir schwer fällt eine Rezension über ein Buch zu schreiben, für das ich bspw. sechs Monate gebraucht habe, um es zu lesen.
Anders ist es bei Hörbüchern! Ich höre sie beim Rasenmähen, während langer Autofahrten, wenn das Licht aus ist, bei der Hausarbeit, wenn ich mit dem Tochterkind spazieren gehe (und sie dabei schläft), kurzum: Bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Ich denke, das ist bei mir seit meiner Kindheit verankert – erwähnte ich bereits, dass wir alle Folgen der drei Fragezeichen auf CD haben?

Eine Investition in die Bildung

Seit 2013 habe ich einen Audible Account und seit dem in Summe beinahe 60 Hörbücher, Serien und gesprochene Fachbücher gekauft. Daher wollte ich die Gelegenheit nutzen, euch von meinen Erfahrungen zu berichten.
Zu Anfang gab es in Sachen Audible erst einmal ein Thema zwischen meiner Frau und mir. Immerhin kostet der Account knapp 10 Euro im Monat. Ich fand aber schnell eine gute Argumentation: Natürlich handelte es sich bei dem Abonnement um eine Investition in meine berufliche Zukunft! Denn in der Tat habe ich in den kommenden Jahren oft Fachbücher heruntergeladen. Jeden Monat gibt es für 9,95 Euro ein Freiguthaben, mit dem man sich ein Hörbuch aussuchen kann. Einige Titel – i.d.R. solche, die sehr kurz sind und deren regulärer Preis die 9,95 Euro deutlich unterschreitet – erhält man bereits für ein halbes Guthaben. Und das gute daran ist: Nutzt man es nicht, bleibt es bestehen. Ich kenne Leute, die über lange Zeit quasi “vergessen” haben, dass sie jeden Monat Geld überweisen und plötzlich feststellten, dass sie über 20 Freiguthaben verfügen…
Ich habe das mal überschlagen: Im Vergleich zu den “Ladenpreisen” zu denen alle meine Hörbücher heute bei Audible gekauft werden können, habe ich über das Abonnement in Summe mehr als die Hälfte gespart. In der Realität ist der Unterschied sogar noch größer, da heute viele Hörbücher natürlich deutlich günstiger verkauft werden, als zur Neuerscheinung.
Hinzu kommt, dass Audible eine sehr geniale Rückgabe-Regelung anbietet: Gefällt mir ein Hörbuch nicht, dann kann ich es über die Website einfach zurückgeben und bekomme das Guthaben erstattet. In den vergangenen vier Jahren habe ich davon tatsächlich bestimmt sechs oder sieben Mal Gebrauch gemacht.

Der digitaler Wandel und die Wahl des Abspielgerätes

Früher hatten alle einen Walkman oder diese mobilen CD Player. Eine Zeitlang gab es noch diese – wie hießen sie noch gleich – Mini-Discs? Die kleine Version der CDs in knallbunten Plastic-Trays und hippen Abspielgeräten von Sony & Co… Heute ist alles digital und so erhält man die Hörbücher von Audible als digitale Downloads mit der Möglichkeit sie mittels der Audible-App aus dem Microsoft Store unter Windows 10, der Windows Desktop-App, der mobilen Universal-App unter Windows 10 for Mobile auf dem Smartphone, natürlich den Apps für Android oder iPhone und iPad sowie dem Mac zu hören. Zusätzlich gibt es via iTunes die Möglichkeit, Hörbücher in begrenzter Anzahl auch auf CD zu brennen oder sie auf zertifizierten Abspielgeräten zu nutzen. Die Liste der kompatiblen Geräte ist lang und als ich damals den Account eingerichtet habe, gab es als Willkommensgeschenk einen Philips GoGear Raga MP3 Player dazu, den man mit der Audible Software synchronisieren kann. Dabei handelte es sich allerdings um einen sehr einfachen Player, der inzwischen eher verstaubt. Das Handling ist nicht sehr benutzerfreundlich und die Performance (z.B. beim Spulen) ist unterirdisch.
Ich selbst nutze ausschließlich mein Windows Lumia 950 XL mit der offiziellen Audible App für Windows 10 for Mobile. Zwar bin ich absolut vom Look & Feel der App begeistert, allerdings hat sie auch ihre Macken. Insbesondere bei der Verbindung via Bluetooth zu meinem Auto kommt es öfter mal vor, dass die App das gewählte Hörbuch nicht abspielt oder das Hörbuch später – entkoppelt vom Auto – nicht an der gleichen Stelle fortgesetzt wird. Dann hilft in der Regel nur ein Neustart des Smartphones. Ich weiß leider nicht wie das bei Android oder dem iPhone ist, aber als Windows Phone / Windows 10 for Mobile Benutzer ist man ja Leid gewohnt.

Das Alexandria der Hörbücher

Inzwischen ist die Bibliothek sogar direkt in die App eingebunden und so ist es ein Leichtes, aus ihr heraus sich für ein Freiguthaben ein neues Hörbuch auszusuchen. In Null-Komma-Nichts wird es meiner Liste hinzugefügt und ich kann beginnen. Da Audible eine Amazon-Tochter ist, ist das Konto dabei mit meinem Amazon Konto verknüpft. Das macht bspw. den Kauf von z.B. Ebook-Versionen einfach: Audible bietet es in der eigenen Bibliothek als Link an verweist dann einfach auf Amazon. Genial daran: Mit der Funktion Whispersync synchronisieren sich Whispersync-kompatible Abspielgeräte untereinander. Das bedeutet, dass ich z.B. Der Anschlag von Stephen King auf meinem Kindle lesen, mich ins Auto setze und über die Audible App an der Stelle weiterhören kann, an der ich aufgehört habe zu lesen – und umgekehrt.

Meine TOP 5

Für die Interessierten unter euch hier mal meine TOP 5 an Hörbüchern sowohl aus der Kategorie Roman wie auch Fachbuch:
Meine persönliche TOP 5 in der Kategorie – Romane

  1. Der Anschlag von Stephen King
  2. Herr aller Dinge von Andreas Eschbach
  3. Daemon von Daniel Suarez (und nicht zu vergessen die Fortsetzung Darknet)
  4. Die drei Sonnen von Liu Cixin
  5. ZERO – Denn sie wissen, was Du tust von Marc Elsberg

Der Vollständigkeit halber möchte ich aber zusätzlich erwähnen, dass die Serien Glashaus (Staffel 1 und Staffel 2) sowie beide Staffeln von Monster 1983 zu meinen absoluten Highlights gehören! Die Produktionsqualität beider Serien, die Drehbücher und auch die bekannten Sprecher (es sind wirklich viele!) machen Glashaus und Monster 1983 für mich zu den besten Hörbuchserien, die ich kenne.
Meine persönliche TOP 5 in der Kategorie – Bildung & Wissen

  1. Die Kunst, seine Kunden zu lieben von Stefan Merath
  2. Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer von Stefan Merath
  3. Silicon Germany von Christoph Keese
  4. Smarte Maschinen von Ulrich Eberl
  5. Eine kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Noah Harari

Hier möchte ich die Hörbücher vom Unternehmercoach Stefan Merath hervorheben. Während Fachbücher für Unternehmer eigentlich immer eher typischen Lehrbüchern gleichen, geht Merath einen anderen Weg: Er erzählt Geschichten. In beiden Hörbüchern begleitet man den Protagonisten ähnlich wie in einem Roman üblich: Er gerät in eine Schieflage, trifft auf den Coach, dieser hilft ihm. Vereinfacht gesagt. Auf dem Weg dahin hat man als Hörer aber nie das Gefühl, gerade ein Lehrbuch zu konsumieren. Im Gegenteil: Es gibt sogar einen Spannungsbogen!
Trotz aller Vorteile, Fachbücher via Audible zu hören, möchte ich aber auch anmerken, dass es in der Natur der Sache liegt, dass sich hier schwer Anmerkungen reinschreiben oder Post-Its reinkleben lassen. Mit den Fachbüchern zu arbeiten fällt nun einmal leichter, wenn sie in Form physischer Bücher vor einem liegen. Außerdem wirkt es befremdlich, wenn einem der Sprecher grafische Abbildungen, Tabellen und Diagramme vorliest. Man sollte daher darauf vorbereitet sein, hier gegebenenfalls zusätzlich in Ebooks oder gedruckte Bücher zu investieren.
Zum Schluss noch ein Angebot an euch: Ihr habt meine TOP 5 Listen gesehen. Falls ihr mehr über die jeweiligen Hörbücher wissen wollt: Schreibt es mir in den Kommentaren und ich fange endlich damit an, was ich eigentlich schon immer hätte tun sollen: Rezensionen nicht nur zu gedruckten Büchern, sondern auch zu Hörbüchern schreiben. Was haltet ihr davon?
Bis dahin mein

Fazit

Audible hat sich für mich von Anfang an gelohnt. Auch wenn ich ab und an mit dem Philips GoGear Raga Player zu kämpfen hatte und auch die Windows Phone App nicht immer tut, was sie sollte: Es sind die Inhalte die zählen und die bekomme ich zu einem fairen Preis. Darüber hinaus arbeitet der Support von Audible zuverlässig und zuweilen auch sehr kulant! Kurzum: Ich freue mich jeden Monat wieder auf das neue Freiguthaben! Wäre das eine Rezension, gäbe es 5 Sterne für Audible.

[Mittendrin Mittwoch] #5


“Mittendrin Mittwoch” ist eine Aktion von Elizzy, bei der ich euch mein aktuelles Buch und ein paar Zeilen daraus vorstelle. Quasi Momentaufnahmen von Büchern, in denen ich mittendrin stecke. Ach und obacht: Es wird wild. Heute schreibt Mephisztoe und es geht um nichts weniger als intelligente, digitale Hummer im Cyberspace (echt, ich könnt mich wegschmeißen, während ich das hier schreibe,… aber lest selbst).
Accelerando

In der Ferne vernimmt die Katze die kollektive Intelligenz der Hummer, ein Singen im leeren Raum, ein Lebenszeichen über große Distanzen hinweg, das von der Heimstätte der Hummer, einem Kometen, quer durchs All dringt. Unterwegs zu einer Begegnung in der Eiseskälte jenseits des Neptun, treibt der Komet still durch den Asteroidengürtel. Die Hummer singen von Entwurzelung und Alterungsprozess, von einer Intelligenz, die zu langsam arbeitet und zu schwach ist, um mit dem schrecklich schnellen Wandel mitzuhalten, der wie ein Sandstrahlgebläse über die Welt der Menschen hinweggefegt ist. (Pos. 2.428, 26%)

Na, wie klingt das für euch? Fremdartig? Seltsam? Nach Science Fiction? Wisst ihr, an diesem Buch sind gleich mehrere Dinge besonders. Fangen wir damit an, dass ich es zunächst nicht kapiert hatte und – um der Fairness genüge zu tun – ich den oben stehenden Text aus dem Grund dafür auf englisch hätte zitieren sollen. Ich habe Accelerando bereits vor Jahren auf einen Tipp hin begonnen. Allerdings im Original. Und als auf einmal von “Lobstern” die Rede war, die ins Internet hochgeladen wurden und versuchen dem Protagonisten Manfred Macx zu erklären, sie seien nun auf der Flucht, dachte ich, ich müsste irgendetwas überlesen haben. Hummer? Echt jetzt? Gleichzeitig strotzt das Buch nur so vor Neologismen. Und das auch noch auf englisch. Das war’s. So etwas passiert selten, aber ich habe aufgegeben.
Solange, bis ich vor kurzem einen zweiten Anlauf wagte. Diesmal auf deutsch. Und soll ich euch mal was sagen? Es werden wirklich Hummer “digitalisiert” – Neuron für Neuron – und ins Internet hochgeladen. Und Macx ist ein Anhänger der Singularitäts-Theorie. Allein diese hier zu erklären, würde sich in etwa so skurril anhören, wie die Story in Accelerando. Nur so viel: Die Idee hinter der technischen Singularität ist das Ereignis, das den Moment beschreibt, in dem eine Maschine konstruiert wird, die nicht nur schlauer ist als der Mensch sondern dazu noch in der Lage, die nächste Version zu entwickeln, die noch schlauer ist als sie selbst. Man sagt, dabei würde es sich um die letzte Erfindung der Menschheit handeln und dass sich die (technische) Evolution von da an exponentiell beschleunigen wird. Schätze, daher kommt auch der Titel des Romans von Charles Stross.
Wer sich dafür interessiert, oder einfach mal reinschnuppern möchte in ein Thema, das oberflächlich betrachtet verrückt oder nach sektentauglichem Stoff klingt, schaut sich bei Wikipedia mal nach Begriffen um wie Singularität, Posthumanismus und Transhumanismus.
Was das Buch betrifft: Es gibt nicht viele Bücher, die sich diesem Thema romanseitig nähern. Das war es, was mich an Accelerando gereizt hat. Damals wie heute. Nebenbei: Es ist bereits 2005 erschienen. Und das führt mich zu einem weiteren besonderen Punkt: In Anbetracht der Tatsache, das Wissenschaftler und Neuro-Informatiker weltweit an Technologien arbeiten, die bereits jetzt in der Lage sind, die Gehirne von Kakerlaken und Mäuse zu simulieren, und an künstlichen Intelligenzen, die in über 98% aller Fälle die Abschlusstests von Viertklässlern bestehen und somit von ihrer intellektuellen Kompetenz her gleichauf sind mit Zehnjährigen, ist das Anfangsszenario aus Accelerando gar nicht mehr so weit entfernt. Allerdings existierte 2005 das dazu passende Vokabular noch nicht – also finden sich in dem Buch allerlei skurrile Wortneuschöpfungen, die es dann und wann anstrengend zu lesen machen. Selbst auf deutsch.
Inzwischen habe ich mehr als ein Viertel gelesen und dabei festgestellt, dass es nicht nur um den neuro-informatischen Aspekt geht, sondern auch um eine Reformation der Marktwirtschaft. In Accelerando stecken wirklich extreme und in Teilen spannende Ideen. Das beginnt bei Fragen nach der Identität (rechtlich gesehen), geht über die Behandlung von Urheberrechten bis hin zur Frage, ob den digitalen Hummern Persönlichkeitsrechte zugesprochen werden sollten und sie damit den Status regulärer Bürger verpasst bekämen. Und wozu der Stunt? Nun, soweit wie ich es verstanden habe, scheint sich das Buch sogar in eine Richtung zu entwickeln, in der das Treffen auf außerirdisches Leben nicht allzu weit hergeholt zu sein scheint. Und was, wenn diese nicht als Personen anerkannt würden, nur weil sie beispielsweise bereits den Punkt einer Singularität in ihrer Entwicklung hinter sich haben und damit nicht unbedingt im klassischen Sinne biologisch leben? Dann hätten wir hier wohl ein Problem…. und das nicht nur, weil sich Schwierigkeiten bei der Frage nach Rechteinhabern hinsichtlich der Vermarktung außerirdischer Musik ergäben.
Und so kämpfe ich mich weiter durch das Buch und bemerke dabei immer wieder, dass ich einige Dinge selbst neu überdenken muss, wenn ich mit den Ideen von Charles Stross mithalten will. Oh, und habe ich erwähnt, dass Charles das Buch als Ebook in verschiedenen Formaten in Abstimmung mit seinem Publisher auf seinem Blog kostenlos als (englischen) Download anbietet?
Aber natürlich interessiert mich auch, was ihr zurzeit lest und wie es euch gefällt. Ich freue mich über eure Kommentare!

[Rezension] Drúdir von Swantje Niemann

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Titel: Drúdir
AutorIn: Swantje Niemann
Verlag: Edition Roter Drache
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2017
ISBN: 978-3946425366
Format: Broschur (392 Seiten)
Preis: 16,95€
zum Buch

Worum geht es?

Ein neues Zeitalter ist angebrochen – aber die dunkle Magie der Vergangenheit kehrt zurück!
Dampfkraft und die genialen Maschinen der zwergischen Erfinder haben die Welt unwiderruflich verändert. Magie gilt als Relikt einer Zeit, in der Zauberei und Religion Werkzeuge der Unterdrückung waren. Deshalb ist es dem jungen Uhrmacher Drúdir nahezu unmöglich, seine magische Begabung zu akzeptieren.
Doch als sein bester Freund ermordet wird, kann er nicht tatenlos bleiben. Die Suche nach der Wahrheit führt ihn in die unterirdische Seestadt Schwarzspiegel. Dort begegnet er unerwarteten Verbündeten und entdeckt, wie fragil der innere Frieden der neugegründeten Zwergenrepublik ist.
Seine Ermittlungen bringen ihn auf die Spur einer Verschwörung, die die Freiheit aller bedroht. Drúdir muss in eine Welt der Geheimnisse, Intrigen und Gewalt eintauchen, um das Unheil abzuwenden…(Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Normalerweise folgt an dieser Stelle zunächst eine Rezension, die sich dem Fazit über verschiedene subjektive Wahrnehmungen einiger eher technischer Aspekte zu nähern versucht. Schreibstil, Lesefluss, Didaktik, Humor,… so etwas in der Art. Wie gesagt: Normalerweise. Aber bei Drúdir handelt es sich um alles andere als ein normales Buch. Um es daher direkt vorwegzunehmen: Wir haben gerade Mai und Drúdir ist für mich das Buch des Jahres 2017. Da kann nicht mehr viel kommen.
Swantje Niemann ist mit ihrem Debutroman etwas gelungen, woran andere bereits gescheitert sind: Sie hat einen vollkommen authentischen Genre-Mix zustande gebracht, der Tiefgang besitzt und lebendigen Humor beweist. Drúdir ist für mich das erste Exemplar der Gattung High-Fantasy-Steampunk-Polit-Verschwörungs-Wer-Ist-Der-Mörder-Thriller und wer sich nun fragt, wie allein die Genres Steampunk und Fantasy (denn das impliziert Magie) zusammenpassen, dem gebe ich noch eins drauf: Eine Prise Romantik unterstreicht zudem noch den Tiefgang der Charakterentwicklung. Zeitlich spielt die Handlung mitten in der ersten industriellen Revolution. Die Dampfmaschine ist am Start, das erste Maschinenzeitalter bricht an und Magier werden nicht nur nicht mehr benötigt – immerhin verrichten Maschinen nicht nur (mehr oder weniger) zuverlässig Arbeit, zu der es davor des Einsatzes von Magie bedurfte – nein, sie sind i.d.R. auch weniger korrupt und zetteln nur selten Kriege an.
Drúdir, der Namensgeber dieses Buches, ist ein Zwerg. Aber nicht irgendeiner, sondern einer mit besonderen Fähigkeiten. Während die Magie aufgrund besagter Kriege inzwischen geächtet wird, unterdrückt er diese und versucht beruflich als – nennen wir es einmal: Feinmechaniker – Fuß zu fassen. Seine Ausbildung genießt er bei einem Uhrenmacher, der zu Beginn der Geschichte brutal ins Jenseits befördert wird. Drúdir hat er jedoch viel bedeutet und so nimmt er die Spur des Mörders auf – nicht ohne sich dazu dann halt eben doch besagter Fähigkeiten zu bedienen. Denn zu diesem Zweck erscheinen sie enorm praktisch.
Auf 392 Seiten folgt nun eine Geschichte, die eine stringente Struktur aufweist und einen so durch die Kapitel fliegen lässt. Was mich besonders verblüfft hat: Swantje Niemann verfügt ihrem jungen Alter zum Trotz über einen enormen Wortschatz. Ihr Repertoire an Redewendungen und der geschickte Einsatz genretypischen Vokabulars (immerhin stellt Steampunk hier die Basis der Geschichte) haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Nicht zuletzt, weil dabei der Humor nicht zu kurz kommt! Wem die Werke Tolkiens zu komplex sind, und der Humor von Douglas Adams oder Terry Pratchett zu skuril, der findet in Drúdir einen Fantasyroman, in dem alles wohl ausbalanciert ist.
Ebenfalls mangelt es nicht an Nebencharakteren, die alle für sich genommen ebenfalls großartig entwickelt werden. Da wäre z.B. das ungleiche Drasirai-Paar Phandrael und Kyrai – aus heutiger Sicht würde man in ihnen Assassine oder Kopfgeldjäger sehen). Er: Draufgängerisch, lebensmüde (aber nicht des Lebens müde), keck, zugleich aber immer ehrlich. Sie: Geheimnisvoll, verbittert, zielstrebig und geleitet von einer unbändigen Kraft. Wenn die beiden in Kampfhandlungen verstrickt waren, musste ich nicht selten an Samurai Champloo denken. Insbesondere Phandrael hat mich dabei stark an Mugen erinnert – und entsprechend hatte ich beim Lesen von Drúdir ständig dessen deutsche Synchronstimme im Kopf: David Nathan.
Einem Fantasyroman nicht untypisch wird man beim Lesen mit einer großen Zahl an Charakteren konfrontiert. Darunter Zwerge, Elfen, Nymphen (und nein… nicht solche Nymphen – obwohl die sich nun einmal aufdrängende Verwechslung im Buch thematisiert wird) und Automaten. Letztere stellt die ultimative Brücke zwischen den Genres her und mehr sag ich dazu nicht.

Fazit

Mit mal wieder viel zu vielen Worten habe ich versucht, einen kleinen Blick in diesen großartigen Roman zu erlauben und kann jedem, der sich auch nur ansatzweise für Magie begeistern lässt, uneingeschränkt empfehlen, Drúdir zu lesen – und sich dabei überraschen zu lassen. Insbesondere die Magie in diesem Buch erhält durch Swantje Niemann eine ganz neue Richtung. Und das verdankt sie nicht nur dem Zeitgeist der Industrialisierung, der für den Fortschritt der Geschichte taktangebend ist, sondern auch den detailliert gezeichneten Charakteren, die dem Buch ein ganz besonderes Leben einhauchen. Dafür kann es nur fünf von fünf Sternen geben!

P.S.
Ich hatte die Gelegenheit, Drúdir als Ebook in einer von Swantje Niemann selbst verlegten Version zu lesen. Inzwischen hat sie aber einen Verlagsvertrag und eben diese Version aus den Onlineshops entfernt. Wer es also nicht geschafft haben sollte, noch eines dieser Exemplare zu ergattern, der darf sich nun auf den 01.10.2017 freuen! Denn dann wird das Buch unter dem Titel Drúdir – Dampf und Magie erscheinen.

[Rezension] Unsterblich von Jens Lubbadeh

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Titel: Unsterblich
AutorIn: Jens Lubbadeh
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2016
ISBN: 978-3-453-31731-4
Format: Broschur (448 Seiten)
Preis: 14,99€
zum Buch
Leseprobe

Worum geht es?

DIESE ZUKUNFT IST NUR EINEN KLICK ENTFERNT
Der Traum der Menschheit vom ewigen Leben ist Wirklichkeit geworden: Dank Virtual-Reality-Implantaten können die Menschen als perfekte Kopien für immer weiterleben. Auch Marlene Dietrich ist als Star wiederauferstanden und wird weltweit gefeiert – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Eigentlich unmöglich! Für den Versicherungsagenten Benjamin Kari wird aus der Suche nach ihrem digitalen Klon ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel. Quelle

Meine Meinung zum Buch

Ich habe “Unsterblich” vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen und war gleich angetan vom Coverdesign. Autorname, Buchtitel und Kategorie sind als Relief in goldener Farbe fühlbar auf das Cover gedruckt, den Rest ziert ein stilisiertes Frauenbild. Wer den Klappentext liest und sich ein wenig mit der Filmbranche auskennt, erkennt hier sofort Marlene Dietrich. Das Design empfand ich insbesondere deshalb so spannend, da sich die femininen Züge der bekannten Schauspielerin darin sofort wiedererkennen ließen, auf der anderen Seite aber wiederum sich ein eher künstlicher Eindruck aufdrängt. Warum das so ist, wird bereits zu Beginn der Geschichte deutlich: Es geht um “perfekte” Kopien von Menschen, die in der virtuellen Realität weiterleben – daher auch der Titel des Buches: “Unsterblich”. Inwiefern hier die gesamte Menschheit an der virtuellen Wiederauferstehung Verstorbener partizipieren kann (wo in unserer Zeit doch zum Genuss der VR zumeist klobige Brillen zum Einsatz kommen und der Einsatz sich i.d.R. auf die eigenen vier Wände beschränkt), wollte sich mir zunächst nicht erschließen.
Allerdings spielt die Handlung dieses Romans auch im Jahr 2044 und die Entwicklung ist anscheinend deutlich vorangeschritten. Wer Bücher wie z.B. Daemon und Darknet von Daniel Suarez kennt oder Blackout von Andreas Eschbach, bekommt sehr schnell eine gute Vorstellung davon, wie das funktioniert. Zum Glück muss ich aber an dieser Stelle auch nicht weiter spoilern, denn für die Geschichte ist der technologische Aspekt (zumindest bis etwa zur Hälfte des Buches) vollkommen irrelevant. Nehmen wir einfach einmal hin, dass es eine Virtuelle Realität gibt – und alle nehmen sie wahr. Und zwar IN der Realität. So viel dazu. Der Roman konzentriert sich dabei weniger auf die Science Fiction, sondern versucht vielmehr einen guten Krimi zu inszenieren. Und dabei zieht Lubbadeh in seinem Debutroman alle Register: Benjamin Kari, ein schwächlich wirkender Bürokrat als Protagonist wird unversehens in eine Geschichte gezogen, die unmöglich erscheint und doch weltweite Folgen mit sich ziehen könnte. Eine Verschwörung bis in die obersten Ränge stellt den Plot und treibt Kari in eine Hetzjagd, bei der er sich verliebt, doch nicht verliebt, vielleicht verliebt, verletzt wird, möglicherweise stirbt (oder doch nicht), auf Indianer trifft, mit Raketen fliegt, dem Geheimnis der Virtual Reality auf die Spur kommt, den Mordfall um Marlene Dietrich löst (ist es überhaupt ein Mord… immerhin ist sie schon seit 1992 tot) und dabei ganz nebenbei auch noch der Hörigkeit seinem Arbeitgeber gegenüber entsagt: DEM Konzern, der in der engsten nur möglichen Zusammenarbeit mit dem Erfinder der VR kooperiert, um wiederauferstandene virtuelle Klone zu “zertifizieren”.
Kein Witz: Denn das ist eigentlich Benjamin Karis Job. Er zertifiziert virtuelle Klone. Oder anders gesagt: Er prüft, ob sie im wesentlichen den Originalen so gut entsprechen, dass der Rest der Menschheit sie als echt akzeptiert. Fast ein wenig wie ein Turing-Test. Im Prinzip ist der Roman rasant geschrieben und ab der zweiten Hälfte bin ich auch nahezu über die Seiten geflogen. Allerdings muss ich gleichzeitig zugeben, dass der Start extrem schwer für mich war. Lubbadeh skizziert eine Welt, die zunächst recht fremd auf mich wirkte. Und da es zunächst an Erklärungen mangelt und die Geschichte vorauszusetzen scheint, dass der Leser die grundlegenden Gesetze dieser Welt kennt und akzeptiert, hatte ich echte Probleme damit, voranzukommen. Mehrmals dachte ich so bei mir: “So ein Blödsinn.” Da mir zudem auch noch die Zeit fehlte, um dennoch umfangreichere Passagen als nur ein paar Seiten am Stück zu lesen, dauerte es für meine Verhältnisse sehr lang, bis mich das Buch dann doch endlich gepackt hat.
Der Plot ist nämlich nicht von schlechten Eltern! Jens Lubbadeh hat für ein Erstlingswerk – aus meiner Sicht – einen großartigen Roman hingelegt, der es geschickt schafft, aus einer vom Prinzip her dem Kriminal-Genre entsprungenem Handlungsfaden eine Heldengeschichte zu machen, der natürlich auch der tragische Hintergrund nicht fehlen darf. Während diese Tragik innerhalb der fortschreitenden Geschichte zwar einmal zu viel auf die Tränendrüse zu drücken versucht – soviel Kritik sei erlaubt – mündet sie aber zum Schluss in einem Knaller, den man hätte vorhersehen können (wenn einen der ansonsten so geschickt gewobene Handlungsverlauf nicht davon abgelenkt hätte).

Fazit

Wer Spaß am Wer-Ist-Der-Mörder-Sci-Fi-Helden-Genre hat und sich für die gesellschaftlichen Auswirkungen einer allgegenwärtigen, virtuellen Realität interessiert, dem empfehle ich “Unsterblich” uneingeschränkt. In diesem Sinne verzeihe ich dem Buch ein paar kleinere Schwächen und gebe ihm für das edle, minimalistische Coverdesign, die kreative Geschichte, dem spannenden Genremix und einem – wenn auch nicht ganz aufgelösten – Ende viereinhalb von fünf Sternen!
Skala 4,5 Sterne

[Rezension] Am Ende aller Zeiten von Adrian J Walker

AmEndeAllerZeiten
Titel: Am Ende aller Zeiten
AutorIn: Adrian J. Walker
Verlag: Fischer TOR
Erscheinungsdatum: August 2016
ISBN: 978-3596037049
Format: Broschur (432 Seiten)
Preis: 14,99€
zum Buch
Leseprobe (PDF)
 

Worum geht’s

Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt. Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang? (Quelle)

Meine Meinung

Am Ende aller Zeiten hat mich zunächst einmal sofort angesprochen. Ich mochte das tolle Cover-Design, das die Optik eines Tagebuches hat inkl. aufgerautem Lesezeichenband. Hier hat sich der Designer wirklich Mühe gegeben! Auch hatte ich sofort das Gefühl, dass es sich dabei um ein Buch handeln würde, dass mich mitfiebern lässt!
Dann allerdings stellte sich heraus, dass “Am Ende aller Zeiten” meiner Meinung nach versucht, etwas zu sein, was es nicht ist. Das beginnt bereits damit, dass der Klappentext nicht so richtig zum Beginn der Geschichte passen will. Erwartet habe ich ein postapokalyptisches Szenario, in dem der Protagonist 500 Meilen weit laufen muss, um zu seiner Familie zu gelangen. Ich spürte seine Verzweiflung bereits hier und brannte darauf von seinen Erlebnissen zu lesen und von der Geschichte mitgerissen zu werden! Tatsächlich aber beginnt der Roman vor der Apokalypse und für einen kurzen Moment erscheint noch alles normal. Dann aber überschlagen sich die Ereignisse…die aber noch immer nicht zu der erwarteten Handlung führen. Auf dem Weg dorthin (und es dauert wirklich ein Weilchen), bricht nicht nur in verblüffend kurzer Zeit die gesamte Infrastruktur zusammen, nein auch die Gesellschaft zerfällt in einem Maße, wie man es erst von The Walking Dead Staffel 2 kennt. Warum gefiel mir das nicht, obwohl es doch nach Hollywood per excellence klingt? Nun,… genau deswegen! Es erfüllte nicht meine Erwartungshaltung und darüber hinaus bin ich im Allgemeinen kein Freund davon, wenn Autoren zu stark voneinander “abschauen”.
So haben sich mir beim Lesen dieses Buches laufend Vergleiche zu The Walking Dead aufgedrängt. Doch während diese Serie sehr explizit wird (wer über eine flache Story hinwegsehen kann, fühlt sich vielleicht wenigstens durch die fantastischen Effekte angesprochen), hält sich “Am Ende aller Zeiten” deutlich zurück. Dadurch entstanden bei mir grundsätzlich erst einmal weder Emotionen ob gewaltiger “Effekte”, noch aufgrund der Geschichte. Wer also glaubt, damit ein Buch in den Händen zu halten, das einem erschreckend den postapokalyptischen Zerfall der Gesellschaft vor Augen führt, der wird  enttäuscht sein. Dazu wirken die Handlungen zu oberflächlich, die Szenen zu sehr aneinandergereiht und der Wandel der menschlichen Zivilisation, insbesondere nach so einem Ereignis zu wenig authentisch. Es geht einfach zu schnell.
Aller Kritik zum Trotz, entwickelte sich “Am Ende aller Zeiten” für mich dennoch zum Page Turner. Insbesondere die Rolle des Protagonisten als Vater hat mich angesprochen. Seine Ängste, seine Entwicklung und seine Beziehung besonders zu seiner Tochter Alice haben mich berührt. Sehr sogar. Ähnlich wie in der Hollywood Verfilmung von Krieg der Welten mit Tom Cruise in der Hauptrolle setzt dieses Buch den Fokus nicht (wirklich) auf die Katastrophe, die zu Beginn stattfindet, sondern stellt mit Edgar Hill einen Vater ins Zentrum, dessen Welt von einem Moment zum anderen zerbricht und vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt wird: Zu dem Menschen zu werden, der er eigentlich sein wollte und nun sein muss.
Auf dem Weg begegnet Edgar einer Menge anderer Charaktere, von denen einige ihn sogar den größten Teil des Buches auf seinem Weg begleiten. Die Möglichkeiten, die sich hieraus ergäben, schöpft Walker allerdings meiner Meinung nach nicht voll aus und darüber hinaus nimmt er auch in diesem Zusammenhang viele “Abkürzungen”, so dass sich die Handlung nicht wirklich frei entfalten kann. Schade.

Fazit

Die Idee ist bestenfalls solide, dafür aber weit entfernt davon, etwas Neues zu erzählen. Zu viele Passagen wirken wie aus der Retorte. Einzig die Selbstzweifel des Protagonisten in seiner Rolle als jemand, dem man vermutlich niemals eine “Dad of the Year” – Medaille verleihen würde, wirken authentisch und lassen Emotionen aufkommen. Für ein Buch dieses Genres genügt das meiner Meinung nach nicht. Mehr als knappe 3 Sterne bin ich nicht bereit zu vergeben. Und das auch nur, weil mich das Dosifon tief berührt hat.

[Rezension] Extraleben von Constantin Gillies

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Titel: Extraleben
AutorIn: Constantin Gillies
Verlag: CSW-Verlag
Erscheinungsdatum: August 2011
ISBN: 978-3-9811417-5-7
Format: Broschur (352 Seiten)
Preis: 16,95€
zum Buch
Leseprobe (Kindle Ausgabe)

Worum geht’s?

Eigentlich wollen Nick und Kee nur ihren Commodore 64 abstauben. Noch einmal in die Welt von Space Invaders, Pac-Man und Donkey Kong zurückreisen. Doch der Nostalgietrip endet mit einer Überraschung: In einem Spiel aus den Achtzigern entdecken die alternden Joystickhelden eine geheime Botschaft. WELCOME TO DATACORP. Plötzlich erwacht der alte Hackerinstinkt wieder. Die Freunde gehen im Dschungel der Bytes auf die Jagd – und entdecken eine weitere Spur: Sie führt nach Iowa, mitten in die amerikanische Provinz. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Von der digitalen Schnitzeljagd magisch angezogen, tritt das Duo die Reise in die USA an. Für die Hobby-Computerarchäologen beginnt eine Odyssee um die halbe Welt – und durch die Geschichte der Games. Doch am Ende geht es in dem Spiel um viel mehr als nur den nächsten Highscore. (Quelle)

Vorwort

Extraleben habe ich bereits als Hörbuch gehört. Gesprochen wird der Protagonist Kee, aus dessen Ich-Perspektive erzählt wird, von David Nathan. Sein Kollege, bester Kumpel und ewiger Beifahrer Nick, von Simon Jäger. Ich fand die Kombination extrem spannend und bin über das Buch gestolpert, als ich ausdrücklich auf der Suche nach Hörbüchern war, in denen sich die Geschichten um die 80’er Jahre, den Commodore 64 und der nostalgischen Aura drehen, die die Vergangenheit zumeist umgibt. Kurzum: Ich bin 38 Jahre alt und steuere augenscheinlich auf die Midlife-Crisis zu. Nachdem ich das Hörbuch gehört hatte, musste ich noch Band 2 und 3 der Trilogie lesen, gefolgt von Retroland: Extraleben IV. Diese Rezension schreibe ich, nachdem ich einige Monate später auch das Buch zu Extraleben Band 1 gekauft und es gelesen habe. Es ging einfach nicht anders! Insbesondere, nachdem ich mir vor kurzem mit dem WiModem eine C64-Erweiterung angeschafft hatte, mit der es möglich ist, mit dem 8-Bit Computer der 80’er online zu gehen, Bulletin Board Systeme über das Internet anzurufen und sogar Spiele online zu spielen. Ich war wieder “drauf”… und Extraleben war das ideale Begleitbuch!

Meine Meinung

Und nach nur wenigen Seiten las ich:

“Ich bin nicht retro, sondern actro”, behauptet Nick steif und fest und erzählt dann – als ob das ein Beweis wäre –, dass er mit seinem Commodore 64 jetzt auch online ist. Mit seinem C64! Aber im Grunde genommen weiß er, dass er in der Vergangenheit lebt, und fühlt sich auch wohl dabei.

Und irgendwie geht es mir ganz ähnlich. Und genau deshalb zieht mich die Extraleben Trilogie in seinen Bann: Es geht um die beiden Mittdreißiger Nick und Kee, die in ihrem Job unterfordert sind und in ihrer Freizeit ausschließlich in der Vergangenheit zu leben scheinen. Sie trinken nach Feierabend ein Bier zusammen, spielen auf uralten Konsolen uralte Spiele und werfen sich Zitate aus uralten Filmen um die Ohren. Sowieso muss ich sagen, dass die beiden hoch gebildet erscheinen. Da folgt ein Querverweis dem anderen und ehe man sich versieht, weiß man als Leser alles über den Commodore 64, Mainframe Systeme, ausgestorbene Betriebssysteme, Programmiersprachen und und und. Und das beste daran: Fast jede dieser ollen Kamellen ist mit spannenden Hintergrundgeschichten unterlegt, wer wann wo auf welche Idee zuerst kam, durch wen sie abgekupfert wurde und wieso dieses oder jenes zum Misserfolg verdammt war oder eben halt auch nicht. Der Stil, in dem Gillies schreibt, ist dabei herrlich politisch unkorrekt. Das kann er sich auch leisten, da er viel mit den Zeiten spielt und es keinen Sinn ergibt, die heutige Political Correctness über Geschehnisse der 80’er zu stülpen. Kurzum: Er spricht die Dinge so aus, wie sie waren und ganz ehrlich: Extraleben fühlt sich von Anfang bis Ende an, wie nach Hause zu kommen. Loszulassen. Sich zu erinnern. Gillies hat es geschafft mit den unendlich vielen Anekdoten das Gefühl meiner eigenen Kindheit wieder aufleben zu lassen. Interessanterweise kamen fast ausschließlich die positiven Erinnerungen wieder.
Die Geschichte selbst beginnt an Fahrt aufzunehmen, als Nick und Kee in einem alten C64 Spiel – Raid over Moscow – über einen Bug stolpern, der das Spiel unspielbar zu machen scheint. Statt – wie sonst üblich – die Kassette (ja, genau: Kassette) wegzuwerfen, analysieren sie den Quellcode des Spieles (man hat ja nichts besseres zu tun) und stoßen auf eine geheime Botschaft der Datacorp. Von da an entwickelt sich eine Schnitzeljagd quer über den Globus und es ist dabei völlig egal wie realistisch oder unrealistisch die Idee wirkt: “Zwei Computernerds und Oldtimer stolpern über geheime Botschaften versteckt in Retro-Spielen und machen sich auf, das Geheimnis zu lüften!”, es macht einfach höllisch Spaß, diesem Trip zu folgen und gefühlt beinahe dabei zu sein, wie die Freunde ein Puzzleteil nach dem anderen aufdecken.
Manch einem mag die Detailtiefe der Anekdoten und der spezielle Fokus auf die Nerdkultur der 80’er zu viel sein. Allerdings ist es so, dass Gillies mit Extraleben nicht nur die Computer-Subszene wieder auferstehen lässt, sondern ganz nebenbei alle Gefühle der Kindheit wieder hervorzaubert. Ob es der Urlaub mit den Eltern am Meer ist, die Fahrt mit dem alten Käfer, der Geruch der Sonnenmilch auf der Haut während im Radio das erste Mal den One-Hit-Wonder von Spliff spielt oder die TV-Abende von Serien wie Miami Vice geprägt waren und man sich wünschte, sich wie Sonny Crockett ins Cabriolet zu schwingen und braungebrannt durch die Florida zu fahren. Es ist alles wieder da. Und zum Glück muss das Gefühl auch nicht wieder verschwinden, denn es gibt ja immerhin noch Extraleben Band zwei, drei und vier.
Dennoch. So schön der Trip in die Vergangenheit auch ist, so ist es doch die Vergangenheit. Und das gesamte Buch über spürt man, dass auch Nick und Kee das fühlen und ihre Freundschaft auf eine Probe gestellt wird. Kann man für immer in der Vergangenheit leben? Nicht nur einmal stellt Kee fest, dass sich beide immer öfter die gleichen Geschichten erzählen und sogar bereits aufgehört haben, sich darauf gegenseitig hinzuweisen. Als Leser konnte ich spüren, dass dieser Lebensabschnitt der beiden kurz davor zu sein schien, abgeschlossen zu werden und das Gefühl bei dieser Erkenntnis legt einen leichten Schatten der Traurigkeit über den Flair der wonnigen Nostalgie. Alles geht irgendwann zu ende. Und trotzdem ist es eben jene Vergangenheit, die der Geschichte von Nick und Kee zum krönenden Abschluss von Extraleben Band 1 einen Aufwind für die Zukunft beschert. Es ist einfach unmöglich, NICHT sofort mit Band 2 weiterzumachen. Welcome to Datacorp!

Fazit

Eine unbedingte Kaufempfehlung. Nicht nur für diejenigen, die auf 64’er, Amigas, Onyx, PL/1, Basic und Samantha Fox Strip Poker stehen. Sondern für alle, die über 35 sind und das Gefühl ihrer Kindheit wieder erleben wollen und alle, die unter 35 sind und verstehen wollen, was Papa an den 80’er so toll fand. So sehr ich normalerweise nach Stilblüten suche und gerne auch Kritik übe, wo andere sagen würden: Lass mal die Kirche im Dorf!, bei Extraleben Band 1 stimmt einfach alles. Und wer heute in 2016 regelmäßig mit seinem C64 die Scorps Portal BBS anruft, um sich auf einem chinesischem virtuell gehosteten C64 mit Amerikanern über die Kunst des BBQ zu unterhalten und NICHT die Extraleben Bücher kennt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. 5 von 5 Sternen!

[Rezension] Mirror von Karl Olsberg

9783746632346
Titel: Mirror
AutorIn: Karl Olsberg
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Erscheinungsdatum: August 2016
ISBN: 978-3-7466-3234-6
Format: Broschur (400 Seiten)
Preis: 12,99€
zum Buch
Leseprobe

Worum geht’s?

Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen. Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen… (Quelle)

Meine Meinung

Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen schon seit längerem, dass Olsberg an Mirror arbeitete. Zunächst als eine Art Reboot des Buches “Das System” geplant, stellte sich schnell heraus, dass auf Grundlage der technologischen Weiterentwicklung ein einfaches Update des zehn Jahre alten Debutwerkes von Karl Olsberg nicht genügen würde. Etwas Neues musste her. Und so war Mirror geboren. Keine Frage: Ich war schon ganz aufgeregt, als der Aufbau Verlag ein Prequel zu Mirror – Mirror Welt – ankündigte und inklusive einer Leseprobe kostenlos veröffentlichte. Das hier als Ebook erhältliche Prequel soll einem den Mund wässrig machen, was zumindest bei mir geklappt hat! Schnell wird klar, dass Olsberg mit verschiedenen Handlungssträngen spielt, die für sich genommen zunächst einmal kaum etwas miteinander zu tun zu haben scheinen. Bis auf natürlich, dass alle Charaktere über Mirror verfügen. Der Klappentext eröffnet dem Leser bereits, was diese Mirror tun: Sie wissen, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen… naja, und kommentieren somit fleißig deren Handlungen. Bis hin zu Empfehlungen, wie man sich in bestimmten Situation optimal verhalten sollte, was passende Antworten auf Fragen wären oder ob sich der Besitzer eventuell in Gefahr befindet. Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Und genau so wirken auch die ersten Kapitel. Trotz häufiger Fachbegriffe aus dem Bereich der IT im Allgemeinen wie auch der Künstlichen Intelligenz (KI) im Speziellen, bedient sich Olsberg einer in Summe eher einfachen Sprache. Insgesamt wirkt Mirror auf mich mehr wie ein Jugendbuch. Dieses Gefühl wird durch zwei Charaktere verstärkt, die zwar bereits volljährig sind, die aber aus Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehe, eher wie Jugendliche gezeichnet werden. Liebesgeschichte inklusive. An dieser Stelle muss ich auch leider Kritik üben: Die Funktionsweise des Mirrors, insbesondere in diesem Handlungsstrang der Geschichte, wirkt auf mich genauso unrealistisch wie die Charakterentwicklung, die die beiden durchmachen. Das sollte aber jeder für sich selbst entscheiden; vielleicht sehe ich das zu eng.
Im Vergleich zu “Das System” wirkt Mirror sowieso in Summe zu flach auf mich. Die Handlung rast förmlich. Verschiedene Pfade brechen mitten im Geschehen ab und werden nicht wieder aufgenommen und das, was die Mirrors antreibt, evolviert in Null Komma Nix zu etwas, das in gleichem Maße übermäßig intelligent und selbst erhaltend wirken soll, während es auf der anderen Seite mitunter leider aber auch ins Lächerliche abdriftet. Auch hier zeigt sich der Charakter eines Jugendbuches: Wenig Erklärung, einfach hinnehmen, ist halt so. Na gut. Wer meine bisherigen Rezensionen zu Olsbergs Büchern gelesen hat – und auch das Interview mit ihm – weiß, dass ich ein glühender Verfechter seiner Werke bin. Aber Mirror hat mich leider nicht überzeugt. Bis knapp zur Hälfte entwickelt sich noch ein gewisser Spannungsbogen, danach fällt dieser schnell ab. Ich erkenne hier viel verschenktes Potential. Das was “Das System” vor über zehn Jahren nahezu realistisch wirken ließ, funktioniert in Mirror irgendwie überhaupt nicht. Das Aberwitzige daran: Fast alle Technologien und Produkte aus dem Buch existieren schon so oder so ähnlich, bzw. die Grundlagen dafür sind bereits geschaffen. Insofern ist es eher die Verknüpfung, die Olsberg hier zieht, die aus der Gesamtheit eine eher durchschnittliche Geschichte macht.

Fazit

Wer denkt, dass die vielen Vergleiche zu “Das System” unangebracht sind, mag damit nicht ganz Unrecht haben. Allerdings gibt es im Buch selbst an verschiedenen Stellen immerhin noch Referenzen zu Olsbergs Debutroman. Von daher muss ich im Fazit leider erklären, dass sich meine Erwartung nicht erfüllt hat. Während nach “Das System” sich mit Romanen wie “Der Duft”, “Schwarzer Regen”, “Delete” und “Enter” (um einige Beispiele zu nennen) gezeigt hat, wie sich der Autor weiterentwickelt hat und immer komplexere Handlungen zu wahren Pageturnern verwandelte, wirkt Mirror auf mich wie ein Schritt zurück. Dabei fallen zwei Dinge auf: Erstens hat Olsberg seit 2012 in Summe zehn Minecraft-Romane geschrieben. Ich nehme an, dass hier der sprachliche Stil abgefärbt hat. Und zweitens: Olsberg recycled. Mindestens einer der Charaktere aus Mirror kommt mir sehr bekannt vor und auch die virtuelle Welt World of Wizardry – bekannt aus “Delete” und “Enter” ist wieder mit dabei. Im Prinzip finde ich das gut, aber ich empfand es nicht als konsequent genug. Unterm Strich betrachtet war ich dieses Mal augenscheinlich nicht die richtige Zielgruppe. Ich hätte mehr erwartet. Von daher erschließt sich mir Mirror eher als zeitgemäßer, aber etwas weich gekochter Techno-Thriller im Jugendbuchstil. Das Buch rüttelt ein wenig wach in seiner Mission über die potentiellen Risiken einer de-facto Überwachung durch Konzerne wie Google, Amazon, Microsoft & Co aufzuklären, schafft es meiner Meinung nach aber nicht, die Konsequenzen unserer freiwilligen Aufgabe der eigenen Datenhoheit authentisch zu vermitteln. Falls das das Ziel war, werte ich es als verfehlt. Falls die reine Unterhaltung im Vordergrund stand, wird sich die richtige Zielgruppe angesprochen fühlen und Spaß mit Mirror haben. Ich kann dem Roman aber leider nicht mehr als 3 von 5 Sternen geben und erhoffe mir in Zukunft eher eine Fortsetzung der SEGI-Reihe.

Randbemerkung

Mirror ist übrigens auch das erste Buch, das offiziell von der App papego unterstützt wird. Das Unternehmen Briends, das in Hamburg ansässig ist und dem Alter Ego von Olsberg – Karl –Ludwig von Wendt – gehört, hat diese App entwickelt, um es Lesern möglichst einfach zu machen, immer und überall komfortabel Bücher lesen zu können. Wenn man das kuschelige Kaminzimmer und das dicke Taschenbuch hinter sich lassen muss, genügt es, mit dieser App (unterstützt werden iPhone und Android) die aktuelle Seite abzufotografieren und schon kann man das Buch auf seinem Smartphone auch mobil weiterlesen. Dazu wird ein Teil des Buches heruntergeladen und über die App verfügbar gemacht. Briends arbeitet mit dem Aufbau Verlag daran, dieses Konzept auszubauen.