Kategorie: gelesen

[Rezension] Starters von Lissa Price

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Inhalt
Das USA der Zukunft ist düster, trostlos und leer. Ein sogenannter Sporenkrieg hat alle Menschen mittleren Alters ausgelöscht und nur noch junge und alte Menschen zurückgelassen. Starters und Enders.
Auf Grund der sehr hohen Lebenserwartung von bis zu 200 Jahren regieren die Enders in den USA. Einige wenige Starters mit Angehörigen unter den Enders können die Privilegien eines angenehmen Lebens genießen. Der Rest kämpft auf der Straße ums Überleben, in der ständigen Angst gefasst und ins Heim zur Zwangsarbeit gebracht zu werden.
So auch Callie und ihr kleiner Bruder Tyler. Die Eltern an den Folgen des Sporenkriegs gestorben und ohne Groß- oder Urgroßeltern müssen die beiden ihr Leben auf der Straße meistern.

Um der Zwangsarbeit zu entkommen und ihrem kranken Bruder Medikamente kaufen zu können beschließt Callie ihren Körper zu vermieten. Eine neue und noch illegale Möglichkeit für Enders sich wieder jung zu fühlen. Sie mieten für Tage, Wochen oder sogar Monate den Körper eines Starters, ohne dass dieser etwas davon mitbekommt.

Während eines solchen Mietverhältnisses wacht Callie plötzlich auf und findet sich in ihrem Körper wieder, doch irgendetwas stimmt nicht…ihre Mieterin ist immer noch in ihrem Bewusstsein und plant einen Mord.

Meine Meinung
Starters ist ein Jugendbuch mit einer Altersempfehlung von 14 bis 17 Jahren und das darf man während des Lesens nicht vergessen.
Lissa Prices Schreibstil ist sehr einfach und flüssig, aber durchaus der Altersgruppe entsprechend. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive. Callie führt den Leser durch eine emotionsarme Welt und lässt diesem viel Raum für seine eigene Phantasie. Anders ausgedrückt: Price spart sehr an den Details. Kurz wird angerissen wie ein Schauplatz aussieht und die markantesten Details eines Charakters werden erläutert, der Rest ist dem Leser überlassen. So erfährt man beispielsweise eher wenig über Callies genaues Erscheinungsbild, was aber durchaus zum Bild der anonymen Spenderin passt.

Lissa Price beschränkt sich in Starters mehr auf die Thematik der Unterdrückung und des Identitätsdiebstahls, als auf die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen des Sporenkriegs. Mich als erwachsene Person hätten diese beiden Aspekte im Kontext einer dystopischen Welt natürlich sehr interessiert. Behält man allerdings im Kopf, dass dies ein Roman für Jugendliche sein soll, haben gesellschaftskritische Themen mehr Stellenwert bei den jungen Leuten als Politik und Wirtschaft.
Der Kampf der jungen Callie um ihren Bruder, die Auflehnung und die Spannung würden mich als Jugendliche ehrlich gesagt auch mehr fesseln.

Ich habe keine allzu hohen Ansprüche an Starters gestellt, wollte ich doch nur ein Buch lesen, das mich kurzweilig unterhält. Und genau das hat es auch getan. Ich hatte Spaß beim Lesen und wollte wissen wie es Callie ergeht. Price konnte geschickt die Spannung halten, so dass keine Längen entstanden. Zum Ende hin wurde es sogar noch spannender, auch wenn ich finde, dass sich alles viel zu einfach und schnell in Wohlgefallen aufgelöst hat. Nachdem Callie zu Beginn doch sehr zu kämpfen hatte, findet sie am Ende zu schnell zu viele Verbündete und all ihre Probleme sind mit einem Schlag gelöst. Das wirkt leider etwas unrealistisch, macht aber ein schönes Ende.
Liest man dann noch etwas weiter, kann man feststellen, dass Price einen Cliffhanger eingebaut hat, der Lust auf den zweiten Teil macht.

Fazit
Ein spannendes Buch von dem der erwachsene Leser nicht zu viel erwarten darf. Gesellschaftskritik, ein kleines bisschen Liebe und eine taffe Protagonistin machen Starters zu einem netten Roman für zwischendurch. Über fehlende Tiefe der Charaktere und einige Ungereimtheiten sollte man allerdings hinweg sehen können.
Für Jugendliche dennoch passend und interessant geschrieben, kann ich dieses Buch guten Gewissens weiter empfehlen.

Vor fünf Jahren hätte Starters von mir 4 von 5 Sternen bekommen, doch mit meinen erwachseneren Augen bekommt es gute 3,5 Sterne.

Skala 3,5 Stern

Infos
“Starters” von Lissa Price
ivi  (12. März 2012)
Gebundene Ausgabe (400 Seiten)
ISBN-13: 978-3492702638

[Rezension] Die letzte Wahrheit von Dawn Cook

Die letzte Wahrheit ist der vierte und letzte Band der Tetralogie um “Die Bücher der Wahrheiten” von Dawn Cook und bildet somit den Abschluss dieser wundervollen Reihe.
Da es sich, wie gesagt um den letzten Band handelt, setze ich die vorausgegangenen Bücher als bekannt voraus. Für alle, die Band 1-3 nicht kennen, könnten unerwünschte Spoiler enthalten sein.

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Titel: Die letzte Wahrheit (Bd. 4)
Autor: Dawn Cook
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 10. November 2008
Format: Taschenbuch (480 Seiten)
ISBN-13: 978-3442265794
Preis: 8,95€

zum Buch



Inhalt
Das Leben auf der Feste hat sich gewissermaßen eingependelt und alles geht seinen gewohnten Lauf – bis auf die Tatsache, dass die einzigen Bewohner weiterhin nur Alissa, Strell, Lodesh, Conen-Neute und Nutzlos sind. Lodesh und Strell kämpfen immer noch um die Gunst Alissas, Nutzlos hat es sich zur Aufgabe gemacht die Feste zu reparieren und Alissa scheint sich in eine Traumwelt geflüchtet zu haben.
Bereits seit Monaten träumt sie immer wieder von dem selben Mädchen, das auf der anderen Seite der Welt auf einer Insel gefangen ist. Die Träume kommen Alissa jedes Mal sehr real vor, bis sie eines Tages realisiert, dass sie gar nicht träumt, sondern Kontakt mit einem der verschollenen Meister aufgenommen hat.

Zu viert machen sie sich auf die lange und nicht ganz ungefährliche Reise, um die verschollenen Meister zu retten und geraten dabei in Lebensgefahr.

Meine Meinung
Auch im letzten Band der Tetralogie um die Bücher der Wahrheiten hat Dawn Cook es geschafft mich in die Welt der Rakus und Bewahrer zu entführen. Sehr eindrucks- und gefühlvoll beschreibt sie die Geschichte von Alissa, Strell und Lodesh.

Die wenigen Rückblenden zu Beginn des Buches erlauben einem sich an die vorangegangenen Bücher zu erinnern, stören aber keineswegs den Lesefluss oder gar den Einstieg in die neuen Abenteuer der Protagonisten. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl ich würde mich durch bereits bekannte Passagen quälen bis endlich die richtige Geschichte beginnt. Ein absoluter Pluspunkt, da ich es auch anders kenne.

Wie auch in den anderen drei Büchern arbeitet Cook mit wenigen, aber sehr eindrucksvollen Charakteren, die mit viel Liebe und Tiefe gezeichnet wurden. Sehr geschickt schafft es die Autorin bestimmte Sympathien bzw. Antipathien gegenüber den Charaktere aufzubauen – so hat sie beispielsweise einige Charaktere schleichend und aus sehr gutem Grund unsympathischer gezeichnet. Ich hatte das Gefühl, dass sie das auch getan hat, um dem Leser den Abschied ein wenig zu erleichtern.

Wenn ein Autor es schafft mich emotional so sehr zu berühren, dass ich abwechselnd Rotz und Wasser heule und vor Freude strahle, dann hat das schon etwas zu bedeuten. Dawn Cook hat dies definitiv geschafft. Ich habe so sehr mit den Charakteren mitgefiebert und mitgelitten – deren Handlungen und die Beschreibung ihres Lebens haben mich einfach voll und ganz in ihren Bann gezogen.

Beeindruckt hat mich ebenfalls, wie Cook es geschafft hat, scheinbar unwichtige Handlungen und Aussagen aus den Vorbänden hier im letzten Band zu verweben. Damit hat sie es geschafft, ein stimmiges Gesamtbild und somit ein rundes Ende zu finden, das auf der einen Seite irgendwie klischeehaft, aber doch überraschend daher kam.

Fazit
Mit “Die letzte Wahrheit” schafft es Dawn Cook die Tetralogie um die Bücher der Wahrheiten zu einem emotionalen, aber auch actionreichen Ende zu bringen, das in sich stimmig ist.
Auch im letzten Teil finden sich keine epischen Schlachten. Die Bücher der Wahrheiten sind typische Romane, die sich mehr auf das Erzählen an sich, als auf Spannungsaufbau und blutige Szenen beschränken.

Wer sich in eine Welt voller Magie, Rakus und Gefühle begeben möchte, dem sei diese Tetralogie wärmstens empfohlen.

5 von 5 Sternen und damit ein sehr empfehlenswertes Buch.

[Rezension] Blutsommer von Rainer Löffler

Blutsommer

Inhalt
Ein äußerst brutaler Serienmörder treibt in Köln sein Unwesen. Die Kölner Polizei kommt mit ihren altbewährten Methoden nicht weiter und fordert Martin Abel, eine Koryphäe im Bereich der Fallanalyse, an. Zu allem Überfluss muss Abel bei diesem besonders schwierigen Fall auch noch einen Neuling, Hannah Christ, mitschleppen und ihren Lehrer spielen. Eine Rolle, die dem rüpelhaften und verschlossenen Abel so gar nicht steht.

Während Abel den Fall analysiert und sich dabei mit jedem aus seinem Umfeld anlegt, mordet der “Herr der Puppen” ungeniert weiter. Grausam verstümmelte Leichen, denen die wichtigsten Organe, Körperteile und das gesamte Blut fehlen, geben den Ermittlern Rätsel auf. Wer ist der “Herr der Puppen”?

Meine Meinung
Blutsommer beginnt mit einem wirklich spannenden Prolog, bei dem ein Familienausflug in einer Katastrophe endet. Die jüngste Tochter der Familie Lerch stolpert ahnungslos in die bereits verwesen Überreste einer menschlichen Leiche. Der Prolog endet dramatisch, doch leider erfährt man als Leser nicht mehr wie es mit der Tochter weiter geht. Schade, da es mich persönlich schon interessiert hätte.

Nach dem Prolog treffen wir auch gleich schon auf unseren Protagonisten, Martin Abel. Eine kaputte Koryphäe, so wie ich ihn gerne bezeichne. Der beste in seinem Bereich, doch von seiner Arbeit aufgezehrt, tritt er seinen Mitmenschen arrogant, gefühlskalt und verschlossen gegenüber. Doch in ihm steckt mehr als es den Anschein hat.
Ihm zur Seite steht die noch unerfahrene, aber unglaublich ehrgeizige und taffe Hannah Christ.
Die beiden verbindet zunächst so etwas wie eine Hassliebe, die der ganzen Geschichte, meiner Meinung nach, einen gewissen Pepp verleiht. Ich musste nicht nur einmal schmunzeln beim Lesen der Dialoge und habe mich über diese Art von Beziehung gefreut, weil sie einfach mal anders war. Keine Protagonisten, die sich von Anfang an verstanden, als hätten sie schon seit Jahren zusammen gearbeitet und keine Liebesgeschichte…dachte ich. Leider, leider ist auch hier wieder eine Liebesgeschichte daraus entstanden, die eindeutig zu kitschig beschrieben worden ist. Dass sich eine so taffe junge Frau plötzlich in ein flauschiges Teeniehäschen verwandelt, fand ich nicht sehr authentisch und es hat mich ehrlich gesagt massiv gestört. Schade. Warum muss es nur in jedem Buch ein Liebespaar geben?

Die Handlung an sich empfand ich als spannend und interessant. Größere und kleinere Wendungen, der angenehm flüssige und leichte Schreibstil und die bildhafte Sprache machten es mir leicht in die Geschichte einzutauchen. An einigen Stellen beschreibt der Autor sehr bildhaft und detailliert, so dass ich mich schon etwas ekeln musste. Allzu schlimm habe ich es aber nicht empfunden, doch für zart besaitete Menschen könnte es etwas zu viel sein.

So sehr ich auch mit Abel und dem Rest mitgefiebert habe, konnten mich einige der Szenen nicht restlos überzeugen. Zu konstruiert und teilweise melodramatisch wirken beispielsweise Momente, in denen Leichenteile, wie durch Zufall, der rettenden Anker sind oder Abel bei den Verdächtigenbefragungen den richtigen Riecher hat, sich aber kurz vorm Ziel ablenken lässt.
Das war mir ein bisschen zu viel des Guten – ich denke auch ohne diese überzogen dramatischen Momente wäre der Leser vom Plot gefesselt gewesen.

Fazit
Blutsommer ist ein durchaus gelungenes Debüt mit Luft nach oben. Ein spannender Plot und interessante Charaktere lassen den Leser bis zum Ende mitfiebern.
Wer auf blutige Details steht, der kann ruhig einen Blick riskieren und seine Vorstellungskraft ankurbeln lassen. Ich bin gespannt wie Martin Abel und Rainer Löffler sich im zweiten Band dieser Serie schlagen.

Infos
“Blutsommer” von Rainer Löffler
rororo (1. Juni 2012)
Taschenbuch (496 Seiten)
ISBN-13: 978-3499257278

 

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und vorablesen.de für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Augen auf beim Bücherverkauf

Es gibt einen Punkt, den viele beim Verkauf ihrer Bücher vollkommen außer Acht lassen: Zielgruppe und Emotionen. Begeisterung und Motivation. Historie und das richtige Timing.

Um es auf den Punkt zu bringen: Liebhaber zahlen auch für gebrauchte Bücher zu besonderen Anlässen aufgrund emotionaler Bindungen und/oder purer Nostalgie häufig deutlich höhere Preise, während der Markt sie allgemein als weitestgehend wertlos einstuft. Aber Wert lässt sich nun einmal nicht ausschließlich in Euro bemessen.

Aus aktuellem Anlass

Eine Suchanfrage bei rebuy.de ergab am 24.05.2012 folgendes Angebot:

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Gleichzeitig wird das Buch bei Amazon ausschließlich gebraucht verkauft, wobei sich die Angebote sich zwischen – festhalten – 39,99 Euro und 77,77 Euro bewegen!

Wie kommt das?

Kuckucksei von Clifford Stoll

Die spannende Jagd, mit der Clifford Stoll 1986 einem deutschen Hacker auf die Spur kam, der militärische Geheimnisse an das KGB verriet, führt uns zurück in die frühen, wilden Pionierjahre des Internet.

Der Hacker, um den es hier geht, ist niemand anderer als Karl Koch. Spätestens seit dem Kinofilm 23 – nichts ist so wie es scheint von 1998 dürfte sein Name auch der heutigen Generation bekannt geworden sein. Karl Koch wurde vor allem durch den sogenannten KGB-Hack bekannt, bei dem Geheimnisse gehackter Computer an den KGB veräußert wurden.

Während der Film die Geschehnisse aus der Perspektive von Karl Koch wiedergibt, hat Clifford Stoll mit dem Buch Kuckucksei von der anderen Seite des großen Teiches aus seine eigenen Erlebnisse beschrieben, die mit einem Abrechnungsfehler von 75 Cent beginnen und der Festnahme von Karl Koch enden.

Drei Jahre danach, vor genau 23 Jahren, wurde die Leiche von dem damals 23 Jahre alten Karl Koch verbrannt in einem Waldstück aufgefunden. Bis heute sind die genauen Umstände ungeklärt; für Verschwörungstheoretiker bis heute ein gefundenes Fressen. Kurz vor seinem Tod hatte Koch angekündigt öffentlich auszupacken, doch dann kam alles anders.

stanOhne groß auf das Buch weiter einzugehen (dies ist keine Rezension; ansonsten gäbe ich ihm 5 von 5 Sternen und würde eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen), ist das ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Aktualität, Nostalgie, und Historie immer wieder Gründe dafür sein können, genauer hinzuschauen, bevor man ein Buch für 30 Cent an Stan, den wild gestikulierenden Gebrauchtbuchhändler verkauft.

Im übrigen habe ich ein recht gut erhaltenes Exemplar von Kuckucksei. Und das gebe ich garantiert nicht her. Auch nicht für 77,77 Euro. Zwinkerndes Smiley

[Rezension] Schnitt von Marc Raabe

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Titel: Schnitt
Autor: Marc Raabe
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 11. Mai 2012
Format: Klappenbroschur (448 Seiten)
ISBN-13: 978-3548284354
Preis: 14,99€

zum Buch

 


Inhalt
Vor fast 30 Jahren ist ‘es’ passiert. Doch was genau ‘es’ ist, daran kann Gabriel sich nicht mehr erinnern. Aber er muss, um das Leben seiner schwangeren Freundin zu retten.

Gabriel Naumann erlebte als 11-Jähriger einen Albtraum, der ihm sein Leben zur Hölle gemacht hat. Aufenthalte in der Psychiatrie, zweifelhafte Behandlungsmethoden und Drogensucht gehörten zu seinem Alltag.
Trotzdem scheint es, dass er mittlerweile sein Leben wieder im Griff hat, bis der Albtraum von vorne beginnt. Seine schwangere Freundin Liz ist entführt worden und keiner glaubt ihm. Nach einem verzweifelten Hilferuf über Handy alarmiert Gabriel die Polizei, doch als diese am Ort des Geschehens eintrifft, findet sie nur die Leiche eines jungen Mannes, keine Spur von Liz. Die Polizei glaubt nicht, dass diese entführt wurde und macht Gabriel zum Hauptverdächtigen im Mordfall des jungen Mannes.
Zu allem Überfluss verlangt Liz’ Entführer, dass Gabriel sich an die Nacht vom 13. Oktober 1979 erinnert, um seine Freundin zu finden. Doch die Erinnerung will sich nicht einstellen…

Meine Meinung
Marc Raabes Erstlingswerk ist ein durchaus spannender Thriller. Nach einem aufwühlenden und packenden Prolog aus Gabriels Vergangenheit landet der Leser sofort mitten im Geschehen der Gegenwart. Der Prolog verrät aber keineswegs was vor 30 Jahren passiert ist, so dass wir als Leser auf dem gleichen Stand wie Gabriel sind. Zusammen mit ihm machen wir uns auf die Jagd nach seinen Erinnerungen und dem Entführer von Liz.

So rasant wie der Thriller beginnt, geht er leider nicht immer weiter. Einige Passagen waren mir zu stark mit Informationen ausgeschmückt, die eigentlich eher uninteressant für den Verlauf der Geschichte waren. Trotz dieser Passagen versteht Raabe es aber dennoch den Spannungsbogen zu halten und mit kurzen Kapiteln zu punkten.

Wir als Leser erleben die Geschichte aus der Perspektive Gabriels, Liz’ und teilweise auch aus der von Gabriels Bruder David. Der Wechsel zwischen den einzelnen Perspektiven lässt den Leser nie mehr wissen als die Protagonisten selber, was sehr zum Spannungsaufbau beiträgt.
Ich bin ein begeisterter Thriller-Leser und habe damit schon so einige Bücher aus diesem Genre gelesen. “Schnitt” hat es geschafft mich bis zum Schluss im Dunkeln tappen zu lassen. Die ein oder andere Ahnung keimte zwar auf, aber das große Ganze habe ich erst am Ende des Buches erfahren. Ein absoluter Pluspunkt, wobei ich sagen muss, dass das Ende etwas langgezogen war. Allerdings ist mir das lieber, als zu rasante und abrupt endende Bücher, bei denen ich das Gefühl bekomme, der Autor ist schon eine Woche über dem Abgabetermin.

Das “Psycho” in diesem Psychothriller kommt auch nicht zu kurz und der Leser kann sich auf skurrile Momente freuen, die teilweise aber auch sehr brutal und blutig sein können. Für Zartbesaitete könnten die sehr bildlich beschriebenen Szenen eventuell etwas zu viel sein. Mich haben sie nicht gestört.

Fazit
Marc Raabes Debütroman “Schnitt” ist ein insgesamt gelungenes Erstlingswerk, das ich gerne weiter empfehle. Die Geschichte ist spannend und die Charaktere interessant gezeichnet. Ein wenig Luft nach oben ist immer, aber ich bin mir sicher, dass ein zweites Werk durchaus noch mehr Thrill haben könnte.

4 von 5 Sternen von mir und damit eine Lese-Empfehlung.

[Rezension] Ein letzter Job von Adrian McKinty

 

Ein letzter Job

Inhalt
Der in die Jahre gekommene Killian möchte seinem alten Leben als Auftragsverbrecher den Rücken kehren. Doch Schulden und ein vermeintlich einfacher und sehr lukrativer Job lassen ihn ein letztes Mal umdenken. Er soll für eine halbe Million Pfund die Ex-Frau eines reichen Unternehmers und deren zwei Kinder finden und zurückbringen. Der Job verspricht einfach und unblutig zu werden.
Doch wie sehr man sich irren kann, erlebt Killian nun am eigenen Leib. Verfolgt und verprügelt von einem Auftragskiller versteht er nun, dass es nicht nur um die Kinder gehen kann. Doch was genau steckt dahinter und wie kommt er aus der Sache wieder raus?

Meine Meinung
Actionreich, schnell und mit Tiefgang – so wurde der Thriller von Adrian McKinty beschrieben. Die Leseprobe vermittelte auch genau dieses Gefühl. Recht zügig bin ich in der Story angekommen und lernte den etwas anderen Protagonisten kennen. Wie bestimmt viele von euch, hatte auch ich ein Bild von Auftragsverbrechern im Kopf. Skrupellos, brutal und egoistisch. Killian ist anders. Ruhig, intelligent und ein wenig philosophisch erledigt er seine Aufträge ohne Blutvergießen. Trotz seiner Tätigkeit irgendwie sympathisch.

Auch der Schreibstil ist irgendwie anders, zumindest habe ich ihn so empfunden. Intelligent und mit Ausdrucksweisen, die ich noch nicht häufig gelesen oder gehört habe. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich eingelesen hat, dann lässt es sich leicht und flüssig lesen.
Was mich persönlich allerdings gestört hat, waren die Rechtschreib- und Grammatikfehler, die mir leider zu häufig aufgefallen sind. Ich bin immer mal wieder darüber gestolpert, was den Lesefluss an diesen Stellen gestört hat. Sehr schade.
Auch bin ich leider immer wieder über die wirklich schwierigen irischen Städtenamen gefallen, die ich teilweise nicht einmal annähernd aussprechen konnte.

Einem Regionalkrimi ähnlich führt uns McKinty durch ganz Irland und lässt uns an der Landschaft und den Routen teilhaben. Für Irland-Kenner sicherlich eine Bereicherung und nett zu lesen. Doch mich, die sich überhaupt nicht in Irland auskennt, hat diese Beschreibung mehr verwirrt, als das sie mir geholfen hätte. Es nimmt außerdem eine Menge Raum im Buch ein, so dass diese Parts irgendwann langweilig wurden und ich sie mehr überflogen als gelesen habe.

So viel Zeit wie sich McKinty für die Beschreibung Irlands genommen hat, nimmt er sich auch für die Hintergründe der Charaktere, was ich sehr interessant fand. So habe ich auch etwas über die Pavee – ein irisches Travellervolk – erfahren, denen Killian als Kind und junger Erwachsener angehört hat.
Bei der äußerlichen Beschreibung der Charaktere spart er allerdings wieder erheblich, so dass ich mir keinen Charakter wirklich bildlich vorstellen konnte. Zwei Drittel des Buches hatte ich ein selbst geformtes Bild von Killian im Kopf, das ich dann kurz vor Ende komplett ändern musste, da in einem Nebensatz plötzlich seine Statur erwähnt wurde, die ganz anders war als in meiner Vorstellung.
Ich konnte auch ohne diese Beschreibung eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen, hätte mir aber etwas mehr Details gewünscht.

Bis zu dem Zeitpunkt an dem Killian Rachel und ihre beiden Töchter findet, bleibt das Buch einigermaßen schnell und actionreich. Doch ab diesem Punkt wird es leider voraussehbar und die Schnelligkeit geht verloren. Gegen Ende wurde es mir dann sogar langweilig, ich ahnte was noch folgen würde und genau so kam es dann auch. Das Ende an sich hat mich leider unbefriedigt zurückgelassen, was ich sehr schade fand.

Fazit
Ich bin etwas enttäuscht von dem Buch werde daher keine Kaufempfehlung aussprechen. Für einen Thriller einfach zu wenig Spannung und Action, auch die Vorhersehbarkeit fällt nicht gerade positiv auf.
Irland-Kenner könnten allerdings Gefallen an dem Buch finden, da wirklich viel auf das Land eingegangen wird.
Recht angenehm und einfach zu lesen, aber kein Buch, das ich ein zweites Mal lesen würde.

Infos
“Ein letzter Job” von Adrian McKinty
Suhrkamp Verlag (16. April 2012)
Taschenbuch (397 Seiten)
ISBN-13: 978-3518463727

Vielen Dank an vorablesen.de und den Suhrkamp Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

[Rezension] Fuck It!: Loslassen – Entspannen – Glücklich sein von John C. Parkin

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“Der ultimative spirituelle Weg

Ohne Guru oder jahrelanges Meditieren: John C. Parkin präsentiert die schnellste Entspannungsübung, die man sich vorstellen kann. Es braucht nur zwei Worte, die, laut und voller Überzeugung gesprochen, zu Gelassenheit und innerer Freiheit führen: “Fuck it!” ist der perfekte Ausdruck der westlichen Welt, der alle fernöstlichen Weisheitslehren in sich vereint. Loslassen, Abstand gewinnen, akzeptieren, was ist, und entspannen. Kurz: “Fuck it!” ist kein Fluch, sondern eine Lebenseinstellung.
Die archaische und anarchische Kraft von “Fuck it!” hilft dabei, Abstand von den Dingen zu gewinnen, die uns belasten oder die wir uns nicht zutrauen. In all seiner Einfachheit, Klarheit und Effizienz ist es ein spiritueller Weg, der ohne Dogma, meditative Gesänge oder Räucherstäbchen auskommt – und nichtsdestotrotz von unserem täglichen Stress und von Ängsten und Druck befreit. John C. Parkins unkonventionelles Konzept zeigt, wie wir eine neue innere Haltung voller Ruhe und Ausgeglichenheit gewinnen, wenn wir aufhören, alles kontrollieren zu wollen, und lernen, loszulassen. Eine inspirierende Mischung aus Buddhismus und Rebellion, die direkt zu wahrer Freiheit führt.
Fernöstliche Weisheit für unseren Alltag, inspirierend und humorvoll.”

Heute wage ich mich an die Rezension eines Ratgeberbuchs. Absolutes Neuland für mich, und ich bin gespannt, wie es mir gelingt.
Betrachten wir zunächst das Cover.

Schlicht, aber ansprechend gestaltet und mit der deutlichen Aufforderung “Fuck It” sticht es ins Auge. Betrachtet man dann noch die Schattenfigur auf dem Cover, könnte es einem bereits das erste Schmunzeln entlocken. Zumindest ich musste, auch anhand des Klappentextes, über die Symbolik schmunzeln.

Meine Meinung
Ich lese nicht gerne Ratgeberbücher, da sie mir meistens zu dogmatisch sind und mit einer, mir fast unbegreiflichen Ernsthaftigkeit, versuchen einem weis zu machen, dass es nur diesen einen Weg gibt.
Nun bekam ich aber genau so ein Ratgeberbuch zum Geburtstag geschenkt und da ich tatsächlich ein Mensch bin, der sich schwer entspannen und loslassen kann, dachte ich, ich gebe diesem Buch eine Chance. Viel erwartet habe ich, um ehrlich zu sein nicht.

Als ich zu lesen begann, fiel mir zunächst auf, dass der Autor aus Erfahrung zu sprechen schien. Ein Pluspunkt für mich. Wer selbst Probleme hat(te) bzw. eine Krise überwinden konnte, der weiß wovon er spricht und genau dieses Gefühl übermittelte das Buch.

Humorvoll, doch manchmal konstruiert “witzig” führt uns Parkin durch die Welt des Fuck It – Ways. Nach einer kurzen Einleitung wieso und vor allem wie man dieses Buch lesen sollte (einfach Querbeet), erklärt der Autor warum es wichtig ist einfach mal “Fuck It!” zu sagen.
Für kleinere, eher unbedeutende, für mich aber dennoch wichtige Dinge empfand ich seine Ratschläge als hilfreich. Es hat nicht mein Leben verändert, aber ich mache mir nun tatsächlich nicht mehr so häufig und ewig lange Gedanken um belanglose Dinge.
Bei den großen, doch sehr bedeutungsvollen Dingen hatte ich eher das Gefühl, der Leser bräuchte einen Totalzusammenbruch, um die Ratschläge umzusetzen. Da ich zum Glück keinen Totalzusammenbruch hatte, kann ich nicht beurteilen, ob dieser Teil hilfreich ist oder nicht. Ich fand ihn etwas übertrieben. Es kam mir manchmal so vor, als würde Parkin wollen, dass wir Egoisten werden und nur noch an uns und niemanden sonst denken. Nicht sehr sympathisch.

Die beschriebenen Fuck It – Techniken (Loslassen, Entspannen, Annehmen, Unbeteiligtes Betrachten und Bewusstes Atmen) empfand ich wieder als sehr hilfreich und gut umzusetzen.

Der Autor geht in seinem Buch noch auf die Wirkung des Fuck It – Sagens ein und beschreibt diesen Weg in speziellen Lebenslagen. Hier hatte ich das Gefühl, dass er begonnen hat sich zu wiederholen. Das Muster bleibt gleich und in diesem Teil versteht man auch die Erklärung –wie- man das Buch lesen sollte. Sucht euch einfach, die für euch wichtigen Lebensbereiche heraus.

Fazit
Ein etwas anderes, humorvoll geschriebenes Ratgeberbuch, das man als “gut durchwachsen” bezeichnen kann. Neben weniger hilfreichen und schwer umsetzbaren Ratschlägen tummeln sich einige, doch recht einfach umsetzbaren Tipps und Techniken, die man ruhig einmal ausprobieren kann. Nur das Productplacement in eigener Sache, zum Schluss des Buches, hat mich doch gestört – schade.

Macht euch selber ein Bild vom Buch, wenn ihr wollt.

Skala 3 Stern

Infos
“Fuck It!: Loslassen – Entspannen – Glücklich sein” von John C. Parkin
Ariston (12. April 2010)
Paperback (256 Seiten)
ISBN-13: 978-3424200300
Preis: 16,95€

zum Buch

[Rezension] MÉTO Das Haus von Yves Grevet

Cover/Aussehen

Méto Das Haus

Bei diesem Buch fallen ganz klar das Cover und vor allem der Buchschnitt auf. Im Comicstil gestaltet und mit dem prominenten Buchtitel sticht es natürlich hervor.
Der schwarze Buchschnitt passt meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt des Buches. 64 Jungen verstecken sich im Inneren und können nicht heraus schauen.


Inhalt

64 Jungen eingesperrt in einem Haus voller Geheimnisse. Ein durch und durch geplanter Tagesablauf bestimmt ihren Alltag. Kampftraining, skurrile Essensrituale, Gehorsam und Wettkämpfe bestimmen ihr Leben. Doch woher sie kommen, warum sie im Haus sind und was passiert, wenn sie zu alt werden, das weiß keiner von den Jungen.
Beinahe emotionslos folgen sie den Anweisungen der Cäsaren, den sogenannten Hausherren. Geben sich ohne eine eigene Meinung zu haben dem Geschehen hin, hinterfragen nichts und akzeptieren die völlig überzogenen Strafen ohne zu Murren.
Bis einer der Jungen anfängt Fragen zu stellen, die er nicht stellen darf, sich für Dinge zu interessieren, die ihn nicht interessieren dürfen.

Meine Meinung

Für einen Jugendroman sehr passend, beginnt die Geschichte ohne jegliches Vorgeplänkel. Der Leser ist mitten im Geschehen und wird in das Leben innerhalb des HAUSES eingeführt.
Bereits auf den ersten Seiten wird klar: Ein normales Leben führen diese 64 Jungen ganz bestimmt nicht. Aus der Sicht des Protagonisten Méto lernen wir schnell die skurrilen Gepflogenheiten und Rituale des Hauses kennen. Diejenigen mit schlechtem Namengedächtnis werden die vielen gleichklingenden Namen vermutlich verwirren. Aber lasst euch davon nicht stören. Die Namen wurden meiner Meinung nach bewusst so gewählt, um eine Gleichartigkeit der Charaktere zu schaffen.

Trotz oder vielleicht gerade wegen der leicht abgehackten und emotionsarmen Sprache, die der Autor gewählt hat, hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Sie transportiert sehr gut die Stimmung, die im Haus herrscht. Irgendwie beklemmend und düster. Ständig habe ich mich gefragt wie man so nur leben kann und wieso keiner sich traut etwas dagegen zu unternehmen, bis doch endlich jemand den Mut dazu hatte zu rebellieren.

Mit seinen knapp 220 Seiten ist das Buch nicht gerade lang, bleibt dafür aber bis zur letzten Seite spannend. Wer sich Tiefe bei den Charaktere wünscht, der bekommt diese hier nicht. Da keiner der Jungen seine Vergangenheit kennt und die meisten ihre Emotionen sehr gut im Griff haben, kommt es selten zu emotional bewegenden Szenen. Mich hat es ehrlich gesagt nicht gestört, da ich die Zeichnung der Charaktere so passend zur Geschichte empfunden habe.

Kleines Manko und deswegen auch einen Stern weniger gibt es für das extrem offene Ende, das eigentlich mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet und die ewig lange Wartezeit bis zum zweiten Teil der Trilogie, der im Oktober 2012 erscheint.

Fazit

Méto Das Haus ist ein Buch, das definitiv zum Nachdenken anregt und einen vor Augen führt wie gut wir es eigentlich in unserer, von uns selbst bestimmten Welt haben.
Von der Sprache etwas gewöhnungsbedürftig, aber durch und durch spannend kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der keine Probleme mit einem offenen Ende hat.

4 von 5 Sternen und damit eine Leseempfehlung von mir.

Infos
“MÉTO Das Haus” von Yves Grevet
Deutscher Taschenbuch Verlag (01. April 2012)
Gebundene Ausgabe (224 Seiten)
ISBN-13: 978-3423625142
Empfohlenes Alter: 12-14 Jahre

Vielen Dank an den Deutschen Taschenbuch Verlag und lovelybooks für das Rezensionsexemplar und die Leserunde zum Buch, die echt interessant war.

[Rezension] Blackout – Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg

Stellt euch vor von einem Moment auf den anderen fällt der Strom aus. Es kommt kein Wasser mehr aus den Leitungen, der Kühlschrank gibt den Geist auf, die Heizung fällt aus. Wie lange würdet ihr es aushalten?

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Titel: BLACKOUT. Morgen ist es zu spät
Autor: Marc Elsberg
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 19. März 2012
Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag (800 Seiten)
ISBN-13: 978-3764504458
Preis: 19,99€

zum Buch

 


Inhalt
Mitten in der kalten Jahreszeit bricht die gesamte Stromversorgung Europas zusammen und noch ahnt niemand warum. Heizungen fallen aus, Wasser fließt keines mehr, kein Benzin, Lebensmittel verderben und neue bekommt man nur noch schwer, die Kommunikation fällt weitestgehend aus.

Die meisten Menschen trifft es unvorbereitet, so auch Piero Manzano, einen italienischen Informatiker und ehemaligen Hacker. Mehr durch Zufall entdeckt er, dass der Blackout bewusst herbeigeführt wurde. Vom größten Stromproduzenten Italiens wird er wegen seiner Vermutung nur belächelt, doch Manzano denkt nicht ans Aufgeben.
Als er endlich Gehör findet, haben die Terroristen bereits dafür gesorgt, dass der Verdacht auf ihn fällt.

Während die Kraftwerke vergeblich versuchen das Stromnetz Europas wieder in Gang zu bekommen, kämpft die Bevölkerung ums Überleben und sieht sich mit Problemen konfrontiert, die keiner vorhergesehen hat.

Meine Meinung
Bestimmt hat jeder von uns den ein oder anderen kurzen Stromausfall miterlebt und sich darüber geärgert. Wenn der Stromausfall dann auch noch mehrere Stunden andauerte, war der Versuch groß zum Telefon zu greifen und seinen lokalen Stromanbieter mit Drohanrufen zu belästigen.
Aber was, wenn der Strom nicht nur ein paar Stunden, sondern ein paar Tage ausfällt und das in ganz Europa?

Marc Elsberg beschreibt dieses Szenario erschreckend realistisch. Die Thematik hat mich während des Lesens beschäftigt und tut es immer noch. Mir war gar nicht bewusst, wie sehr wir eigentlich von einem funktionierenden Stromnetzwerk abhängig sind und was alles beeinträchtigt wird bzw. ausfällt, wenn eben dieses nicht mehr vorhanden ist.

Mit einer Mischung aus Spannung, Dramatik und einer sehr gut recherchierten sowie brisanten Thematik überzeugt Marc Elsberg. Das Buch liest sich flüssig und leicht, ohne dabei anspruchslos zu sein.

Die vielen, aber meiner Meinung nach gut dosierten Hintergrundinformationen finden sich im gesamten Buch wieder und waren für mich persönlich sehr lehrreich. Technikinteressierte wird es freuen, aber auch die Laien unter euch werden keineswegs überfordert, und die Informationen dienen dem besseren Verständnis.

Was mir besonders gut gefallen gefallen hat, waren die verschiedenen Perspektiven aus denen der Blackout wahrgenommen wird. Wie gehen die Kraftwerke damit um, wie die Stromanbieter, die Politiker und wie der Normalbürger?
Dies hatte zur Folge, dass zu Beginn des Buches die Zahl Charaktere zunächst explodiert ist und ich ein paar Seiten brauchte, um mich im Namenwirrwarr zurecht zu finden. Verzweifelt also nicht, die vielen Charaktere sind notwendig und man gewöhnt sich schnell daran. Sie begleiten uns durch das ganze Buch und wir nehmen Anteil an ihren Schicksalen.

Fazit
Mit seinen 800 Seiten wirkt Blackout zunächst wie ein richtiger Brummer, doch lasst euch bloß nicht davon abschrecken. Das Buch bleibt spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Gut recherchierte und wohl dosierte Hintergrundinformationen, Spannung und Zwischenmenschliches heißt das Erfolgsrezept bei Marc Elsberg. Ein wirklich gut gelungenes Erstlingswerk.

Und wundert euch nicht, wenn ihr nach Abschluss des Buches plötzlich mehr Dosen im Schrank, mehr Wasser im Keller und eine Taschenlampe zum Kurbeln im Haus habt.

5 von 5 Sternen von mir und damit ein sehr empfehlenswertes Buch.

Ich möchte mich herzlich bei Lovelybooks und Blanvalet bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben und natürlich auch bei Marc Elsberg, der die tolle Leserunde bei Lovelybooks persönlich begleitet hat.

[Buchrezension] Die verlorene Wahrheit von Dawn Cook

Der dritte Band der All-Age Fantasy Reihe der Bücher der Wahrheiten von Dawn Cook überrascht mit seinen Charakteren, zumindest mit der Anzahl dieser.

Die Rezensionen des ersten Teils und zweiten Teils der Saga könnt ihr hier auf dem Blog finden. Wer diese beiden Teile noch nicht kennt, der sollte sich diese Rezension mit Vorsicht genießen. Ich versuche so wenig Spoiler wie möglich einzubauen.

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Titel:
Die verlorene Wahrheit (Bd. 3)
Autor: Dawn Cook
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 08. September 2008
Format: Taschenbuch (480 Seiten)
ISBN-13: 978-3442265787
Preis: 8,95€

zum Buch

 


Inhalt
Das Buch der ersten Wahrheit ist geöffnet, Bailic verschwunden und Alissa ein Raku. Das Problem mit der raschen und unvorbereiteten Verwandlung Alissas ist, dass sie sich nicht wieder zurückverwandeln kann. Laut Talo-Toecan alias Nutzlos wird Alissa mindestens ein Jahrzehnt in dieser Gestalt verbringen müssen, ohne auch nur eine Möglichkeit zu haben mit dem Mann, den sie über alles liebt zu kommunizieren.

Doch es kommt anders als alle dachten. Bei ihren Magieübungen mit Nutzlos geht ein Bann schief und Alissa findet sich 400 Jahre in der Vergangenheit wieder. Wie soll sie bloß wieder zurückfinden?

Meine Meinung
Nach den ersten zwei Bänden, in denen die Autorin mit einer Handvoll Charakteren ausgekommen ist, explodiert dieses Buch hier fast vor eben solchen. Dennoch schafft Dawn Cook es auch hier den wichtigsten Charakteren eine schöne Tiefe zu geben. Keiner wird schnell und/oder oberflächlich abgehandelt, sondern man lernt sie alle kennen und manchmal auch lieben.

In diesem Band habe ich noch mehr mit Alissa, Strell und Lodesh mitgefiebert. Dieses Buch liefert mehr Überraschungen als seine beiden Vorgänger. Das ein oder andere Mal hatte ich sogar Tränen in den Augen, musste aber mindestens doppelt so oft über die schön ausformulierten Charaktereigenschaften schmunzeln.

Wer die ersten beiden Bücher etwas zu langatmig wird, wird in diesem Teil meiner Meinung nach belohnt. Es geht schneller voran und es passiert einfach viel mehr, was einfach an der viel höheren Charakteranzahl liegt.

Das Ende des Buchs war für mich überraschend, etwas verwirrend, aber dennoch schön. Auf jeden Fall lesenswert.

Fazit
Genau wie die ersten beiden Bände ein absolut empfehlenswertes Buch. Zwar gibt es immer noch keine epischen Schlachten und es geht mehr um das Miteinander der Charaktere, aber genau das gefällt mir.
Wer ausführlich beschriebene Schlachten sucht, ist hier falsch, alle anderen können sich auf ein Buch mit viel Witz und Charme freuen.