[Rezension] Quiet Girl–Geschichten einer Introvertierten von Debbie Tung

Quiet Girl
©Loewe Verlag


Worum geht’s?

Leises Mädchen – Laute Welt
Debbie geht nicht gerne unter Leute. Sie schreibt lieber Textnachrichten als zu telefonieren und steht auf Partys immer abseits. Ein perfekter Tag ist für Debbie, wenn es draußen regnet und sie mit einer Tasse Tee und einem Buch auf dem Sofa liegen kann. Natürlich fragt sie sich, ob etwas mit ihr nicht stimmt. Aber sie ist eben einfach glücklich mit sich selbst. Und mit Jason, der sie so akzeptiert, wie sie ist. Auch ohne viele Worte. Was soll daran verkehrt sein?

Quiet Girl erzählt in warmherzigen Dialogen und mit ausdrucksstarken Bildern eine einfühlsame Geschichte für alle, die einfach mal die Welt leise drehen wollen.

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[Rezension] Die Chroniken von Mistle End–Der Untergang droht von Benedict Mirow

die-chroniken-von-mistle-end-3-der-untergang-droht-isbn-978-3-522-18586-8
©Thienemann Verlag


Worum geht’s?

Band 3

Die letzte Schlacht um Mistle End – das spannende Finale ist da! Tauche ein letztes Mal ein in das Refugium der magischen Geschöpfe – Heimat für Hexen, Trolle und viele andere übernatürliche Wesen.

“Heute Nacht, wenn der Mond seine volle Größe erreicht hat und am höchsten Punkt steht, wird Crutch die Tore zur Anderswelt öffnen und eine Armee aus toten Helden gegen uns in die Schlacht führen. Die Morrigan wird ihre Meute auf uns hetzen und wir werden dem Tod in die leeren Augen blicken. Wenn wir die Sonne über den Hügeln aufgehen sehen, werden wir wissen, dass wir es geschafft haben. Aber bis dahin liegt eine lange Nacht vor uns.“

Ein phantastisches Kinderbuch über einen jungen Druiden und die magischen Kräfte der Natur. Die besonders hochwertige Ausstattung lädt zum Verschenken ein.

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[Rezension] Cassardim–Jenseits der tanzenden Nebel von Julia Dippel

cassardim-3-jenseits-der-tanzenden-nebel-isbn-978-3-522-50722-6
©Thienemann Esslinger


Worum geht’s?

Band 3

Der Kaiser ist tot, doch Amaias Status als Goldene Erbin ist nach wie vor umstritten. Sie steht zwischen der Tradition und einer Revolution – größer, als Cassardim sie je gesehen hat. Noár ist bemüht, sie aus der Schusslinie zu halten, aber Amaia verfolgt eigene Pläne. Sie muss das wachsende Chaos aufhalten, das von ihrem frisch vermählten Ehemann Besitz ergreift. Um ihn, Cassardim und die Menschenwelt zu retten, versammelt sie auf eigene Faust die Erben aller Reiche um sich und begibt sich mit ihnen auf die gefährliche Suche nach einem neuen Juwel der Macht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, an dessen Ende sie nicht nur ihre große Liebe verlieren könnte …

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[Rezension] Heartstopper Volume 1 von Alice Oseman

Heartstopper
©Loewe Graphix


Worum geht’s?

Mitten ins Herz gestolpert

Dass Charlie schwul ist, weiß die ganze Schule. Dagegen ist Nick, der Star der Rugbymannschaft, so straight wie eine Goalline. Glaubt Charlie. Aber dann entwickelt sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Jungen. Charlie weiß sofort, dass er in Nick verknallt ist. Nick braucht ein bisschen länger, bis ihm klar wird, dass er Jungen genauso heiß findet wie Mädchen – besonders Charlie.

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[IMHO] Sprache in Zeiten von Krisen (durchschauen)

IMHO steht für “In My Humble Opinion” und lässt sich einfach übersetzen in “Meiner bescheidenen Meinung nach”. Es gibt Menschen, die lassen das H für “Holy” stehen, und so weit würde ich nicht gehen. “Honest” (ehrlich) gefiele mir da schon besser. Wenn ich also einen Beitrag mit IMHO markiere, dann stellt er – mehr noch als sonst – meine eigene Meinung dar. Insbesondere handelt es sich dann nicht um eine Rezension (die aber natürlich auch meine eigene Meinung widerspiegelt – keine Sorge).

Worum geht’s

Seit inzwischen mehr als zwei Jahren ist unser allgemeines Leben stark durch die Verbreitung eines Virus geprägt, mit dem sich zu infizieren zu Krankheitsverläufen führen kann, mit denen nicht zu spaßen ist. Aus diesem Grund werden gesellschaftliche Konventionen laufend den jeweils aktuellen Bedingungen angepasst. Du weißt schon: Abstand halten, Maske tragen, in die Ellenbeuge niesen, nicht mehr die Hand geben, optimaler Lüften, usw. usf.

Lassen wir mal kurz beiseite, dass alle diese Maßnahmen im Grunde genommen schon immer sinnvoll gewesen wären im Falle einer grassierenden Krankheitswelle – egal ob Erkältung, Grippe, Hand-Mund-Fuß oder was weiß ich. Der Unterschied ist lediglich der, dass wir die anderen Krankheiten schon lange genug kennen und wir entweder wissen, dass wir i.d.R. gut damit klarkommen, oder schlichtweg akzeptieren, dass einige es leider nicht tun.

Im aktuellen Fall nun aber lässt sich vortrefflich darüber streiten, wie gut oder nicht gut insbesondere die Politik die jeweiligen Weichen zu stellen vermag – in eine Zeit, in der damit ähnlich umgegangen werden kann, wie mit anderen lange bekannten Erregern.

Worüber sich meiner bescheidenen Meinung nach aber nicht streiten lässt, sind polemische Aussagen, die ausschließlich das Ziel haben, Menschen mittels Sprache negativ zu manipulieren, so dass sie sinnlose Glaubenssätze nicht nur zur eigenen Überzeugung machen, sondern sie auch noch über Netzwerke wie Facebook, Instragram, TikTok &Co massiv verbreiten.

Was meine ich damit

Kürzlich wurde mir ein Bild angezeigt mit einer Auflistung von Vergleichen, das dekoriert war mit niedlichen Herzchen, gemalten Sonnen, Comic-Schmetterlingen und mehr. Darunter z.B. Aussagen wie diese hier:

Kinder brauchen Nähe, keine Abstandregelung

Lass diesen Satz bitte mal kurz auf Dich wirken und merk Dir, wie Du Dich dabei fühlst. Was für Bilder Du dabei im Kopf hast. Was für Gespräche Du Dir dabei vielleicht mit anderen Eltern oder Deinen Kindern vorstellst und wie die Stimmen in Deinem Kopf klingen. Zu was für einer Erkenntnis kommst Du, wenn Du diesen Satz liest?

Noch ein Beispiel:

Kinder brauchen eine Umarmung, kein Social Distancing

Vielleicht merkst Du schon an dieser Stelle, dass der Tonus der gleiche ist und sich nur das Vokabular leicht verschoben hat.

Oder der hier:

Kinder brauchen Vitamine, kein Desinfektionsmittel

Okay, wenn Du es Dir bis jetzt nicht wie Schuppen von den Augen fällt, dann möchte ich Dich beruhigen: Das geht fast allen so – und das ist das Gefährliche an solchen Aussagen.

Aussagen wie diese (und auf dem Bild, von dem ich spreche, gibt es insgesamt sieben davon) verfolgen nur ein Ziel: Sie nutzen Polemik, um mittels einer akzeptierten (Teil-) Wahrheit eine implizite Aussage manipulativ in Dir als eigene Überzeugung zu verankern. Ergebnis: Du glaubst den Quatsch dann auch noch. Eine sprachliche Analyse würde hier eine sog. “Komplexe Äquivalenz” erkennen.

Komplexe Äquiwas?

Hierunter kannst Du verstehen, dass eine Aussage X eine feste Bedeutung Y hat. Klingt immer noch komisch? Hier ein einfaches Beispiel: “Sie kann mich nicht ausstehen. Als ich sie angesprochen habe, hat sie einfach nur an ihren Haaren rumgefummelt.”. Derjenige, der das gesagt hat, scheint zu denken, dass das Verhalten der Frau (nicht antworten, an den Haaren rumfummeln) bedeutet, dass sie ihn nicht ausstehen kann.

Damit einher geht dann automatisch ein fester Glauben an den Wahrheitsgehalt. Das ließe sich übrigens sehr leicht auflösen. Beispielsweise durch Fragen wie: “Wie kann das Rumfummeln an Haaren bedeuten, dass sie Dich nicht mag?”. Oder: “Hat schon mal jemand im Gespräch mit Dir in seinen Haaren rumgefummelt, der Dich mag?”.

Das Ergebnis: Die Aussage X (“Sie hat einfach nur an ihren Haaren rumgefummelt”) wird somit von der Bedeutung Y getrennt (“Sie kann mich nicht ausstehen”). Die Gleichheit (=Äquivalenz) von X und Y wird also aufgelöst.

Zurück zu Lück

Kinder brauchen Vitamine, kein Desinfektionsmittel

Hier steckt sogar eine versteckte, unterschwellige oder meinetwegen implizite Äquivalenz drin, was noch eine Ebene perfider ist, da sie sich direkt an Dein Unterbewusstsein wendet: Die Nutzung von Desinfektionsmitteln (Aussage) führt zu Vitaminmangel (Bedeutung). Dass das totaler Quatsch ist, ist – wenn Du es so liest – natürlich offensichtlich.

Das Problem ist aber, dass diese Gleichung nicht offen formuliert, sondern in dem Satz versteckt wird und den Anfang macht eine sinnvolle Aussage, der Du zuzustimmen geneigt bist (“Kinder brauchen Vitamine”).

Genauso ist es auch mit “Kinder brauchen Nähe, keine Abstandsregelung”. Oder “Kinder brauchen Kinder, kein Homeschooling”.

Was nun

Aussagen, die so kurz sind und direkt komische Gefühle in Dir machen, verdienen es, genauer betrachtet zu werden und sobald Du anfängst, automatisch die richtigen Fragen zu stellen, merkst Du, Du bist auf dem richtigen Weg:

Wie genau kann die Verwendung von Desinfektionsmitteln zu einem Vitaminmangel führen? Hat schon mal ein Kind Desinfektionsmittel genutzt und gleichzeitig keinerlei Mangel an Vitaminen gehabt? Wenn Vitamine über die Ernährung (und Sonne) aufgenommen werden, wie genau wird das dann durch die Verwendung von Desinfektionsmitteln beeinflusst?

Das gleiche bei “Kinder brauchen ein Lächeln, kein Stoff im Gesicht”: Was genau ist ein “Lächeln” und verhindert eine Maske vollständig ein solches zu erkennen? Werden Masken überall getragen, so dass Kinder gar kein Lächeln mehr wahrnehmen können? Von niemandem? Niemals? Hat schon mal ein Kind irgendwo ein Lächeln bekommen, trotz Maskenpflicht im Supermarkt?

Fazit

Alle diese Aussagen lassen sich so leicht durchschauen. Warum sie mich trotzdem massiv ärgern, ist, dass die meisten Menschen sie eben leider nicht durchschauen, sondern sich nur allzu leicht von ihnen manipulieren lassen. Das Bild, von dem ich spreche, wurde u.a. in einer Gruppe malbegeisterter Menschen auf Facebook gepostet und fand innerhalb kürzester Zeit die Zustimmung von einer vierstelligen Anzahl von Teilnehmern!

In den Kommentaren wurden diese Aussagen sogar noch weitergeführt und damit weiter eskaliert, bis es zu offenen Konfrontationen kam zwischen… und jetzt kommt’s: Menschen, die auf beiden Seiten nur Gutes für ihre Kinder wollen. Nur ist es so, dass die eine Seite inzwischen ein falsches (nicht eigenes, sondern rhetorisch fremdaufgezwungenes) Bild davon hatte, was dafür zu tun sei…

Was ist Deine Meinung dazu?

Erkennst Du derartige Manipulationsversuche schon und hast Du Beispiele für solche, die sich nicht so leicht enttarnen ließen?

Lass uns drüber sprechen.

Schreib einen Kommentar.

[Rezension] Die Chroniken von Mistle End–Die Jagd beginnt von Benedict Mirow

die-chroniken-von-mistle-end-2-die-jagd-beginnt-isbn-978-3-522-18572-1
©Thienemann Verlag


Worum geht’s?

Band 2

Die spannende Fortsetzung von “Der Greif erwacht” ist da! Tauche erneut ein in das Refugium der magischen Geschöpfe – Heimat für Hexen, Trolle und viele andere übernatürliche Wesen.

Im Mondlicht bemerkte Cedrik einen riesenhaften Schatten auf dem Fluss. Immer in Bewegung, mal groß wie ein Schiff, dann wieder kaum wahrnehmbar zwischen den Nebelschwaden und den Wellen. Doch als er ganz deutlich einen kräftigen Tentakel mit tellergroßen Saugnäpfen aus dem Wasser auftauchen sah, bestätigten sich seine schlimmsten Befürchtungen.
„Der Krake! Er ist hier!“

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[Kinderbuch-Rezension] Morgen, Tiere, wird’s was geben! von Gerlis Zillgens und Katja Jäger

morgen-tiere-wirds-was-geben-isbn-978-3-480-23673-2
©Esslinger Verlag


Worum geht’s?

Tierisch lustige Weihnachten für die ganze Familie – mit dem bezauberndsten und außergewöhnlichsten Krippenspiel aller Zeiten
Die Bewohner von Tierlingen sind sich einig: Im Dezember ist alles doof! Es wird viel zu früh dunkel, es ist zu kalt und es gibt kein frisches Gras. Nur gut, dass sich Elefantin Elfie daran erinnert, dass die Menschen zu dieser Zeit immer etwas spielen. Nennt sich “Krippen”. Aber wie geht das noch mal? Gemeinsam mit der Kuh Nigunde, den Gänsen Walter und Walter und Katze Miau-Miau als Jesus-Kind stellt Elfie das witzigste, bezauberndste, verrückteste und außergewöhnlichste Krippenspiel aller Zeiten auf die Beine.
Kuh, Katze und Co. spielen die Weihnachtsgeschichte, absolut hinreißend und witzig erzählt und liebevoll illustriert, bescheren sie Klein und Groß ein einzigartiges Vergnügen. Eine Vorlesegeschichte, die die ganze Familie zum Lachen bringt!

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Ritterin Elisa und Ritter Bogo retten die Tochter des Königs aus den Klauen des furchterregenden Drachens. Oder?

Worum gehts?

Dieses Mal nicht um ein Buch. Lies trotzdem weiter. 🙂

Seit Jahren bin ich bereits der Idee verfallen, Pen & Paper Rollenspiele und/oder Tabletops könnten mir Spaß machen und so irrwitzig das klingt: Noch nie bin ich dazu gekommen, das auch mal auszuprobieren. Auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, etwas mit meiner Tochter (5) zu unternehmen, entdeckte ich dann schon vor einiger Zeit Michaels Idee für ein RPG für Kleine. Das Konzept ist mehr oder weniger spontan entstanden, als er einen Weg finden durfte, gleich eine ganze Horde über eine gewisse Zeit zu beschäftigen und basierte auf einer Geschichte, die er zuvor schon gemeinsam mit seinem Sohn erfunden hatte: Ritter Bogo.

Als ich seine Website entdeckte, hatte ich mich direkt drangemacht, einen süßen Charakterbogen zu entwerfen, der auf seinen Vorschlägen gründete. Vor einigen Tagen bin ich dann zufällig über ein simples 3D Design gestolpert, das dazu gedacht ist, kleine Charaktere für Tabletops auf Papier zu malen und dann dort hineinzustecken. Ich habe direkt ein paar ausgedruckt und zugleich wahllos einige Charaktere skizziert.

Ein einfacher Charakterbogen

Und heute bin ich endlich dazu gekommen, mit meiner Tochter (5) das erste Mal einen Versuch eines Pen&Paper RPG zu wagen. Während ich mit ihr zusammensaß und die Geschichte aufbaute, ist auch die dazu passende Landschaft – ganz einfach – aus Papier entstanden. Sie hat fleißig mitgeholfen und war schon Feuer und Flamme beim Ausschneiden von Bäumen und mehr. Am Ende war es übrigens keine Bauerstochter wie bei Michael, sondern die Prinzessin höchstpersönlich, die aus den Klauen des vermeintlich furchterregenden Drachen befreit werden musste. Da ich (Ritter Bogo) leider einen angeknacksten Fuß hatte, konnte ich bei dem Abenteuer nur mit Rat und weniger mit Tat zur Seite stehen und meine Tochter, die sich dazu entschieden hatte, ebenfalls eine Ritterin zu sein, begab sich ausgerüstet mit Schild, Schwert, Helm und Rüstung ins Abenteuer.

Noch mehr fürs Auge

Aus einem Sofakissen wurde ein Berg, aus ein wenig Papier der Pfad dorthin mit Abgabelungen, Büschen, Bäumen und sogar versteckten Diamanten, die später noch wichtig werden sollten (was selbst mir als “Gamemaster” zu Beginn unserer Reise noch nicht klar war).

Die Sofa-Szenerie

Beim Erwürfeln der Fähigkeiten zeigte sich bereits, dass Ritterin Elisa eher etwas tollpatschig und auch nicht gerade die stärkste aller Ritterinnen werden sollte. Dafür aber flink war, gewitzt und über ein nicht unbeträchtliches Maß an Zauberkraft verfügte. Das erklärte vermutlich auch, warum aus ihrem Schwert ständig kleine Funken sprühten…

Gleich hinter der Zugbrücke der Burg fand Ritterin Elisa direkt einen Diamanten und heimste ihn erst einmal ein.

Und zu allen Gelegenheiten kam es natürlich zu Entscheidungen und dazu passenden Proben. Es wurden Schafe aus den Händen eines Trolls gerettet… wobei sich herausstellte, dass die Schafe einfach so abgehauen waren und der Waldtroll lediglich auf sie Acht gegeben hatte #ehrentroll. Das wurde allerdings erst offenbar, nachdem Ritterin Elisa – nach einer ersten Abfuhr – einen freundlicheren Weg wählte, den Troll die Schafe abzuquatschen…

Abenteurer oder Schäfer?

Und obwohl der Schäfer – glücklich über die Rückkehr seine Schafe – ganz klar erklärte, dass der Weg zu seiner rechten direkt zum Berg des Drachen führe und der Weg zu seiner linken einen Umweg über einen See mit einer Brücke mache, entschied sich Ritterin Elisa für die Brücke… um hinter einem Busch auf dem Weg dorthin auf einen fies wirkenden Gnom zu treffen, der niemanden über die Brücke lassen wollte.

Ritter Bogo beriet Elisa über ihre Möglichkeiten, die sich sofort dafür entschied, einen Zauber anzuwenden. Geld schien für sie keine Option zu sein, obwohl sie genug davon hatte. Ohne großes Nachdenken sprach sie: “Eene meene mei, der Gnom lässt uns vorbei!”. Der Gnom tat – nach bestandener Zauberprobe – wie geheißen. Und hinter der Brücke fand sich erneut ein Diamant, der da einfach so herumlag.

Ob hier auch ein roter Hering geholfen hätte?

Besonders freute sich meine Tochter darüber, nach jeder gemeisterten Situation ein Erfolgskästchen ausmalen zu dürfen. Sowieso fand sie es klasse, das Aussehen des Spiels mit beeinflussen zu können. Sie hatte zu Beginn direkt ihre Idee von ihrem Charakter auf den Bogen gemalt und auch ihre Spielfigur um individuelle Ideen ergänzt.

Die uns zur Verfügung stehenden Figuren, die ich ja vorbereitet hatte, teilten sich übrigens auf in Ritter, Prinzessin, Zauberer und Hexe, sowie einen Abenteurer und eine Fee. Aufgrund der Gestaltung dieser Geschichte wurde dann die Fee umfunktioniert zum Drachen (O-Ton meiner Tochter: “Haben ja beide Flügel…”) und aus dem Abenteurer wurde ein Schäfer. Der Ritter wurde zur Ritterin, der Zauberer zu Ritter Bogo, die Hexe in einer Doppelrolle zum Gnom und zum Waldtroll und in der Originalbesetzung spielte die Prinzessin sich selbst. 🙂

Meine Tochter ist übrigens wirklich gewitzt. Als “Gamemaster” hatte ich ihr zuvor erklärt, dass sie natürlich nicht alles sehen kann, sondern nur die Dinge, die gerade um ihre Figur herum sichtbar sind. Dass es also auf beiden Pfaden weiter hinten Diamanten gibt, weiß ihre Figur gar nicht. Meiner Tochter war also klar, dass sie sich nicht nur für einen Weg würde entscheiden müssen, sondern dadurch in jedem Fall auch nur einen Diamanten finden würde (ich hatte insgeheim eigentlich gedacht, dass sie den zweiten Diamanten auf dem Rückweg würde finden können…).

Kaum kamen wir also auf der anderen Seite der Brücke an und fanden uns vor einem gewundenen Pfad wieder, der den Berg hinaufführte, erklärte sie mir, sie würde auf dem anderen Weg zurück in weiter Ferne etwas glitzern sehen und das noch erkunden wollen, bevor wir zum Drachen aufsteigen. Ritter Bogo wies darauf hin, dass die Zeit knapp würde und die Prinzessin so schnell wie möglich befreit werden müsse (Subtext: Das Abendbrot ist gleich fertig!). Doch Ritterin Elisa blieb standhaft: Sie entschied, ihre Schnelligkeit einzusetzen, bestand die Probe, flitzte wie ein geölter Blitz los, fand den Diamanten und war zurück, bevor Ritter Bogo mit seinem angeknacksten Fuß auch nur einen Schritt in Richtung Berg machen konnte.

Ihre Geschicklichkeit – so gering sie auch war – half dann auch, sie den schwierigen Pfad erklimmen zu lassen und auf die Frage hin, wie sie nun plane in die Festung des Drachen einzudringen, entschied sie über die Mauer springen zu wollen. Unter Einsatz von Glück gelang Ritterin Elisa zur Verwunderung Bogos zwar sogar das, sie wurde aber vom überraschten und vermutlich hauptsächlich dadurch erzürnten Drachen direkt wieder rausgeworfen (quid pro quo!).

Unter Einsatz ihrer Intelligenz fand sie daraufhin einen alternativen Weg, der über die Rückseite der Festung zu einem ungeschützten Eingang führte. Von dort konnten Bogo und Elisa den Drachen noch immer recht aufgebracht vor dem Tor auf und ab stampfen sehen, während die Prinzessin ihn – neben einem weiteren Diamanten stehend und den beiden den Rücken zugewandt – ängstlich dabei beobachtete.

Tolle Drachen-Festung. Der Hintereingang steht sperrangelweit offen…

Bogo fragte Elisa, was sie nun zu tun gedenke. Entweder mit der Prinzessin schnell abhauen, oder versuchen, den Diamanten zu schnappen… oder sogar beides. “Aber habt Acht! Schon das kleinste Geräusch könnte den Drachen aufmerksam auf uns machen.” Ritterin Elisa stand allerdings total auf Diamanten. Im nächsten Spiel frage ich sie, ob sie lieber Giana heißen möchte und die Prinzessin ist ihre Sis…

Ihr Plan lautete also wie folgt: Leise die Prinzessin hinausführen, während Bogo sich den Diamanten schnappt. Die Geschicklichkeitsprobe schlug fehl und so stolperte Bogo dank seines angeknacksten Fußes, der Drache wirbelte herum, wurde der Situation gewahr und versperrte sofort den Ausgang. Es kam zu einem Scharmützel, bei dem auch der letzte Glückspunkt nichts half, nachdem leider auch Kampfkraft und Stärke versagten. Der Drache schlug der tapferen Elisa das Schwert aus der Hand, das daraufhin im hohen Bogen und mit einem Schweif aus Funken über die Mauer der Festung flog (vielleicht steckt es nun in einem Stein… wer weiß).

Ritterin Elisa besann sich auf ihre Intelligenz und verwickelte den Drachen in ein Gespräch. Sie erklärte ihm, dass sie eigentlich gekommen seien, um die Prinzessin zu retten und unterwegs (irgendwie ist sie ins Schwafeln gekommen), sogar Diamanten gefunden hätten und (ehrlich ist sie auch) den hier auch gleich mitnehmen wollten. Normalerweise wäre das vermutlich nicht unbedingt ein Garant dafür, dass ein Drache plötzlich seine Meinung ändert… wenn nicht… ja wenn nicht… sich herausstellen würde, dass er die Prinzessin gar nicht in dem Sinne entführt hatte, sondern die meisten seiner Diamanten verloren und die Prinzessin nur geholt hatte, damit sie ihm helfen könne, sie wiederzufinden. Schließlich hätten Prinzessinnen voll die Ahnung von Diamanten (nahm der Drache an).

Es kam dann noch zu einer kleinen Verhandlung, bei der sich Ritterin Elisa dazu bereiterklärte, die Hälfte der Diamanten im Austausch gegen die nicht-wirklich-entführte Prinzessin zurückzugeben und der Drache willigte im Gegenzug dafür ein, dass er ab und zu Besuch von ihr bekäme. Denn insbesondere nachdem er durch die Zeit mit der Prinzessin erfahren hatte, dass allein zu sein doch irgendwie doof ist, würde er sich halt freuen, wenn er ab und an mal mit jemandem zusammen eine Tasse Tee trinken könne oder so.

War das Abenteuer nun beendet? Mitnichten.

Denn trotz aller überwundener Herausforderungen stellte sich zum einen heraus, dass es noch offene Erfolgskästchen gab und dass Ritterin Elisa noch ein letztes Mal ihre Courage zeigen musste. Denn sobald sie mit Bogo und der Prinzessin im Schlepptau wieder in der Burg des Königs ankam, wollte dieser voller Zorn auf den fürchterlichen Drachen eine Armee entsenden, um diesem Ungetüm endgültig den Garaus zu machen.

Ritterin Elisa stelle sich ihm tapfer in den Weg, klärte den König auf, indem sie ihm ausführlich von ihrem Abenteuer berichtete und konnte ihn damit glücklicherweise besänftigen. Der Drache blieb verschont und zur Belohnung für ihr Handeln durfte meine Tochter auch die letzten Erfolgskästchen ausmalen.

Fazit

Insgesamt haben wir uns sicher über eine Stunde lang beschäftigt und meine Tochter hatte einen Riesenspaß! Lediglich, als sie – statt mit dem Drachen – mit mir sprach, ging mit mir irgendwie der Charakter durch und ich fiel ihr mit dunkler Stimme mitten ins Wort: “ICH bin der Drache, sprich mit MIR!”. Sie hat sich dabei hart erschreckt und ich musste sie sehr schnell mit der Geschichte wieder einfangen. Das hat aber sehr gut geklappt und kurz darauf war die Prinzessin “gerettet”. 🙂

Meine Tochter ist bereits heiß auf weitere Geschichten und wenn es nach ihr geht, scheint sich als nächstes die Suche nach ihrem Schwert anzubahnen…

Falls Du also auch Kinder hast und nach weiteren Möglichkeiten für wertvolle Familienzeit suchst: Schau doch auch mal bei Michael vorbei und lass Dich von Ritter Bogo inspirieren. Unsere Abenteuer haben hiermit erst begonnen. 🙂

Auch ohne, dass das hier eine Rezension war sondern mehr ein Bericht, möchte ich auf jeden Fall für diese tolle Idee fünf Sterne vergeben!

[Rezension] 2030–Die Welt von morgen von Mauro F. Guillén

2030 - Die Welt von morgen
©Hoffmann und Campe


Worum geht’s?

Die Zukunft ist näher als wir denken. Und sie kann sehr sicher vorausgesagt werden: Dieses Buch beschreibt, wie wir 2030 leben und arbeiten werden. Mehr Rentner als Kindergartenkinder, eine größere Mittelklasse in Subsahara-Afrika und Asien als in Europa und den USA, Klimawandel und KI, Kryptowährungen als Hauptzahlungsmittel … Eins ist klar: Unser Leben wird 2030 ganz anders aussehen. Die globalen Machtzentren werden sich ebenso verschoben haben wie unsere eigene Gesellschaft eine andere sein wird. So wird es aller Voraussicht nach 2030 erstmals mehr vermögende Frauen als Männer geben. Leicht verständlich und zugleich wissenschaftlich fundiert erzählt der renommierte Trendforscher Mauro Guillén, was auf uns zukommt – und wie wir uns darauf einstellen können.

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[Kinderbuch-Rezension] Ein Weihnachtswunder für Familie Maus von Cuchu und Oriol Canosa

Ein Weihnachtswunder für Familie Maus
©Coppenrath Verlag


Worum geht’s?

Das Weihnachtsfest rückt immer näher und Familie Maus macht sich langsam Sorgen. Eigentlich hätte sie alle Pfoten voll zu tun, denn die große Tanne auf dem Marktplatz muss geschmückt werden! Doch in diesem Jahr wagen sich die Mäuse nicht auf die Straße, weil eine große Eule dort immer wieder ihre Kreise zieht. Was führt sie im Schilde? Und wird der Baum in diesem Jahr doch noch in seinem Glanz erstrahlen? Diese warmherzige Bilderbuchgeschichte mit Humor und einer Prise Spannung ist ein weihnachtliches Vorlesevergnügen für die ganze Familie.

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